[Rezension] I Kissed Shara Wheeler

by - Juli 19, 2022

(© Argon Verlag)

I Kissed Shara Wheeler*
von Casey McQuiston
Gelesen von Corinna Dorenkamp

Bewertung: ★☆☆☆☆

YA Contemporary Romance, Audiobook 
Spieldauer: 10 Stunden, 16 Minuten
Erscheinungsdatum: 01. Juni 2022

Verlag: Argon Verlag

* Rezensionsexemplar von Netgalley. Danke an den Verlag.

Inhaltsangabe:
Chloe Green ist fast am Ziel: Bald hat die queere Schülerin die Highschool in der engstirnigen Kleinstadt in Alabama endlich hinter sich. Und zwar als Jahrgangsbeste! Wenn ihr nicht Ballkönigin Shara Wheeler, die rundum perfekte Tochter des Schuldirektors, noch einen Strich durch die Rechnung macht …

Doch mit einem einzigen Kuss bringt Shara Chloes Welt ins Wanken – nur, um anschliessend wie vom Erdboden verschluckt zu verschwinden. Statt Antworten findet Chloe lediglich kryptische Nachrichten von Shara, die sie auf eine atemlose Suche schicken. Als Chloe Sharas Geheimnissen auf die Spur kommt, beginnt sie zu ahnen, dass hinter dieser kleinen Stadt mehr stecken könnte, als sie dachte. Und vielleicht auch hinter Shara?

Meine Meinung:

In letzter Zeit habe ich echt kein glückliches Händchen bei meiner Bücherwahl. Dieses Hörbuch habe ich spontan im Netgalley Katalog entdeckt und mich für ein Hörexemplar beworben, nachdem die Hörprobe interessant geklungen hat und ich davon ausgegangen bin, dass man bei einem romantischen, queeren YA Roman ja nicht so viel falsch machen kann.
Diese Annahme hat sich leider als falsch herausgestellt, denn ich habe das Buch kurz vor der Hälfte abgebrochen. Und dafür gibt es gleich mehrere Gründe.

Das Erste, das mir bereits nach kurzer Hörzeit negativ aufgefallen ist und mich mit zunehmender Hördauer immer mehr verärgert hat, war die Tatsache, dass der Plot eine Kopie von John Greens bekanntem (und verfilmten) Werk "Paper Towns" (bzw. "Margos Spuren") darstellt - nur diesmal mit queeren Hauptcharakteren. Und bereits Greens Buch hat mich nicht vom Hocker gehauen, was ein Plagiat mit der gleichen geklauten Idee nur noch schlechter machen kann.
Auch in Greens Werk verschwindet die titelgebende Protagonistin und wird dann von einem weiteren Hauptcharakter gesucht, der sich in sie verliebt hat und nach und nach auf Hinweise stösst, die Aufschluss über ihren Aufenthaltsort gibt. Und exakt das Gleiche passiert auch in diesem Buch, ausser dass die Protagonistin diesmal Shara Wheeler, statt Margo heisst.

Ein weiterer Kritikpunkt stellt die Protagonistin Chloe dar, die leider alles andere als sympathisch wirkt. Ihre Obsession mit Shara Wheeler, deren Leben und ihrem Verschwinden wirkt keineswegs romantisch, sondern eher wie eine pathologische Besessenheit. Dabei betont Chloe immer wieder, dass ihre Obsession für die verschwundene Shara daher rührt, dass sie die einzige war, die ihr das Wasser reichen konnte, was Chloe unglaublich arrogant wirken lässt. Ausser Chloe scheint sich ansonsten aber ohnehin kaum jemand für Sharas Verschwinden zu interessieren, was mich irgendwie irritiert hat.
Chloe kann das Buch als Hauptcharakter in meinen Augen nicht tragen, denn sie wirkt einfach unglaublich selbstüberzeugt und nervig, sodass ich nicht wirklich mitgefiebert habe, ob sie ihr vermeintliches Happy-End mit Shara bekommt oder nicht. Und ihre Besessenheit hat so weit geführt, dass der Name "Shara Wheeler" im Buch so oft wiederholt wird, dass ich es irgendwann nicht mehr hören konnte und wohl laut aufschreie, wenn ich nach Beendigung dieser Rezension jemals wieder diesen Namen hören muss.

Der dritte und letzte Kritikpunkt betrifft leider auch die Sprecherin, deren Stimme ich mit zunehmender Hördauer fast nicht mehr ertragen konnte. Ich weiss nicht, ob es am schlechten Schreibstil oder der nervigen Protagonistin lag, aber die Sprecherin hat es tatsächlich geschafft, Chloe noch anstrengender wirken zu lassen, als sie es ohnehin schon war. Es kann aber auch gut sein, dass sie gar nichts dafür kann, und einfach meine zunehmende Antipathie für Chloe der Grund dafür war, dass ich auch eine Abneigung gegen die Sprecherin entwickelt habe, die mit ihrer Stimme die Protagonistin repräsentiert.

Fazit:

Alles in allem war das Buch eine Enttäuschung auf ganzer Linie, das noch dazu eine dreist geklaute Idee enthält, für die ich nicht mehr als ein Stern vergeben kann. Aus diesem Grund habe ich das Hörbuch nach der Hälfte abgebrochen und kann das Buch auch nicht weiterempfehlen. Lest lieber das Original von John Green. ;-)

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7 Kommentare

  1. Hallo liebe Mel,

    ich höre mir auf BookBeat gerade "Royal Blue" an, das auch von McQuiston geschrieben wurde und mir echt gut gefällt.

    Deshalb hatte ich "Sarah Wheeler" schon ins Auge gefasst, obwohl mich der Klappentext schon nicht wirklich vom Hocker gehauen hat. Perfekt also, dass du gerade dieses Buch nun rezensierst. Nach deiner Rezension werde ich das Hörbuch aber getrost von meiner Liste streichen. Darauf habe ich ganz sicher keine Lust.

    Ganz liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
    Rebecca

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    1. Royal Blue hatte ich damals aufgrund des Hypes auch gelesen und fand es auch deutlich besser, als dieses Sara Wheeler Buch hier. :D Ich hoffe, ich habe dir dadurch eine Enttäuschung erspart, aber mein Cup of Tea war das Buch definitiv nicht.

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  2. Hallo liebe Mel,
    ohje! Ich kann deinen Frust anhand deiner Kritikpunkte sehr gut nachvollziehen.Ich denke alleine der Punkt "gleiche Idee, nur schlechter umgesetzt", hätte mir schon gereicht. Da ist es natürlich gut, wenn man das "Original" nicht kennt. Dann kann eine Geschichte, die zu viele Parallelen aufweist eben doch noch funktionieren.

    Ich verstehe auch, dass dir die Protagonistin durch die von dir genannten Kritikpunkte unsympathisch war. Alleine die überhebliche Ansicht, wirkt ja schon nicht ganz so sympathisch.

    Dann auch noch die Wiederholungen des Namens und die Sache mit der Sprecherstimme.

    Ich drücke fest die Daumen, dass das nächste Buch wieder ein richtiger Volltreffer wird!

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

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    1. Ja, wenn ich John Greens Bücher nicht kennen würde, dann hätte mich das Buch vermutlich weniger genervt, aber hier fand ich die Ähnlichkeiten wirklich schon sehr dreist.

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  3. Hallöchen,
    mir hat das Buch leider auch nicht besonders gut gefallen. Das von John Green habe ich nicht gelesen. Oberflächlich ist mir die Ähnlichkeit aufgefallen, aber da ich es nicht kenne, war mir nicht klar, WIE ähnlich sich die beiden Bücher dann letztendlich sind. Da fällt mir nur eins ein: wow. Und noch mehr wow, dass das keinen Verlag gestört hat.
    Chloe fand ich auch absolut unsympathisch. Shara ebenso, weshalb ich bei beiden überhaupt nicht mitfiebern konnte. Ich verstehe deine Kritik total. Hinzukommt, dass ich den Schreibstil ziemlich anstrengend fand. Ich weiß gar nicht, ob ich bei diesen Monster-Sätzen in einem Hörbuch überhaupt irgendetwas kapiert hätte.
    Für mich war es leider auch eine große Enttäuschung, dabei hatte ich mich sehr auf das Buch gefreut.
    Liebste Grüße, Kate

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    1. Hallo Kate

      Ich bin so froh, dass ich mit meiner Meinung nicht alleine stehe! Ich fand die Ähnlichkeiten einfach nur dreist, und war erstaunt, dass dieser Kritikpunkt von anderen Leser:innen nicht öfter diskutiert wurde - auch wenn ich nicht die einzige war, die die Ähnlichkeiten betont hat.
      Und ich bin froh, dass meine Antipathie gegenüber den Charakteren nicht nur an mir lag :D Das mit den Monster-Sätzen ist mir nicht aufgefallen, aber ich habe recht schnell nur noch mit halben Ohr zugehört, bis ich selbst das irgendwann nicht mehr ausgehalten habe.

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  4. Hey liebe Mel

    Zu diesem Buch sind mir nur unterirdische Rezensionen begegnet, da erstaunt es nicht, dass du auch nicht glücklich warst damit. Schade, aus der Idee hätte man eine romantische, unterhaltsame Lektüre zaubern können.

    Ich drücke dir die Daumen für die nächsten Lektüren!!!
    Livia

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