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between the lines.

(© FISCHER Krüger)

Zwei in einem Leben*
von David Nicholls

Bewertung: ★☆☆☆☆

Contemporary Fiction, 423Seiten
Erscheinungsdatum: 28. August 2024
Verlag: Fischer Krüger


*Digitales Rezensionsexemplar von Netgalley. Vielen Dank an den Verlag.

Inhaltsangabe:
Marnie steckt fest. Sie lebt und arbeitet allein in ihrer Londoner Wohnung und kämpft mit der Einsamkeit. Doch mit dem Einigeln soll nun Schluss sein.

Michael ist dabei, sich zu verlieren. Seit seine Ehe gescheitert ist, muss er lernen, als Ein-Mann-Show zu funktionieren. Er fühlt sich noch nicht bereit für die Gesellschaft anderer Menschen. Nur bei langen Spaziergängen findet er Ruhe.

Als eine gemeinsame Freundin und sehr englisches Wetter Marnie und Michael bei einer Wanderung zusammenbringen, merken die beiden trotz aller Strapazen, dass ein erstes Treffen vielleicht auch eine zweite Chance sein kann.

Meine Meinung:

Für das Leseexemplar dieses Romans habe ich mich spontan beworben, nachdem ich den Namen des Autors erblickt habe. David Nicholls hat erst kürzlich eine erneute Bekanntheit erlangt, als sein Buch "Zwei an einem Tag" zum zweiten Mal verfilmt wurde, nachdem bereits 2011 eine Buchadaption als Film mit Anne Hathaway in der Hauptrolle erschienen ist. Ich bin damals durch den Film auf das Buch aufmerksam geworden und habe Rotz und Wasser geheult.
Dementsprechend hohe Erwartungen hatte ich deshalb auch an das neuste Werk des Autors - gerade weil der Titel und das Cover sehr an sein berühmtestes Werk erinnern. Aber leider hört es hier mit den Ähnlichkeiten bereits auf.

In "Zwei in einem Leben" wird eine Wandergeschichte erzählt, in der sich unterschiedliche Charaktere zusammenfinden, weil sie gemeinsam zu Fuss England durchqueren wollen.
Äussere Umstände führen jedoch dazu, dass die Gruppe sehr schnell kleiner wird und nur noch Marnie und Michael übrig bleiben.

Und ja, das war's. Mehr lässt sich zu der Geschichte nicht sagen, denn mehr Inhalt hat sie nicht, auch wenn ich das die ganze Zeit über gehofft habe.
Ich weiss, dass ich damals den Film zu "Zwei an einem Tag" auch besser als das Buch gefunden hatte, weil ich mit dem Schreibstil des Autors nicht ganz warm geworden bin. Aber hier in diesem Buch habe ich überhaupt nicht in die Geschichte hineingefunden. Auf mich hat das Ganze konzeptlos gewirkt, wodurch ich Mühe hatte, der Handlung zu folgen.
Es wird mit etlichen Namen von Charakteren um sich geworfen, die gar nicht richtig eingeführt werden und man scheinbar einfach kennen muss. Und ehe man sich versieht, beginnt auch schon die Wanderung, die sehr chaotisch verläuft. Ich habe gar nicht richtig mitbekommen, was eigentlich passiert, da waren Marnie und Michael bereits die einzigen beiden, die noch übrig geblieben ist. Und wo das ganze hinführen sollte, hat so konstruiert und vorhersehbar gewirkt, dass ich den Rest nur noch überflogen und den Schluss ehrlich gesagt gar nicht mehr gelesen habe.

Nicholls ist es dieses Mal weder gelungen, gut ausgearbeitete Charaktere zu erschaffen, noch einen wirklichen Plot zu konstruieren. Die Charaktere wirken alle gesichtslos und eher unsympathisch und es war mir schlichtweg egal, was mit ihnen passiert, weil sie nie richtig eingeführt wurden und ich dadurch keinen Zugang zu ihren Schicksalen finden konnte.
Für mich hat die Wanderung allein als Aufhänger nicht ausgereicht und ich bin wirklich überrascht, dass dieses Buch so viele positive Bewertungen erhält, denn es gab einfach nichts, das mir in Erinnerung geblieben wäre oder das Buch für mich irgendwie lesenswert gemacht hat.

Fazit:

"Zwei in einem Leben" hat mich auf ganzer Linie enttäuscht. Das Buch hat weder einen richtigen Plot, noch gut ausgearbeitete Charaktere, sodass ich relativ rasch das Interesse an der Geschichte verloren habe und es nicht mal bis zum Ende geschafft habe. Für mich gab es leider nichts, dass das Buch lesenswert macht und deshalb kann ich nur 1.5 Sterne vergeben.
4 Kommentare
(© Argon)

Belladonna* (Belladonna #1)
von Adalyn Grace
Gelesen von Lena Münchow

Bewertung: ★★★☆☆

YA Fantasy, Audiobook
Spieldauer: 11 Stunden und 38 Minuten
Erscheinungsdatum: 05. Januar 2024
Verlag: Argon


*Rezensionsexemplar von Netgalley. Vielen Dank an den Argon Verlag.

Inhaltsangabe:
Signa ist vom Tod berührt. Seit ihre Eltern gestorben sind, glauben ihre Verwandten, dass sie verflucht ist. Bis Signa eines Tages von ihrem Cousin in das wunderschöne Herrenhaus Thorn Grove eingeladen wird. Die rauschenden Bälle und eleganten Gäste faszinieren Signa, doch der Glanz verbirgt ein düsteres Geheimnis. Die Tochter des Hauses, Blythe, wurde vergiftet und der Täter steht der Familie näher als vermutet. Als der Tod dann höchstpersönlich erscheint, um Signa bei dem Rätsel zu helfen, weckt er in ihr verbotene Gefühle, die sie in einen dunklen Abgrund reißen könnten ... 

Meine Meinung:

Eigentlich lese ich ja kaum mehr YA Romane, und ich weiss gar nicht mehr, warum ich bei "Belladonna" eine Ausnahme gemacht und mich für ein Leseexemplar beworben habe. Vielleicht war es das schöne, ansprechende Cover. Vielleicht war es auch der Umstand, dass mir der Titel so oft auf diversen Buchcommunitys begegnet ist.

Doch beginnen wir zunächst beim Inhalt: Der Tod begleitet Protagonistin Signa bereits ihr Leben lang. Immer wieder sterben ihr nahestehende Personen, bis sie schliesslich bei ihrer Tante landet. Eines Tages berührt sie ihre Tante, die daraufhin verstirbt, sodass klar wird, dass Signa die magische Fähigkeit besitzt, andere Menschen durch ihre Berührung zu töten.
Kurze Zeit später wird Signa nach Thorn Grove eingeladen, wo sie sich während der gesamten restlichen Geschichte aufhalten wird. Dort lernt sie nicht nur verschiedene Leute kennen, sondern merkt sehr bald, dass Blythe, die Tochter des Hauses, von jemandem vergiftet wird. Und Signa macht es sich zur Aufgabe, Blythe zu schützen und herauszufinden, wer hinter all dem steckt.

Die Idee des Buches und die Auseinandersetzung mit dem Thema Tod fand ich ganz gut. Nur leider hat mich die Umsetzung nicht besonders vom Hocker gehauen, was zwei Gründe hatte: Zum einen war das Erzähltempo einfach unerträglich langsam. Nachdem Signa in Thorn Grove ankommt, passiert eigentlich fast gar nichts mehr, ausser unendlich vielen Gesprächen mit unterschiedlichen Personen. Der „Kriminalfall“ um Blythes Vergiftung klingt in der Theorie spannender, als es letztendlich war, denn es ist nicht so, als wäre wirklich Spannung aufgekommen oder als hätte man miträtseln können, wer denn hinter all dem steckt, weil man dafür einfach zu wenig Informationen hatte. Die Handlung plätschert vor sich hin und besteht immer wieder aus Begegnungen mit dem Tod, der im Buch nicht nur als Konzept, sondern tatsächlich als Person besteht.
Erst im letzten Viertel werden dann plötzlich alle Ereignisse auf einmal aufgedeckt, und es folgt eine nicht endend wollende Erklärung für all das, was in Thorn Grove vor sich geht. Die Mischung des Erzähltempos und Infodumpings fand ich sehr ungeschickt gewählt. Es fühlt sich so an, als wäre während 3/4 des Buches kaum etwas passiert und am Ende wird dann alles auf einmal aufgelöst, sodass man kaum mehr mitkommt.
Der zweite Grund, warum mich das Buch nicht umgehauen hat, ist der Umstand, dass das Buch eigentlich kaum Neues bietet, das nicht in x-facher Form im YA Genre schon einmal gelesen habe. Am meisten ist mir dabei der personifizierte Tod ins Auge gestochen, den ich zwar als Charakter mochte, aber die Idee dahinter und die Beziehung zwischen ihm und Signa hat mich schon sehr stark an eines meiner Lieblingsbücher erinnert: Das unsichtbare Leben der AddieLaRue von V.E. Schwab.
Aber auch sonst sind eigentlich alle Tropes im Buch enthalten, die man auch in allen anderen gängigen 0815 YA Fantasyroman-Reihen findet. Das muss nicht bedeuten, dass ein Buch schlecht ist, es hebt sich halt nur nicht von der Masse der restlichen Bücher aus dem Genre ab.

Neben all der Kritik gab es aber auch Aspekte, die mir gefallen haben. Zum einen waren das die Charaktere, die für einen YA Roman ganz gut ausgearbeitet wurden. Der Tod war dann tatsächlich der Charakter, der mir am besten gefallen hat.
Auch die Liebesgeschichte war schön zu lesen, selbst wenn sie sehr vorhersehbar war. Sie hat aber nicht den Hauptteil des Buches eingenommen, sondern verlief zart im Hintergrund, mit Szenen, die mir beim Lesen manchmal ein Bauchkribbeln verursacht haben. Der einzige Kritikpunkt dabei war eigentlich nur, dass es mir so auf den Zeiger geht, dass alle YA-Autorinnen scheinbar ein Faible dafür haben, dass die männlichen Love Interests ihre Angebetete immer mit Spitznamen ansprechen müssen, als wären die Frauen irgendwelche Haustiere. So war es auch hier der Fall, dass der Tod Signa immer "Vögelchen" genannt hat - warum, ist mir schleierhaft.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und konnte der Erzählung gut folgen. Auch die Sprecherin passt gut zum Alter der Charaktere und dem Genre.

Fazit:

Alles in allem ist Belladonna ein durchschnittlicher YA-Fantasyreihenauftakt. Wer neu in dem Genre ist, wird vermutlich Freude an dem Buch finden. Wer viel YA liest, wird hier jedoch wenig Neues finden, da nahezu alle gängigen Tropes des Genres enthalten sind. Dadurch hebt sich Belladonna leider kaum von der Masse an YA Fantasyromanen ab, wodurch es von mir durchschnittliche 3 Sterne erhält.
Die weiteren Teile werde ich nicht mehr lesen. Einerseits wirkt die Erzählung in sich abgeschlossen (bis auf den "Cliffhanger" eines neuen Kriminalfalles), andererseits konnte mich die Autorin nicht genügend "catchen", als dass ich unbedingt wissen müsste, wie es mit Signa weitergeht.
4 Kommentare
(© Thienemann-Esslinger Verlag)

Aristoteles und Dante springen in den Strudel des Lebens* (Aristoteles und Dante #2)
von Benjamin Alire Sáenz

Bewertung: ★★☆☆☆

YA Contemporary Fiction, 544 Seiten
Erscheinungsdatum: 24. Februar 2023
Verlag: Thienemann-Esslinger Verlag


*Digitales Rezensionsexemplar von Netgalley. Danke an den Verlag.

Inhaltsangabe:
Ari und Dante haben zueinander gefunden und ihre Gefühle füreinander sind stärker denn je. Nun beginnt das letzte Schuljahr, doch nicht nur der Abschluss und ihre Zukunftspläne beschäftigen die beiden. Im Mittelpunkt ihrer Gedanken steht ihre Beziehung: Hat ihre Liebe eine Zukunft? Die Jungs sind fest entschlossen, sich gemeinsam einen Weg in dieser Welt zu bahnen, die sie nicht zu verstehen scheint. Aber als Ari mit einem schockierenden Verlust konfrontiert wird, gerät er ins Strudeln ... (© Thienemann-Esslinger Verlag)

Meine Meinung:

Ich muss zugeben, als ich 2021 erfahren habe, dass der Autor eine Fortsetzung zu "Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums" geschrieben hat, war ich überrascht. Nicht nur, dass dieser zweite Band erst viele Jahre nach seinem Vorgänger publiziert wurde, auch inhaltlich hätte ich nicht mit einer Fortsetzung gerechnet, da die Handlung aus dem ersten Band eigentlich in sich abgeschlossen war.

In diesem zweiten Band geht die Erzählung rund um Aristoteles und Dante weiter. Nachdem Aristoteles am Ende des ersten Bandes (gefühlt als letzter in seiner Familie) entdeckt hat, dass er homosexuell ist und Gefühle für seinen besten Freund Dante hat, sind beide in diesem zweiten Band ein Paar. Doch obschon der Titel vermuten lässt, dass es um die Beziehung der beiden gehen wird (immerhin heisst die Reihe Aristoteles UND Dante), nimmt hauptsächlich Aristoteles und sein Leben den Hauptfokus dieser Fortsetzung ein, was ich sehr schade fand.
Zwar teilen Aristoteles und Dante zu Beginn einen romantischen Moment, aber dann hatte ich das Gefühl, dass Dante fast gänzlich im Hintergrund verschwindet und die Handlung sich viel mehr mit Aristoteles und seiner Familie beschäftigt. Zum einen gibt es eine Begegnung mit Aris Bruder, der aufgrund eines Hassverbrechens im Gefängnis sitzt und zum anderen erlebt Aristoteles einen überraschenden und schweren Verlust in seiner Familie, mit dem er schwer zu kämpfen hat.

Neben diesen beiden Ereignissen konnte mich die Erzählung aber nicht richtig packen und ich hatte den Eindruck, dass die Handlung stellenweise nichtssagend vor sich hin plätschert. Einige lieben die Bücher aufgrund des Schreibstils des Autors, der mit Metaphern und philosophischen Floskeln um sich wirft. Für mich war das aber leider oftmals bloss nichtssagendes Geschwafel, das der Geschichte nicht wirklich Tiefe verleiht und mit dem ich dementsprechend wenig anfangen konnte.

Das zentrale Element des Buches ist definitiv das Erwachsenwerden von Aristoteles und vielen Fragen, die damit einhergehen. Damit lernt man ihn etwas besser kennen, wobei die restlichen Charaktere daneben blass bleiben.
Was mich bei der Charakterisierung von Aristoteles (und auch Dante) gestört hat, war der Umstand, dass die beiden und ihr Verhalten so beschrieben wird, dass ich den Eindruck hatte, beide wären erst 13 Jahre alt und nicht bereits Teenager, die bald ins junge Erwachsenenalter übertreten. Aristoteles wirkt unglaublich naiv und stellt Fragen, die ich als sehr kindlich empfunden habe und für mich einfach nicht authentisch für einen Teenager gewirkt haben. Die Geschichte hätte vermutlich besser funktioniert, wenn die beiden Hauptcharaktere jünger gewesen wären.

Fazit:

Alles in allem hatte diese Fortsetzung nichts, bei dem ich sagen könnte: Dieser zweite Band hat die Welt gebraucht - im Gegenteil. Es gibt inzwischen so viele queere YA Romane, dass dieses Buch hier leider kaum unter der Masse hervorsticht. Für mich ist es eine unnötige Fortsetzung, die man nicht gelesen haben muss, da der erste Band der Reihe in sich abgeschlossen ist. 2 enttäuschte Sterne gibt es von mir.
2 Kommentare
(© Ullstein)

Die sieben Männer der Evelyn Hugo*
von Taylor Jenkins Reid

Bewertung: ★★★★★

Historical Fiction, 420 Seiten
Erscheinungsdatum: 13. März 2022
Verlag: Ullstein


*Digitales Rezensionsexemplar von Netgalley. Vielen Dank an den Verlag.

Inhaltsangabe:
Die einstige Hollywood-Filmikone Evelyn Hugo ist endlich bereit auszupacken und die Wahrheit über ihr schillerndes Leben und ihre skandalösen sieben Ehen zu erzählen. Sie fragt die Lokaljournalistin Monique Grant als Ghostwriterin an. Monique ist darüber mehr als erstaunt, schließlich hat sie seit Jahren keinen großen Artikel mehr geschrieben. Könnte das ihre Chance sein?

In ihrem luxuriösen Apartment über den Dächern Manhattans beginnt Evelyn Monique ihre Geschichte zu erzählen: vom Aufstieg in der Männerwelt Hollywoods, den goldenen Jahren der Filmbranche und einer geheimen großen Liebe, deren Scheitern der Preis für ihren Erfolg war. Als sich die Geschichte dem Ende nähert, begreift Monique schließlich, auf welch schmerzhafte Weise ihr Leben mit dem des Hollywoodstars verbunden ist ...

Meine Meinung:

Da gefühlt jedes Buch der Autorin aus den letzten Jahren auf Bestseller-Listen gelandet ist, bin ich auch dieses Mal aufgrund der Hypes auf die Geschichte von Evelyn Hugo aufmerksam geworden. Ich muss jedoch zugeben, dass ich bei Büchern, die solche Begeisterungsstürme auslösen, inzwischen etwas skeptisch geworden bin, denn oftmals können sie meine Erwartungen dann doch nicht erfüllen. "Die sieben Männer der Evelyn Hugo" gehört aber glücklicherweise nicht dazu - denn das Buch hat den Hype absolut verdient!

Der Titel selbst hat mich ehrlicherweise nicht direkt angesprochen, denn ich wusste nicht so recht, was ich von einem Plot halten sollte, in der die Protagonistin ganze siebenmal verheiratet gewesen ist. Diese Frage scheinen sich auch die Menschen im Buch zu stellen, denn die Geschichte beginnt damit, dass die inzwischen gealterte Hollywood-Ikone Evelyn Hugo sich bereiterklärt, ihre Memoiren schreiben zu lassen. Und dazu hat sie Monique Grant, eine Journalistin für eine Zeitschrift, auserwählt. Obwohl sich Evelyn zu Beginn noch etwas zurückhaltend zeigt, gelingt es Monique tatsächlich nach und nach Evelyns wahre Lebensgeschichte zu entlocken - und das alles ausgelöst durch die Frage, wer denn nun eigentlich Hugos wahre, grosse Liebe gewesen ist - denn Anwärter dafür gab es ja viele. Und Evelyn sorgt mit der Beantwortung der Frage für eine ganz grosse Überraschung, denn ihre wahre Liebe war keiner ihrer sieben Verflossenen...

Ich muss gestehen, dass ich trotz meiner anfänglichen Skepsis unerwartet schnell in den Sog der Geschichte geraten bin und ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. TJR hat einen unglaublich einnehmenden Schreibstil, der wieder einmal dafür gesorgt hat, dass ich sprichwörtlich durch die Seiten geflogen bin. Es gelingt der Autorin wahnsinnig gut, die Gefühle der Protagonistin im Laufe ihrer vielen Lebensstationen in Worte zu verpacken und sie an uns Leser:innen zu übermitteln, sodass ich sehr mit Evelyn Hugo und den Nebencharakteren, die ebenfalls wichtige Rollen in ihrem Leben eingenommen haben, mitgefühlt, mitgefiebert und mitgelitten habe.
Mit Evelyn Hugo als Protagonistin hat die Autorin ausserdem einen äussert vielschichtigen Charakter geschaffen, der alles andere als perfekt war - und dessen ist sich Hugo selbst auch durchaus bewusst. Sie wird im Buch nicht müde zu betonen, dass sie einige Schwächen hat, die manchmal zu Entscheidungen geführt haben, die folgenschwere Konsequenzen nach sich getragen haben. Und trotzdem würde sie es noch einmal ganz genauso machen. Und genau das hat Hugo in meinen Augen sehr sympathisch und authentisch gemacht.
Zu den Nebencharakteren kann ich dieses Mal leider nicht viele Worte verlieren, ohne zu spoilern, aber auch dort gab es einige Personen, mit denen ich sehr mitgefühlt habe.
Evelyn Hugos Leben war von vielen Auf und Abs geprägt - und das macht ihre Geschichte unglaublich emotional, fesselnd und bewundernswert.

Auch das Ende hält noch einmal einige Überraschungen bereit. Während sich eine Enthüllung durch das aufmerksame Lesen bereits erahnen liess, hat mich die Offenbarung über den Grund, warum Hugo Monique Grant als Ghostwriterin ausgewählt hat, komplett überrascht. Und nicht nur das, es gelingt der Autorin dadurch auch, zwei Handlungsstränge zusammenzufügen, die zu einem zufriedenstellenden, abgerundeten Ende führen, was einmal mehr Begeisterung für das Buch bei mir ausgelöst hat.

Fazit:

"Die sieben Männer der Evelyn Hugo" ist ein weiterer Bestseller, der von Taylor Jenkins Reid geschrieben wurde und das Leben einer inzwischen gealterten Hollywood-Ikone erzählt. Als Leser:in kann man Hugo bei ihrem Rückblick auf ihr Leben begleiten, das nicht nur von sieben Ehen, sondern auch von vielen Auf und Abs geprägt gewesen war. Die Geschichte wird dabei so einnehmend, emotional und fesselnd erzählt, dass ich das Buch sehr schnell nicht mehr aus der Hand legen konnte. Wer eine Geschichte zum Weinen, Lachen, Mitfühlen und Mitleiden sucht, ist hier genau richtig. Das Buch ist definitiv mein erstes Jahreshighlight in diesem Jahr, das ich nur wärmstens weiterempfehlen kann!
8 Kommentare
(© Der Audio Verlag)

Zeitsplitter - Die Jägerin*
von Terrill Cristin
Gelesen von  Britta Steffenhagen & Jodie Ahlborn 

Bewertung: ★★★☆☆

YA Science Fiction, Audiobook 
Spieldauer:  6 Stunden 15 Minuten
Erscheinungsdatum: 13. Februar 2014

Verlag: Der Audio Verlag

* Gehört auf audioteka.com/de [Werbung]. Das erste Hörbuch ist gratis.

Inhaltsangabe:
Em ist seit Monaten in eine winzige Zelle gesperrt und rechnet fast täglich mit dem Tod. Ihr bleibt allein die geheime Kommunikation mit Finn, den sie liebt und der im Nebenraum eingekerkert ist. Marina dagegen hat alles: Sie ist reich, hat viele Freunde und ist verliebt in einen aufstrebenden Physiker. Vier Jahre liegen zwischen den beiden jungen Frauen, und doch sind sie dieselbe Person. Als in Ems Zeit eine Möglichkeit entdeckt wird, in die Vergangenheit zu reisen, geht sie vier Jahre zurück. Ihre Aufgabe: Sie muss den Mann töten, den Marina über alles liebt - um zu verhindern, dass dieser ihr Zuhause und die Zukunft der gesamten Menschheit zerstört.

Meine Meinung:

Dieses Buch lag schon seit Jahren auf meinem SuB und ich weiss ehrlich gesagt auch gar nicht mehr, wie es ursprünglich darauf gelandet ist. Als ich gesehen habe, dass es eine Hörbuchversion gibt, war es die Gelegenheit, das Buch endlich vom SuB zu befreien.

Ich habe mich vorgängig fast gar nicht mit dem Inhalt auseinandergesetzt und mich einfach von der Handlung überraschen lassen. Der Einstieg in das Hörbuch hat mir sehr gut gefallen und mich direkt gepackt: Wir lernen Em kennen, wie sie in einer Zelle eingesperrt ist, ohne dass man genau weiss, was vorgefallen ist. Es gelingt ihr, gemeinsam mit ihrem Zellennachbarn Finn, zu flüchten, um kurze Zeit eine Zeitreise in die Vergangenheit zu machen. Und die beiden haben dabei nur ein Ziel: Zu verhindern, dass das Zeitreisen jemals ermöglicht wird, um so die düstere Zukunft abzuwenden, in der Em und Finn leben. Doch um das zu erreichen, müssen sie einen Mord begehen. Und das Opfer ist ausgerechnet Ems Ex-Freund James, der scheinbar der Bösewicht hinter dem Ganzen ist.

Diese Ausgangslage hat mir wirklich gut gefallen, denn der Autorin ist es damit gelungen, meine Neugier zu wecken. Gerade, weil man zu Beginn noch relativ wenig über die düstere Zukunft weiss und wie es dazu gekommen ist, wollte ich unbedingt herausfinden wie Em und Finn dort gelandet sind, wo wir sie zu Beginn des Buches antreffen.
Doch bevor man mehr darüber erfährt, wird die Zeit wortwörtlich zurückgedreht und wir lernen erst einmal Marina kennen - Ems früheres Ich, das vier Jahre jünger ist als sie. Die Kapitel werden jeweils abwechselnd aus Sicht der beiden Ichs erzählt, wobei mir Ems Erzählstrang deutlich besser gefallen hat. Marinas Kapitel waren Umschreibungen eines typischen Teenageralltags, die erklären sollen, wie sie damals mit James zusammengekommen ist. Das ist schön und gut, nur hatte ich Mühe Marina und Em als ein und dieselbe Person zu sehen, denn die beiden waren so grundverschieden, dass ich ständig das Gefühl hatte, es mit zwei komplett unterschiedlichen Charakteren zu tun zu haben. Ich kann zwar zum Teil nachvollziehen, dass das vermutlich auch die Intention der Autorin gewesen war, da in den vier Jahren viel passiert, das Ems Charakter und ihre Denkweise verändert hat. Für mich war dieser Wandel aber trotzdem zu extrem und mir haben wenigstens subtile Gemeinsamkeiten zwischen Em und Marina gefehlt, da es sich schliesslich immer noch um ein und dieselbe Person gehandelt hat. Wäre der Zeitabstand grösser gewesen und zwischen den beiden Ichs vielleicht mehr als zehn Jahre gelegen (und Em damit deutlich älter gewesen, als Marina), dann hätte ich diesen riesigen Unterschied eher nachvollziehen können, aber vier Jahre waren für mich nicht glaubhaft, um diesen Wandel zu erklären. Erschwerend kam bei der Hörbuchversion hinzu, dass die beiden Perspektiven von zwei verschiedenen Sprecherinnen erzählt wurden. Das war zwar einerseits hilfreich für das Verständnis, aus wessen Sicht die Handlung gerade erzählt wird, andererseits hat es dazu geführt, dass die wahrgenommene Diskrepanz zwischen Em und Marina ungünstig verstärkt wurde.

Die Handlung an und für sich konnte letztendlich meine Erwartungen nach dem spannenden Einstieg nicht ganz erfüllen. Statt eines packenden Sci-Fi Zeitreiseromans, stand viel mehr Teeniedrama im Vordergrund, das mich nur mässig interessiert hat. Leider hat das so viel Raum eingenommen, dass viele Fragen ungeklärt geblieben sind. Ich hatte bis zuletzt gehofft, dass man mehr über die düstere Zukunft erfährt, von der Em und Finn ständig sprechen, sowie auch ein besseres Verständnis dafür, wie aus James der bösartige Doktor geworden ist, der er in der Zukunft ist. Man wird jedoch als Leser:in nahezu völlig im Dunkeln gelassen, welche Entwicklung James durchmacht und muss es schliesslich einfach als gegeben hinnehmen, dass er nun der Bösewicht ist, ohne seine Motive wirklich nachvollziehen zu können.

Aufgrund des deutschen Titels - insbesondere der Ergänzung eines Untertitels - habe ich leider fälschlicherweise angenommen, dass es sich um eine Reihe handelt und bin deshalb die ganze Zeit davon ausgegangen, dass wir vielleicht in den Fortsetzungen noch mehr über die Zukunft und James Beweggründe erfahren. Ihr könnt euch vorstellen, wie überrascht und enttäuscht ich gewesen war, als ich am Ende festgestellt habe, dass es sich doch nur um ein Einzelband handelt. Für diese falsche Annahme meinerseits kann natürlich niemand etwas, es hat mir aber noch einmal vor Augen geführt, dass die Autorin zu viel Potenzial für Teeniedrama verschenkt hat, und das Zeitreisen und die düstere Zukunft eine viel zu kleine Rolle eingenommen haben. Mit einem anderen Fokus (vor allem auf die Entwicklung der einzelnen Charaktere und die angedeutete unheilvolle Zukunft) hätte das Buch zu einem 5-Sterne Buch werden können. So war es aber dann doch nur ein eher durchschnittlicher Young Adult Roman, der kaum aus der Masse der Bücher dieses Genres heraussticht.

Fazit:

"Zeitsplitter" beginnt sehr packend in einer düsteren Zukunft und dreht dann mittels Zeitreise die Zeit zurück, um aufzuzeigen, wie die Protagonisten dieses Buches in der Situation aus der Zukunft gelandet sind. Der Einstieg hat mich direkt neugierig gemacht, doch statt eines spannenden Sci-Fi Zeitreiseromans, verliert sich der Plot leider in einem Teenagerdrama und nutzt nicht annähernd das Potenzial, dass die anfängliche Ausgangslage geboten hätte. Für mich sind leider zu viele Fragen ungeklärt geblieben, so dass ich abschliessend nur durchschnittliche 3 Sterne vergeben kann.
4 Kommentare
(© dtv)

Crescent City - Wenn das Dunkel erwacht (Crescent City #1)
von Sarah J. Maas

Bewertung: ★★★☆☆

Adult Urban Fantasy, 926 Seiten
Erscheinungsdatum: 18. September 2020
Verlag: dtv


*Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den dtv Verlag.

Inhaltsangabe:
Magie, Musik – und tödliche Gefahren: Die junge Bryce Quinlan, Halb-Fae und Halb-Mensch, geniesst jedes Vergnügen, das Crescent Citys Nächte zu bieten haben.
Eines Tages wird jedoch jemand auf brutale Weise ermordet, und als die Mordserie selbst dann nicht aufhört, nachdem der vermeintliche Tatverdächtige festgenommen wurde, wird Bryce dazu gedrängt, gemeinsam mit Hunt Athalar - einem gefallenen Engel - heimliche Ermittlungen zu dem Fall anzustellen, um den:die wahren Mörder:in ausfindig zu machen.
Während die beiden der Spur des Dämons tief in die Unterwelt der Stadt folgen, entdecken sie eine bösartige Macht, die ganz Crescent City in Schutt und Asche legen könnte … 

Meine Meinung:

Seitdem mich SJM mit ihrer "A Court of Thorns and Roses" Reihe umgehauen hat, bin immer sehr gespannt darauf, was sie als Nächstes aus dem Hut zaubert. Crescent City hat mich also allein deshalb neugierig gemacht, weil es aus ihrer Feder stammt, aber natürlich auch, weil das Buch in der englischsprachigen Lesecommunity einen so grossen Hype erfahren hat. Ich muss aber trotz meiner Neugierde zugeben, dass für mich die über 900 Seiten etwas abschreckend gewirkt haben. Ich lese normalerweise lieber Bücher, die nur halb so dick sind, da die meisten Wälzer doch stellenweise sehr langgezogen wirken können.

Bevor ich näher auf den Inhalt eingehe, kurz eine Warnung vorweg: Lest euch bitte NICHT den offiziellen Klappentext des Buches durch, denn ich habe diesen Fehler begangen und darin wird der Inhalt der ersten 150 Seiten gespoilert, was mich sehr geärgert hat. Ihr findet hier im Blogbeitrag deshalb eine von mir angepasste Inhaltsangabe, die keinen direkten Spoiler enthält.

Der Einstieg in das Buch ist mir alles andere als leicht gefallen, denn in Crescent City wandelt nahezu jedes übernatürliche Wesen, dass das (Urban) Fantasy Genre zu bieten hat. Von Fae, bis hin zu Engeln, Wölfen und Dämonen, ist alles zu finden. Die ersten 150 Seiten haben sich deshalb hauptsächlich auf ein Infodumping zum Worldbuilding fokussiert und auch auf die Einführung zahlreicher (Neben-)Charaktere, die allesamt namentlich erwähnt werden. Ich war also dementsprechend überfordert und hatte die Befürchtung, dass ich nie verstehen werde, worum es eigentlich geht oder wer eigentlich wer ist - aber ab ca. Seite 200 habe ich dann gemerkt, dass das auch gar nicht nötig ist.

Wichtig ist es vor allem Protagonistin Bryce zu kennen, die die Hauptrolle im Buch einnimmt. Sie ist selbst eine Halb-Fae und macht sich mit Hunt, einem weiteren Protagonisten und Engel, auf die Suche nach einem Bösewicht, der in Crescent City sein Unwesen treibt und Bewohner:innen tötet. Als Leser:in begleitet man sie bei dieser Ermittlung und lernt so die Welt besser kennen. Mein Problem dabei war aber, dass ich Bryce leider total unsympathisch und auch unglaubwürdig gefunden habe. SJM will aus Bryce einen Badass-Charakter machen - eine Frau, die sich allein durchs Leben schlägt und nicht die Hilfe von Männern braucht, um zu überleben. Und obwohl ich eine solche starke Protagonistin für sehr lobenswert halte, hat es die Autorin bei Bryce meiner Meinung nach übertrieben. Bryce ist nicht auf den Mund gefallen, tobt sich sexuell aus und die Männer liegen ihr scharenweise zu Füssen. Sie muss gar nichts machen, ausser den Typen einen Blick zuzuwerfen und schwups, hat sie mit jedem noch so heissen Typen Sex, ohne dass sie irgendetwas dafür tun muss. Und als wäre das nicht genug, scheint sie auch noch eine Special Snowflake und Mary Sue zu sein, die über super special Fähigkeiten verfügt, die über die anderen Wesen hinausgehen und die noch dazu alles perfekt beherrscht: Vom Sex bis hin zur Zielsicherheit bei Waffen. Es gibt nichts, das Bryce nicht kann. Und das fand ich einfach total lächerlich. 
Was ich aber dennoch positiv erwähnen muss, ist, dass Bryce doch eine kleine Charakterentwicklung durchmacht, die man vermutlich vor allem Hunts gutem Einfluss zu verdanken hat. Im Laufe der Handlung weicht Bryce ein wenig auf und man kann auch die eine oder andere sympathischere Seite an ihr entdecken, aber mein Lieblingscharakter wird sie wohl trotzdem nie werden. Und das hat es natürlich nicht gerade einfacher gemacht, den Plot, der sich hauptsächlich auf sie fokussiert, toll zu finden.
Demgegenüber fand ich aber Hunt wiederum sehr sympathisch und deutlich vielschichtiger ausgearbeitet, wobei auch immer Bezug auf Erlebnisse in seiner Vergangenheit gemacht wurden, die als Erklärungsmodell für sein Verhalten in der Gegenwart dienen, was ihn als Charakter sehr glaubhaft gemacht hat.
Auf die restlichen Charaktere kann und möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen, da dies der Rahmen sprengen würde. Es gibt aber eine Menge Charaktere, die ebenfalls sehr ausführlich erwähnt und ausgearbeitet wurden und wohl auch der Hauptgrund sind, warum das Buch letztendlich so dick geworden ist, denn SJM wollte scheinbar jedem Charakter gerecht werden (was ihr mehr oder weniger auch gelungen ist).

Zur Handlung selbst kann ich sagen, dass sich meine Befürchtung was die Seitenanzahl angeht, nur zum Teil bewahrheitet hat. Ja, man muss wirklich viel Geduld und einen langen Atem mitbringen, wenn man das Buch liest, denn so richtig spannend wird es erst ab ca. 600 Seiten, als allmählich aufgedeckt wird, wer oder was eigentlich hinter dem Ganzen ominösen Geschehen in Crescent City steckt. Die vorherigen Seiten hätten aus meiner Sicht gekürzt werden können, da ich den Eindruck hatte, dass es viele "Filler-Szenen" gab, ohne die die Handlung genauso gut funktioniert hätte. Gleichzeitig habe ich das Buch aber trotzdem nie als langatmig oder zäh empfunden, so dass es auch nicht so ist, dass man sich durch viele Seiten quälen muss, bis es erst richtig spannend wird. Ich denke aber trotzdem, dass SJM sich ein bisschen übernommen hat und die Story auch mit weniger Charakteren und Wesen etwas spannender erzählt hätte werden können.

Der Schlussteil belohnt den Durchhaltewillen aber tatsächlich und ich muss gestehen, dass mich die Auflösung wirklich überraschen konnte. Leider hat mir das, was nach der Auflösung noch alles passiert, wiederum weniger gut gefallen, denn vieles hat ein bisschen klischeehaft gewirkt und einiges war mir schlichtweg auch zu kitschig. Ich hätte es besser gefunden, wenn das Buch ein düstereres Ende gefunden hätte. Aber das ist letztendlich Geschmackssache.

Der Schreibstil der Autorin kann wie gewohnt überzeugen. Was ich aber ganz schrecklich gefunden habe, waren die ganzen sexuellen Andeutungen und Szenen. Einerseits hat mich das Niveau dieser Szenen wirklich zum Fremdschämen gebracht, weil es teilweise Groschenroman-Niveau hatte, andererseits hat sich dieser ganze Sextalk nicht sehr gut in die restliche Handlung eingefügt. Ich hatte den Eindruck, dass die ständige Erwähnung von Sex lediglich von der Autorin dazu genutzt wurde, zu verdeutlichen, dass es sich bei dem Buch um einen Fantasyroman für Erwachsene handelt. Aber wirklich Substanz haben sie der Handlung nicht gegeben - im Gegenteil. In meinen Augen waren die Szenen absolut unnötig.

Fazit:

"Wenn das Dunkel erwacht" ist der Reihenauftakt zu Sarah J. Maas neuer "Crescent City"-Reihe, der auf über 900 Seiten in ein sehr umfangreiches Worldbuilding mit nahezu allen übernatürlichen Wesen entführt, die das (Urban) Fantasy Genre zu bieten hat. Im Fokus steht ein Kriminalfall, den es aufzulösen gibt. Man muss dafür als Leser:in allerdings einen langen Atem mitbringen, denn richtig spannend wird das Buch erst im letzten Drittel, bei dem man aber schliesslich mit einer überraschenden Auflösung belohnt wird. Obwohl ich das Buch nicht als langatmig empfunden habe, hätte es aus meiner Sicht trotzdem um viele Seiten gekürzt werden können. Fürs einmal Lesen fand ich es aber okay, auch wenn ich vermutlich kein zweites Mal zum Buch greifen würde. Insgesamt vergebe ich deshalb 3,5 Sterne und eine Leseempfehlung für diejenigen, die auf Kriminalfälle mit übernatürlichen Wesen stehen.
6 Kommentare
(© Viking Books for Young Readers)

If I'm Being Honest
von Emily Wibberley & Austin Siegemund-Broka

Bewertung: ★★★★★

YA Contemporary, 370 Seiten
Erscheinungsdatum: 23. April 2019
Verlag: Viking Books for Young Readers 



Inhalt:
Obwohl Cameron Bright zu den beliebtesten Schülerinnen an einer privaten Highschool in Los Angeles gehört, lässt sich ihr Ruf mit einem Wort zusammenfassen: Bitch. Grund dafür ist ihre brutale Ehrlichkeit. Doch trotz ihrer Popularität gelingt es ihr nicht, ihren Schwarm Andrew für sich zu gewinnen - noch viel schlimmer: Durch ein Missgeschick bringt sie ihn sogar gegen sich auf. Um ihren Fehler rückgängig zu machen, beschliesst Cameron sich zu "zähmen", analog zur widerspenstigen Katherine aus Shakespeares Stück "Der Widerspenstigen Zähmung", das sie gerade für die Schule lesen muss. Camerons Ziel ist es, bei allen, denen sie jemals Unrecht getan hat, Wiedergutmachung zu leisten, um so Andrew wieder für sich gewinnen zu können. Ihre Entschuldigungstour beginnt bei Brendan, dem Jungen, dessen gesellschaftliches Leben sie im Alleingang zerstört hat. Anfangs verzeiht Brendan ihr nicht so schnell, doch ein Computerspiel sorgt schliesslich dafür, dass sie sich immer besser verstehen. Zu Camerons Erstaunen geniesst sie es sogar, mit Brendan zusammen zu sein; er schätzt ihre Ehrlichkeit auf eine Art und Weise, wie es Andrew nie getan hat, und sie fragt sich: Vielleicht sollte man für die Art von Liebe, die man verdient, nicht kompromittieren müssen, wer man ist.

Meine Meinung:

Dieses Buch war das erste, das ich für meine "4*+ Rating Challenge" gelesen habe und es hat sich direkt als Volltreffer entpuppt. Die Story wird als eine Mischung zwischen "Mean Girls" und "Der Widerspenstigen Zähmung" von Shakespeare bezeichnet, wobei die meisten Rezensent*innen eher eine Ähnlichkeit zu "10 Dinge, die ich an dir hasse" sehen. So oder so, konnte das Autorenduo mich mit der Handlung absolut für sich gewinnen.

Im Fokus der Geschichte steht die Highschool Schülerin Cameron Bright, die aus meiner Sicht in der Inhaltsangabe unsympathischer dargestellt wird, als sie es eigentlich ist. Cameron ist zwar brutal ehrlich, hat aber auch eine sehr liebenswerte Seite, die vor allem ihre besten Freundinnen zu Gesicht bekommen. Ihre Ehrlichkeit ist per se eigentlich nichts Schlechtes, führt aber dazu, dass sie Paige, ein Mädchen aus ihrer Schule, beleidigt, die ausgerechnet mit ihrem Schwarm Andrew befreundet ist. Andrew geht daraufhin verständlicherweise auf Distanz, weshalb Cameron sich entschliesst, Wiedergutmachung zu leisten. Anfangen will sie damit bei Paige, doch die gibt ihr unmissverständlich zu verstehen, dass sie nicht gewillt ist, ihr zu verzeihen. Cameron will es deshalb auf Umwegen versuchen, indem sie Paiges Bruder Brendan zu mehr Beliebtheit an der Schule verhilft. Brendan ist ein nerdiger Einzelgänger, der ausgerechnet aufgrund von Cameron seit einigen Jahren zu den Aussenseitern gehört. Sie war es nämlich, die ihm einen fiesen Spitznamen verpasst hatte, der ihn zur Lachnummer der ganzen Schule gemacht hat. Und genau das will sie nun wieder gut machen. Obwohl sich Brendan anfangs noch abweisend zeigt, gelingt es Cameron, einen Draht zu ihm zu finden, als sie sich für ein Computerspiel interessiert, das Brendan programmiert. Während die beiden immer mehr Zeit miteinander verbringen, muss Cameron feststellen, dass Brendan ganz anders ist, als sie es sich vorgestellt hätte. Und aus einer ursprünglichen Wiedergutmachung entwickelt sich schliesslich mehr...

Natürlich darf man bei einem Young Adult Contemporary Roman nicht mit einem literarischen Meisterwerk rechnen, das vor Tiefgründigkeit nur so strotzt, aber hier wird eine wirklich unterhaltsame Jugendbuchgeschichte erzählt, die ich kaum mehr aus der Hand legen konnte. Der Schreibstil ist sehr flüssig und angenehm und lässt die Seiten beim Lesen nur so dahin fliegen.
Was mich sehr positiv überrascht hat, waren die vielen Nebencharaktere, die alles andere als eindimensional waren. Jeder Charakter bekommt seine Eigenheiten, Stärken und Schwächen und hat damit einen individuellen Wiedererkennungswert. Schön fand ich auch, dass sich die Autoren bei ihren Charakteren nicht an 0815 Klischees bedienen, was man zum Beispiel an Cameron und ihren besten Freundinnen sieht (wovon die eine eine Youtube Make-Up Artistin mit Millionen von Followern ist und die andere eine aufstrebende Hollywoodschauspielerin), die zu den beliebtesten Schülerinnen gehören. Alle drei sind nicht die typischen arroganten Oberzicken, die man in vielen anderen Young Adult Romanen antrifft, sondern sind trotz ihrer Beliebtheit und ihres Erfolgs bodenständig geblieben. Obwohl alle Charaktere ihre Fehler und Schwächen haben, gab es keinen einzigen, den ich nicht in mein Herz geschlossen habe.

Besonders an diesem Buch ist auch der Bezug zu Shakespeares Werk "Der Widerspenstigen Zähmung". Ich kannte dieses Theaterstück bislang nicht, doch im Buch wird immer wieder Bezug darauf genommen und die notwendigen Hintergrundinformationen geliefert, indem Cameron das Theaterstück in der Schule mit ihren Mitschüler*innen im Unterricht diskutiert. Dieses Werk ist es auch, das Cameron dazu inspiriert, sich verändern zu wollen und Wiedergutmachung zu leisten. Damit ist das Buch eine Art moderne Nacherzählung des Shakespeare-Klassikers.

Fazit:

"If I'm Being Honest" ist eine unterhaltsame, liebenswerte Young Adult Contemporary Geschichte aus der Feder eines verheirateten Autorenduos. Es handelt sich dabei um eine moderne und lose Nacherzählung eines Shakespeare-Stückes, das sich die Protagonistin zum Vorbild nimmt, um Wiedergutmachung zu leisten. Das Buch handelt von Familie, Freundschaft, Liebe und Veränderung und hat mir einige tolle Lesestunden beschert. Die Geschichte kann ich besonders Fans von "Cinder & Ella" und "10 Dinge, dich ich an dir hasse" empfehlen. Von mir gibt es für dieses zauberhafte Buch volle 5 Sterne.
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(© mtb)

Dunkelglanz - Obsession*
von Jennifer L. Armentrout

Bewertung: ★☆☆☆☆

Paranormal, 320 Seiten
Erscheinungsdatum: 31. Januar 2020
Verlag: MIRA Taschenbuch


*Danke für das digitale Rezensionsexemplar von Netgalley.

Inhaltsangabe:
Er ist ein Arum. Geboren, um zu töten. Im Auftrag der Regierung macht Hunter Jagd auf die Bösen. Diesmal erhält der attraktive Alien allerdings einen außergewöhnlichen Auftrag: Er soll nicht Serenas Leben nehmen, sondern schützen. Die junge Frau wird von Hunters Feinden, den Lux, bedroht, da sie denken, dass Serena im Besitz von brisanten Informationen ist. Aber nicht nur seine neue Rolle als Bodyguard verwirrt Hunter, denn mit jedem Tag fühlt er sich mehr zu Serena hingezogen. Doch er darf sich keine Ablenkung erlauben, wenn er Serena nicht verlieren möchte … (© mtb)

Meine Meinung:

So langsam bekomme ich das Gefühl, dass ich meine früheren Rezensionen zu JLAs Büchern bei jedem ihrer Neuerscheinungen kopieren könnte. Und das liegt vermutlich daran, dass sich jede ihrer Geschichten wie ein Abklatsch eines ihrer anderen Bücher anfühlt.  Wobei ich hier die Autorin noch soweit in Schutz nehmen kann, das dieses Buch im Englischen bereits 2013 erschienen ist, was man der Qualität des Buches leider auch anmerkt. Und trotzdem habe ich es satt, jedes Mal die immer gleiche Geschichte lesen zu müssen. Und das war leider auch bei Dunkelglanz wieder der Fall.

Das Buch spielt im Lux-Universum, in dem auch Armentrouts berühmte Obsidian-Reihe spielt und erzählt die Geschichte von Serena und Hunter. Serena ist ein Mensch, der beobachten muss, wie ihre beste Freundin von Leuchtwesen umgebracht wird. Nach diesem Vorfall trifft sie auf Hunter, der als Arum nichts anderes als ein Alien ist. Hunter macht es sich zur Aufgabe, Serena vor den Lux zu schützen, die sich nach dem Vorfall auf die Suche nach ihr gemacht haben, um sie "zum Verschwinden zu bringen", damit das Geheimnis um ihr wahres Wesen bewahrt wird. In dieser turbulenten Zeit kommt es schliesslich noch dazu, dass Hunter und Serena sich näher kommen...

Ja, was soll ich sagen. Die Story war so platt und vorhersehbar, dass sie sich eher als Fanfiction geeignet hätte, anstatt einem eigenständigen Buch. Der Geschichte fehlt es an jeglicher Tiefe und Spannung, denn es passiert auf diesen 320 Seiten gefühlt gar nichts, bis auf ein paar langweilige Sexszenen, die durch den peinlichen Dirty Talk der beiden Protagonisten ein solches Fremdschäm-Potenzial hatten, dass ich sie überspringen musste. Dass es sich um eine konstruierte Insta-Liebe handelt, muss wohl nicht erwähnen. Die Gefühle zwischen den beiden waren für mich die ganze Zeit über nicht spürbar, dafür musste ich so oft lesen, wie Hunters Genital "bretthart" ist, dass ich am liebsten laut los geschrien hätte. Das hatte schon fast Groschenroman-Niveau.
Positiv fand ich nur, dass Hunter mal nicht der typische Bad-Boy war, aber trotzdem fehlte es sowohl ihm, als auch Serena an Tiefgang. Beide Protagonisten blieben für mich bis zuletzt so blass, dass sie durch jeden anderen x-beliebigen Charakter hätten ausgetauscht werden können. Sie hatten für mich keinerlei Wiedererkennungspotenzial.

Zuletzt muss ich auch noch eine kritische Stelle anmerken, die auch im englischen Original bei vielen Leser*innen sauer aufgestossen ist - und sie wurde ausgerechnet von einer Frau geschrieben! Es folgt ein klitzekleiner Spoiler! Und zwar geht es um die Szene, in der Serena schläft und Hunter in ihr Zimmer kommt und ihre Brust streichelt, WÄHREND SIE SCHLÄFT! Das ist nicht nur ein sexueller Übergriff, da Serena ja offensichtlich nicht ihr Einverständnis dafür gegeben hat, sondern insgesamt auch einfach creepy - und JLA will dies noch tatsächlich als sexy verkaufen.
Nein. Einfach nein. Spätestens seit #metoo ein absolutes No-Go.

Das ist jetzt eine sehr harte Kritik und wenn ich nicht schon so viele Bücher der Autorin gelesen hätte (die einst zu meinen Lieblingsautorinnen gezählt hat!), dann wäre meine Bewertung sicher wohlwollender ausgefallen. Aber ich kann diese immer selbe Geschichte ohne jegliche Substanz einfach nicht mehr lesen. Und das ist schade, denn der Schreibstil der Autorin finde ich wirklich sehr gut und liest sich jedes Mal sehr flüssig. Nur reicht das nicht, wenn der Plot dahinter nicht überzeugen kann.

Fazit:

Leider konnte mich "Dunkelglanz - Obsession", wie schon viele andere Bücher der Autorin, nicht überzeugen. Die Story ist platt und vorhersehbar und bietet im Vergleich zu JLAs anderen Büchern nicht wirklich etwas Neues. Es wird die immer selbe Geschichte erzählt, die ich einfach nicht mehr lesen kann. Hinzu kommen peinliche Sexszenen, inklusive einer sehr fragwürdigen Szene, die eigentlich als sexueller Übergriff zu werten ist, hier aber als "sexy" verkauft wird. Das Buch liest sich eher wie eine schlechte Fanfiction. Für mich eine weitere Enttäuschung, die dazu geführt hat, Armentrout von der Liste meiner Lieblingsautorinnen zu streichen. Dieses Buch hat in meinen Augen leider nicht mehr als einen Stern verdient.
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(© Lübbe Audio)

Wenn Donner und Licht sich berühren
von Brittainy C. Cherry
Gelesen von Yesim Meisheit & Nicolás Artajo

Bewertung: ★★☆☆☆

NA Romance, Audiobook 
Spieldauer: 9 Stunden und 6 Minuten
Erscheinungsdatum: 29. Mai 2019
Verlag: Lübbe Audio


Inhaltsangabe:
Sich in Jasmine Green zu verlieben, fühlte sich an wie ein warmer Sommerregen. Leicht und unbeschreiblich schön. Als wir uns nach all den Jahren wiedersahen, war alles anders. Alles zwischen uns fühlte sich an, wie der düsterste Sturm.

Elliot und Jazz könnten unterschiedlicher nicht sein. Eigentlich passen sie nicht zusammen, doch was sie verbindet ist Musik - und ihre Einsamkeit. Mit Jazz fühlt sich das Leben für Elliot das erste Mal unbeschwert und leicht an. Doch ausgerechnet dann, als Elliot Jazz am meisten braucht, ist sie plötzlich verschwunden. Als sie sich Jahre später in New Orleans wieder begegnen, hat Jazz sich verändert. Genau wie Elliot. Das Leben hat sie härter gemacht. Eiskalt. Doch die zerbrochenen Scherben ihrer Seelen erkennen noch immer die Traurigkeit des anderen - und die Liebe zueinander. Und Elliot weiß, dass er seinen Fehler nicht noch einmal machen wird, dass er Jazz diesmal nicht mehr gehen lassen wird! (© Lübbe Audio)

Meine Meinung:

Bei diesem Buch war ihr zu Beginn etwas verwirrt, denn obwohl es als New Adult eingeordnet wird (und auch das Cover im typischen New Adult Stil ist), liest sich ein Grossteil der Geschichte eher wie ein Jugendbuch.

Zu Beginn des Buches lernen wir die Protagonistin Jazz kennen, die ihre Mutter nach einem Umzug endlich dazu überreden konnte, vom Heimunterricht in eine öffentliche High School wechseln zu dürfen. Dort angekommen, trifft sie auf den schüchternen und stotternden Aussenseiter Elliott, der von seinen Mitschülern gemobbt wird. Jazz macht es sich zur Aufgabe, für Elliott einzustehen und lernt ihn näher kennen, bis sich die beiden - wer hätte es gedacht - ineinander verlieben. Die beiden können ihre Jugendliebe allerdings nur für eine Weile geniessen, denn ungefähr in der Mitte des Buches entschliesst sich Jazz' Mutter erneut für einen Umzug in ein anderes Land, wodurch die beiden Liebenden sich mehrere Jahre nicht mehr wiedersehen. Auslöser dafür ist ein erschütterndes Ereignis, das Elliotts Leben für immer verändert und dazu führt, dass er sich zurückzieht. Erst mit Anfang Zwanzig kehrt Jazz in Elliotts Heimatstadt zurück und erfährt, was sich damals zugetragen hat. Doch als sie auf Elliott trifft, muss sie feststellen, dass sie nicht mehr den unscheinbaren, schüchternen Jungen von damals vor sich hat, sondern einen jungen Mann, der sich komplett verändert hat...

Obwohl die Handlung von vielen Auf und Abs geprägt ist und schwierige Ereignisse thematisiert werden (die vermutlich eine Triggerwarnung benötigt hätten), konnten mich leider weder die Charaktere, noch die Story emotional erreichen. Ich kann gar nicht so genau benennen, woran es lag, aber bis auf das schicksalhafte Ereignis in der Mitte der Geschichte, plätschert die Story die meiste Zeit vor sich hin. Anfangs wird angedeutet, dass die Musik im Leben der beiden Protagonisten eine grosse Rolle spielen soll, doch dieses Thema wird leider nicht konsequent weitergeführt, sondern irgendwann fallen gelassen. Was übrig bleibt, ist eine stellenweise schon sehr kitschige Jugendromanze, die sich nicht wirklich von der Masse an Young Adult Romance Büchern abhebt. Was mir aber sehr gut gefallen hat, war Elliotts anfängliche Erscheinung, denn man bekommt (zumindest am Anfang) mal nicht den 0815-durchtrainierten beliebten Schönling vorgesetzt, sondern einen schüchternen, unsichereren Aussenseiter, der noch dazu stottert. Leider wirft die Autorin auch diesen Umstand nach der Hälfte des Buches über Bord und Elliott entwickelt sich doch noch zum 0815-Sixpack-Schönling und erfüllt damit einmal mehr ein Klischee aus dem New Adult Genre.
Insgesamt hat mir die erste Hälfte des Buches besser gefallen, weil viele ernste Themen wie Mobbing oder sexuelle Übergriffe aufgegriffen wurden. Die zweite Hälfte war nach meinem Geschmack zu unspektakulär, vorhersehbar und zu sehr nach Schema F. Bis auf eine erotische Szene, ist das Buch meiner Meinung nach eher als Young Adult Contemporary Romance einzuordnen.

Der Schreibstil der Autorin ist wie immer sehr gefühlvoll und wunderschön - auch wenn mich die Emotionen dieses Mal nicht erreichen konnten. Auch die beiden Sprecher machen ihre Sache sehr gut und es war sehr angenehm ihnen zuzuhören, wie sie Jazz und Elliott Leben einhauchen. Trotzdem war mir Jazz bis zuletzt nicht so richtig sympathisch, vielleicht konnte ich aus deshalb nicht richtig mit dem Pairing mitfiebern. Ich kann allerdings gar nicht so richtig benennen, woran es lag.

Fazit:

"Wenn Donner und Licht sich berühren" erzählt die Geschichte einer Jugendliebe, die einige Höhen und Tiefen erlebt. Trotz des gefühlvollen Schreibstils und der vielen ernsten Themen, die im Buch behandelt werden, konnten mich weder die Handlung, noch die Charaktere emotional erreichen. Spätestens ab der zweiten Hälfte schlägt die Story einen typischen, klischeehaften 0815-New Adult Weg ein, der dafür gesorgt hat, dass ich mein Interesse an der Handlung verloren habe. Für mich bisher das schlechteste Buch, das ich von der Autorin gelesen habe.
Keine Kommentare
(© dtv Verlag)

Verity*
von Colleen Hoover

Bewertung: ★★★☆☆

Thriller, 368 Seiten
Erscheinungsdatum: 13. März 2020
Verlag: dtv


*Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den dtv Verlag.

Inhaltsangabe:
Die Jungautorin Lowen Ashleigh bekommt ein Angebot, das sie unmöglich ablehnen kann: Sie soll die gefeierten Psychothriller von Starautorin Verity Crawford zu Ende schreiben. Diese liegt seit einem Unfall, der unmittelbar auf den gewaltsamen Tod ihrer beiden Töchter folgte, im Koma.
Lowen akzeptiert – auch, weil sie sich zu Veritys Ehemann Jeremy hingezogen fühlt. Während ihrer Recherchen im Haus der Crawfords findet sie Veritys Tagebuch und darin offenbart sich Lowen Schreckliches ...
(© dtv Verlag)

Meine Meinung:

Im Gegensatz zu vielen ihrer bekannten Contemporary Romane, ist "Verity", das neuste Werk der Bestsellerautorin Colleen Hoover - unter Fans CoHo genannt - im Self-Publishing erschienen. Und ich finde, dass man merkt man dem Buch an. Zum einen muss man CoHo lassen, dass sie erneut einen Abstecher ins Thriller-Gerne gemacht hat und sich damit aus ihrer Comfort Zone heraus gewagt hat, was ich ihr hoch anrechne. Auf der anderen Seite wirkte die Geschichte als Ganzes aber dann nicht so ausgereift, wie ich es mir erhofft hatte - eher wie ein erster Entwurf, der mehr oder weniger unbearbeitet veröffentlicht wurde. (Und damit meine ich jetzt nicht die Grammatik- und Rechtschreibkorrektur, sondern eine inhaltliche Überarbeitung). Das deutsche Cover gefällt mir optisch sehr gut, ich muss aber gestehen, dass diese verträumten rosa und babyblauen Farben und das Wolken Sujet für mich so gar nicht zur düsteren Geschichte passt. Im Regal sieht es dafür gut aus ;-)

Doch beginnen wir ganz von vorne: Die offizielle Inhaltsangabe verrät eigentlich schon, worum es geht. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Protagonistin Lowen, die das unschlagbare Angebot erhält, eine Bestseller-Bücherreihe einer bekannten Autorin fortzusetzen, die leider aufgrund eines tragischen Unfalls in einer Art Wachkoma liegt. Damit Lowen sich intensiv mit Veritys Entwürfen und Ideen zu ihrer Bücherreihe auseinandersetzen kann, lädt Veritys Ehemann sie dazu ein, eine Weile bei ihnen zu wohnen, um in Veritys Notizen stöbern zu können. Dieses Angebot nimmt Lowen dankend an, denn aufgrund eines Räumungsbescheids wäre sie vorübergehend ohnehin obdachlos gewesen. Bei ihren Recherchen stösst Lowen allerdings nicht etwa nur auf Unterlagen zu Veritys Bücherreihe, sondern auf eine Autobiografie der Bestsellerautorin, die ihr die Haare sprichwörtlich zu Berge stehen lassen. Mit jedem weiteren Kapitel, das Lowen aus reiner Neugierde liest, erhält sie tieferen Einblick in die Abgründe von Veritys verstörender Psyche - genauso, wie wir Leser*innen auch.

Fangen wir mit dem Positiven an: CoHos angenehmer, flüssiger Schreibstil hat die Seiten nur so dahinfliegen lassen und das Lesen für mich sehr kurzweilig erscheinen lassen. Die Autorin erzählt die Handlung auf zwei Zeitebenen. In der Gegenwart begleiten wir Lowen bei ihren Buchrecherchen, und auch wie sie Veritys Ehemann allmählich näher kommt. Die Kapitel werden gelegentlich durch Tagebuch-artige Einträge aus Veritys unveröffentlichter Autobiografie unterbrochen, durch die ihre Vergangenheit näher beleuchtet wird und man nach und nach erfährt, welche tragischen Schicksale die Familie durch die Tode zweier Töchter erleben musste. Und zu allem Übel wird bekannt, welche Rolle Verity in Wahrheit bei dem ganzen Drama gespielt hat. Dadurch, dass sowohl Lowen, als auch wir Leser*innen nur häppchenweise Informationen über die Geschehnisse aus der Vergangenheit erhalten, gelingt es CoHo die Spannung über die gesamte Geschichte hinweg aufrechtzuerhalten und die Leser bei der Stange zu halten.

Doch obwohl die Ansätze eines Thrillers da waren, gab es für mich einfach zu viele Aspekte in der Geschichte, die auf mich konstruiert gewirkt haben. Allein die ganzen "zufälligen" Begebenheiten, die dazu führen, dass Lowen bei Veritys Ehemann einzieht, damit die eigentliche Story ins Rollen kommen kann, haben auf mich in der Summe sehr unglaubwürdig gewirkt. Unglaubwürdig im Sinne davon, dass ich nicht den Eindruck hatte, dass so etwas tatsächlich im echten Leben passieren würde. Allein schon der Umstand, dass Lowen überhaupt bei einer fremden Familie einzieht, fand ich schon etwas seltsam und weit hergeholt. Man hätte ihr die Notizen ja auch einfach übergeben können.
Aber ich denke, man darf diese Begebenheiten einfach nicht zu sehr hinterfragen, sondern sollte sich einfach von der Story berieseln lassen, dann wird man auch Freude an ihr finden. Mir ging es zumindest so, nachdem ich mich entschieden hatte, über die vielen kleinen Ungereimtheiten hinwegzusehen. Ich habe mich dann vor allem auf das Rätsel um Veritys Vergangenheit und die Abgründe ihrer Psyche fokussiert. Mit jedem weiteren Kapitel wird man überrascht, wie bösartig und niederträchtig ein Mensch eigentlich sein kann. Leider waren in Veritys Autobiografie auch massenhaft Sexszenen dabei, die sie selbst in aller Ausführlichkeit beschreibt. Für mich hat sich auch hier der Sinn nicht ganz erschlossen, denn Veritys ausgeprägten Sextrieb hätte man auch einfach auf andere Art andeuten können. Das erschien mir so, als hätte CoHo gedacht: Ich tue meinen hartgesottenen Fans was Gutes und streue noch ein bisschen New Adult rein. Und das hat sich für mich in diesem Thriller ein bisschen fremd angefühlt. Ich muss aber auch zugeben, dass ich absolut kein Fan (mehr) vom New Adult Genre bin und bin schnell einmal von übermässigen Sexszenen genervt, weil sie für mich einer Story nicht wirklich mehr Substanz geben.
Wie dem auch sei. Neben Veritys Geheimnissen, kommt im Buch die Romantik natürlich auch nicht zu kurz. Hier fand ich das aber eher verstörend, denn Lowen und Veritys Ehemann Jeremy nähern sich einander durch die Umstände ihrer Zweisamkeit an, was auf mich wiederum erneut konstruiert und irgendwie deplatziert gewirkt hat. Die Story hätte in meinen Augen auch gut ohne diesen Aspekt funktioniert. Aber vielleicht wollte CoHo ja damit uns Leser*innen auch verstören. Dann ist ihr das in meinem Fall gelungen.

Ich muss gestehen, dass ich während des Lesens bereits früh einen Verdacht hatte, wie das Buch enden könnte. Und tatsächlich haben sich meine Vorhersagen zum Schluss teilweise bewahrheitet, was den Handlungsverlauf für mich ein bisschen vorhersehbar gemacht hat. Überraschen konnte mich die Autorin dann aber doch noch mit dem letzten Kapitel, in dem CoHo mit einem unerwarteten Plot Twist aufwartet, der ein ganz anderes Licht auf die ganze Handlung wirft und mir wirklich gut gefallen hat. Trotzdem war das Ende des Buches für mich leider etwas zu glatt und zu abrupt, auch wenn mir die Idee hinter der Auflösung insgesamt gefallen hätte.

Das waren jetzt viele Kritikpunkte, und dennoch möchte ich zum Schluss anfügen, dass mich das Buch gut unterhalten konnte. Für einen Thriller wirkt der ganze Plot auf mich aber zu unausgereift - eben wie ein erster Entwurf, der noch viel besser hätte werden können. Aber CoHos toller Schreibstil hat dazu geführt, dass ich das Buch trotzdem gern gelesen habe, auch wenn ich über viele kleine Kritikpunkte hinwegsehen musste.

Fazit:

"Verity" ist ein selbst publizierter Thriller aus der Feder von Bestsellerautorin CoHo, die sonst eher für ihre Contemporary Romane bekannt ist. Hier wagt sie sich einmal aus ihrer Comfort Zone heraus, was ich als grossen Pluspunkt werte. Die Idee an sich wäre ganz interessant gewesen, die Umsetzung wirkte aber auf mich eher wie ein erster Entwurf, der noch nicht ganz ausgereift ist und viele Aspekte enthält, die die Handlung konstruiert erscheinen lassen. Doch wenn man über die Ungereimtheiten hinwegsehen kann, dann kann der Thriller durch CoHos angenehmen und flüssigen Schreibstil unterhalten. Ein kurzweiliges Lesevergnügen, das von mir 3,5 Sterne erhält.
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(© Amazon / Knaur Verlag)

Sieben Tage voller Wunder
von Dani Atkins

Bewertung: ★★☆☆☆

Chick-Lit, 240 Seiten
Erscheinungsdatum: 27. September 2017
Verlag: Knaur


Inhaltsangabe:
Beim Check-in hat Hannah ihn zum ersten Mal gesehen: Logan mit den unglaublich grünen Augen. Ist es Schicksal, dass er sich im Flugzeug neben sie setzt, kurz bevor die Maschine wie ein Stein vom Himmel fällt, mitten in Kanadas endlose winterliche Wildnis und das eisige Wasser eines Sees? Wie durch ein Wunder kommen Hannah und Logan mit dem Leben davon, doch die nächsten Tage verlangen ihnen das Äußerste ab, vor allem, als mit jeder Stunde, die vergeht, die Hoffnung auf Rettung schwindet. Wird ihnen gemeinsam gelingen, woran ein Einzelner scheitern muss? (© Knaur Verlag)

Meine Meinung:

Eigentlich lese ich keine Chick-Lit mehr, weil mir die meisten Bücher aus dem Genre zu seicht, kitschig und vorhersehbar sind. Hier wollte ich aber eine Ausnahme machen und das aus zweierlei Gründen: Einerseits muss ich im Dezember unbedingt noch meine Knaur-Challenge beenden und das Buch ist mit 240 Seiten schnell gelesen (:D) und andererseits habe ich schon viel Positives über die Bücher von Dani Atkins gehört - deshalb wollte ich mir mal selbst ein Bild von einem ihrer Bücher machen.

Inhaltlich lässt sich der offiziellen Inhaltsangabe nicht viel hinzufügen, denn dazu ist das Buch schlicht und ergreifend zu kurz. Nach einer kurzen Einführung am Flughafen, an dem sich zum ersten Mal Hannahs und Logans Blicke kreuzen, kommt es relativ rasch zum Flugzeugabsturz, bei dem die beiden Protagonisten, aufgrund ihrer Sitzposition, von den anderen Passagieren getrennt werden und an einem ganz anderen Ort abstürzen, als der Rest des Flugzeuges (und der Fluggäste).
Was danach folgt, ist eine sehr ausführliche Schilderung des Überlebenskampfes von Hannah und Logan, der sich aber als weitaus weniger dramatisch entpuppt, als ich zunächst angenommen hatten. Überlebenskampf ist an dieser Stelle vermutlich auch das falsche Wort, denn statt um ihr Leben zu bangen, schmachten sich die beiden Protagonisten an und verwandeln die Situation nach dem Flugzeugabsturz in eine kitschige Liebesschnulze. Die Kapitel sind relativ lange und entsprechen jeweils einem Tag nach dem Flugzeugabsturz. Leider hat man sich bei der deutschen Übersetzung dazu entschieden, die Dauer der Handlung zu spoilern, denn durch den Buchtitel war mir von Anfang an klar, wie lange es dauern würde, bis die Hauptcharaktere endlich gerettet werden. Und so kann man das Liebesspiel zwischen Logan und Hannah ganze sieben Tag lang verfolgen. Es war fast so, als ob die beiden eine 7 Tage langes erstes Date miteinander verbringen würden und nicht so, als wären sie knapp dem Tod entronnen und müssten nun mehrere Tage mit wenig Schutz vor Kälte und wilden Tieren ausharren, bis endlich Rettung naht. Das machte diesen Flirt einfach unglaublich deplatziert und unglaubwürdig. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass zwei Menschen mit einem gesunden Menschenverstand in einer solchen Situation noch Zeit hätten, romantisch-kitschige Gespräche zu führen, um ihre gemeinsame Zukunft (mit Kindern) zu planen. Der Mensch hat einen Überlebensinstinkt und der wäre in einer solchen Situation sicher an erste Stelle getreten. Dieser Dauer-Flirt hat die Handlung dann leider auch unglaublich träge und seicht gemacht und ich hätte mir sehnlichst ein wenig Tiefe gewünscht - sei es nun, was die Charaktere angeht, als auch die Story an sich. Leider vermochte der Schreibstil mich auch nicht zu überzeugen, denn er war so simpel, dass er zur oberflächlichen Handlung gepasst hat.

Das Ende wartet dann schliesslich mit einer (scheinbar) überraschenden Wendung auf, die ich mir schon fast ein bisschen gedacht habe. Doch obwohl diese Enthüllung wenigstens ein klein wenig positiv zu werten wäre, macht die Autorin kurz darauf alles wieder kaputt, indem sie einen total kitschigen und auf Happy End getrimmten Epilog geschrieben hat, von dem mir beinahe schlecht geworden wäre.

Fazit:

"Sieben Tage voller Wunder" ist ein kurze Geschichte über zwei Protagonisten, die sich trotz (oder gerade wegen) eines Flugzeugabsturzes ineinander verlieben. Die Handlung ist in meinen Augen sehr seicht, kitschig und vorhersehbar. Einzig das Ende hätte noch einen kleinen Pluspunkt verdient, wenn die Autorin den Schluss mit ihrem rührseligen, kitschigen Happy End im Epilog nicht wieder zunichte gemacht hätte. Ich kann für das Buch leider keine Leseempfehlung aussprechen, dafür hat mir sowohl bei der Story, als auch bei den Charakteren die Tiefe gefehlt. Immerhin hat man die Geschichte aufgrund der geringen Seitenanzahl schnell gelesen. Mehr als 2 Sterne kann ich aber nicht vergeben.
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(© Heyne)

Schattendämmerung* (Schatten-Trilogie #2)
von Nora Roberts

Bewertung: ★☆☆☆☆

Genre, 592 Seiten
Erscheinungsdatum: 12. August 2019
Verlag: Heyne


*Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Heyne Verlag.

Inhaltsangabe:
Fallon trägt eine schwere Verantwortung: Sie wurde mit den Kräften geboren, die notwendig sind, um die Welt vom Bösen zu befreien. Doch dafür muss sie ihrer geliebten Familie den Rücken kehren und von der kleinen Farmerstochter zur mutigen Kriegerin werden. Gleichzeitig tritt immer wieder Duncan in ihr Leben, mit dem sie etwas Tieferes verbindet, als sie sich eingestehen will. Um den dunklen Mächten Einhalt zu gebieten, muss Fallon durch eine harte Schule gehen und ungeahnte Kräfte mobilisieren. (© Heyne)

Meine Meinung:

Gleich zu Beginn will ich vorausschicken, dass es sich hier um eine Abbruch-Rezension handelt. Normalerweise versuche ich Rezensionsexemplare immer bis zum Ende durchzulesen, aber hier konnte und wollte ich mich nicht mehr weiter durchquälen, gerade in Anbetracht der vielen Seitenzahlen, die das Buch hat. Ich habe ungefähr 250 Seiten gelesen - also etwas mehr als einen Drittel des Buches - und beziehe mich deshalb in meiner Rezension auch nur darauf.

Der erste Band der Schatten-Trilogie ist vor ungefähr einem Jahr erschienen. Obwohl Nora Roberts eine etablierte, bekannte Bestseller-Autorin (vor allem im Chick-Lit Genre) ist, war der Vorgänger von Schattendämmerung das erste Buch, das ich überhaupt von ihr gelesen habe. Und dafür, dass die Autorin am laufenden Band Bücher veröffentlicht und eine riesige Fanbase hat, war ich ehrlichgesagt damals nicht sonderlich begeistert von ihrem Buch. Vielleicht lag es daran, dass Roberts sich an ein neues Genre gewagt hat, aber ich fand, dass weder die Story, noch der Schreibstil besonders herausragend gewesen wären. Da der erste Band aber doch einige interessante Ansätze hatte und das Ende neugierig auf den weiteren Handlungsverlauf gemacht hat, habe ich es nun trotz aller Kritik mit dem zweiten Band versucht.

In "Schattendämmerung" schlägt Robert einen komplett anderen Weg ein als in Band 1 ein. Das Buch spielt mehr als zehn Jahre nach den Ereignissen aus dem ersten Band und fokussiert sich auf Fallon als neue Protagonistin. Fallon fand schon im ersten Band ihre Erwähnung und wurde vor allem mit einer Prophezeiung in Verbindung gebracht, durch die sie scheinbar die Rettung der Menschheit sein soll.
Leider hatte ich in diesem zweiten Band von Anfang an Mühe, einen Zugang zu Fallon und ihrem Handlungsverlauf zu finden. Das lag einerseits daran, dass gefühlt nichts passiert und die Story sehr träge vor sich hin plätschert und auf der anderen Seite, hatte ich durch den grossen Zeitsprung gar keinen Bezug mehr zu den restlichen Charakteren - und deren gibt es viele. Es wird mit Namen um sich geworfen, von denen ich nicht wusste, ob sie neu waren oder bereits im Vorgänger eine Rolle gespielt haben. Diese beiden Kritikpunkt, in Verbindung mit dem sehr simplen Schreibstil, haben dazu geführt, dass zu keinem Zeitpunkt irgendeine Art von Spannung aufgekommen ist. Nach etwa einem Drittel der Geschichte habe ich schliesslich ganz aufgegeben. Mir war nicht ganz klar, wieso das Buch 600 Seiten umfasst, da während den ersten 250 Seiten kaum etwas passiert. Damit hat sich die Autorin in meinen Augen keinen Gefallen getan, denn mit nur halb so vielen Seiten hätte die Geschichte wahrscheinlich spannender erzählt werden können. Ich habe zudem nicht verstanden, wohin Roberts mit ihrer Story abzielt, denn einen roten Faden habe ich vergeblich gesucht.

Insgesamt hatte ich nicht das Gefühl, dass es sich um eine zusammengehörige Reihe handelt, denn dieser zweite Band hatte absolut gar nichts mit den Ereignissen aus dem ersten Band gemeinsam. Und dadurch ist wahrscheinlich auch mein Desinteresse entstanden, denn es hat sich so angefühlt, als hätte ich den ersten Band ganz umsonst gelesen. Das Buch liest sich wie eine ganz neue Geschichte, die man auch unabhängig vom Vorgänger lesen könnte. Und das wirkt auf mich einfach nicht durchdacht. Bei einer Trilogie habe ich die Erwartung, dass die Ereignisse aus den verschiedenen Bänden miteinander verknüpft sind. Und Fallon als Bindeglied allein reicht dafür nicht aus. Ich muss aber natürlich anfügen, dass die Verbindungen vielleicht noch im weiteren Verlauf geschaffen worden wären und es mehr Sinn ergeben hätte, wenn ich das Buch nicht abgebrochen hätte. Aber um das herauszufinden, war der erste Drittel für mich einfach zu nichtssagend und interessant.

Fazit:

Nora Roberts konnte mich mit ihrer "Schatten-Trilogie" leider nicht als einen neuen Fan gewinnen. Die Story in diesem zweiten Band hat (zumindest im ersten Drittel) kaum eine Verbindung zum Vorgänger. Die Story plätschtert ohne nennenswerte Ereignisse vor sich und und auch der simple Schreibstil fand ich unzufriedenstellend. Für mich war dieser zweite Band leider eine grosse Enttäuschung und nach knapp 250 Seiten habe ich das Buch abgebrochen. Ich kann die Schatten-Trilogie leider nicht weiterempfehlen - da gibt es deutlich bessere Bücher in diesem Gerne. Roberts sollte wohl einfach ihrem Chick-Lit Genre treu bleiben ;)
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(© Amazon / Arctis Verlag)

Was ist mit uns*
von Becky Albertalli & Adam Silvera

Bewertung: ★★★☆☆

YA Contemporary, 416 Seiten
Erscheinungsdatum: 20. September 2019
Verlag: Arctis


*Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Arctis Verlag.

Inhaltsangabe:
Sommer in New York. Für Praktikant Arthur, den verträumten Broadway Liebhaber, ein absoluter Traum. Für den frisch getrennten Ben, der mit seinem Ex zur Sommerschule muss, ein wahrer Albtraum. Aber für beide nimmt der Sommer eine unerwartete Wendung, als sie einander kurz begegnen und danach nicht weder vergessen können. Quer durch die Stadt begeben sie sich auf die Suche nach dem anderen, nach ihren Gefühlen und nach der Antwort auf die Frage: Was ist das mit uns? (© Arctis Verlag)

Meine Meinung:

Auf "Was ist mit uns" war ich besonders gespannt, weil es ein Co-Autoren Werk zweier Autoren ist, von denen ich bereits einige Bücher gelesen habe. Im Buch wird die Geschichte zweier junger Männer erzählt, die sich in einem Sommer in New York zufälligerweise begegnen. Das Zusammentreffen geschieht ausgerechnet in einer Situation in der Ben, einer der beiden Protagonisten, eine Kiste mit Erinnerungsstücken an seinen Exfreund mit sich herumschleppt, die er ihm nach der erst kürzlich erfolgten Trennung per Post zurückschicken will. Arthur, der andere Protagonist im Buch, ist relativ neu in New York und wird der Stadt nach seinem Praktikum wieder den Rücken kehren, um zu studieren.

Nach diesem kurzen Zusammentreffen verlieren sich Ben und Arthur schnell wieder aus den Augen - doch sie bringen den jeweils anderen nicht so schnell wieder aus ihrem Kopf. Im Gegensatz zu den Charakteren erfährt man als Leser*in, wie es mit den beiden und ihren jeweiligen Erzählungssträngen weitergeht, da die Kapitel immer abwechselnd aus Sicht von Arthur und Ben erzählt werden. Beide versuchen einige Zeit später, den anderen wiederzufinden, was ihnen mithilfe von Social Media relativ schnell gelingt. Als Leser*in kann man somit Zeug*in werden, wie sich die aufkeimende Liebe zwischen diesen beiden jungen Männern nach und nach entwickelt - eine richtige Sommerromanze sozusagen.

Und genau das ist das Buch auch: Eine leichte Sommerlektüre. Ich muss gestehen, dass ich anfangs Mühe hatte, in das Buch reinzufinden. Ein Grund dafür war der umgangssprachliche Schreibstil, der zwar zum Alter der Protagonisten passt, aber für mich unglaublich anstrengend zu lesen war. Hinzu kommt, dass es die beiden Autoren mit den popkulturellen Anspielungen in diesem Buch übertrieben haben. Und das sage ich, obwohl ich selbst ein Fan von Harry Potter oder Sims und vielen anderen Themen bin, die im Buch ihre Erwähnung finden. Auf mich hatte es den Eindruck, dass die Autoren gefühlt alle popkulturellen Themen, die es gibt, in ihrem Buch erwähnt haben, damit sich auch ja jede*r Leser*in irgendwo wiederkennen kann. Ich fand es aber unrealistisch, dass Arthur und Ben nahezu alles aus der Popkultur feiern und riesige Fans von nahezu allem sind, was irgendwann mal angesagt war. Ausserdem haben die ständigen popkulturellen Themen das Buch für mich nicht unbedingt spannender gemacht. Ich spiele zwar selbst gern Sims, aber zu lesen, wie einer der Protagonisten Sims spielt und es dem anderen vorstellt und alles aus dem Spiel haarklein beschreibt, war dann nur mässig interessant für mich. Und solche Szenen haben sich wie ein Lückenfüller für mich angefühlt. Mir hat dadurch insgesamt die Tiefe gefehlt.

In der zweiten Hälfte konnte mich die Liebesgeschichte etwas mehr erreichen, gleichzeitig waren sowohl Arthur als auch Ben in meinen Augen beides Drama Queens, die fast alle Probleme in ihrer neu entstehenden Beziehung selbst kreiert haben. Das Ende wiederum hat mir sehr gut gefallen und war nicht so kitschig, wie ich es befürchtet hatte, sondern sehr realitätsgetreu gewählt.

Fazit:

"Was ist mit uns" ist eine Geschichte, die eine Sommerromanze zweier junger Männer erzählt, die sich zufälligerweise in New York über den Weg laufen. Durch den umgangssprachlichen, leichten Schreibstil und die vielen Gespräche über popkulturelle Themen, die die Handlung nicht wirklich vorangetrieben haben, war mir das Buch oftmals zu oberflächlich. Das zeigt sich auch darin, dass ich das Buch vor einer Woche beendet habe und mich inzwischen kaum mehr an den Inhalt des Buchs erinnern kann. Für Zwischendurch kann man das Buch lesen, es ist aber wenig tiefgründig und bleibt mir daher auch nicht lange in Erinnerung. Von mir gibt es deshalb 3 Sterne.
Keine Kommentare
(© Amazon / Simon & Schuster)

Save the Date
von Morgan Matson

Bewertung: ★★☆☆☆

YA Contemporary, 432 Seiten
Erscheinungsdatum: 05. Juni 2018
Verlag: Simon & Schuster Books for Young Readers


Inhalt:
Charlie Grants ältere Schwester Linnea heiratet dieses Wochenende in ihrem Elternhaus und Charlie kann es kaum erwarten - zum ersten Mal seit Jahren werden sie und ihre Geschwister wieder gemeinsam unter einem Dach sein. Da Charlies Eltern das Haus verkauft haben und nach der Hochzeit umziehen werden, will sie das perfekte Wochenende erleben, bevor sich alles ändern wird. Denn für Charlie heisst es nicht nur, dass sie endgültig Abschied von ihrer Kindheit nehmen muss, es steht ihr auch eine wichtige Lebensentscheidung bevor: Sie muss sich entscheiden, an welches College sie gehen will. Hinzu kommt auch noch, dass ihr langjähriger Schwarm Jesse für das Wochenende in der Stadt ist und ihre Gefühlswelt durcheinander bringt. Und als wäre das nicht schon genug, muss Charlie sehr bald feststellen, dass an diesem Hochzeitswochenende nichts so verläuft, wie es geplant ist und sich alles zu einer riesen Katastrophe entwickelt...

Meine Meinung:

"Save the Date" war mein zweites Buch der Autorin. Nachdem mich das erste Buch, das ich von ihr gelesen hatte, nicht so richtig überzeugen konnte, war ich gespannt, ob es dieses Mal anders sein würde. Das Buch ist mir im vergangenen Jahr immer wieder auf Goodreads begegnet und hat sich in der Young Adult Sparte grosser Beliebtheit erfreut. Ein Blick auf den Klappentext hat mich dann sehr neugierig gemacht, denn ein Hochzeitswochenende, an dem alles schief läuft, klang als Setting sehr amüsant und vielversprechend.

Am Anfang des Buches hat Matson eine Übersicht über die Charaktere erstellt, die in der Geschichte eine Rolle spielen. Das fand ich sehr hilfreich, denn so wusste man auf Anhieb, wer denn nun eigentlich alles zur Grant Familie gehört. Neben Protagonistin Charlie (17) und ihren Eltern Eleanor und Jeffrey, hat sie nämlich noch vier weitere Geschwister: Danny (29), Linnea (28), J. J. (25) und Mike (19). Abgesehen von Charlie haben alle Grant Kinder bereits das Nest verlassen und sind nun Studiums- oder Jobbedingt in der ganzen USA verstreut. Verständlich also, dass Charlie sich darüber freut, dass alle Geschwister mal wieder vereint sein werden - zumindest bis auf Mike. Er lebt und studiert seit seinem Schulabschluss vor 1,5 Jahren in Chicago und hat aufgrund eines ominösen Vorfalls, bei dem auch Mama Grant involviert gewesen sein soll, den Kontakt zu seiner Familie weitgehend abgebrochen. Als Linnea am Vortag ihrer Hochzeit verkündet, dass Mike zugesagt hat, an der Hochzeit teilzunehmen, sind die restlichen Familienmitglieder der Grant Familie natürlich sehr überrascht.

Der ganze Plot des Buches erstreckt sich fast ausschliesslich nur auf die drei Tage des Hochzeitswochenendes. Die Handlung beginnt am Freitag, dem Vortag der Hochzeit, an dem allmählich die ersten Gäste eintreffen und es noch einige Dinge zur Vorbereitung zu erledigen gibt. Gleich zu Beginn erfolgt dann die Hiobsbotschaft: Clementine Lucas, die Hochzeitsplanerin, hat sich wegen Veruntreuung aus dem Staub gemacht. Und als wäre es nicht schon schlimm genug, die Hochzeitsplanerin am Tag vor der Hochzeit zu verlieren, stellt sich bald heraus, dass sie ihre Arbeit mehr schlecht als recht gemacht hat. Damit nimmt die Katastrophe ihren Lauf: Angefangen bei der Hochzeitsdekoration, die fälschlicherweise mit der Geburtstagsdekoration eines Kindes verwechselt wird, bis hin zur Hochzeitsband, die irrtümlicherweise in den falschen Staat angereist ist, läuft alles komplett schief.
Charlie setzt alles daran mit Bill, der seinem Onkel Will mit seinem 'Eventplanungsunternehmen' unter die Arme greift, diese Katastrophen abzuwenden und die Hochzeit doch noch zu retten. Doch die Grant Familie hat nicht nur mit einer missglückten Hochzeitsplanung zu kämpfen, sie werden auch noch permanent von ihrem wütenden Nachbarn gestört, erhalten Zuwachs von einem streunenden Hund und müssen mit einem kurzzeitigen Stromausfall zurechtkommen. Und dann ist da natürlich auch noch die ungeklärte Geschichte zwischen Mike und Mama Grant, die ausgerechnet bei der Hochzeit ihren Höhepunkt findet. So hatte sich Charlie das alles nicht vorgestellt...

Obwohl ich zugeben muss, dass sich die Zusammenfassung der Ereignisse unterhaltsam anhört, konnte mich das Buch letztendlich leider nicht von sich überzeugen. Das lag einerseits schon mal daran, dass die Handlung dadurch, dass sie sich nur auf drei Tage fokussiert, stellenweise extrem langsam vorangeht und das Buch dadurch zäh zum Lesen war. Die 'Hochzeitskatastrophen' hätten zwar etwas Pepp in die Geschichte hineingebracht, aber nach dem 3. oder 4. Mal, war es für mich allmählich eintönig zu lesen, dass - egal was gerade passiert - es komplett schief geht. Nicht eine einzige Sache hat an diesem Wochenende funktioniert und das wirkte als Summe auf mich dann doch sehr konstruiert und unglaubwürdig. Für mich hat es sich so angefühlt, als wollte die Autorin die Situationskomik in jeder einzelnen Situation erzwingen, doch wirklich lustig waren die Ereignisse letztendlich nicht. Jemand hat auf Goodreads in ihrer Rezension geschrieben, dass der Plot sich hervorragend für einen Film eignen würde und dem stimme ich absolut zu. Als Buchform hat die Idee für mich aber nicht funktioniert.

Ein weiterer Kritikpunkt, der dazu geführt hat, dass ich mit dem Buch meine Schwierigkeiten hatte, war die Protagonistin Charlie, aus deren Sicht die Ereignisse erzählt werden. Sie ist zwar erst 17 Jahre alt, benimmt sich die meiste Zeit über aber wie eine 12-jährige. Sie hat Mühe, den Schritt ins Erwachsenenleben zu machen und sich von ihrem Zuhause zu lösen und klammert sich dann fast zwanghaft an ihre Geschwister und ihre Kindheitserinnerung an ihre Familie, die nun nach all den Jahren einfach nicht mehr der Realität entsprechen. Obwohl jedes Familienmitglied sein eigenes Päckchen mitbringt, das im Laufe der Geschichte etwas näher beleuchtet wird, schafft sie es immer wieder, sich selbst in den Mittelpunkt zu drängen. Noch dazu fand ich den erzwungenen Liebesplot mit ihrem langjährigen Schwarm Jesse, der sich natürlich zufälligerweise auch gerade an diesem Wochenende in der Stadt aufhält, total unpassend für die Haupthandlung des Buches. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, was dieser Nebenplot eigentlich für einen Sinn hat, denn den hätte man genauso gut weglassen können.
Das einzige Positive am Buch war eine überraschende Enthüllung im Schlussteil, die ich so nicht habe kommen sehen. Doch die wurde leider schnell zunichte gemacht, als Charlie mal wieder total unsensibel reagiert hat und sich mal wieder alles um sie drehen sollte.

Fazit:

"Save the Date" hatte mit der Idee einer Hochzeit, an der alles schief geht, viel Potential. Leider entpuppen sich die angekündigten Katastrophen durch ihre hohe Anzahl als unglaubwürdig und konstruiert und die Situationskomik funktioniert als Buchform nicht so richtig. Die Handlung erstreckt sich bloss über drei Tage und wird dadurch sehr in die Länge gezogen, was das Lesen stellenweise sehr zäh gemacht hat. Eine gute Idee, deren Umsetzung leider nicht gelungen ist. Von mir gibt es deshalb nur zwei Sterne.
Keine Kommentare
(© Amazon / Audio Media Verlag)

Der Sommer, in dem es zu schneien begann
von Lucy Clarke, gelesen von Anna Carlsson & Andreas Fröhlich

Bewertung: ★★★★☆

Fiction, Audiobook 
Spieldauer: 6 Stunden und 40 Minuten
Erscheinungsdatum: 13. April 2015
Verlag: Audio Media


Inhaltsangabe:
Nur das Meer kennt dein Geheimnis ...
Als Eva nur wenige Monate nach der Hochzeit ihren Mann Jackson durch einen Unfall verliert, erstarrt sie vor Schmerz. Ihr gerade erst begonnenes glückliches Eheleben soll schon zu Ende sein? Eva fühlt sich völlig allein in ihrer Trauer und reist nach Tasmanien, um Trost bei Jacksons Angehörigen zu finden. Doch so bezaubernd die australische Insel ist, so abweisend verhält sich Jacksons Familie. Warum wollen sein Vater und sein Bruder partout nicht über ihn sprechen? Auf Eva warten schockierende Wahrheiten, die sie zu einem schicksalhaften Sommer in der Vergangenheit führen - dem Sommer, in dem es zu schneien begann ... (© Amazon / Audio Media Audio)

Meine Meinung:

Auf "Der Sommer, in dem es zu schneien begann" bin ich einzig und allein nur deshalb aufmerksam geworden, weil ich für die Motto-Challenge Bücher rund um das Thema Urlaub (inkl. Sommer) gesucht habe. Ich habe mich dafür einfach mal durch die Spotify-Hörbuch-Datenbank geklickt und habe mich letztendlich für Lucy Clarkes Buch entschieden. Ich muss zugeben, dass ich bei dem Titel und dem Cover eher eine platte, vorhersehbare und kitschige Chick-Lit erwartet hätte, wurde dann aber positiv überrascht, wie traurig und teilweise tiefgründig die Geschichte letztendlich war.

Das Buch beginnt mit einem dramatischen Vorfall: Die Protagonistin Eva erfährt kurz nach ihrer Hochzeit, dass ihr frisch angetrauter Ehemann Jack bei einem Unfall einem Boot ums Leben gekommen ist. Es wird vermutet, dass Jack ertrunken ist, eine Leiche konnte jedoch nicht gefunden werden.
Eigentlich hatten Eva und Jack geplant, im Herbst eine Reise in Jacks Heimat in Tasmanien zu machen, doch nach seinem Tod, fällt dieser Plan (nicht nur sprichwörtlich) ins Wasser. Nach reiflicher Überlegung, entscheidet sich Eva die Reise vorzuziehen und fliegt im Sommer nach Tasmanien, um Jacks Familie kennenzulernen, von der sie bisher kaum etwas erfahren hat.
Dort angekommen, wird sie nicht gerade sehr warmherzig empfangen und Eva wird den Verdacht nicht los, dass es insbesondere zwischen Jack und seinem Bruder Saul ungelöste Konflikte gibt.
Erst nachdem Eva auf eigene Faust Nachforschungen zu Jacks Vergangenheit anstellen wird, erklärt sich Saul bereit, ihr dabei zu helfen. Was zuerst wie eine nette Geste scheint, hat eigentlich ganz andere Gründe, denn wie Eva sehr bald feststellen muss, ist Jack nicht der, der er vorgegeben hat zu sein. Sauls anfänglicher Grund ihr zu helfen war der, zu vermeiden, dass Eva mit ihrer Nachforschung für Wirbel sorgt, denn Jack hat nicht nur Tasmanien, sondern auch seine eigentliche, wahre Geschichte und damit Verbindungen zu ganz bestimmten Menschen, hinter sich gelassen.

Ich dachte anfangs zu wissen, wie die Geschichte sich entwickeln würde, wurde jedoch einmal mehr durch verschiedene unvorhergesehene Wendungen überrascht, die mich perplex zurückgelassen haben. Bei ihrer Suche nach Jacks Vergangenheit in Tasmanien deckt Eva immer mehr Geheimnisse über ihren Ehemann auf, dass weder sie, noch ich als Leserin gedacht hätte. Eva muss feststellen, dass Jack eigentlich ein ganz anderer Mensch ist, als er sich ihr gegenüber gezeigt hat. Doch sie deckt nicht nur Jacks Lügen auf, sondern kommt auch den Gründen dafür auf die Spur - und die sind ganz anders, als man anfangs vermutlich denken würde. Das Buch endet schliesslich in einem Höhepunkt, der noch einmal eine ganz grosse Enthüllung bereithält, die mich war überrascht hat, aber gleichzeitig mit all den vorherigen Wendungen insgesamt für meinen Geschmack etwas zu viel des Guten war. 

Die Geschichte wird abwechselnd von den zwei wunderbaren Erzählern Anna Carlsson (die Evas Perspektive schildert) und Andreas Fröhlich (der Jacks Sicht schildert) erzählt. Beide schaffen es sehr gut ihren jeweiligen Charakteren und deren Geschichte Leben einzuhauchen und waren für mich eine perfekte Wahl. Das Zuhören war nicht zuletzt, durch den sehr flüssigen und bildhaften Schreibstil der Autorin sehr angenehm und hat mich insbesondere mit der Protagonistin Eva auf ihrem Leidensweg mitfühlen lassen.

Fazit:

"Der Sommer, in dem es zu schneien begann" erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die nicht nur mit dem überraschenden Verlust ihres erst kürzlich angetrauten Ehemanns umgehen muss, sondern auch mit dem Umstand, dass er sie die ganze Zeit belogen hat. Das Buch ist emotional, dramatisch und eine Achterbahn der Gefühle. Nichts ist so, wie es anfangs scheint und ich fand es sehr bewegend, die Protagonistin auf der Suche nach der Wahrheit zu begleiten. Die vielen überraschenden Wendungen haben mich positiv überrascht. Nur die letzte grosse Enthüllung war in meinen Augen zwar unerwartet, für mich aber auch irgendwie unnötig. Von mir gibt es 4 Sterne für diesen kurzweiligen Roman, der als Hörbuch sehr zu empfehlen ist.
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Schweizerin. Liebt Bücher. Bevorzugte Genres: Young Adult, (Urban) Fantasy, Dystopia, Thriller, (Historical) Fiction.

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