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between the lines.

(© Audioteka / Der Audio Verlag)

Ich und der Weihnachtsmann* (Christmas #3)
von Matt Haig
gelesen von Rufus Beck

Bewertung: ★★★★☆

Middle Grade, Audiobook 
Spieldauer: 5 Stunden 9 Minuten 
Erscheinungsdatum: 21. September 2018
Verlag: Der Audio Verlag


* Gehört auf audioteka.com/de [Werbung]. Das erste Hörbuch ist gratis.

Inhaltsangabe:
Amelia, das einstige Kaminkehrermädchen, lebt nun im Wichtelreich. Doch auch hier ist das Leben kein reines Honigschlecken: Als Menschenkind eckt sie überall an, die Wichtel tuscheln und die Schlittenschule will sie nicht als Schülerin aufnehmen. Da bricht eine Fehde zwischen den Wichteln und dem Kaninchenvolk wieder aus, die vor unvordenklichen Zeiten begann. Aufgewiegelt werden die Kaninchen von einem charismatischen Anführer, dem Osterhasen. Der will das Wichtelreich unterbuttern und Weihnachten zu einem zweitrangigen Fest zurückstufen. Aber nicht mit Amelia! Mit allen Mitteln der Phantasie kämpft sie darum, Weihnachten zu retten.  (© Audioteka / Der Audio Verlag)

Meine Meinung:

Kurz vor dem Jahresende wollte ich noch irgendetwas Weihnachtliches hören und habe deshalb durch die entsprechenden Empfehlungen zu Weihnachten auf Audioteka gestöbert. Stecken geblieben bin ich schliesslich bei "Ich und der Weihnachtsmann" von Matt Haig, vor allem deshalb, weil ich bereits schon ein Hörbuch des Autors gehört habe und ihn positiv in Erinnerung hatte.

Soweit so gut. Als ich etwas mehr als eine Stunde des Hörbuchs gehört hatte, fand ich die Geschichte zwar einerseits sehr niedlich, andererseits war ich aber auch etwas verwundert darüber, dass viele Charaktere ohne richtige Einführung genannt wurden. Ein Blick auf Goodreads hat mir dann verraten, dass es sich um den dritten Teil von Matt Haigs Christmas-Reihe handelt und viele Charaktere bereits in den vorherigen Teilen ihre Erwähnung gefunden habe. Für Fans der Reihe war es deshalb vermutlich ein willkommenes Wiedersehen mit alten Bekannten - für mich war es eher enttäuschend, denn hätte ich von Anfang gewusst, dass es sich um eine Fortsetzung handelt, hätte ich selbstverständlich zuerst zum ersten Teil gegriffen. So wurde ich nun unabsichtlich zu Ereignissen aus den beiden Vorgängern gespoilert. Schade, dass Audioteka nicht gekennzeichnet hatte, dass es sich um eine Fortsetzung handelt. Ich habe mir dann noch überlegt, das Hörbuch (vorerst) abzubrechen und mit dem ersten Teil zu beginnen, doch auf der Suche nach dem Reihenauftakt folgte dann die nächste Enttäuschung: Es waren nur Band 2 und 3 vorhanden.

Nach diesen Erkenntnissen musste ich also wohl oder übel beim dritten Teil bleiben, es fiel mir aber mit dem Wissen, das ich nun hatte, deutlich schwerer, mich auf die Geschichte einzulassen. Ich habe ständig gedacht, dass ich die Story und die Charaktere viel besser verstehen könnte, wenn ich das Vorwissen aus den Vorgängern mitbringen würde.

Amelia fand ich als Protagonistin sehr liebenswert. Durch ein Unglück mit einem teuren Schlitten, muss sie Geld verdienen, um den Schaden, den sie verursacht hat, wieder zu begleichen. Doch das stellt sich schwieriger heraus, als sie es sich vorgestellt hatte, denn für viele Arbeiten, die die Wichtel Jahr für Jahr erledigen, ist sie (vermutlich durch ihre Menschengrösse bedingt) eher ungeeignet und stellt sich sehr ungeschickt an.
Irgendwann nimmt die Geschichte dann eine Wendung und man erfährt, wie in der Inhaltsangabe angekündigt, dass die Kaninchen einen Komplott gegen den Weihnachtsmann schmieden. Amelia muss nun alles daran setzen, nicht nur den Weihnachtsmann, sondern auch Weihnachten zu retten. Doch ihr Mut wird dadurch getrübt, dass viele Wichtel den Menschen feindselig gegenüberstehen. Ob sie es schafft diese Feindseligkeit zu überwinden und Verbündete zu finden?

Zu Rufus Beck als Sprecher brauche ich gar nicht so viel zu sagen. Ich denke, den meisten sollte inzwischen bekannt sein, dass ich nach dem Hören der Harry Potter Reihe ein grosser Fan des Sprechers bin. Hier ist er zwar erstaunlicherweise etwas zurückhaltender mit seinen Interpretationen der jeweiligen Charaktere, als bei Harry Potter, aber es ist nach wie vor sehr angenehm, ihm beim Vorlesen zuzuhören.

Fazit:

Achtung: Es handelt sich um den dritten Teil einer Reihe, obwohl dies hier nicht gekennzeichnet wurde. Der erste Teil der Reihe heisst "Ein Junge namens Weihnacht" und ist bisher auf Audioteka nicht erhältlich. Ich empfehle jedoch jedem, zuerst mit dem Reihenauftakt zu beginnen, da in "Ich und der Weihnachtsmann" viele Anspielungen auf die Vorgänger enthalten sind, die man ohne Vorwissen nicht ohne weiteres versteht.

Nachdem dies gesagt wurde, kann ich zu diesem dritten Teil abschliessend sagen, dass es sich um eine sehr niedliche Weihnachtsgeschichte um ein junges Mädchen handelt, die im Land der Wichtel Mut beweisen und für sich und Weihnachten einstehen muss. Die Geschichte zielt eher auf ein jüngeres Publikum ab und ist dementsprechend kindgerecht erzählt. Dadurch, dass ich leider unwissentlich mit dem dritten Teil der Reihe begonnen habe, wurde meine Freude an dem Buch leider etwas getrübt. Ich vergebe dem Buch insgesamt 3,5 Sterne, die ich aber vielleicht aufrunde, wenn ich die Reihe irgendwann einmal in der richtigen Reihenfolge hören kann.
Keine Kommentare
(© Amazon / Goldmann)

Ein Geschenk zum Verlieben
von Karen Swan

Bewertung: ★★☆☆☆

Romance, Chick-Lit, 545 Seiten
Erscheinungsdatum: 21. Oktober 2013
Verlag: Goldmann Verlag


Meine Meinung:
Nachdem ich erst vor kurzem ein anderes Werk der Autorin ("Ein Geschenk von Tiffany") gelesen hatte und ich die Geschichte eigentlich ganz gut fand, hatte ich dementsprechend hohe Erwartungen an dieses Buch. Leider konnte mich "Ein Geschenk zum Verlieben" überhaupt nicht überzeugen und ich habe gegen Ende hin ständig ganze Seiten übersprungen bzw. den letzten Drittel nur mehr quer gelesen.

Die Story war für mich nicht richtig ausgefeilt und es hatte für mich eher den Anschein, als hätte die Autorin einfach mal drauf losgeschrieben, ohne ein richtiges Konzept vor Augen zu haben. Es gab zwar ein paar gute Ansätze, die aber alle nicht richtig ausgearbeitet wurden und den Verlauf ein wenig planlos haben erscheinen lassen. Ich wusste am Ende nicht wirklich, was ich da nun eigentlich gelesen hatte, aber als Liebesgeschichte würde ich es eher nicht bezeichnen, denn bis auf den Epilog, standen eher Themen wie Freundschaft und Familie im Vordergrund.

Bis zum Ende hin sind mir zudem fast alle Charaktere unsympathisch geworden und waren meiner Meinung nach zu oberflächlich. Man erfährt zwar viel über das künftige Geburtstagskind Cat, für die eine Kette gebastelt werden soll, aber alle anderen Charaktere waren mir zu blass. Eine kleinere Anzahl an auftauchenden Charakteren und dafür mehr Tiefe wären in meinen Augen besser gewesen. Letztendlich dienten die meisten bloss zur Darstellung für Cat, hatten aber selbst kaum eine eigene Rolle darzustellen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die schlechte Recherche der Autorin. Das hat mich wirklich überrascht, denn bei ihrem anderen Buch schien sie sich sehr mit den Schauplätzen befasst zu haben. Die Story spielt u.A. in dem Schweizer Skiort Verbier. Dort haben zwei der Charaktere ein Ferienhäuschen, das sie nicht zum ersten Mal aufsuchen. Und trotzdem wird zu Beginn darüber gesprochen, dass sie bald Ferien in Frankreich machen, wo sie später auch mit Euro bezahlen, obwohl es in der Schweiz bekanntermassen eine andere Währung gibt. In späteren Gesprächen wird dann aber doch plötzlich von der Schweiz gesprochen, so dass ich mich gefragt habe, wozu es überhaupt Lektoren gibt? (Falls ich da irgendwas überlesen haben sollte, tut es mir natürlich leid und ich nehme diesen Kritikpunkt zurück.)

Grundsätzlich kann ich nur sagen, dass das Buch seine Längen hat und deutlich hätte gekürzt werden sollen. Einmal wird bspw. über mehrere Seiten lang beschrieben, wie die Charaktere Scharade spielen. Das mag ja in einem Film lustig sein, aber in einem Buch funktioniert sowas einfach nicht und war für mich einfach langweilig und überflüssig. Ich erspare mir hier jetzt weitere Beispiele zu nennen, doch es gab zahlreiche Szenen, die für mich ähnlich überflüssig waren und kaum etwas zur Geschichte beigetragen haben.

Ich hoffe deshalb, dass das ein einmaliger Ausrutscher war und das nächste Buch der Autorin wieder besser wird. Aber dieses Buch würde ich definitiv nicht weiterempfehlen.
Keine Kommentare
(© Amazon / Goldmann)

Ein Geschenk von Tiffany
von Karen Swan

Bewertung: ★★★★☆

Chick-Lit, 576 Seiten
Erscheinungsdatum: 17. September 2012
Verlag: Goldmann


Meine Meinung:

-- Achtung enthält Spoiler --

Eigentlich fand ich die Geschichte rund um Cassie, die an ihrem 10. Hochzeitstag erfährt, dass ihr Ehemann eine Affäre und sogar ein uneheliches Kind hat, ziemlich interessant.
Cassie war noch sehr jung, als sie geheiratet hat und steht mit Anfang 30 vor den Scherben ihrer Ehe. Glücklicherweise hat sie drei Freundinnen, die ihr zur Seite stehen und ihr wieder zurück ins Leben helfen wollen. Die drei Freundinnen wohnen in unterschiedlichen Städten: New York, Paris und London. Und in genau diesen Städten soll sie die nächsten Monate verbringen. Nebenbei trifft sie kurz nach der Trennung noch ihren alten Freund Henry, der sie bei ihrem Vorhaben unterstützen will und ihr für jede Stadt eine to-do Liste anfertigt.

Der erste Drittel der Geschichte befasst sich mit New York. Dort kommt Cassie bei ihrer Freundin Kelly unter und nimmt ein Job in deren Mode-PR-Agentur an. Die Idee mit dem Tapetenwechsel fand ich eigentlich sehr gut. Nur ist Kelly absolut oberflächlich und die Message, die dem Leser vermittelt wird, finde ich absurd. Kelly trimmt Cassie zu einer Art Modepüppchen: Jeden Morgen geht es in aller Frühe zum Joggen, damit Cassie bald in die berühmte berüchtigte Size Zero passt. Kohlehydrate sind strikt verboten und Kelly achtet penibel darauf, dass Cassie nicht gegen dieses Gebot verstösst. (Als würde man nach einer solchen Trennung noch nicht genug leiden...) Und da der natürliche Look - laut Kelly - eine Katastrophe ist, schleppt sie Cassie auch gleich noch zum Frisör, zum Bikiniwaxing und zum Botox-Doc. Das I-Tüpfelchen sind dann überteuerte Markenkleider und Accessoires, die natürlich ein must-have sind. Sonst kriegt man natürlich keinen Kerl ab... Ist doch logisch... NICHT.
Der einzige Lichtblick in diesem Abschnitt ist Cassies Jugendfreund Henry, der der einzig "normale" in dieser verrückten New Yorker Modewelt zu sein scheint. Auch er ist von Cassies äusserer Veränderung nicht begeistert und beteuert, dass sie auch vorher gut ausgesehen hat.

Im zweiten Drittel geht es dann in Paris weiter. Dort wohnt Cassie bei ihrer Freundin Anouk, die genauso oberflächlich zu sein scheint, wie Kelly. Da Anouks Meinung nach Cassies Style zu amerikanisch ist, kriegt diese erneut ein Make-Over. Cassie geht wieder zum Frisör und wird schliesslich noch in ein Spa geschickt, in dem ihr durch eine spezielle Maschine Fettpolster "weggelasert" werden sollen. Hier war das I-Tüpfelchen, dass Anouk Cassie sagt, dass kein Mann eine Frau küssen will, die keine (farblich) zusammenpassende Unterwäsche trägt... Einmal erneut eine Meinung, bei der ich einfach nur den Kopf schütteln musste.
Auch hier trifft Cassie Henry wieder, der ihr erneut beteuert, dass ihr jetziges Aussehen nicht sie selbst ist. Mit ihm verbringt sie schliesslich auch ein spontanes Wochenende in Venedig, das so einige Überraschungen bereit hält.

Der letzte Drittel handelt von London und fällt etwas kürzer aus. Nach einem tragischen Todesfall und einem schockierenden Geständnis ihrer Freundin Anouk, kommt Cassie in London schliesslich bei ihrer Freundin Suzy unter, die gleichzeitig auch die Schwester von Henry ist. Suzy scheint sich nicht viel aus teuren Klamotten und sonstigem Schnick-Schnack zu machen und akzeptiert Cassie so wie sie ist. Anders als ihre anderen Freundinnen, schreibt sie Cassie nicht vor, wie sie sich zu verhalten hat. Und genau deshalb war sie mir auch die sympathischste der drei Freundinnen.
Das Ende hält doch noch einmal ein paar Wendungen bereit, die man als aufmerksamer Leser bereits vorherahnen konnte ;)

Grundsätzlich ist das Buch aber ziemlich unterhaltsam und lädt zum Schwärmen ein. Der einzig grosse Minuspunkt war für mich aber das schockierende Frauenbild, das eine weibliche Autorin hier vermittelt.
Keine Kommentare
(© Amazon / Goldmann Verlag)

Traumhaft verliebt
von Lori Wilde

Bewertung: ★★★☆☆

Christmas, Chick-Lit, 384 Seiten
Erscheinungsdatum: 15. November 2011
Verlag: Goldmann Verlag


Inhaltsangabe:
Die Story beginnt mit der 15-Jährigen Sarah, die ihre Ferien bei ihrer Grossmutter in Twilight – einem kleinen Dorf in Texas – verbringt. Im Dörfchen gibt es einen „First Love Cookie Club“ (der übrigens auch der englische Titel des Buches ist) und an den Brauch von sogenannten „Schicksalsplätzchen“ glaubt. Der Nutzen hinter diesen Schicksalsplätzchen entnehme ich einfach mal der Inhaltsangabe: „Wenn man in der Nacht vor Weihnachten ein Plätzchen unter sein Kissen legt, dann sieht man im Traum seinen Seelenverwandten …“
Genau so ist es auch bei Sarah passiert: Sie hatte in der Nacht vor Weihnachten von Travis geträumt. Der hatte jedoch vor, eine andere Frau zu heiraten. Also stürzt die 15-Jährige Sarah am Tag der Hochzeit in die Kirche und blamiert sich vor der gesamten Hochzeitsgesellschaft, indem sie Travis ihre Liebe gesteht.

Nach dieser Einleitung findet ein Zeitsprung statt. Sarah ist nun 24 Jahre alt und eine – mehr oder weniger – erfolgreiche Autorin, die auf Wunsch eines kleinen Mädchens nach Twilight zurückkehren sollte. Bald stellt sich heraus, dass das Mädchen Travis Tochter ist, der inzwischen wieder geschieden und auf dem Singlemarkt ist. Und damit nimmt das Schicksal(splätzchen) seinen Lauf…

Meine Meinung:
Ohne weiter spoilern zu wollen, muss ich gestehen, dass die Story sehr vorhersehbar ist. Es passiert zu keinem Zeitpunkt etwas, das mich komplett aus den Socken gehauen hätte und am Ende versucht die Autorin noch vergeblich eine – meiner Meinung nach missglückte – Wendung einzubauen, die aber sehr schnell abgehandelt wird.

Es handelt sich bei „Traumhaft verliebt“ um einen nette, wenn auch relativ unspektakuläre Geschichte, die man sicherlich zur Weihnachtszeit als kleine Lektüre für Zwischendurch lesen kann, aber dann auch schnell wieder in Vergessenheit gerät.
Keine Kommentare
(© Amazon / Goldmann)

Hollys Weihnachtszauber
von Trisha Ashley

Bewertung: ★★★☆☆

Christmas, Chick-Lit, 513 Seiten
Erscheinungsdatum: 18. November 2013
Verlag: Goldmann


Ursprünglich hatte ich mir vorgenommen, das Buch zur Weihnachtszeit zu lesen, doch leider bin ich dann doch erst im neuen Jahr dazu gekommen.

Ich habe lange überlegt, wie viele Sterne ich dem Buch geben soll und war mit 3/5 ein wenig grosszügig, denn zeitweise musste ich mich richtig dazu zwingen, die Geschichte zu Ende zu lesen.

Inhalt:
Die Geschichte beginnt mit der Einführung des Charakters Holly, die sich kurzfristig vor Weihnachten in einem abgelegenen Dorf in England als "Housesitterin" um das dortige Anwesen und die tierischen Bewohner kümmern soll. Da sie sich selbst als "rätselhafte Baptistin" bezeichnet und viele negative Erfahrungen mit Weihnachten verbindet und dementsprechend ohnehin nicht feiern will, sagt sie zu.

Meine Meinung:
Soweit so gut. Das Ganze klang interessant und bot eine gute Grundlage für eine interessante Geschichte. Und jetzt folgt das altbekannte grosse "Aber...": Die ersten 200 Seiten ziehen sich unglaublich hin und ich war ein paar Mal drauf und dran, das Buch für immer weg zu legen. Es werden unendlich viele Details erwähnt, die die Story nicht voranbringen und in diesem Ausmass überflüssig sind. Es ist zwar nett zu lesen, wie gut Holly kochen kann und die Gerichte zu Weihnachten passen, doch irgendwann hatte ich die Nase voll davon, beinahe alle Zutaten für irgendwelche Gerichte herunterlesen zu müssen. Ein weiteres Beispiel ist Hollys Betonung, dass sie kein Weihnachten feiert. Für mich als Leser ist es nicht sonderlich interessant, 20x zu lesen, wie sie die Tatsache jedem Bewohner einzeln klar macht.
Kurz gesagt: Die ersten 200 Seiten hätte man auch deutlich kürzen können, so dass man sich nicht stellenweise hätte durchkämpfen müssen.

Die 2. Hälfte bzw. der letzte Drittel des Buches schien dann interessanter zu werden. Wie in der Inhaltsangabe erwähnt, kehrt plötzlich der eigentliche Hausbesitzer, Jude, überraschend zu seinem Anwesen zurück. Das versprach vor allem deswegen interessant zu werden, weil Holly und Jude sich fast in jedem Kapitel über das Telefon gestritten hatten.
Tatsächlich nahm die Geschichte etwas an Fahrt auf, denn neben Jude stiessen auch ein paar andere Überraschungsgäste dazu, die das Geschehen ein wenig auflockerten und endlich frischen Wind reinbrachten.
Was ich im letzten Teil schade fand, war, dass die Story zwischen Jude und Holly plötzlich - quasi aus dem Nichts - hastig vorangetrieben und schnell beendet wurde (in welcher Hinsicht, lasse ich an dieser Stelle offen, schliesslich will ich ja nichts vorneweg nehmen). An und für sich hätte ich damit kein Problem, doch in Anbetracht der Tatsache, dass sich die Autorin in der ersten Hälfte des Buches in Details verliert, hätte hier noch deutlich mehr herausgeholt werden können.

Alles in allem ist es aber nette Geschichte, die aber relativ unspektakulär ist und bei mir wahrscheinlich relativ bald in Vergessenheit gerät.

Zwei sehr positive Aspekte muss ich zum Schluss aber dennoch einfügen:
Zum einen ist es die kleine Nebenstory rund um Hollys Oma. Holly nimmt das Tagebuch ihrer Oma mit auf das Anwesen und liest jeden Abend darin. Wir Leser kriegen davon mit, indem jedes Kapitel im Buch mit einem kurzen Tagebuchausschnitt beginnt. Die Nebenstory ist damit selbst eine kleine Liebesgeschichte, die ich zeitweise sogar mit mehr Spannung verfolgt hatte, als die Hauptstory. Am Ende schliesst sich sogar der Kreis, indem eine Verbindung von der Neben- zur Hauptstory (bzw. umgekehrt) gemacht wird.
Eine weitere nette Kleinigkeit war, dass die Autorin ein paar wenige Rezepte der Gerichte, die Holly gekocht hat, im Anhang auflistet. Das fand ich deshalb schön, weil es die Tatsache, dass so oft über das Essen geschrieben wurde, teilweise wieder gut macht.
Keine Kommentare
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Schweizerin. Liebt Bücher. Bevorzugte Genres: Young Adult, (Urban) Fantasy, Dystopia, Thriller, (Historical) Fiction.

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