• Home
  • Über mich
    • Contact
    • To-Read Liste
  • Rezensionen
  • Challenges
    • Challengeübersicht
    • SuB-Senioren Challenge
  • Blogger Aktionen
    • Top & Flop of the month
    • Waiting on Wednesday
    • Top Ten Thursday
    • Cover Theme Day
    • Aktion Stempeln
  • Impressum
  • Datenschutz
Instagram Bloglovin rss Goodreads Email Facebook

between the lines.

(© dtv)

Onyx Storm (Flammengeküsst #3)
von Rebecca Yarros

Bewertung: ★★★☆☆

NA Romantasy, 928 Seiten
Erscheinungsdatum: 21. Januar 2025
Verlag: dtv


Inhaltsangabe:
Nach fast achtzehn Monaten am Basgiath War College weiß Violet, dass die Zeit für theoretische Übungen vorbei ist. Die Zeit für Unsicherheit ist vorbei. Denn der Krieg hat begonnen und mit Feinden sowohl innerhalb als auch außerhalb der Mauern ist es schwer, zu wissen, wem man vertrauen kann.
Violet muss jenseits des Schutzzaubers in unbekannten Ländern nach Verbündeten suchen. Die Reise wird ihren Verstand, ihre Fähigkeiten und ihr Glück fordern, aber sie wird alles tun, um zu retten, was sie liebt: ihre Drachen, ihre Familie, ihre Heimat – und ihn.
Selbst, wenn es bedeutet, ein Geheimnis zu bewahren, das alles zerstören könnte.
Sie benötigen eine Armee. Sie benötigen Macht. Sie benötigen Magie. Und die eine Sache, die nur Violet finden kann: die Wahrheit.
Doch ein Sturm zieht auf … und nicht alle werden seinem Zorn standhalten können. 

Meine Meinung:

! Achtung: Enthält Spoiler zu den vorherigen zwei Bänden der Reihe !

An dieses Buch bin ich mit gemischten Gefühlen herangegangen. Nachdem Fourth Wing, der Auftakt dieser Reihe, für mich ein Überraschungshit war, den ich nicht mehr aus den Händen legen konnte, konnte der zweite Band – Iron Flame – mit seinem Vorgänger nicht mehr mithalten. Aus diesem Grund wollte ich nicht mit zu hohen Erwartungen an diesen dritten Band herangehen, was mich vermutlich vor einer grossen Enttäuschung bewahrt hat, denn auch diese Fortsetzung leidet unter denselben Problemen wie sein Vorgänger.

Der dritte Band setzt da an, wo der vorherige aufgehört hat. Das Basgiath War College wurde gerettet, doch die Gefahr durch die Venin und Wyvern ist nicht gebannt. Violet und ihre Freund:innen müssen mit Generälen und Lehrer:innen aus dem College einen Plan schmieden, wie die Menschheit gerettet werden kann. Dabei steht die Suche nach der 7. Drachenrasse, den Irid, im Fokus. Denn wie sich im letzten Buch herausgestellt hat, gehört Violets Drache Andarna dieser Rasse an, und nur mit ihnen lässt sich der Obelisk aktivieren, der den Schutzzauber vor den Bösen ermöglicht. Doch die Suche birgt viele Gefahren – insbesondere, da Violet noch eine zweite Mission verfolgt: Sie will ein Heilmittel finden, da Xaden sich im letzten Band in einen Venin verwandelt hat und er dadurch zur Gefahr werden könnte...

Nachdem ich die Handlung noch einmal zusammengefasst habe, muss ich zugeben, dass sie sich auf den ersten Blick eigentlich ganz interessant anhört. Nur die Umsetzung ist leider mit über 900 Seiten nicht ganz gelungen und es hat sich beim Lesen vieles sehr langatmig angefühlt. Dadurch, dass Violet mit ihren Freund:innen durch die ganzen Länder und Gebiete der Drachenwelt reisen muss, wechseln die Schauplätze zwischen den Kapiteln manchmal sehr schnell, obwohl es sich um weite Entfernungen mit mehrstündigen oder sogar -tägigen Flügen handelt. An den jeweiligen Schauplätzen angekommen, fühlt sich das Tempo dann wieder zäh wie Kaugummi an, weil die Kapitel meistens nur aus nicht endenden wollenden politischen Debatten und dem Schmieden von Plänen bestehen.
Immer wieder müssen Violet und ihre Freund:innen irgendwelche Personen von ihren Ideen und Plänen überzeugen und dabei Verhandlungen oder auch kurzzeitige Kämpfe austragen, aber enttäuschenderweise nie so, dass wirklich Spannung aufkommt. Stattdessen werden wir ständig mit Infodumping überrollt, wenn Violet mal wieder ein neues Buch ihres Vaters "freischaltet" und neue Geheimnisse erfährt, sodass wir zwar viel über das Worldbuilding erfahren, die Handlung aber gefühlt nicht vorankommt. Alles fühlt sich unglaublich redundant und zäh an.

Der grösste Schwachpunkt neben der fehlenden Spannung ist und bleiben die vielen (Neben-)Charaktere. Schon im letzten Band war die Figurenanzahl kaum mehr zu überschauen und ich hatte bereits damals kritisiert, dass sich die Nebencharaktere bloss wie Statisten anfühlen, die nur dann zum Zug kommen, wenn sie für Violets Plot Armor zweckdienlich sind. Daran hat sich auch im dritten Band nichts geändert – es ist eher noch zehnmal schlimmer geworden. Neben den zahlreichen Freund:innen von Violet und Xaden, kommen nun an jedem Schauplatz noch mehr Könige, Prinzen, Generäle, Prinzen, Feinde oder Verbündete vor, die wir knapp mit dem Namen kennenlernen, aber sonst keinerlei Persönlichkeit besitzen. Besonders Violets Freund:innen unterscheiden sich nur durch ihre Namen, ansonsten verhalten sich allesamt genau gleich: Sie sind mutig, ehrlich, loyal und stark und stehen Violet immer zu Seite (besonders mit ihren jeweiligen Siegelkräften), wenn sie gebraucht werden. Ansonsten haben sie keinerlei Eigenheiten, die ihnen irgendeine Art von Tiefe geben oder sie voneinander unterscheiden lässt.
Die Anzahl neuer Charaktere nimmt mit jedem Kapitel stetig zu, sodass man irgendwann einfach den Überblick verliert und bei mir das letzte bisschen Hoffnung gestorben ist, dass Yarros es noch irgendwann schafft, den Figuren irgendeine Art von Tiefe zu verleihen.
Dies hat sogar dazu geführt, dass irgendwann zwei (neue?) Charaktere sterben, was als sehr traurig dargestellt wird und ich mich nur dachte: WER ZUR HÖLLE WAREN DIE BEIDEN EIGENTLICH?!
Man sieht: Die Schicksale der vielen Nebencharaktere konnten mich emotional nicht berühren – Wie auch, wenn es die Autorin nicht schafft, ihnen Persönlichkeiten zu vergeben, die mir einen Zugang zu ihnen ermöglicht hätte. Und ich befürchte, dieses Problem wird auch im nächsten Band nur noch schlimmer, als besser.

Leider habe ich auch kaum mehr Sympathien für unsere beiden Turteltäubchen und Protagonst:innen Violet und Xaden. Während Violet mir im letzten Band mit ihrer plötzlichen Unsicherheit und krankhaften Eifersucht nur noch auf die Nerven gegangen ist, hat sich dieses Verhalten im dritten Band zum Glück gelegt. Trotzdem bin ich kein Fan mehr von ihr, weil sie zu sehr als ✨ special snowflake ✨ dargestellt wird, die praktischerweise immer aus allen Situationen mit Deus Ex Machina Momenten glimpflich davon kommt.
Xaden ist demgegenüber nur noch ein Schatten seiner Selbst (haha – Wortspiel). Während er im ersten Band als selbstbewusster, arroganter, aber unglaublich attraktiver Book Boyfriend eingeführt wurde, ist er hier nur noch ein Häufchen Elend. Der grosse Plot Twist im letzten Band war ja, dass er sich in ein Venin verwandelt hat. Das hatte aber während den über 900 Seiten in diesem Buch eigentlich kaum Konsequenzen, denn Xaden war bis auf gelegentliche rote Ränder in seiner onyxfarbenen Iris (haha...) immer noch sich selbst. Ausser, dass er 4678978748 mal betonen musste, wie gefährlich, dass er nun für Violet geworden ist und sie sich von ihm fernhalten muss. Edward Cullen lässt grüssen! Und natürlich halten sich die beiden doch nicht voneinander fern, sodass das Venin-Dasein eigentlich bis auf das letzte Kapitel 0 Einfluss auf den Plot in diesem Buch hatte.

Der Romance zwischen den beiden ist zudem auch die Puste ausgegangen. Nach dem Eifersuchtsdrama im letzten Band, waren die Rollen diesmal jedoch umgekehrt: Es wird ein Ex-Freund Violets in die Handlung eingeführt, der diesmal Xaden (grundlos) eifersüchtig werden lässt.
Es gab auch wieder 3-4 spicy Szenen, die ich maximal grob überflogen (und irgendwann ganz übersprungen) habe, weil ich solche Szenen einfach nur überflüssig finde und sie in diesem Fall so schlecht geschrieben waren, dass ich mir das Lachen verkneifen musste. Aber ansonsten ist der Funke zwischen den beiden, für mich beim Lesen irgendwie erloschen, auch wenn Yarros zwanghaft durch konstruierte Dramen versucht, ihn am Leben zu erhalten.

Und nachdem während 850 Seiten gefühlt gar nichts passiert, geht auch hier am Ende dann Yarros-typisch wieder die Post ab und die Ereignisse überschlagen sich durch actionreiche Kämpfe und einem erneuten Cliffhanger, der neugierig auf den nächsten Band machen soll.

Positiv bleibt lediglich das interessante Worldbuilding und die Drachen zu erwähnen, aber sonst kann leider weder der "Plot", noch die Charaktere überzeugen.

Fazit:

Onyx Storm besteht mit über 900 Seiten fast ausschliesslich aus Filler-Szenen, was das Lesen unglaublich zäh macht. Zwar erfährt man viel über die Drachen und das Worldbuilding, doch es fehlt an Spannung, und die Nebencharaktere bleiben einfach blass. Die Reihe hätte als Trilogie besser funktioniert. Stattdessen scheint Yarros den immer gleichen Konflikt zwischen Gut und Böse nun über fünf Bände zu ziehen, ohne ein klares Konzept für die einzelnen Bände zu haben, was das Lesen unglaublich langatmig macht.
Ich werde wohl den 4. Band lesen, habe aber wenig Hoffnung, dass Yarros den Zauber des ersten Bandes – einer gelungenen Mischung aus Fantasy, Action und Romance – wiederbeleben kann.
2.75 Sterne gibt es diesmal von mir.
8 Kommentare
(© Argon)

Belladonna* (Belladonna #1)
von Adalyn Grace
Gelesen von Lena Münchow

Bewertung: ★★★☆☆

YA Fantasy, Audiobook
Spieldauer: 11 Stunden und 38 Minuten
Erscheinungsdatum: 05. Januar 2024
Verlag: Argon


*Rezensionsexemplar von Netgalley. Vielen Dank an den Argon Verlag.

Inhaltsangabe:
Signa ist vom Tod berührt. Seit ihre Eltern gestorben sind, glauben ihre Verwandten, dass sie verflucht ist. Bis Signa eines Tages von ihrem Cousin in das wunderschöne Herrenhaus Thorn Grove eingeladen wird. Die rauschenden Bälle und eleganten Gäste faszinieren Signa, doch der Glanz verbirgt ein düsteres Geheimnis. Die Tochter des Hauses, Blythe, wurde vergiftet und der Täter steht der Familie näher als vermutet. Als der Tod dann höchstpersönlich erscheint, um Signa bei dem Rätsel zu helfen, weckt er in ihr verbotene Gefühle, die sie in einen dunklen Abgrund reißen könnten ... 

Meine Meinung:

Eigentlich lese ich ja kaum mehr YA Romane, und ich weiss gar nicht mehr, warum ich bei "Belladonna" eine Ausnahme gemacht und mich für ein Leseexemplar beworben habe. Vielleicht war es das schöne, ansprechende Cover. Vielleicht war es auch der Umstand, dass mir der Titel so oft auf diversen Buchcommunitys begegnet ist.

Doch beginnen wir zunächst beim Inhalt: Der Tod begleitet Protagonistin Signa bereits ihr Leben lang. Immer wieder sterben ihr nahestehende Personen, bis sie schliesslich bei ihrer Tante landet. Eines Tages berührt sie ihre Tante, die daraufhin verstirbt, sodass klar wird, dass Signa die magische Fähigkeit besitzt, andere Menschen durch ihre Berührung zu töten.
Kurze Zeit später wird Signa nach Thorn Grove eingeladen, wo sie sich während der gesamten restlichen Geschichte aufhalten wird. Dort lernt sie nicht nur verschiedene Leute kennen, sondern merkt sehr bald, dass Blythe, die Tochter des Hauses, von jemandem vergiftet wird. Und Signa macht es sich zur Aufgabe, Blythe zu schützen und herauszufinden, wer hinter all dem steckt.

Die Idee des Buches und die Auseinandersetzung mit dem Thema Tod fand ich ganz gut. Nur leider hat mich die Umsetzung nicht besonders vom Hocker gehauen, was zwei Gründe hatte: Zum einen war das Erzähltempo einfach unerträglich langsam. Nachdem Signa in Thorn Grove ankommt, passiert eigentlich fast gar nichts mehr, ausser unendlich vielen Gesprächen mit unterschiedlichen Personen. Der „Kriminalfall“ um Blythes Vergiftung klingt in der Theorie spannender, als es letztendlich war, denn es ist nicht so, als wäre wirklich Spannung aufgekommen oder als hätte man miträtseln können, wer denn hinter all dem steckt, weil man dafür einfach zu wenig Informationen hatte. Die Handlung plätschert vor sich hin und besteht immer wieder aus Begegnungen mit dem Tod, der im Buch nicht nur als Konzept, sondern tatsächlich als Person besteht.
Erst im letzten Viertel werden dann plötzlich alle Ereignisse auf einmal aufgedeckt, und es folgt eine nicht endend wollende Erklärung für all das, was in Thorn Grove vor sich geht. Die Mischung des Erzähltempos und Infodumpings fand ich sehr ungeschickt gewählt. Es fühlt sich so an, als wäre während 3/4 des Buches kaum etwas passiert und am Ende wird dann alles auf einmal aufgelöst, sodass man kaum mehr mitkommt.
Der zweite Grund, warum mich das Buch nicht umgehauen hat, ist der Umstand, dass das Buch eigentlich kaum Neues bietet, das nicht in x-facher Form im YA Genre schon einmal gelesen habe. Am meisten ist mir dabei der personifizierte Tod ins Auge gestochen, den ich zwar als Charakter mochte, aber die Idee dahinter und die Beziehung zwischen ihm und Signa hat mich schon sehr stark an eines meiner Lieblingsbücher erinnert: Das unsichtbare Leben der AddieLaRue von V.E. Schwab.
Aber auch sonst sind eigentlich alle Tropes im Buch enthalten, die man auch in allen anderen gängigen 0815 YA Fantasyroman-Reihen findet. Das muss nicht bedeuten, dass ein Buch schlecht ist, es hebt sich halt nur nicht von der Masse der restlichen Bücher aus dem Genre ab.

Neben all der Kritik gab es aber auch Aspekte, die mir gefallen haben. Zum einen waren das die Charaktere, die für einen YA Roman ganz gut ausgearbeitet wurden. Der Tod war dann tatsächlich der Charakter, der mir am besten gefallen hat.
Auch die Liebesgeschichte war schön zu lesen, selbst wenn sie sehr vorhersehbar war. Sie hat aber nicht den Hauptteil des Buches eingenommen, sondern verlief zart im Hintergrund, mit Szenen, die mir beim Lesen manchmal ein Bauchkribbeln verursacht haben. Der einzige Kritikpunkt dabei war eigentlich nur, dass es mir so auf den Zeiger geht, dass alle YA-Autorinnen scheinbar ein Faible dafür haben, dass die männlichen Love Interests ihre Angebetete immer mit Spitznamen ansprechen müssen, als wären die Frauen irgendwelche Haustiere. So war es auch hier der Fall, dass der Tod Signa immer "Vögelchen" genannt hat - warum, ist mir schleierhaft.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und konnte der Erzählung gut folgen. Auch die Sprecherin passt gut zum Alter der Charaktere und dem Genre.

Fazit:

Alles in allem ist Belladonna ein durchschnittlicher YA-Fantasyreihenauftakt. Wer neu in dem Genre ist, wird vermutlich Freude an dem Buch finden. Wer viel YA liest, wird hier jedoch wenig Neues finden, da nahezu alle gängigen Tropes des Genres enthalten sind. Dadurch hebt sich Belladonna leider kaum von der Masse an YA Fantasyromanen ab, wodurch es von mir durchschnittliche 3 Sterne erhält.
Die weiteren Teile werde ich nicht mehr lesen. Einerseits wirkt die Erzählung in sich abgeschlossen (bis auf den "Cliffhanger" eines neuen Kriminalfalles), andererseits konnte mich die Autorin nicht genügend "catchen", als dass ich unbedingt wissen müsste, wie es mit Signa weitergeht.
4 Kommentare
(© Argon Verlag)

Vier Farben der Magie* (Shades of Magic #1)
von V.E. Schwab
Gelesen von Peter Lontzek

Bewertung: ★★☆☆☆

YA Fantasy Audiobook
Spieldauer: 12 Stunden und 53 Minuten
Erscheinungsdatum: 27. April 2017
Verlag: Argon

* Gehört auf audioteka.com/de [Werbung]. (2 Wochen kostenloses Probeabo möglich)

Inhaltsangabe:
Es gibt vier Farben der Magie: Im Roten London befindet sie sich im Gleichgewicht mit dem Leben. Im Weißen wird die Magie versklavt, kontrolliert, unterdrückt. Dem Grauen London ist sie fast abhandengekommen. Und im Schwarzen London hat sie das Leben selbst vertilgt. Als einer der wenigen Antari springt Kell zwischen den verschiedenen Welten hin und her. Doch er führt ein Doppelleben: Er ist Botschafter der Könige, aber auch ein Schmuggler. Eines Tages wird ihm ein schwarzer Stein zugesteckt, den er vom Weißen London ins Graue transportieren soll. Dass es sich um ein mächtiges magisches Artefakt handelt, merkt er erst, als er sich von einem gefährlichen Feind verfolgt sieht, der ihm das gute Stück abjagen möchte und dabei vor keinem Mittel zurückschreckt. Auf der Flucht trifft der Magier die gewitzte Diebin Delilah Bard, die Kell zunächst ausraubt, ihm dann aber hilft. Allerdings erwartet sie eine Gegenleistung von ihm ...

Meine Meinung:

Diese Rezension auf meinem Blog zu veröffentlichen ist ein Novum für mich, denn ich habe noch nie eine ausführliche Meinung zu einem Reread geschrieben. Das erste Mal habe ich das Buch 2018 gelesen und meine Rezension dazu findet ihr unter diesem Link.
Wenn ich meine damalige Rezension mit dem heutigen Reread vergleiche, dann gibt es doch massive Unterschiede, wie ich die Geschichte, die Charaktere und der Reihenauftakt ganz allgemein wahrgenommen habe.

Ich muss jedoch erwähnen, dass ich 2018 auf einem ziemlichen "V.E. Schwab-Hype-Trip" war und nahezu alle ihre Bücher verschlungen habe und als grosser Fan der Autorin über viele Schwächen hinweggesehen habe, was meine damalige sehr grosszügige Bewertung zum Teil erklären würde.
Ironischerweise hatte ich im Anschluss nie Lust, die Fortsetzung zu lesen und ich konnte mich auch relativ bald an überhaupt nichts mehr vom Inhalt oder den Charakteren erinnern. Und beides spricht für mich im Nachhinein nicht gerade dafür, dass meine damalige Wertung wirklich echt war - denn ein Buch, das mich angeblich so begeistert, hätte ich nicht so schnell vergessen und auch unbedingt wissen wollen, wie sich die Handlung in den Folgebänden weiterentwickelt.

Lange Rede kurzer Sinn: "Vier Farben der Magie" hat mir insgesamt leider nicht gefallen. Und das fängt direkt schon bei der Story an, die sich in wenigen Sätzen zusammenfassen lässt: Protagonist Kell ist ein Antari, der auf magische Weise zwischen verschiedenen Welten hindurchwandern kann. Die verschiedenen Welten sind dabei vier verschiedene Versionen Londons, die aber bis auf den Namen wenig gemeinsam haben. Kell verbringt seinen Alltag damit, verschiedene Botengänge zwischen den Welten zu erledigen, bis er eines Tages einen ominösen Stein irgendwo hinbringen muss. Der Stein scheint sehr begehrt zu sein und ruft einige Feinde auf den Plan, die Kell das magische Artefakt abnehmen wollen. Doch er bekommt unerwartet Hilfe von einer jungen Diebin, die ihm auf seinem Abenteuer begegnet und ihm hilft, den Auftrag zu erfüllen...

Zusammengefasst klingt die Handlung noch vielversprechend, in der Ausführung hat sich aber gezeigt, dass der Plot eigentlich sehr dünn ist und wenig hergibt. Die ganze Einleitung in Kells Arbeit als Botenjunge zieht sich ziemlich lange hin und selbst nachdem das Abenteuer mit dem Stein losgeht und einige actiongeladene Szenen passieren, ist bei mir trotz allem keine Spannung aufgekommen.
Es gab weder fesselnde Momente, noch irgendwelche Überraschungen, die mein Interesse wecken konnten und das Zuhören hat sich ehrlicherweise zäh wie Kaugummi angefühlt, sodass ich immer wieder mit meinen Gedanken abgeschweift bin.

Lustigerweise habe ich 2018 die angeblich vielschichtigen Charaktere positiv hervorgehoben und dieses Mal dachte ich die ganze Zeit über, dass mir bisher selten so blasse und nichtssagende Hauptcharaktere begegnet sind, wie Kell und Lilah. Man erfährt eigentlich nichts über die beiden, bis darauf, dass der eine ein Botenjunge ist und die andere eine Diebin. Ansonsten scheinen beide keinerlei Charaktereigenschaften zu besitzen, die sie irgendwie erinnerungswürdig machen würde und ich fand, dass es Schwab dieses Mal nicht gelungen ist, ihre Charaktere gut auszuarbeiten (auch nicht die Nebencharaktere oder die Antagonist:innen). Und das hat dazu geführt, dass mir deren Schicksale eigentlich relativ egal waren.

Das einzig Positive, das ich auch nach dem Reread erwähnen kann, ist die Idee zum Worldbuilding. Ich finde es nach wie vor schön, dass sich die Autorin bei jeder neuen Buchreihe oder jedem neuen Einzelband aus ihrer Comfort Zone herausbewegt und neue Ideen ins Zentrum stellt. Da ihre Bücher aber so unterschiedlich sind, führt das natürlich auch zwangsläufig dazu, dass einem nicht jedes ihrer Bücher gefallen kann.

Zuletzt möchte ich auch noch ein paar Worte zur Hörbuchfassung verlieren: Das Hörbuch wird von Peter Lontzek gesprochen und obwohl er sich sehr bemüht, war seine Erzählstimme überhaupt nicht mein persönlicher Geschmack. Er hat eine Stimme, die mich an Sprecher einer stinklangweiligen Tierdoku erinnern und diese Assoziation hat deshalb nicht unbedingt geholfen, dass ich die Handlung als noch langweiliger erlebt habe, als sie es ohnehin schon war. Aber das ist ein absolut subjektiver Kritikpunkt und selbstverständlich nicht in meine Bewertung miteingeflossen, da Lontzek seine Sache an und für sich gut macht und er nichts dafür kann, wenn mich seine Stimme zum Einschlafen bringt. ;D

Fazit:

Leider konnte mich der Reread des Weltenwanderer-Auftakts nicht mehr überzeugen. Das Worldbuilding würde Potenzial bieten, aber der Plot ist sehr dünn und die Charaktere so blass, dass beide in Kombination die Hörerfahrung ziemlich anstrengend und uninteressant gemacht haben.
Ich werde der Fortsetzung dennoch eine Chance geben, aber falls sich im zweiten Band nicht mehr Spannung oder Charaktertiefe einstellt, dann werde ich die Reihe vermutlich relativ rasch abbrechen. 2.5 Sterne gibt es dieses Mal von mir für das Buch.
8 Kommentare
(© dtv)

Iron Flame (Flammengeküsst #2)
von Rebecca Yarros

Bewertung: ★★★★☆

NA Fantasy, 960 Seiten
Erscheinungsdatum: 01. Dezember 2023
Verlag: dtv


Inhaltsangabe:
Violet muss entscheiden, ob sie ans tödliche Basgiath War College zurückkehren will ... und inwieweit sie Xaden vertrauen kann. Alle hatten erwartet, dass Violet Sorrengail während ihres ersten Jahres am Basgiath War College sterben würde - Violet eingeschlossen. Doch sie hat überlebt.
Das richtige Training beginnt erst jetzt und Violet fragt sich, wie sie das überstehen soll. Die Herausforderungen sind zermürbend, extrem brutal und dafür gedacht, die Schmerzgrenze der Reiter ins Unermessliche zu treiben, aber das grösste Problem ist der neue Vizekommandeur, der Violet brechen will - es sei denn, sie hintergeht den Mann, den sie liebt.
Auch wenn Violets Körper schwächer und fragiler ist, hat sie immer noch ihren Verstand - und ihren eisernen Willen. Und die wichtigste Lektion, die sie bisher gelernt hat, scheinen alle anderen zu vergessen: Drachenreiter machen ihre eigenen Regeln ...

Meine Meinung:

"Iron Flame" ist das Buch, das ich in diesem Jahr am sehnsüchtigsten erwartet habe, nachdem ich "Fourth Wing", den Vorgänger, in diesem Sommer regelrecht verschlungen hatte. Obwohl auch der erste Band nicht perfekt war und seine Schwächen hatte, war es eines meiner Jahreshighlights und nach dem spannenden Cliffhanger, waren meine Erwartungen an die Fortsetzung natürlich dementsprechend hoch - vielleicht sogar zu hoch? 

Dieser Band setzt nahtlos an die Ereignisse aus vorherigen Buch an, nachdem wir erfahren haben, dass Violets Bruder Brennan gar nicht tot ist und er seit Monaten mit Xaden und weiteren Rebellen im Geheimen zusammenarbeitet. Doch die Wiedersehensfreude währt nicht lange, denn nach dem blutigen Kampf sind Violet und ihre Schulkamerad:innen an Informationen gelangt, die ihnen das Leben kosten könnten. Und deshalb entscheiden sie sich für den einzig sicheren Weg aus dieser Misere: Sie kehren ans Basgiath College zurück und tun so, als wüssten sie von nichts. Insgeheim forscht Violet jedoch weiter, was es mit ihrer Welt voller Drachen auf sich hat, und bringt sich dabei immer mehr in Gefahr...

Die Autorin hat das Buch in zwei Teile unterteilt, wobei die erste Hälfte hauptsächlich am Basgiath College spielt. Da alle nun ein weiteres Schuljahr absolviert haben, haben sich dadurch auch ihre Position innerhalb der Schule verändert. Xaden ist inzwischen nicht mehr Wingleader, sondern Lieutenant, sodass er fortan an einem Aussenposten stationiert ist, der mehrere Flugstunden Basgiath und Violet entfernt ist.
Natürlich stellt das für das frisch verliebte Pärchen eine grosse Herausforderung dar. Doch da auch ihre beiden Drachen miteinander verbunden sind und diese nicht länger als einen bestimmten Zeitraum voneinander getrennt sein können, gibt es wieder mal eine Sonderregel für die beiden Turteltäubchen, die besagt, dass sich Xaden und Violet alle zwei Wochen für einen kurzen Zeitraum sehen dürfen.
Einerseits hat sich mein Xaden-Fanherz darüber gefreut, dass wir nicht gänzlich auf Szenen mit ihm verzichten müssen, andererseits fand ich die ganze Situation aber schon sehr konstruiert, nur damit wir nicht auf gemeinsame Szenen der beiden verzichten müssen.
Im letzten Band habe ich mich noch ganz begeistert über die Beziehung von Xaden und Violet geäussert und positiv hervorgehoben, dass ich erleichtert bin, dass die Autorin dieses Will-They-Won't-They nicht ewig lang herausgezögert hat und Konflikte zwischen den beiden auf eine erwachsene Weise durch Kommunikation geklärt wurde. Dieses Kompliment muss ich für den zweiten Band bedauerlicherweise zurücknehmen, denn ich fand es sehr anstrengend, was aus Violet und Xaden als Paar geworden ist und wie die Autorin die Dynamik zwischen den beiden in diesem zweiten Band dargestellt hat.
Violet ist zu Beginn des Buches sauer auf Xaden, weil sie im letzten Band erfahren hat, dass er so viel von ihr verheimlicht hatte. Das führt dazu, dass jedes Treffen der beiden in diesem Buch genau gleich abläuft: Violet ist sauer, macht Xaden Vorwürfe, die beiden streiten sich und haben dann leidenschaftlichen, lebensverändernden Sex - und das JEDES MAL. Das war mit der Zeit irgendwie anstrengend und ermüdend zu lesen. Vor allem, weil abgesehen davon in der ersten Hälfte des Buches eigentlich gar nicht viel mehr passiert und die Story damit auf der Stelle tritt. Und ich glaube, wäre es dabei geblieben, hätte ich dem Buch eine noch niedrigere Bewertung vergeben.

In der Mitte des Buches wurde meine Geduld aber dann zum Glück belohnt, denn endlich gab es ein wenig Action, die nicht nur Spannung erzeugt hat, sondern auch endlich den Plot voranbrachte.
Die Ereignisse führen einerseits zu neuen Erkenntnissen, aber auch zu einem Schauplatzwechsel weg von der Schule, der aus meiner Sicht dringend notwendig war.
Der zweite Teil spielt dann in Xadens Elternhaus, in dem man sich auf den grossen Showdown vorbereitet, für den unsere Protagonist:innen einige Hürden zu bewältigen haben, das etwas Abwechslung reingebracht hat.

Obwohl mir der zweite Teil des Buches deutlich besser gefallen hat, hat sich die Beziehungsdynamik zwischen Xaden und Violet und auch die Charakterentwicklung der beiden noch einmal verschlimmert. Ich weiss nicht, was passiert ist, aber von der starken, selbstbewussten und eigenwilligen Protagonistin aus dem ersten Band, die durch ihren Mut so viele gefährliche Situationen überstanden hat, ist leider nicht mehr viel übriggeblieben. Stattdessen bekommen wir hier eine fast schon Bella-Swan-artige Protagonistin präsentiert, die nur durch Unsicherheit, Eifersucht und Selbstzweifel getrieben wird - und das meiste davon bezieht sich auf ihre Beziehung zu Xaden. Verschlimmert wird das Ganze auch dadurch, dass plötzlich Xadens Exfreundin auftaucht, die Violet scheinbar noch das restliche Häufchen Selbstbewusstsein genommen hat. Ich kann es nicht anders sagen: Aber Violet hat mich in diesem Band mit ihrer kindischen, eifersüchtigen und unsicheren Art einfach nur noch genervt.
Und so schwer es mir fällt, das zuzugeben, das gilt leider auch für Xaden. Xaden mutiert in diesem Buch ein bisschen zu einem überfürsorglichen Typen, der an Edward Cullen und/oder Christian Grey erinnert. Plötzlich ist ihm jede Situation zu gefährlich und er würde Violet am liebsten Zuhause einsperren, statt auf ihre Fähigkeiten zu vertrauen und sie - wie im ersten Band - darin zu bestärken, dass sie schwierige Situationen alleine bewältigen kann. Aber dadurch, dass die beiden es nicht hinbekommen, ein vernünftiges Gespräch miteinander führen und jeder Streit mit Sex aufgelöst wird, drehen sich die Diskussionen immer wieder im Kreis.
Während die Spicy Szenen im letzten Band genau die richtige Menge und "Würze" hatten, gab es für meinen Geschmack in diesem Buch zu viele erotische Szenen. Xaden und Violet konnten nie die Finger voneinander lassen und die Autorin hat die beiden so dargestellt, als wären sie Tiere, die ihren Trieben nicht widerstehen können. Das hat manchmal auch zu Szenen mit Fremdschampotenzial geführt, sodass Violet und Xaden mehr als einmal vor ihren Freund:innen oder Familienmitglieder übereinander hergefallen sind. Es ist ja schön und gut, dass ein frisch verliebtes Pärchen heiss aufeinander ist, aber dass man sich so wenig unter Kontrolle hat und in den unpassendsten Momenten so angeturnt ist, fand ich einfach lächerlich. Draussen herrscht Krieg, Menschen sterben und die beiden denken nur daran, Sex miteinander zu haben? Ernsthaft?

Was ich auch schade fand, war der Umstand, dass die ganzen Nebencharaktere sehr stiefmütterlich behandelt werden und nur auftauchen, wenn sie dem Plot zweckdienlich sind. Dabei gäbe es so viele Charaktere, die es verdient hätten, mehr Raum zu bekommen, was vielleicht auch zu mehr Abwechslung geführt hätte, zwischen den immer gleichen Szenen zwischen Xaden und Violet.

Was mir trotz dieser Kritikpunkte aber gut gefallen hat, ist Yarros Schreibstil und das Worldbuilding, auch wenn ich den Eindruck hatte, dass die Drachen in diesem Buch etwas zu kurz gekommen sind. Gerade die Dialoge mit Tairn haben mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht, wenn er durch seine nüchterne Art die Eigenheiten der Menschen festhält.
Ein besonders grosser Pluspunkt in diesem Buch war für mich Andarna. Sie befindet sich in diesem zweiten Band in der Pubertät und sorgt mit ihren frechen Aussagen für einige humorvolle Szenen. Gegen Ende des Buches erfahren wir dann auch ein bisschen mehr über sie und ihre Entwicklung, was für den weiteren Verlauf noch von grosser Bedeutung ist.

Der langersehnte Showdown am Ende bringt dann erneut jede Menge Action, aber auch emotionale Szenen mit sich und natürlich kann es die Autorin auch in diesem Buch nicht lassen, und enthüllt im letzten Kapitel etwas über Xadens, das sehr neugierig auf Fortsetzung macht.

Fazit:

Alles in allem bin ich nach wie vor ein grosser Fan der Welt voller Drachen, die Yarros hier geschaffen hat. Ich muss aber zugeben, dass der zweite Band nicht annähernd an seinen Vorgänger rankommt und sich Violet und Xaden eher zurückentwickelt, statt vorwärts bewegt haben.
Der zweite Band leidet insgesamt ein bisschen am "Middle Book Syndrom" und hätte deutlich kürzer ausfallen können, wenn man bedenkt, wie wenig gerade in der ersten Hälfte des Buches passiert.
Ich hoffe aber, dass Yarros die Schwächen dieses Buches im nächsten Band ausbügeln kann, und wieder zur Qualität des ersten Bandes zurückfindet. Potenzial wäre auf alle Fälle da!
Und da ich Fourth Wing so geliebt habe und ich auch die Fortsetzung, trotz aller Kritikpunkte gern gelesen habe, vergebe ich mit zwei zugedrückten Augen wohlwollend 4 Sterne.
10 Kommentare
(© Goya libre)

Tintenblut* (Tintenwelt #2)
von Cornelia Funke
Gelesen von Rainer Strecker

Bewertung: ★★☆☆☆

Middle Grade Fantasy
Spieldauer: 22 Stunden und 18 Minuten
Erscheinungsdatum: 05. Januar 2007
Verlag: Goya libre


* Gehört auf audioteka.com/de [Werbung]. (2 Wochen kostenloses Probeabo möglich)

Inhaltsangabe:
Der Zauber von "Tintenherz" lässt Meggie nicht los. Gemeinsam mit Farid liest sie sich selbst in die Tintenwelt, denn sie will endlich den Weglosen Wald sehen, den Speckfürsten, den Schwarzen Prinzen und seinen Bären. Sie möchte die Feen treffen und natürlich den Dichter Fenoglio, der sie später zurückschreiben soll. Vor allem aber will sie Staubfinger vor dem grausamen Basta warnen, denn Fenoglio hat sein Ende schon geschrieben …

Meine Meinung:

Tintenblut ist der zweite Band der Tintenwelt-Trilogie, das ich im Zuge meiner SuB-Senioren-Challenge als Hörbuch gehört habe, weil dieses Buch seit 2016 auf meinem SuB geschlummert hatte. Ich konnte mich nach all der Zeit natürlich überhaupt nicht mehr an den Inhalt des Vorgängers erinnern, doch da die Reihe so bekannt ist, gab es zum Glück sehr ausführliche Zusammenfassungen des ersten Bandes, sodass ich anschliessend direkt in die Fortsetzung einsteigen konnte.

Dieser zweite Band setzt mehr oder weniger nahtlos an die Ereignisse des Vorgängers an: Nachdem Capricorn besiegt ist, hat Meggie ihr altes Leben und auch ihre Mutter wieder zurück. Das scheint ihr jedoch nicht auszureichen, denn sie sehnt sich nach der Tintenwelt.
Ähnlich ergeht es auch Staubfinger, der eine Person findet, die ihn in seine Welt zurücklesen kann. Doch er lässt dabei seinen neu gewonnenen Freund Farid zurück, der dieses Schicksal nicht so auf sich sitzen lassen will.
Farid sucht Meggie auf, die ihm schliesslich dabei hilft, ebenfalls in die Tintenwelt zu gelangen. Und sie entschliesst sich, ihn dabei zu begleiten...

Anders als im Vorgänger lernen wir in diesem zweiten Band also endlich die Tintenwelt näher kennen, aus der wir bereits viele Charaktere kennenlernen durften. Ich muss jedoch sagen, dass mich das "Worldbuilding" dieser Tintenwelt nicht überzeugen konnte, denn irgendwie hatte es für mich nichts Besonderes. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass ich die Tintenwelt einfach nur langweilig fand. Es wird hier und da zwar von fantastischen Wesen wie Feen und Nachtmahren erzählt oder irgendwelchen Fürsten, die eine Rolle spielen, aber alles hat auf mich irgendwie willkürlich zusammengewürfelt gewirkt. Die Autorin hat sich bei der Tintenwelt von vielen bekannten Wesen bedient, aber nicht wirklich etwas Neues geschaffen, das mir länger in Erinnerung bleiben würde (wie etwa zum Vergleich JK Rowlings Hogwarts oder Walter Moers Zamonien).

Die Erzählweise des Buches habe ich als unglaublich zäh und träge empfunden. Es wird ziemlich bald deutlich, dass es der Geschichte an einem Plot fehlt. Das Ganze wirkt eher wie eine Aneinanderreihung von willkürlichen Szenen unterschiedlicher Charaktere, die nach und nach alle in der Tintenwelt landen. Aber es fehlt an einem erkennbaren roten Faden, der bei mir Spannung erzeugt hätte. Ich habe mir die ganze Zeit gewünscht, dass endlich etwas passieren würde.

Auch die Charaktere sind mir leider überhaupt nicht ans Herz gewachsen und wirkten auf mich allesamt blass. Ich weiss nicht, ob ich da zu hohe Erwartungen an ein Kinderbuch habe, aber für mich haben sich alle Charaktere - egal ob Mann, Frau, egal ob jung oder alt - genau gleich angefühlt, weil sie alle genau gleich geredet und sich irgendwie auch genau gleich verhalten haben. Dabei hat mich mit der Zeit auch gestört, dass die Geschichte so Männerlastig ist. Selbst Meggie, die eigentlich Protagonistin sein sollte, sticht überhaupt nicht aus der Menge an Charakteren heraus. Seltsam fand ich auch, dass alle männlichen Charaktere aussergewöhnliche Namen besitzen und die weiblichen Charaktere haben alle irgendwelche modernen 0815 Namen. Aber die Frauen im Buch sind ohnehin vernachlässigbar.

Was ich eine verpasste Chance fand, war die Familiendynamik zwischen Meggie, ihrem Vater und ihrer Mutter differenzierter zu beleuchten. Meggies Mutter war viele Jahre verschwunden und da würde man doch davon ausgehen, dass von beiden Seiten ein Interesse daran bestehen würde, die verlorenen Jahre nachzuholen und eine Beziehung aufzubauen. Aber Meggie lebt ihr Leben weiter, als hätte sie immer noch keine Mutter. Ich konnte zwischen den Dreien absolut keine Verbindung spüren und das wirkt auf mich einfach nicht authentisch.

Der Sprecher, Rainer Strecker, macht seine Sache okay, aber ich muss leider sagen, dass mir seine Stimme absolut nicht zugesagt hat. Sie hat sich irgendwie altbacken angehört und dadurch bedauerlicherweise auch nicht dazu geführt, dass die Buchvorlage, die er vorliest, interessanter wird. Aber das ist selbstverständlich Geschmackssache und nicht in meine Bewertung miteingeflossen.
Ich fand auch die ständigen musikalischen Unterbrüche mehr störend, als angenehm, denn sie haben absolut nichts Nennenswertes zur Story beigetragen und die ohnehin schon sehr langatmige Handlung noch mehr in die Länge gezogen.

Trotz all dieser Kritikpunkte habe ich mich wirklich bemüht, durchzuhalten, in der Hoffnung, dass doch irgendwann endlich etwas passieren würde, das mich bei der Stange halten würde. Als das aber selbst nach 17 Hörstunden noch nicht passiert ist, habe ich mich schliesslich entschlossen, das Buch abzubrechen.

Fazit:

Ich weiss nicht, ob es daran liegt, dass ich nicht mehr zur Zielgruppe des Buches gehöre, aber mich hat "Tintenblut" auf ganzer Linie enttäuscht. Die Tintenwelt, die wir in diesem Band endlich näher kennenlernen, hatte für mich absolut nichts Besonderes an sich, das mir länger in Erinnerung bleiben würde. Und abgesehen davon, scheint das Buch leider keinen Plot zu besitzen, sodass ich mich die Geschichte als unglaublich zäh und langweilig empfunden habe. Ich kann den Hype um dieses Buch enttäuschenderweise nicht nachvollziehen und habe das Hörbuch nach 17 Hörstunden abgebrochen. Von mir gibt es nur 1.5 Sterne und diesmal keine Leseempfehlung. Ich werde die Reihe auch nicht mehr weiterverfolgen.

6 Kommentare
(© dtv)

Magie und Milchschaum*
von Travis Baldree

Bewertung: ★★☆☆☆

Fantasy, 321 Seiten
Erscheinungsdatum: 18. Mai 2023
Verlag: dtv


*Digitales Rezensionsexemplar von Netgalley. Danke an den dtv Verlag.

Inhaltsangabe:
Schwert oder Kaffee? Das ist hier die Frage. Viv, eine wilde und tapfere Ork-Kriegerin, ist nach Jahren voller Abenteuer und Fährnisse des Kämpfens müde geworden. Sehr zum Unwillen ihrer Gefährten beschließt sie, das Schwert an den Nagel zu hängen – und dafür ein Kaffeehaus zu eröffnen. In der Hafenstadt Thune setzt sie zusammen mit dem Kobold Cal ihren Plan in die Tat um und lockt mit dem exquisiten Getränk schon bald Krieger, Zwerge und Wesen jeglicher Art an ... und leider auch den bösen Elf Fennus, der von Viv ein geheimnisvolles Artefakt stehlen will. Eines Nachts steht das Kaffehaus in Flammen ... aber auch wenn Viv sich mittlerweile in die Succubus Tandri verliebt hat, ist sie alles andere als eingerostet und nimmt den Kampf auf!

Meine Meinung:

"Magie & Milchschaum" war wieder eines dieser Bücher, von dessen Hype ich mich habe anstecken lassen. Das Buch hat nicht nur zahlreiche übermässig positive Bewertungen erhalten, sondern war 2022 auch für zahlreiche Buchpreise nominiert. Die vielen begeisterten Stimmen zu dieser scheinbar einnehmenden und humorvollen Fantasygeschichte, haben mich sehr neugierig gemacht und einmal mehr eine hohe Erwartungshaltung bei mir geschürt, die bedauerlicherweise nicht erfüllt werden konnte.

Ich muss gestehen, zum Teil war meine Enttäuschung vielleicht auch mein Fehler, denn ich habe mich vorgängig nicht sehr intensiv mit dem Inhalt auseinandergesetzt und mich wahrscheinlich vom englischen Cover, auf dem die Ork-Protagonistin als einschüchterndes Wesen zu sehen ist, in die Irre führen lassen und eine abenteuerliche Fantasygeschichte erwartet, dies hier einfach nicht gibt.
Als ich dann ohne jegliches Vorwissen in die Geschichte eingestiegen bin, war ich dementsprechend zu Beginn erst einmal überrascht, als ich erfahren habe, dass der Plot davon handelt, dass die als fälschlicherweise bedrohlich wahrgenommene Protagonistin, ein Kaffeehäuschen eröffnen möchte. Diese Idee ist so ulkig, dass sie eigentlich noch sehr vielversprechend klang – gerade weil ich was ganz anderes erwartet hatte.
Das Problem war dann aber, dass das Buch auch im weiteren Verlauf nicht mehr bietet, als dieses besagte Kaffeehäuschen. Fast die ganze erste Hälfte des Buches widmet sich ausschliesslich dem Aufbau des Cafés und das allein hat für mich als Aufhänger für ein ganzes Fantasybuch einfach nicht gereicht.
Auch nach der Eröffnung des Cafés nimmt die Spannung nicht zu, denn neben der regelmässig wechselnden Kaffee- und Menükarte, die immer wieder im Buch detailliert aufgelistet wird (und mich null interessiert hat), stehen vor allem die Charaktere im Vordergrund, mit der die Protagonistin im Kontext ihres neu eröffneten Cafés in Kontakt kommt. Eine wirkliche Handlung hat das Buch ansonsten nicht und das war definitiv etwas, das ich vermisst habe.

Viele Leser:innen, die das Buch lieben, bezeichnen es als Cozy Fantasy-Read. Und das trifft den Nagel so ziemlich auf den Kopf. Wem es reicht, nur über den Aufbau und die Eröffnung eines Cafés, sowie einigen ulkigen, schönen und weniger schönen Begegnungen zwischen einigen Fantasywesen zu lesen, die sehr oberflächlich bleiben, ist hier gut bedient. Ich mag Cozy Reads durchaus auch gerne, habe aber habe schon andere Bücher aus dem Genre gelesen, die im Gegensatz zu "Magie & Milchschaum" auch einen roten Faden hatten. Hier hat dieser gänzlich gefehlt, sodass ich das Buch nach der 40% Marke nur noch quergelesen habe.

Fazit:

Wenn man weiss, worauf man sich in dem Buch einlässt, dann kann man an der Erzählung sicher seine Freude finden. Für mich sind die vielen überdurchschnittlich positiven Bewertungen und der Hype um das Buch allerdings nicht gerechtfertigt - dafür hat die Story einfach zu wenig Fleisch am Knochen. Ich brauche schon etwas mehr, als nur ein Kaffeehäuschen, damit ich unterhalten werde. Ich kann deshalb nicht mehr als 2 enttäuschte Sterne vergeben.
8 Kommentare
(© Piper)

Only a Monster* (Die Dynastie der Zeitreisenden #1)
von Vanessa Len

Bewertung: ★★☆☆☆

YA Fantasy, 414 Seiten
Erscheinungsdatum: 29. Juni 2023
Verlag: Piper


*Digitales Rezensionsexemplar von Netgally. Danke an den Verlag.

Inhaltsangabe:
Zu Besuch in London bei der exzentrischen Familie ihrer Mutter, ist Joan fest entschlossen, Spaß zu haben. Als ihr Schwarm Nick sie um ein Date bittet, scheint ihr Glück perfekt. Doch dann kommt die Wahrheit heraus: Joans Familie verfügt über schreckliche, verborgene Kräfte. Und Nick entpuppt sich als legendärer Monsterjäger, der alles tun wird, um sie zur Strecke zu bringen. Joan ist gezwungen, sich mit dem skrupellosen Aaron Oliver zu verbünden, dem Erben einer verfeindeten Familie, und muss gleichzeitig akzeptieren lernen, dass sie in dieser Geschichte nicht die Heldin ist …

Meine Meinung:

Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, denn ein Buch über Monster habe ich bislang erst von einer anderen Autorin gelesen und dementsprechend war ich neugierig, was Vanessa Len aus der vielversprechenden Idee gemacht hat.

Das Buch handelt von Joan, die bislang eigentlich ein normales Leben geführt hat. Eines Tages erlebt sie jedoch nach einer Berührung eines fremden Mannes einen Zeitsprung, der viele Fragen aufwirft. Ihre Familie sieht sich deshalb gezwungen, Joan darüber zu informieren, dass sie alle Monster sind. Monster, die anderen Menschen Lebenszeit stehlen und dadurch du die Zeit reisen können.
Und als wäre diese schockierende Neuigkeit nicht genug, überschlagen sich daraufhin die Ereignisse, nachdem ihr Schwarm Nick sich als Monsterjäger zu erkennen gibt und Joans gesamte Familie tötet.
Doch Joan will das nicht alles auf sich ruhen lassen und ist entschlossen, die Ereignisse rückgängig zu machen – und dazu muss sie selbst zu einem Monster werden und anderen Menschen ihre Lebenszeit stehlen...

Der Einstieg in die Geschichte hat mir sehr gut gefallen, denn die Erzählung beginnt mit einem ordentlichen Tempo, durch das sich die Ereignisse regelrecht überschlagen. Es werden Geheimnisse gelüftet, Menschen getötet und die Grundsteine für die weitere Handlung gelegt. Len ist es hier ausserordentlich gut gelungen, mit ihrer Idee Spannung zu erzeugen, denn ich bin fast gar nicht hinterherkommen, mit allem, was im ersten Viertel passiert ist und die Seiten sind beim Lesen sprichwörtlich dahingeflogen.

Bedauerlicherweise verliert sich dieses rasche Erzähltempo, nachdem Joan in die Vergangenheit reist, was bei mir sehr bald dazu geführt hat, dass die Luft raus war.
Doch das Tempo war nicht das einzige, dass zu meinem schwindenden Interesse geführt hat. Es wurde auch deutlich, dass das Buch eigentlich nichts anderes ist, als ein Zeitreiseroman, sodass die Versprechung mit den "Monstern" eigentlich gar nicht gehalten wird. Nur weil die Autorin die Zeitreisenden Monster nennt, macht es sie noch lange nicht zu genau diesen Wesen. Der Umstand, dass sie für anderen Menschen Zeit stehlen müssen, um selbst in der Zeit zu reisen, lässt sich sicher moralisch diskutieren, aber es macht Joan und ihre Familie in meinen Augen noch lange nicht zu Monstern (es sei denn, dieser Begriff wird als Schimpfwort und nicht im eigentlichen Sinne verwendet).
Durch diese Erkenntnis habe ich dann relativ bald mein Interesse an der Geschichte verloren, denn letztendlich handelte der restliche Plot nur von genau dieser Zeitreise, bei der Joan versucht ihre Familie zu retten. Und solche Geschichten habe ich in all den Jahren bereits etliche gelesen.
Ab der Hälfte ist mein Desinteresse aufgrund des verlangsamten Erzähltempos und der wenig innovativen Idee dann fast gänzlich verschwunden, sodass ich die zweite Hälfte nur noch überflogen habe.
Der Schluss wird dann noch einmal dramatisch und führt die Geschichte zu einem runden Ende, aber mich hatte die Autorin bis dahin schon längst als interessierte Leserin verloren.

Fazit:

Wäre das Buch anders vermarktet und nicht das Versprechen von Monstern gemacht worden, die es hier eigentlich gar nicht als solche gibt, dann wäre ich vermutlich mit anderen Erwartungen an die Geschichte herangegangen und ich hätte mich besser auf die Handlung einlassen können. So war meine Enttäuschung jedoch so gross, dass ich nicht mehr als 2 Sterne vergeben kann. Wer Zeitreiseromane mag, ist hier richtig. Eine Monster-Geschichte sollte man jedoch nicht erwarten.
8 Kommentare
(© dtv)

Fourth Wing* (Flammengeküsst #1)
von Rebecca Yarros

Bewertung: ★★★★★

NA Fantasy, 768 Seiten
Erscheinungsdatum: 15. Juni 2023
Verlag: dtv


*Digitales Rezensionsexemplar von Netgalley. Danke an den Verlag.

Inhaltsangabe:
Die Drachenreiter – nur wer auserwählt wird, kann überlebenViolets Traum, Gelehrte am renommierten Basgiath War College zu werden, zerplatzt jäh, als sie als Tochter der Kommandantin am Auswahlverfahren der Drachenreiterakademie teilnehmen muss. 100 Drachen sind auf der Suche nach neuen Reitern, 300 Bewerber stehen bereit. Das erste Lehrjahr wird nicht einmal die Hälfte von ihnen überleben. Violet wird dem Geschwader des mysteriösen Xaden zugeteilt, Sohn eines hingerichteten Staatsfeindes. Und doch – zwischen Xaden und Violet entwickeln sich zunächst widerwilliger Respekt und schließlich eine ungewollte Partnerschaft. Violet kann die Anziehungskraft zwischen ihr und Xaden nicht leugnen … aber wird das ausreichen oder wird Xadens größtes Geheimnis für immer zwischen ihnen stehen?

Meine Meinung:

Um dieses Buch bin ich dieses Jahr in keiner Lesecommunity herumgekommen und meine Timeline wurde regelrecht mit begeisterten Rezensionen geflutet. Ich muss jedoch zugeben, dass ich bei solchen Hypes inzwischen eine gewisse Skepsis mitbringe, denn nur allzu oft wurde ich genau bei solchen Büchern enttäuscht, weil sie für mich oft ungerechtfertigt gehypt werden. ABER ich kann euch an dieser Stelle schonmal vorab verraten: Bei Fourth Wing kann ich mich den vielen begeisterten Stimmen nur anschliessen. Ich habe das Buch innerhalb von zwei Tagen durchgesuchtet (und das, obwohl es über 750 Seiten hat!) und wurden sprichwörtlich aus den Socken gehauen!

Doch fangen wir zunächst beim Inhalt an: Die Handlung wird aus der Sicht von Violet erzählt, einer jungen Frau, die das erste Jahr zur Ausbildung als Drachenreiterin an einer entsprechenden Akademie beginnt. Anders als ihre Mitschüler:innen (oder auch Konkurrent:innen), ist sie jedoch eher von kleiner Statur und passt so gar nicht in das Bild einer typischen, starken Drachenreiterin, wodurch sie sich erst recht beweisen muss. Und das ist gar nicht so einfach, denn als Drachenreiterin muss man jede Menge gefährliche Prüfungen meistern, die mehr als zwei Drittel der Klasse nicht überleben und mit ihrem Leben bezahlen. Doch Violet ist bereit, dieses Risiko einzugehen und bekommt dabei unerwartet Unterstützung von Xaden, einem jungen Mann aus einer oberen Jahrgangsstufe, von dem sie eigentlich davon ausgegangen ist, dass er sie nicht leiden kann...

Obwohl man zu Beginn der Geschichte in die Handlung hineingeworfen wird und direkt mit Violets erster Prüfung konfrontiert wird, ist es mir überraschend leicht gefallen in die fantastische Welt der Drachen hineinzufinden. Yarros hat einen unglaublich einnehmenden Erzählstil, der es leicht gemacht hat, das Worldbuilding zu verstehen und die einzelnen Charaktere besser kennenzulernen und auseinanderzuhalten. Geholfen hat beim Verständnis sicher, dass Violet selbst noch eine blutige Anfängerin ist, was das Drachenreiten angeht und wir sie dabei begleiten können, wie sie nach und nach lernt, was mit dieser Aufgabe alles einhergeht, sodass wir nicht mit einem Infodump erschlagen werden, sondern alle wichtige Informationen häppchenweise erfahren und der eigentliche Plot nicht zu kurz kommt. Ich glaube, ich bin selten so schnell in eine Welt eingetaucht, wie es hier der Fall gewesen ist. Die Erzählung hat mich wie ein Sog gepackt und nicht wieder losgelassen, sodass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen konnte.

Ein Faktor, der dafür verantwortlich war, dass ich dieses Buch sprichwörtlich verschlungen habe, ist definitiv Xaden. Ja, er erfüllt durch sein unbeschreiblich gutes und muskulöses Aussehen alle Klischees eines männlichen Protagonisten, aber ich war (zusammen mit unserer Protagonistin) wohl ähnlich schockverliebt, weil die Autorin ihn durch seine Persönlichkeit und sein Verhalten unglaublich attraktiv erscheinen lässt. Xaden gehört definitiv in die Top-Riege meiner Lieblings-Bookboyfriends ♥. Und besonders toll fand ich, dass er zwar arrogant ist, er aber trotzdem kein selbstverliebter Idiot ist, der unsere Protagonistin schlecht behandelt – so wie es viele andere Autorinnen aus dem YA Fantasy Genre vormachen. Hier hat es sicher auch geholfen, dass die Erzählung New Adult ist und die Charaktere dementsprechend keine Teenager mehr sind und sich dadurch reifer verhalten. Das hat mir wahnsinnig gut gefallen.

Violet selbst hat jede Menge Schwächen, was ich grundsätzlich gut finde. Allerdings muss ich als kleinen Kritikpunkt schon anmerken, dass sie immer wieder in Damsel in Distress Manier von Xaden (oder anderen Charakteren) gerettet werden muss, sonst hätte sie vermutlich keine zwei Sekunden in der Akademie überlebt. Dadurch entstehen leider auch viele Deus Ex Machine Momente, die aber scheinbar für das Genre einfach typisch sind. Ausserdem ist Violet auch ein bisschen eine special snowflake, was sich zum Beispiel bei der Auswahl ihrer Drachen oder der Entwicklung ihrer magischen Kräfte zeigt – immer sticht sie aus der Menge heraus und bildet eine super special Ausnahme zu all ihren Mitschüler:innen und ist dadurch natürlich ganz etwas Besonderes. Das hätte ich in dieser Menge nicht gebraucht. Aber über all diese Kritikpunkte habe ich beim Lesen gerne hinweggesehen und mich von der Geschichte mitreissen lassen.

Die Handlung selbst wird in einem guten Erzähltempo vorangetrieben. Immer wieder wechseln actiongeladene Prüfungen mit Unterrichtsszenen zur Wissensvermittlung ab, sowie auch spicy Szenen zwischen Xaden und Violet - selbst wenn sie nur aus heissen Blicken bestehen. Die frechen Dialoge zwischen den beiden haben mir wahnsinnig gut gefallen und mir immer wieder ein Grinsen auf das Gesicht gezaubert. Die Romantik (und Erotik) in diesem Buch hat genau die richtige Würze und Menge und geschieht genau zu richtigem Zeitpunkt.
Die Liebesbeziehung ist insgesamt etwas, das ich mit einem fetten Pluspunkt hervorheben muss, denn ich habe noch nie eine Beziehung zu lesen bekommen, die so unkompliziert und doch so anregend erzählt wurde wie hier. Anfangs hatte ich noch befürchtet, dass es sich um eine Enemies-to-Lover oder gar eine Dreiecksgeschichte handelt könnte, die klischeehaft über die ganze Reihe hinweg hinausgezögert wird. Aber Yarros hat tatsächlich einen anderen Weg eingeschlagen und lässt unsere Protagonisten miteinander wie erwachsene Menschen kommunizieren, statt ewig um den heissen Brei herumreden zu lassen. Und das tut der Romantik absolut keinen Abbruch – im Gegensatz, das ist eine Beziehung, die sich auf Augenhöhe entwickelt und dadurch nicht heisser sein könnte! Hut ab, da können sich viele Kolleginnen aus dem Genre eine Scheibe abschneiden!

Neben unseren beiden Protagonist:innen gibt es natürlich auch jede Menge Nebencharaktere, die jedoch zugunsten von Violet und des Hauptplots etwas in den Hintergrund gedrängt werden. Yarros versucht dabei Diversity einfliessen zu lassen, was aber auf mich ehrlich gesagt ein bisschen erzwungen gewirkt hat. An einer Stelle wird nämlich plötzlich ein Charakter namentlich erwähnt, nur um zu zeigen, dass dieser Charakter they/them Pronomen verwendet. Doch dieser Charakter wird in der gesamten Erzählung nicht wieder erwähnt und spielt absolut keine Rolle, sodass es deutlich wird, dass die Autorin hier wohl etwas erzwungen für mehr Diversität sorgen wollte. Das wäre sicher auch anders gegangen.

Zuletzt dürfen natürlich auch die Drachen nicht unerwähnt bleiben, die in eine wichtige Rolle in diesem Buch einnehmen. Spätestens seit House of the Dragon bin ich ein grosser Fan dieser Kreaturen und seien wir ehrlich: Sie sind durch ihre imposante, furchterregende Gestalt einfach irrsinnig coole Wesen. Yarros hat in ihrem Buch noch einmal einen eigenen Aspekt miteinfliessen lassen und die Drachen etwas vermenschlicht – etwas, das zwar zu lustigen Szenen führt, aber ich persönlich nicht unbedingt gebraucht hätte. Ich finde es interessanter, wenn die Drachen etwas geheimnisvoller und unnahbarer geblieben wäre, was ihr Verhalten unvorhersehbarer und bedrohlicher gemacht hätte. Aber das ist Geschmackssache.

Am Ende spitzt sich die Spannung der politischen Machenschaften, die das Worldbuilding mit sich bringt, immer mehr zu, bis sie in einem actiongeladenen, spannenden Finale enden, das nicht nur emotionale Momente mit sich bringt, sondern auch Geheimnisse aufdeckt, die mich absolut neugierig auf die Fortsetzung machen. Ein gelungener Abschluss für einen gelungenen Reihenauftakt!

Fazit:

Alles in allem handelt es sich bei diesem Reihenauftakt um ein actiongeladenes, fesselndes, emotionales, (und nicht nur durch die feuerspeienden Drachen) heisses Fantasyabenteuer, das mich quasi von der ersten Seite an in seinen Sog gezogen und nicht wieder losgelassen hat. Die Seiten fliegen beim Lesen sprichwörtlich dahin und die Erzählung ist ein spannender Mix aus Action und Romantik, das einfach eine fantastische mitreissende Erzählung ergibt. Für mich definitiv mein Jahreshighlight und ich kann kaum erwarten, bis der nächste Band im Dezember erscheint und es ein Wiedersehen mit einem der tollsten Bookboyfriends ever gibt! ♥ Lest dieses Buch, es lohnt sich!
9 Kommentare
(© Loewe)

Die Schattenheilerin* (Prison Healer #1)
von Lynette Noni

Bewertung: ★★★★☆

YA Fantasy, 504 Seiten
Erscheinungsdatum: 09. Februar 2022
Verlag: Loewe


*Digitales Rezensionsexemplar von Netgalley. Danke an den Verlag.

Inhaltsangabe:
Seit ihrer Kindheit lebt die siebzehnjährige Kiva in Zalindov, dem brutalsten Gefängnis von Wenderall. Als Heilerin kümmert sie sich um alle Insassen. Doch um die Rebellenkönigin zu retten, muss Kiva nicht nur herausfinden, woran Tilda erkrankt ist, sondern sich auch an ihrer Stelle dem Elementarurteil unterziehen: vier Prüfungen, die Tildas Schuld oder Unschuld beweisen sollen. Besteht Kiva, sind beide frei. Sollte sie scheitern, wird nicht nur die Rebellenkönigin sterben …

Meine Meinung:

Dieses Buch stand schon lange auf meiner Leseliste und ich habe so lange gebraucht, diesen ersten Band zu lesen, dass inzwischen auch die beiden Fortsetzungen der Trilogie auf Deutsch erschienen ist - etwas, das mir jetzt definitiv zugutekommt. Warum das so ist, verrate ich am Ende Rezension.

Im Buch wird die Geschichte der 17-jährigen Kiva erzählt, die vor vielen Jahren gefangen genommen wurde und seither als Heilerin in Zalindov lebt, einem gefährlichen Gefängnis voller Verbrecher:innen.
Eines Tages wird Kivas Leben auf den Kopf gestellt, als die berühmt-berüchtigte Rebellenanführerin Tilda gefangengenommen wird. Aufgrund ihrer Rolle im Rebellenkrieg soll Tilda jedoch nicht als normale Gefangene behandelt werden, sondern muss sich dem Elementarurteil unterziehen, bei dem die Gefangene vier Prüfungen - entsprechend den vier Elementen - bewältigen muss. Das Problem dabei? Kein:e Teilnehmer:in hat diese Prüfungen bisher überlebt. Und da Tilda seit ihrer Gefangennahme kaum ansprechbar ist, scheint ihr Schicksal damit besiegelt zu sein - wenn da nicht Kiva wäre. Denn diese meldet sich kurzerhand freiwillig dafür, die Prüfungen stellvertretend für Tilda anzutreten, wenn auch nicht ganz aus uneigennützigen Gründen.
Da für das Bestehen der Prüfungen jedoch magische Fähigkeiten notwendig sind, die Kiva nicht besitzt, hat sie damit gerade ihr Todesurteil unterschrieben...

Ich habe mich vor dem Lesen ehrlich gesagt gar nicht so sehr mit dem Inhalt des Buches beschäftigt und war erstaunt, wie leicht es mir fiel in die Geschichte und die Gefängniswelt hineinzufinden.
Die Atmosphäre im Gefängnis habe ich als sehr bedrückend empfunden, denn stellenweise haben mich die Abläufe dort sehr an Konzentrationslager aus dem Zweiten Weltkrieg erinnert, wenn auch dem Genre entsprechend in etwas abgeschwächter Form.
Obwohl die Handlung die ganze Zeit über an ein und demselben Schauplatz spielt, hat die Story ordentlich Tempo und ich war positiv überrascht, dass ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl hatte, dass sie ihre Längen aufweist. Die Autorin hat einen sehr flüssigen und einnehmenden Schreibstil und es gelingt ihr, die Spannung während des ganzes Plots (mal mehr und mal weniger) aufrechtzuerhalten.
Was ich jedoch als Kritikpunkt ankreiden muss, ist, dass es natürlich das ein oder andere Trope gab, dass für das YA Fantasy typisch ist und mich dementsprechend an andere Bücher aus dem Genre erinnert hat. Ausserdem gab es für meinen Geschmack etwas zu viele Deux Ex Machina Momente, ohne die Kiva nicht einmal die erste Prüfung überlebt hätte, was ich letztendlich als sehr konstruiert und unglaubwürdig und auch ein bisschen als bequem von der Autorin empfunden habe.

Obwohl sich hunderte von Menschen in diesem Gefängnis befinden, fokussiert sich die Autorin in ihrer Erzählung auf eine Handvoll Charaktere, sodass es mir leicht gefallen ist einen Überblick zu gewinnen. Im Vordergrund steht natürlich vor allem Protagonistin Kiva, aus deren Sicht wir die Handlung erzählt bekommen. Sie hat jede Menge gute Seiten, aber so richtig warm bin ich während des Lesens mit ihr nicht geworden, denn ich fand es etwas schade, dass sie in der Handlung immer wieder von anderen Personen im Gefängnis gerettet werden musste und sonst wahrscheinlich keine Sekunde überlebt hätte. Da hätte ich mir eine etwas stärkere, weibliche Hauptfigur gewünscht. Aber das ist wohl Geschmackssache.
Bei den Nebencharakteren sticht vor allem ihr bester Freund Tipp heraus, der noch ein Kind ist und dadurch einen unglaublichen liebenswerten Sidekick abgibt, der manchmal etwas unbeholfen ist, aber nicht nur bei Kiva, sondern auch bei mir einen ganz starken Beschützerinstinkt ausgelöst hat.
Daneben bleiben noch Jaren zu erwähnen, der zu Beginn des Buches als Neuankömmling ins Gefängnis stösst und bei dem direkt klar ist, dass er als Love Interest dienen soll - was halt typisch YA Fantasy ist. Doch ich muss der Autorin zugutehalten, dass sich die vermeintliche Liebesgeschichte nur zart und unscheinbar im Hintergrund abspielt, was mir sehr gut gefallen hat.

Die Spannung im Buch spitzt sich mit jeder weiteren Prüfung zu und am Ende wartet ein fulminanter Showdown auf die Charaktere und uns Leser:innen, der eine spektakuläre Flucht zur Folge hat, denn es ist klar, dass nicht die ganze Handlung der Trilogie in diesem einen Gefängnis spielen kann.
Und gerade als ich damit gerechnet hatte, dass alle Geheimnisse aufgedeckt wurden, wartet die Autorin auf der allerletzten Seite plötzlich mit einem überraschenden Plot Twist auf, den ich tatsächlich nie und nimmer vorhergesehen hätte und mich absolut sprachlos und mit offenstehendem Mund zurückgelassen hat. Diese Enthüllung war aber nicht nur überraschend, sondern hat einige meine oben erwähnten Kritikpunkte etwas besser erklärt und dadurch abgemildert. Durch den Plot Twist endet der Reihenauftakt natürlich mit einem fiesen Cliffhanger und genau deshalb kommt es mir nun zugute, dass die Fortsetzungen bereits erschienen ist, denn ich muss einfach wissen, wie Kivas Geschichte nach dieser Enthüllung weitergeht.

Damit hat die Autorin einen absolut gelungenen Abschluss für diesen ersten Band geschaffen. Das war eines der besten Enden, das ich je in einem Young Adult Buch gelesen habe.

Fazit:

"Die Schattenheilerin" ist der Reihenauftakt einer YA Fantasy Trilogie, das in einem Gefängnis voller Verbrecher:innen spielt und damit einen einzigartigen Schauplatz schafft, das das Buch von anderen Büchern aus dem Genre abhebt. Der Plot ist voller guter und böser Charaktere, Magie und beinhaltet einen spannenden Rebellenplot, der mich die ganze Zeit gut unterhalten konnte. Das Ende wartet dann mit einem actiongeladenen Finale auf, bei dem ein Plot Twist enthüllt wird, der einem gar nichts anders übriglässt, als zu Band 2 zu greifen. Aufgrund kleinerer Kritikpunkte erhält dieser Reihenauftakt 4 Sterne und eine Leseempfehlung von mir.
9 Kommentare
(© Heyne)

Die unerhörte Reise der Familie Lawson*
von T. J. Klune

Bewertung: ★★★★☆

Fantasy, 480 Seiten
Erscheinungsdatum: 11. Mai 2023
Verlag: Heyne


*Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Heyne Verlag.

Inhaltsangabe:
In einem Baumhaus hoch oben in den Wipfeln eines idyllischen Hains lebt Familie Lawson: Vater Giovanni Lawson ist ein Roboter, sein Sohn Victor Lawson ist ein Mensch. Mit ihnen wohnen dort noch ein Pflegeroboter mit einem leichten Hang zum Sadismus und ein schüchterner kleiner Staubsauger. Eines Tages entdeckt Vic einen beschädigten Androiden namens Tom im Wald und repariert ihn. Dann wird Giovanni von seiner Vergangenheit eingeholt und in die Stadt der elektrischen Träume verschleppt, wo er neu programmiert werden soll. Gemeinsam mit seiner Patchworkfamilie begibt sich Victor auf die gefährliche Reise, um Giovanni zu retten. Und inmitten widersprüchlicher Gefühle von Verrat und Zuneigung zu Tom muss Victor für sich selbst entscheiden: Kann er eine Liebe mit Bedingungen akzeptieren?

Meine Meinung:

Seitdem mich T.J. Klune mit seinem Buch über Mr. Parnassus regelrecht verzaubert hat, landet jedes seiner Bücher automatisch auf meiner Wunschliste und somit stand ausser Frage, dass ich auch sein neustes Werk lesen würde, bei dem diesmal die Familie Lawson im Zentrum stehen soll.

Die Handlung spielt zunächst in einem abgeschiedenen Häuschen im Wald, in dem Giovanni Lawson, ein Roboter, seinen menschlichen Pflegesohn Victor aufzieht. Zur ungewöhnlichen Patchworkfamilie gehören noch zwei weitere Mitglieder: Der Pflegeroboter "Schwester Grob" und der Staubsaugerroboter "Rambo". Mit beiden begibt sich Vic regelmässig auf Erkundungstouren auf dem nahegelegenen Schrottplatz, auf dem er eines Tages den kaputten Androiden Tom entdeckt, den er kurzerhand Zuhause wieder zu einem funktionierenden Roboter zusammenbaut. Dabei ahnt er jedoch nicht, dass es sich bei Tom um einen Bekannten aus Giovannis Vergangenheit handelt und dies nur der Anfang einer Reihe von Ereignissen darstellt, die dazu führen, dass Gio in die Stadt der elektrischen Träume entführt wird. Für Vic ist klar, dass er seinen Vater retten muss, und damit begibt er sich mit seinen drei Roboterfreund:innen auf eine gefährliche Mission...

Bei dieser Geschichte handelt es sich um eine moderne Nacherzählung von Pinocchio. Doch eigentlich war es nicht mal der Plot, sondern vielmehr die Charaktere, mit denen mich der Autor einmal mehr begeistert hat. Er hat einfach ein unglaubliches Talent darin, einzigartige Individuen zu erschaffen, die unverkennbare Eigenheiten besitzen und alles andere als perfekt sind. Dieses Mal haben es sogar zwei scheinbare Nebendarsteller geschafft, dem Protagonisten Vic die Show zu stehlen, denn ich glaube, mich haben noch keine Charaktere so zum Lachen gebracht, wie Schwester Grob und Rambo. Am besten fand ich daran, dass beide eigentlich unfreiwillig amüsant sind, denn sie sind halt beide Roboter, die für einen bestimmten Zweck hergestellt wurden, was durch ihre nüchterne Art in sozialen Situationen mit einem Menschen für jede Menge Lachpotential führt. Schwester Grob schafft es zum Beispiel etliche Male, Vic durch ihre medizinischen Ansichten über seinen Körper oder seine Sexualität blosszustellen, obwohl sie einfach neutral wiedergibt, was die Wissenschaft vorgibt. Rambo dagegen wirkt etwas naiver, und sorgt dadurch immer wieder für unterhaltsame Szenen, zum Beispiel als er in der elektrischen Stadt grosse Reinigungsroboter antrifft und seine Begeisterung, potenzielle Verwandte anzutreffen, kaum im Zaum halten kann.

Der Erzählstil hält das Niveau, das man auch aus Klunes anderen Werken kennt, sodass man während des Lesens lacht, weint und mit den einzelnen Charakteren mitfühlt. Wie man es auch schon aus anderen Büchern des Autors kennt, gibt es auch hier wieder einen Hauch einer queeren Liebesgeschichte, die jedoch nicht den Hauptfokus einnimmt.

Der einzige Kritikpunkt, der auch der Grund dafür ist, dass ich nicht die volle Punktzahl vergeben konnte, war der, dass ich die Erzählung im Mittelteil etwas langatmig empfunden habe. Das lag vermutlich daran, dass nach dem ersten Drittel die Reise in die elektrische Stadt beginnt und unsere Protagonist:innen den Schauplatz wechseln. Sie lernen auf ihrer Reise einen kuriosen Kutscher kennen, bei dem sie für meinen Geschmack jedoch zu lange verweilt sind, sodass ich froh war, als die Handlung endlich weiterging. Aber auch in der elektrischen Stadt fand ich die Ereignisse nicht so toll, wie im ersten Drittel und der Handlungsstrang um die blaue Fee fand ich ebenfalls überraschend unspektakulär. Vermutlich ist meine Begeisterung im Mittelteil auch etwas abgeflaut, weil Schwester Grob und Rambo und ihre amüsanten Szenen im Zuge des Hauptplots etwas in den Hintergrund gerückt sind. Ich hätte vermutlich ein ganzes Buch nur mit den beiden lesen können und wäre begeistert gewesen. :D

Am Ende wird man dafür wieder mit ganz vielen Emotionen und einem zufriedenstellenden Abschluss belohnt.

Fazit:

Auch in T.J. Klunes neustem Werk hat er mal wieder seine Fantasie und Kreativität unter Beweis gestellt und die berühmte Geschichte um Pinocchio in einer modernen Sci-Fi-Zukunft nacherzählt. Dabei hat er erneut gezeigt, was für ein unglaubliches Talent er hat, wenn es darum geht, einzigartige Charaktere zu schaffen, die nicht unterschiedlicher sein könnten und einem ans Herz wachsen. Einzig den Mittelteil habe ich plottechnisch etwas langgezogen empfunden, sodass ich nicht ganz die volle Sternenzahl vergeben kann. Nichtsdestotrotz kann ich diese unvergleichliche Geschichte wärmstens weiterempfehlen.
8 Kommentare
(© Knaur)

A Song of Wraiths and Ruin. Die Spiele von Solstasia* (Das Reich von Sonande #1)
von Roseanne A. Brown

Bewertung: ★★☆☆☆

YA Fantasy, 513 Seiten
Erscheinungsdatum: 01. April 2022
Verlag: Knaur


*Digitales Rezensionsexemplar von Netgalley. Danke an den Verlag.

Inhaltsangabe:
Alle zehn Jahre findet im Königreich Sonande das berühmte Solstasia-Turnier statt, bei dem alle Nationen des Reiches zusammenkommen, um dem Wettstreit der Champions beizuwohnen. Doch für die junge Königin Karina geht es um viel mehr: Um ihre Mutter wiederbeleben zu können, braucht sie das Herz eines Königs. Daher bietet Karina dem Gewinner des Festes ihre Hand an…

Zur gleichen Zeit kommt Malik mit seinen beiden Schwestern in die Hauptstadt Ziran, voller Hoffnung auf ein neues Leben fern von Krieg und Gewalt. Malik freut sich auf die Festlichkeiten rund um Solstasia – bis ein rachsüchtiger Geist seine kleine Schwester Nadia entführt und einen furchtbaren Preis für ihr Leben verlangt: den Tod von Königin Karina. Für Malik gibt es nur eine Chance, Karina nahe genug zu kommen, um sie zu töten: Er muss das Solstasia-Turnier gewinnen …

Meine Meinung:

Für dieses (Hör-)Buch habe ich zwei Anläufe gebraucht, bis ich es (fast) bis zum Ende geschafft habe. Der erste Versuch war mit dem Ebook, bei dem ich allerdings nach einem Viertel schon aufgeben musste, weil ich einfach nicht in die Geschichte hineingefunden habe. Glücklicherweise habe ich dann das Hörbuch auf Spotify entdeckt und der Geschichte noch einmal eine zweite Chance gegeben, was tatsächlich besser funktioniert hat - auch wenn mein Urteil am Ende eher ernüchternd ausfällt.

Bei diesem Buch handelt es sich um den Reihenauftakt einer Dilogie mit Fantasyelementen, die von westafrikanischer Folklore inspiriert sein soll. Die Handlung wird aus zwei Perspektiven erzählt, die nicht unterschiedlicher sein könnten: Einmal erleben wir die Geschichte aus Sicht einer Königstochter und einmal aus Sicht eines Bürgers, der aus schwierigen Verhältnissen stammt und auf ein besseres Leben hofft. Die Wege der beiden kreuzen sich bei den Solstasia-Spielen, die im Königreich Sonande durchgeführt werden, nachdem beide Hauptcharaktere kurz zuvor einen Schicksalsschlag durchleben mussten. Während Karina die Spiele durchführt, mit der Absicht, den Gewinner als Menschenopfer zur Wiederbelebung ihrer kürzlich ermordeten Mutter zu verwenden, plant Malik seine Teilnahme einzig allein deshalb, um einen Weg zu finden, Königin Karina zu töten, um so seine Schwester zurückzubekommen. Doch als sich die beiden im Laufe der Spiele näher kennenlernen, müssen sie feststellen, dass es ihnen schwerer fällt, ihren Plan in die Tat umzusetzen, als sie angenommen hätten...

Positiv zu erwähnen ist definitiv, dass ich es wichtig und gut finde, dass in das Buch von einer POC Autorin geschrieben wurde und westafrikanische Kultur in die Geschichte hineingeflossen ist und damit Diversität repräsentiert wird.

Inhaltlich konnte ich dem Buch aber dann leider kaum etwas abgewinnen. Es gibt inzwischen YA Fantasyromane wie Sand am Meer und "A Song of Wraiths and Ruin" hatte für mich - trotz des westafrikanischen Einflusses - eigentlich kein einziges Element enthalten, dass ich nicht genauso oder in ähnlicher Weise bereits in anderen Büchern aus dem Genre gelesen habe. Allein die Solstasia-Spiele erinnern von der Idee her schon sehr an die Hunger Games, wobei das Turnier hier im Buch vergleichsweise harmlos und unspektakulär daherkommt. Obwohl die Wettbewerbsteilnehmer verschiedene Prüfungen hinter sich bringen mussten, hatten die meisten davon irgendwie Wiedererkennungswert und ich wusste meistens gar nicht, was eigentlich die Aufgabe der Teilnehmer ist.
Auch die Nebenhandlung verläuft äusserst träge und das Erzähltempo war viel zu langsam, als dass bei mir Spannung erzeugt werden konnte. Es war dabei auch nicht unbedingt hilfreich, dass die Perspektive nach jedem Kapitel gewechselt hat und man immer wieder aus den einzelnen Handlungssträngen herausgerissen wurde. Es hat sicher auch nicht geholfen, dass weder Karina, noch Malik als Charaktere wirkliche Sympathieträger:innen waren, sodass es mir eigentlich ziemlich egal war, was mit den beiden passiert.
Beim Showdown am Ende überschlagen sich schliesslich die Ereignisse, was zwar endlich etwas Tempo und Action in die Erzählung gebracht hat, aber dann doch zu viel des Guten wurde. Gefühlt jeder Charakter scheint zu sterben, sich zu opfern und wieder aufzustehen, sodass ich das Ganze nur noch lächerlich gefunden habe und das Buch 30 Minuten vor Ende genervt abgebrochen habe.

Leider kann ich auch zu den beiden Hörbuchsprecher:innen kein positives Wort verlieren, denn ich muss sagen, dass es sich hierbei um das mit Abstand am schlechtesten vertonte Hörbuch handelt, dass ich jemals gehört habe. Beide Sprecher:innen wirken sehr emotions- und lustlos, so als würden sie selbst keinen Bock darauf haben, die Geschichte vorzulesen. Dabei fand ich die Sprecherin noch etwas besser als den Sprecher, denn der hat stellenweise so geklungen, als würde er lallen oder zumindest einige Wörter so undeutlich aussprechen, als würde man Til Schweiger zuhören. Und das ist bei einem Hörbuch echt ein No-Go.

Fazit:

Es ist schön, dass Bücher von POC Autor:innen mehr Beachtung bekommen und hier eine Geschichte erzählt wird, in die westafrikanische Folklore eingeflossen ist. Leider konnte mich das Buch aber inhaltlich überhaupt nicht überzeugen. Die Story wirkte wie bereits x-fach erzählt und das Erzähltempo ist sehr langsam, sodass keine Spannung beim Lesen aufgekommen ist. Auch die Hörbuchversion kann ich dieses Mal nicht empfehlen, denn die beiden Sprecher:innen wirken sehr unmotiviert und emotionslos, was beim Zuhören einfach keinen Spass gemacht hat. 2 von 5 Sternen gibt es immerhin noch für die Repräsentation westafrikanischer Kultur.
16 Kommentare
(© Argon Verlag)

Gallant*
von V.E. Schwab
Gelesen von Jana Kozewa

Bewertung: ★★☆☆☆

YA Fantasy, Audiobook 
Spieldauer: 9 Stunden und 9 Minuten
Erscheinungsdatum: 29. März 2023

Verlag: Argon Verlag

*Rezensionsexemplar von Netgalley. Danke an den Verlag.

Inhaltsangabe:
Olivia Prior ist in einem Waisenhaus aufgewachsen. Ihren Vater hat sie nie getroffen, und die Stimme ihrer Mutter hat sie schon längst vergessen. Geblieben ist ihr nur das Tagebuch ihrer Mutter. Es ist voller Rätsel und seltsamer Zeichnungen, die sie eine Tages zu enträtseln hofft. Ihr Leben in dem Heim ist alles andere als einfach, denn sie kann nicht sprechen und kommuniziert mit Hilfe einer alten Schiefertafel. Außerdem sieht sie die Geister der Toten, die ewig stumm das Treiben der Lebenden beobachten. Angst vor ihnen hat sie nicht, schon weil sich Olivia selbst fühlt wie lebendig begraben. Doch alles ändert sich, als ein Brief ihres Onkels in der Schule eintrifft, der sie einlädt, zum Stammsitz ihrer Familie zu kommen. Für Olivia ist es eine einmalige Chance, mehr über das Schicksal ihrer Eltern herauszufinden. Doch sie ahnt: Der Preis, den sie dafür zu zahlen hat, wird hoch sein …

Meine Meinung:

Ich muss als erstes vorausschicken, dass ich Gallant schon einmal auf Englisch gelesen habe und es sich somit um ein Reread handelt. Beim ersten Mal konnte mich die Geschichte jedoch bedauerlicherweise nicht überzeugen und ich dachte, dass es vielleicht an falschen Erwartungen lag. Deshalb wollte ich der Geschichte mit dem deutschen Hörbuch eine zweite Chance geben, da ich dieses Mal ja wusste, was auf mich zukommt. Doch leider hatte ich auch beim zweiten Versuch die gleichen Kritikpunkte und ich hätte wohl einfach auf mein erstes Bauchgefühl hören sollen, dass das Buch einfach nichts für mich ist.

Im Buch wird die Geschichte von Olivia Prior erzählt, die mit knapp zwei Jahren von ihrer Mutter in einem Waisenhaus ausgesetzt wurde und seither dort lebt. Das einzige, was ihr von ihrer Mutter geblieben ist, ist ihr Tagebuch, das Olivia immer wieder durchliest und als Teenager beinahe schon in- und auswendig kennt.
Eines Tages erhält sie einen mysteriösen Brief eines Verwandten, der sie bittet nach Hause - nach Gallant - zu kommen. Dort angekommen erwartet sie aber nicht die herzliche Begrüssung, die sie nach all den Jahren erwartet hätte. Ihre Verwandten zeigen sich verschlossen und geheimnisvoll. Doch das bringt Olivia nicht dazu, wieder zu verschwinden, sondern macht sie nur noch neugieriger, dem Geheimnis von Gallant und dem Verschwinden ihrer Eltern auf die Spur zu kommen...

Der Plot klingt an und für sich eigentlich sehr vielversprechend und bietet gerade durch die mysteriösen Geheimnisse eine Grundlage für eine spannende Erzählung. Ich bin allerdings mit dem langatmigen Schreibstil überhaupt nicht klargekommen. Und das war bei beiden Leseversuchen der Fall. Die Geschichte lebt letztendlich von einem sehr ruhigen Erzählstil mit langsamem Tempo und besticht vor allem durch einen blumigen, beschreibenden Schreibstil, der leider so gar nicht meins war. Ich bin eher Typ Leserin, die durch die Handlung gefesselt und bei der Stange gehalten werden will. Aber Gallant bietet genau das Gegenteil und ist damit eher etwas für Leser:innen, die einen atmosphärischen Erzählstil mit bedeutungsschwangeren Umschreibungen zu schätzen wissen. Und das bin ich bedauerlicherweise nicht.
Diese geheimnisvolle, magische Welt rund um (oder in?) Gallant hätte viel Potenzial gehabt, aber leider blieb die Erzählung letztendlich zu vage, als dass ich richtig in sie hätte eintauchen können. Es ist kein Buch, bei dem am Ende alle offenen Fragen geklärt werden, indem ein grosser "Aha-"Moment auftaucht. Obschon man am Ende etwas mehr über das Verschwinden von Olivias Eltern weiss, blieben mir zu viele Fragen offen und die ganze Handlung hat sich für mich nicht ganz abgeschlossen angefühlt.

Positiv hervorheben möchte ich trotzdem, dass ich ein grosser Fan der Autorin bin und ich bewundere sie dafür, dass sie mit jedem Buch (oder Buchreihe) etwas ganz Neues schaffen will. Keines ihrer Bücher liest sich wie das andere und das rechne ich ihr hoch an. Aber natürlich bedeutet es auch, dass einem nicht jedes ihrer Bücher gleich gut gefallen kann. Und Gallant hat einfach nicht meinen persönlichen Lesegeschmack getroffen.

Zum Schluss noch kurz zur Sprecherin: Ich fand ihre Stimme und Erzählweise sehr angenehm und sehr passend zum Inhalt des Buches. Von ihr würde ich jederzeit weitere Hörbücher hören.

Fazit:

Gallant ist ein Buch, das weniger durch eine spannende Handlung, sondern vielmehr durch einen ruhigen, blumigen Erzählstil mit sehr langsamen Erzähltempo besticht. Leser:innen, denen bedeutungsschwangere Umschreibungen und eine düstere Atmosphäre ausreicht und die (im Gegensatz zu mir) nicht unbedingt einen fesselnden Plot benötigen, kommen hier voll auf ihre Kosten. Mein Cup of Tea war es jedoch nicht. Ich bin viel zu ungeduldig für solche Bücher und brauche Action.
14 Kommentare
(© cbt)

Die Magie unserer Herzen (Sisters of the Sword #2)
von Tricia Levenseller

Bewertung: ★★☆☆☆

YA Fantasy, 480 Seiten
Erscheinungsdatum: 14. Dezember 2022
Verlag: cbt


Inhaltsangabe:
Die magisch begabte Ziva hat es geschafft, jenes mächtigste Schwert, das sie je geschaffen hat, vor der brutalen Kriegsherrin zu schützen. Doch der Preis, den sie und ihre Freunde dafür zahlen, ist hoch. Zivas geliebte Schwester Temra wurde beim Kampf um das Schwert schwer verletzt. Zusammen mit dem bezaubernden Söldner Kellyn und dem jungen Studenten Petrik befindet sie sich nun auf einem Wettlauf mit der Zeit. Denn nur, wenn sie eine sagenumwobene Heilerin aufspüren können, hat Temra eine Chance. Doch als ein machtgieriger Prinz sie gefangen nimmt, muss Ziva entscheiden, ob sie ihre Gabe missbrauchen darf, um das Leben ihrer Liebsten zu retten ...

Meine Meinung:

Obwohl ich den Vorgänger unterhaltsam zum Lesen fand, hätte ich nicht unbedingt eine Fortsetzung gebraucht resp. eine Dilogie gebraucht, da die Story aus dem ersten Band auch gut als Einzelband funktioniert hätte, wenn die Autorin nicht am Schluss noch einen - meiner Meinung nach - unnötigen Cliffhanger reingepackt hätte.
Und genau mit diesem Cliffhanger geht es im zweiten Band nahtlos weiter: Auch wenn es den vier Protagonst:innen gelungen ist, ihre Antagonistin Kymora zu bekämpfen und gefangenzunehmen, wurde Zivas Schwester dabei lebensbedrohlich verletzt. Doch die Rettung ist nicht weit, denn im Schlussteil des Vorgängers wurde auch noch enthüllt, dass Petrik in Wahrheit Kymoras Sohn ist. Und glücklicherweise hat er zwei Brüder, die über Königreiche herrschen, von denen einer eine mächtige Heilerin beschäftigt, die Temra retten kann.
Im Königreich von Petriks einem Bruder angekommen, müssen sie jedoch erfahren, dass der andere Bruder die Heilerin gefangen genommen hat. Und so begeben sich Ziva und Kellyn dieses Mal zu zweit auf eine Rettungsmission, um die Heilerin zurückzuholen. Dabei ahnen sie jedoch nicht, dass sie damit den Zwist zweier konkurrierenden Brüder noch mehr verschärfen und einen grossen Krieg auslösen...

Wie man an meiner Bewertung unschwer erkennen kann, konnte mich die Fortsetzung leider nicht überzeugen. Und das lag nicht mal allein daran, dass dieser zweite Band deutlich schlechter gewesen wäre, als der erste, sondern eher, dass das Buch nach dem Prinzip "mehr desselben" geschrieben wurde und mich dadurch auch die Schwachpunkte immer mehr gestört haben, die ich schon in meiner Rezension zum Vorgänger erwähnt hatte. Es sind aber auch neue Kritikpunkte dazukommen.

Eigentlich war es keine schlechte Idee, die Familienmitglieder von Petrik mehr ins Zentrum zu rücken, nachdem die Enthüllung seiner Verbindung zu Kymora als Plot Twist genutzt wurde. Nur leider blieb die Charakterisierung auch in diesem zweiten Band sehr oberflächlich und gerade die Antagonisten haben sich sehr stereotyp angefühlt, da die Autorin es verpasst, in die Tiefe zu gehen und somit die Motive der "Bösewichte" nachvollziehbar zu machen. Sie waren halt einfach böse und that's ist. Und das fand ich etwas schwach, in Anbetracht dessen, dass in diesem zweiten Band ein Krieg zwischen zwei Brüdern angezettelt wird, den man als aussenstehende:r Leser:in aber nicht wirklich nachvollziehen kann. Das Gleiche gilt auch für Kymora, die abermals eine Rolle in diesem zweiten Band einnimmt.
Erschwerend kommt hinzu, dass man auch im zweiten Band nahezu nichts über das Worldbuilding erfährt, denn immerhin hätte das vielleicht etwas Licht ins Dunkel bringen können, warum Petriks Mutter und einer seiner Brüder so machtversessen sind. Aber dem war leider nicht so.

Ein weiterer Kritikpunkt war in diesem Band für mich auch Ziva und ihr total nerviges Verhalten. Ich finde es zwar schön, dass die Autorin durch Ziva eine Betroffene von sozialer Phobie repräsentiert, aber ihre Verhaltensweisen hatten in diesem Buch für mich wenig mit dieser psychischen Erkrankung zu tun. Ziva steht sich die meiste Zeit selbst im Weg und obwohl Kellyn ihr mehrfach versichert, dass er Gefühle für sie hat und dies auch offensichtlich zeigt, ändert Ziva beinahe täglich ihre Meinung über ihn und redet sich ein, dass er sie nicht liebt und vermutlich sogar eine andere hat. Und das, obwohl es absolut keinerlei Gründe oder Hinweise gibt, die diese Zweifel rechtfertigen würde. Ausserdem ist sie gefühlt die Hälfte des Buches sauer auf Kellyn, weil er im letzten Band sie, statt Temra gerettet hat, was er ihr eigentlich versprochen hatte. Ich kann ja der anfängliche Ärger verstehen, als sie Angst um ihre Schwester hatte. Aber, dass sie ihre Verärgerung so lange künstlich in die Länge zieht, war einfach kindisch und für mich nicht nachvollziehbar. Ich hatte den Eindruck, dass sich Ziva in diesem Buch die meiste Zeit wie eine trotzige, selbstunsichere 12-Jährige aufgeführt hat.

Zuletzt hat mir in diesem Band irgendwie die Spannung gefehlt. Man konnte ja bereits erahnen, dass ohnehin alles gut ausgehen wird und tatsächlich wird nahezu jede schwierige Situation durch Zivas magische Gabe gerettet, was zu unsäglich vielen Deus Ex Machina Momenten führt und das Lesen einfach langweilig und vorhersehbar gemacht hat.

Fazit:

Die Fortsetzung der "Sister of the Sword" Dilogie konnte mich leider nicht überzeugen. Die Charakterisierung ist so oberflächlich, dass die Motive fast aller Charaktere - allen voran unserer Protagonistin und den zwei Antagonst:innen - unklar bleiben und ihre Verhaltensweisen teilweise absurd wirken. Diesmal blieb auch die Spannung aus, weil jede Szene nach Deus Ex Machina Art gerettet wird. Für mich eine unnötige Fortsetzung, und die Autorin hätte es besser bei einem Einzelband (ohne Cliffhanger) belassen.

4 Kommentare
Older Posts

About me

About Me
Schweizerin. Liebt Bücher. Bevorzugte Genres: Young Adult, (Urban) Fantasy, Dystopia, Thriller, (Historical) Fiction.

100 Rezensionen 80% Rezensionen veröffentlicht Professioneller Leser NetGalleyDE Challenge 2019 NetGalleyDE Challenge 2020 NetGalleyDE Challenge 2021 NetGalleyDE Challenge 2022 NetGalleyDE Challenge 2023 NetGalley Challenge 2024

Follow Me

  • Instagram
  • Goodreads
  • Bloglovin
  • Email
  • rss

Follower

Blog Archive

  • ▼  2025 (7)
    • ▼  Oktober (1)
      • [Rezension] Der Kaiser der Freude
    • ►  August (2)
    • ►  März (2)
    • ►  Februar (1)
    • ►  Januar (1)
  • ►  2024 (24)
    • ►  Dezember (1)
    • ►  November (2)
    • ►  Oktober (2)
    • ►  September (1)
    • ►  August (5)
    • ►  Juni (2)
    • ►  Mai (1)
    • ►  April (2)
    • ►  März (3)
    • ►  Februar (1)
    • ►  Januar (4)
  • ►  2023 (44)
    • ►  Dezember (2)
    • ►  November (7)
    • ►  Oktober (1)
    • ►  September (3)
    • ►  August (3)
    • ►  Juli (3)
    • ►  Juni (5)
    • ►  Mai (3)
    • ►  April (5)
    • ►  März (6)
    • ►  Februar (3)
    • ►  Januar (3)
  • ►  2022 (32)
    • ►  Dezember (4)
    • ►  November (2)
    • ►  Oktober (1)
    • ►  September (2)
    • ►  August (6)
    • ►  Juli (2)
    • ►  Juni (4)
    • ►  Mai (7)
    • ►  April (3)
    • ►  Februar (1)
  • ►  2021 (69)
    • ►  Dezember (1)
    • ►  November (5)
    • ►  Oktober (5)
    • ►  September (4)
    • ►  August (9)
    • ►  Juli (7)
    • ►  Juni (6)
    • ►  Mai (5)
    • ►  April (6)
    • ►  März (2)
    • ►  Februar (8)
    • ►  Januar (11)
  • ►  2020 (136)
    • ►  Dezember (10)
    • ►  November (9)
    • ►  Oktober (11)
    • ►  September (14)
    • ►  August (14)
    • ►  Juli (10)
    • ►  Juni (5)
    • ►  Mai (10)
    • ►  April (14)
    • ►  März (13)
    • ►  Februar (11)
    • ►  Januar (15)
  • ►  2019 (132)
    • ►  Dezember (13)
    • ►  November (12)
    • ►  Oktober (11)
    • ►  September (11)
    • ►  August (11)
    • ►  Juli (10)
    • ►  Juni (11)
    • ►  Mai (11)
    • ►  April (10)
    • ►  März (10)
    • ►  Februar (8)
    • ►  Januar (14)
  • ►  2018 (100)
    • ►  Dezember (15)
    • ►  November (8)
    • ►  Oktober (11)
    • ►  September (10)
    • ►  August (14)
    • ►  Juli (10)
    • ►  Juni (7)
    • ►  Mai (7)
    • ►  April (7)
    • ►  März (3)
    • ►  Februar (1)
    • ►  Januar (7)
  • ►  2017 (34)
    • ►  Dezember (2)
    • ►  November (1)
    • ►  Oktober (1)
    • ►  September (3)
    • ►  August (2)
    • ►  Juli (5)
    • ►  Juni (3)
    • ►  Mai (1)
    • ►  April (2)
    • ►  März (3)
    • ►  Februar (4)
    • ►  Januar (7)
  • ►  2016 (42)
    • ►  Dezember (4)
    • ►  November (2)
    • ►  September (2)
    • ►  August (3)
    • ►  Juli (6)
    • ►  Juni (11)
    • ►  März (1)
    • ►  Februar (3)
    • ►  Januar (10)
  • ►  2015 (13)
    • ►  Dezember (1)
    • ►  Oktober (2)
    • ►  September (1)
    • ►  Mai (1)
    • ►  April (3)
    • ►  Februar (3)
    • ►  Januar (2)
  • ►  2014 (27)
    • ►  Oktober (1)
    • ►  September (5)
    • ►  August (2)
    • ►  Juli (4)
    • ►  Juni (3)
    • ►  Mai (4)
    • ►  April (1)
    • ►  März (2)
    • ►  Februar (3)
    • ►  Januar (2)
  • ►  2012 (2)
    • ►  Dezember (2)
Powered by Blogger.

Empfohlener Beitrag

[Rezension] Der Kaiser der Freude

(© Hörbuch Hamburg) Der Kaiser der Freude *  von Ocean Vuong Gelesen von Fabian Busch   Bewertung: ★★★☆☆  Contemporary Fiction, Audiobook ...

Diesen Blog durchsuchen

Popular

  • [Rezension] Die Göttinnen von Otera - Golden wie Blut
    [Rezension] Die Göttinnen von Otera - Golden wie Blut
    (© Loewe) Golden wie Blut* (Die Göttinnen von Otera #1) von Namina Forna Bewertung: ★★★★☆ YA Fantasy, 512 Seiten Erscheinungsdatum: 08. O...
  • [Challenge] Queere Lesechallenge 2021
    [Challenge] Queere Lesechallenge 2021
    Nachdem ich mich letztes Jahr mit einer Challenge vor allem den Frauen bzw. weiblichen Autorinnen gewidmet habe, möchte ich mich dies...
  • [Rezension] Beastly
    [Rezension] Beastly
    (© Baumhaus Verlag) Beastly von Alex Flinn Gelesen von Simon Jäger Bewertung: ★★☆☆☆ YA Fantasy, Audiobook  Spieldauer: 4 Stunden und 58 M...

Hier lese ich gerne

  • Weltenwanderer
    In einer kleinen Stadt ...
  • Der Duft von Büchern und Kaffee
    Buchclub-Diskussionsrunde zu „The Weight of Falling in Love“
  • Seductive Books
    Eshila: Glanz der Wüste – Smilla Johansson
  • oceanloveR
    {Rezensionen} Mit Walen tanzen und Haien schwimmen
  • Ge(h)Schichten
    Zurückge(h)blickt August 2023
  • Buchklappe
    [Rezension | Buchtipp] Rabenprinz von Margaret Rogerson
  • Die Welt ist wie ein Buch
    [Lesestatistik] Februar 2023
  • Das Kaminzimmer
5 anzeigen Alle anzeigen

Lesechallenge

2023 Reading Challenge

2023 Reading Challenge
paperlove has read 2 books toward her goal of 75 books.
hide
2 of 75 (2%)
view books

Tags

Young Adult Audiobook Fantasy Nonfiction Contemporary Romance Romance Fiction Contemporary Fiction Science Fiction Chick-Lit Dystopia Thriller Paranormal Historical Fiction Cookbook Mystery LGBT New Adult Psychology Urban Fantasy Magic Retellings Realistic Fiction Humor Crime Memoir Classics Childrens Middle Grade Romantasy Mental Illness Christmas High Fantasy Holocaust Biography Psychological Thriller Feminism Horror Adventure Mythology Post Apocalyptic Epic Fantasy

Gesamtzahl der Seitenaufrufe

FOLLOW ME @INSTAGRAM

Created with by ThemeXpose | Distributed By Gooyaabi Templates