[Rezension] Rot wie das Meer

by - Mai 19, 2019

(© Audioteka / JUMBO Verlag)

Rot wie das Meer*
von Maggie Stiefvater
Gelesen von Maria Wardzinska & Florens Schmidt

Bewertung: ★★☆☆☆☆

YA Fantasy, Audiobook 
Spieldauer: 6 Stunden 1 Minute
Erscheinungsdatum: 23. November 2012
Verlag: JUMBO


* Gehört auf audioteka.com/de [Werbung]. Das erste Hörbuch ist gratis.

Inhaltsangabe:
Jedes Jahr im November wird die Insel Thisby von Capaill Uisce heimgesucht, Meereswesen, die in Gestalt wunderschöner Pferde Tod und Verderben bringen. Schnell wie der Seewind und tückisch wie das Meer, ziehen sie die Menschen in ihren Bann. Wie viele junge Männer der Insel fiebert auch Sean Kendrick dem Skorpio-Rennen entgegen, bei dem sie auf Capaill Uisce gegeneinander antreten. Doch in diesem Jahr ist alles anders: Als erste Frau wagt Puck Connolly, sich einen Platz in dieser Männerwelt zu erkämpfen. Dabei lernt sie Sean kennen und die beiden Einzelgänger kommen sich langsam näher. Als schließlich der Startschuss für das Rennen fällt, wissen Sean und Puck, dass sie mehr zu verlieren haben als nur diesen Wettkampf. (© Audioteka / JUMBO Verlag)

Meine Meinung:

Vorbemerkung: Ich habe das Buch 2015 schon einmal gelesen, es allerdings im letzten Viertel abgebrochen. Nun habe ich der Geschichte als Hörbuch eine zweite Chance gegeben.

Da ich den Plot im Groben bereits kannte, fiel es mir relativ einfach, in die Geschichte hineinzufinden. Beim ersten Lesen habe kritisiert, dass das eigentlich Rennen leider viel zu kurz kommt, deshalb bin ich dieses Mal nicht mehr mit den falschen Erwartungen an das (Hör)-Buch herangegangen. Trotzdem hat sich auch nach dem zweiten Versuch nicht viel an meiner damaligen Meinung geändert.

Zu allererst möchte ich den grossen positiven Aspekt hervorheben, und das ist die Idee, die Stiefvater in diesem Buch hatte. Ich finde ihren Einfall rund um die Insel Thisby und die unheimlichen Capaill Uisce, die eine grauenvolle Version von Pferden darstellen, sowie das gefährliche Pferderennen, sehr innovativ und vielversprechend. Bislang ist mir noch kein anderes Buch begegnet, das eine ähnliche Thematik enthält, was der Autorin hoch anzurechnen ist.
Ausserdem hat mir die düstere Atmosphäre, die die Autorin in ihrem Buch schafft, sehr gut gefallen. Ich kann gar nicht genau benennen, wie ihr das gelungen ist, aber während des gesamten Hörbuchs hat mich ein beklemmendes Gefühl begleitet. Ich würde behaupten, dass die faszinierende, einnehmende Atmosphäre auch das ist, was das Buch ausmacht.
Leider sind diese beiden Punkte die einzigen beiden, die mir gefallen haben, denn der Plot an sich war sehr dünn und die Geschichte plätschert die meiste Zeit vor sich hin. Die ganze Zeit über wird eine Neugierde und Vorfreude auf das kommende Pferderennen geschaffen, bei dem vor allem die beiden Protagonisten Puck und Sean viel zu gewinnen (aber auch zu verlieren haben). Man lernt beide Charaktere im Verlauf durch ihre jeweiligen POV besser kennen und erfährt, was beide dazu bewegt, überhaupt an dem gefährlichen Rennen teilzunehmen. Das Erzähltempo ist dabei so gemächlich, dass ich es kaum mehr abwarten konnte, bis das Rennen endlich losging. Und als es dann so weit ist, war ich gerade beim ersten Lesen sehr enttäuscht. Man muss sich bis zu den letzten Kapiteln gedulden, bis das Rennen startet und bevor man weiss, was geschieht, ist es auch schon wieder vorbei. Dieses Mal wusste ich, worauf ich mich einliess, deshalb hielt sich meine Enttäuschung in Grenzen. Beim ersten Mal hatte ich allerdings die Erwartung, dass das Rennen einen grösseren Teil der Geschichte einnehmen wird, gerade weil sich die Charakterentwicklung und das ganze Gerede immer um genau dieses Thema drehen. Das eigentlich Rennen wird der Geschichte als vermeintlicher Höhepunkt aber leider überhaupt nicht gerecht, denn dafür ist es zu schnell vorbei und fast schon zu unspektakulär.
Ich bleibe also auch nach dem zweiten Lesen bzw. Hören dabei, dass es der Geschichte an einem packenden roten Faden fehlt. Die Grundidee würde so viele interessante Ansätze und Entwicklungsmöglichkeiten bieten, die meiner Meinung nach leider fast ungenutzt geblieben sind, was ich sehr schade finde.

Die beiden Erzähler machen das Zuhören sehr angenehm. Dadurch, dass sich die weibliche und der männliche Erzähler*in abwechseln, weiss man immer genau, aus wessen Sicht der Charaktere die Geschichte gerade erzählt wird, was das Verständnis sehr erleichtert hat. Was die Charakterentwicklung an sich angeht, so hat mich die leider eher kalt gelassen. Ich konnte nicht wirklich eine emotionale Bindung zu Puck und/oder Sean aufbauen und deren potentielle Liebschaft wirkte auf mich deshalb auch eher konstruiert.

Fazit:

Eine düstere Atmosphäre mit einer vielversprechenden Idee, die sich mit einer horrormässigen Version von Pferden beschäftigt. Leider hat die Autorin meiner Meinung nach nicht einmal annähernd das Potenzial ihrer eigenen Idee genutzt. Es fehlt dem Buch letztendlich an einem spannenden Plot und die Story plätschert die meiste Zeit nur vor sich hin. Aus der Idee hätte man sicher viel mehr machen können, deshalb kann ich leider nur 2.5 Sterne vergeben.

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2 Kommentare

  1. Hey :)

    Vielen Dank für die tolle Rezension. Schade, dass die Autorin so viel Potential verschenkt hat und der richtig spannende Plot fehlt. Ich hoffe dein nächstes (Hör)Buch kann dich wieder mehr überzeugen.

    Liebe Grüße
    Jenny

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    Antworten
    1. Hallo Jenny :)

      Danke für deinen Kommentar. Und ja, das hoffe ich auch :)

      LG

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