[Rezension] Mein Herz wird dich finden

by - Oktober 13, 2021

(© Argon)

Mein Herz wird dich finden
von Jessi Kirby
Gelesen von  Annina Braunmiller-Jest

Bewertung: ★☆☆☆☆

YA Contemporary Romance, Audiobook 
Spieldauer:  6 Stunden und 29 Minuten
Erscheinungsdatum: 25. Februar 2016

Verlag: Argon Audio

Inhaltsangabe:
Als Mia und Noah sich zum ersten Mal begegnen, spüren beide, dass sie füreinander bestimmt sind. Es ist, als wäre plötzlich alles wieder in Ordnung. Als wäre Mia nicht der traurigste Mensch auf der Welt. Als wäre ihre große Liebe nicht bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Und als hätte sie Noah nicht verschwiegen, dass sie einander nur begegnet sind, weil sie wissen wollte, wer das Spenderherz ihres Freundes bekommen hat. Doch wie glücklich darf sie eigentlich sein? Und wann wird aus Schweigen Verrat?

Meine Meinung:

Bereits die Ausgangslage der Geschichte hat bei mir zu einem Augenrollen geführt, da sie total unglaubhaft und absurd ist: Der feste Freund eines Teenagermädchens stirbt und statt dass sie sich mit ihrer Trauer beschäftigt, verdrängt sie ihre Gefühle einfach, indem sie Kontakt zu denjenigen Personen aufnimmt, die ein Organ ihres verstorbenen Freundes erhalten haben. Bis auf eine Person. Denn ausgerechnet der Junge, der das Herz des Verstorbenen erhalten hat (haaach das Herz, wie romantisch!!111 das muss doch etwas bedeuten!!!), reagiert nicht auf ihren Brief, indem sie sich ein Treffen wünscht. Eine legitime Reaktion, wie ich finde. Nur gibt sich das Teenagermädchen damit nicht zufrieden und spürt den Jungen auf, ohne ihm zu sagen, dass sie die Freundin des Verstorbenen war, dessen Herz der Junge nun in sich trägt (wie sie das geschafft hat, ist mir absolut schleierhaft, denn Organspender und -empfänger unterstehen zu Recht(!) unter Datenschutz / Schweigepflicht). Und was passiert dann? Na, erratet ihr es? Natüüürlich verlieben sich die beiden Hals über Kopf ineinander, wobei man es dem Jungen nicht mal verdenken kann. Was das Mädchen angeht, sind bei mir alle Alarmglocken losgegangen, denn ihre ganzen Verhaltensweisen haben auf mich nicht nur hochgradig bedenklich, sondern im psychologischen Sinn schon fast pathologisch gewirkt. Aber das ist der Autorin ganz egal, denn schliesslich ging es ja eh nur darum, die Organgeschichte als Aufhänger für eine super kitschige, 0815 Teenie-Lovestory zu verbraten, bis ich fast Einhörner kotzen musste.

Ich hätte das Buch am liebsten schon nach einem Drittel abgebrochen, wollte aber bis zum Schluss durchhalten, weil ich ein Fünkchen Hoffnung hatte, dass die Autorin vielleicht doch noch zur Einsicht gerät, dass das Verhalten der Protagonistin total problematisch (und so gar nicht romantisch!) ist und diesen total bescheuerten, unglaubwürdigen Plot zu einem halbwegs versöhnlichen Ende bringt. Aber Pustekuchen!

!! Achtung Spoiler !!

Natürlich erfährt der Herz-Junge am Ende, wer die Protagonistin eigentlich ist und was für ein Spielchen sie getrieben hat. Doch wer jetzt denkt, dass er sich deshalb von ihr trennt, irrt sich gewaltig. Das Gegenteil ist der Fall. Es stellt sich heraus, dass der Junge nicht nur NICHT sauer auf sie ist, sondern dass ER sich sogar noch bei IHR entschuldigt, weil er sich damals nicht auf ihren Brief gemeldet hat und er seither total unter Schuldgefühlen leidet. Na logisch! Ergibt ja auch total Sinn... Not!

!! Ende Spoiler !!

Die Protagonistin ist mir von vorne bin hinten total auf den Senkel gegangen und ich bin fast durchgedreht, weil scheinbar - bis auf eine einzige Freundin, deren Rat sie einfach ignoriert - ihr Verhalten nicht als problematisch angesehen haben. Das war doch alles nichts weiter, als ein Verdrängungsversuch, um sich nicht mit dem schmerzhaften Tod ihres Freundes auseinanderzusetzen. Was übrigens bis zum Schluss nie passiert! Stattdessen reicht es wohl einfach, sich neu zu verlieben, dann kann man den Trauerprozess einfach überspringen. Danke für den Tipp, liebe Frau Kirby!

Wie ihr merkt, hat mich selten ein Buch so zur Weissglut getrieben. Die Sprecherin macht das Ganze leider nicht besser, denn sie hat leider im Kombination mit der Protagonistin eine sehr nervige Erzählerstimme, die die Protagonistin noch naiver erscheinen lässt, als sie es ohnehin ist.

Fazit:

Von mir gibt es -1 Stern und definitive keine Leseempfehlung. Das war mit Abstand eines der schlechtesten (Hör-)Bücher, das ich seit langem gehört habe und absolut verschwendete Hörzeit.

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2 Kommentare

  1. Hallo liebe Mel,

    sehr schade, dass das Buch so ätzend war. Deine Rezension hat mich allerdings mehrmals zum Schmunzeln gebracht, also war das Hören wenigstens nicht ganz umsonst :) Über solche Dinge kann ich mich auch extrem aufregen. Wahrscheinlich hätte ich das Hörbuch angeschrien :D

    Als ich den Klappentext gelesen habe, ging es mir ähnlich wie dir. Es klang total blöd und kitschig. Und anscheinend war die Umsetzung genauso. Da wird ein großer Bogen drum gemacht.

    Liebe Grüße und hoffentlich mehr Glück mit dem nächsten Buch,
    Rebecca

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  2. Ohhhh Mel

    Das klingt also wirklich besonders schrecklich. Ich werde einen weeeeiten Bogen um das Buch machen.

    Alles Liebe und vielen Dank für deine "Warnung"
    Livia

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