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between the lines.

(© dtv)

Elian und Lira – Das wilde Herz der See*
von Alexandra Christo

Bewertung: ★★★★★

YA Fantasy, 384 Seiten
Erscheinungsdatum: 20. Juli 2018
Verlag: dtv


*Rezensionsexemplar. Vielen lieben Dank an den Verlag!

Inhaltsangabe:
Eine Fantasywelt, so betörend wie ein Sirenenlied - düster, romantisch und voller Sogkraft
 
Lira ist die Tochter der Meereskönigin. Jahr für Jahr ist sie dazu verdammt, einem Prinzen das Herz zu rauben. Doch dann begeht sie einen Fehler und ihre Mutter verwandelt sie zur Strafe in die Kreatur, die sie am meisten verabscheut – einen Menschen. Und sie stellt Lira ein Ultimatum: Bring mir das Herz von Prinz Elian oder bleib für immer ein Mensch. Elian ist der Thronerbe eines mächtigen Königreichs. Doch das Meer ist der einzige Ort, an dem er sich wirklich zu Hause fühlt. Er macht Jagd auf Sirenen, vor allem auf die eine, die so vielen Prinzen bereits das Leben genommen hat. Als er eines Tages eine junge Frau aus dem Ozean fischt, ahnt er zunächst nicht, wen er da an Bord geholt hat. Bald wird aus Misstrauen jedoch Leidenschaft und das Unerwartete geschieht – die beiden verlieben sich ineinander. (© dtv)

Meine Meinung:

"Elian und Lira - Das wilde Herz der See" war mir bereits aufgrund des Hypes in der englischsprachigen Lesercommunity bekannt. Die deutsche Übersetzung ist nur wenige Monate nach dem Original erschienen und sticht besonders durch das ausserordentlich hübsche und ansprechende Cover heraus (das meiner Meinung nach das Originalcover um Längen übertrifft!). Doch ein schönes Cover bedeutet natürlich noch nicht, dass die Geschichte dahinter genauso toll ist, deshalb war ich gespannt, ob ich mich in die Lobgesänge einreihen würde. Und so viel darf ich schon mal verraten: Das tue ich!

Das Buch wird aus zwei Perspektiven erzählt. Wer diese beiden Personen sind, verrät bereits der Titel: Auf der einen Seite haben wir Lira, die nicht nur eine Sirene, sondern auch die Tochter der Meeresgöttin ist und sich in der Menschenwelt mit dem Titel „der Fluch des Prinzen“ einen abschreckenden Namen gemacht hat. Auf der anderen Seite haben wir Elian, Kronprinz und Thronerbe des Reichs Midas, der sich seine Zeit aber lieber als Pirat und Sirenenjäger (und –killer) vertreibt. Wie man den beiden sehr gegensätzlichen Beschreibungen bereits entnehmen kann, stehen die beiden Protagonisten auf ganz unterschiedlichen Seiten und der eine will jeweils den Tod des anderen. Ein Aufeinandertreffen der beiden verspricht deshalb spannend zu werden. Zur Unterscheidung der beiden Perspektiven sind die Kapitel jeweils in unterschiedlichen Schriftarten geschrieben, je nachdem ob gerade Lira oder Elian zu Wort kommt. Das fand ich unglaublich hilfreich, vor allem, wenn man mitten im Kapitel einen kleinen Unterbruch macht, musste ich nicht jedes Mal an den Anfang des Kapitels springen, um zu schauen, aus wessen Augen man gerade die Handlung verfolgt. Eine wirklich tolle Idee!

Die Story beginnt direkt mitten im Geschehen. Ohne langes Vorgeplänkel begleiten wir zuerst Lira dabei, wie sie ihrem Titel alle Ehre macht und auf skrupellose und bösartige Weise einen unschuldigen Prinzen mit ihrem Sirenengesang in die Tiefe des Meeres zieht, um ihm dann sein Herz aus der Brust zu reissen. An dieser Stelle wurde mir zum ersten Mal bewusst: mit der Disneyvorlage „Die kleine Meerjungfrau“, mit der das Buch oft verglichen wird, hat die Handlung nur wenig gemeinsam. Hier begegnen wir keinen fröhlich singenden Meeresbewohnern, die auf irgendwelchen Muscheln Melodien klimpern, sondern blutrünstigen Sirenen, die Jagd auf Menschen machen und zu allem Überfluss noch Spass daran haben. Diese Erkenntnis hat mich positiv überrascht und dazu geführt, dass mich die Story sehr schnell in ihren Bann gezogen hat. Besonders erfrischend fand ich den Umstand, dass es sich bei Lira nicht um die typische „Heldin“ handelt, sondern um jemand, der (zumindest zu Beginn) auf der „bösen Seite“ steht. Das ist ein mutiger Ansatz der Autorin und etwas, das sich ganz klar von vielen anderen Büchern aus dem Fantasy-Genre unterscheidet. Ein weiterer Pluspunkt also!
Die Story geht schliesslich damit weiter, dass Liras Mutter – die Meeresgöttin – über die spontane Prinzenjagd ihrer Tochter, von der sie erst im Nachhinein erfährt, nicht erfreut ist. Da die Meeresgöttin nicht für ihre Barmherzigkeit bekannt ist, möchte sie ihrer Tochter eine Lektion erteilen. Sie belegt Lira mit einem Fluch, den sie in eine menschliche Gestalt verwandelt. Um diesem Fluch zu entkommen, soll Lira ihrer Mutter Prinz Elian liefern. Falls sie das nicht schafft, wird sie für immer zum Menschsein verdammt sein.

An diesem Punkt wechselt die Perspektive zum ersten Mal zu Elian. Sein Handlungsstrang beginnt damit, dass er von einem magischen Kristall erfährt, der ihm die Macht verleihen soll, die Sirenen ein für alle Mal auszulöschen. Ohne zu zögern und mit den treusten Mitgliedern seiner Schiffscrew macht er sich deshalb auf der Suche nach dem Kristall. Auf seiner Reise stösst er auf eine junge Frau, die ganz alleine auf dem Meer treibt. In einer heldenhaften Aktion beschliesst er das Mädchen zu retten, ohne zu wissen, dass es sich um Lira, also ausgerechnet um eine Sirene handelt, auf die er bereits sein Leben lang Jagd gemacht hat. An Bord angekommen, erfährt Lira von Elians Plan und beschliesst, sich der Crew anzuschliessen. Auch sie möchte den Kristall in ihre Hände bekommen, allerdings aus einem ganz anderen Grund, den sie Elian nicht verrät.

Wie es dann genau weitergeht, möchte ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Anders als der etwas irreführende Klappentext es vermuten lässt, steht aber nicht eine potentielle Liebesgeschichte zwischen Lira und Elian im Vordergrund, sondern viel mehr die Suche nach dem Kristall. Auf dieser Suche lauern immer wieder lebensgefährliche Situationen, in denen die Schiffscrew – und auch die beiden Protagonisten – um ihr Leben bangen müssen. Liras und Elians Kennenlernen ist nicht etwa als „Liebe auf den ersten Blick“ zu bezeichnen, sondern anfänglich durch Misstrauen und gegenseitige Abneigung geprägt. Die Gespräche der beiden sind herrlich amüsant, denn die beiden sind nicht auf den Mund gefallen. Statt vor dem ehrfürchtigen Prinzen Elian vor Demut niederzuknien, scheut Lira sich nicht, ihm Widerworte zu geben und ihre Klappe aufzureissen, was zu sehr unterhaltsamen Zankereien führt. Die angedeutete Liebesgeschichte entwickelt sich nur sehr subtil am Rande und spielt im Buch eine eher nebensächliche Rolle. Und genau das möchte ich positiv hervorheben und gilt in meinen Augen als ein weiterer Pluspunkt.

Ein kleiner Kritikpunkt ist dem Schlussteil gewidmet. Die Ereignisse überschlagen sich am Ende und führen zu einem blutrünstigen, actiongeladenen finalen Kampf zwischen Menschen und Sirenen. Trotzdem gab es das eine oder andere Ereignis, das ich in diesem Zusammenhang als etwas vorhersehbar und zu konstruiert empfunden habe. Der Grund dafür war der, dass meiner Meinung nach Einiges zu glatt und schnell verlaufen ist. Einerseits ist dafür das Buch nicht unnötig aufgebläht und weist zum Glück keine Längen auf, andererseits macht es das Finale stellenweise auch etwas unglaubwürdig und fühlt sich etwas zu sehr auf „Happy End“ getrimmt an. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

Fazit:

Liras und Elians schlagfertige Wortgefechte, gepackt mit einem actiongeladenen Plot voller Gefahren, Kämpfen und Blutvergiessen haben das Abenteuer für mich als Leser nahezu perfekt gemacht. Etwas schade finde ich aber, dass in der offiziellen Inhaltsangabe darauf hingewiesen wird, dass die gegenseitigen Gefühle von Lira und Elian einen grossen Teil einnehmen würde. Denn eigentlich entwickelt sich das Ganze nur sehr subtil am Rande und spielt im Buch nur eine nebensächliche Rolle, was ich aber gleichzeitig Positiv hervorheben möchte.
Insgesamt ein sehr spannendes Fantasyabenteuer, für dessen etwas zu glatt verlaufender Schlussteil ich aber einen halben Stern abziehen muss. Trotzdem eine ganz klare Leseempfehlung für Fantasyfans! 4.5 Sterne gibt es davon von mir.
4 Kommentare

Juli 2018

Der Juli ist rum und es wird Zeit für einen weiteren Monatsrückblick. In diesem Monat war ich fleissig, was u.a. auch meinem Urlaub geschuldet ist, der diese Woche angefangen hat. Von den gelesenen Büchern waren alle Rezensionsexemplare, deshalb werde ich das nicht jedes Mal gesondert erwähnen. Insgesamt habe ich 10 Bücher geschafft, wovon 3 Hörbücher und eines ein Kochbuch war. Auffällig in diesem Lesemonat war vor allem, dass ich viele hoch gelobte und gehypte Bücher nur durchschnittlich fand.

★★★★★


© C. Bertelsmann
Der Anfang macht diesmal "Kleine grosse Schritte" von Jodi Picoult, das mich wirklich positiv überrascht hat. Ich habe mir zuvor den Klappentext gar nicht durchgelesen und das Buch relativ unvoreingenommen begonnen, in der Annahme, dass es sich um eine einfache Chick-Lit handelt. Doch was habe ich mich getäuscht! Das Buch beweist mehr Tiefe, als es das Cover vermuten lässt. Statt einer kurzweiligen Liebesgeschichte erwartet einen eine dramatische Geschichte über eine afroamerikanische Frau, die zu Unrecht eines Mordes an einem Neugeborenen beschuldigt wird. Dabei wird das Thema Rassismus von verschiedenen Seiten beleuchtet, was mich immer wieder sehr nachdenklich gestimmt hat. Mein Fazit: "Eine eher ruhige und trotzdem emotional aufwühlende Geschichte über eine afroamerikanische Frau, deren Geschichte sinnbildlich für ganz viele Schicksale aus den USA steht, die tagtäglich mit Rassismus konfrontiert sind. Mich konnte Ruths Geschichte von Anfang an packen und ich habe bis zuletzt emotional mitgelitten. Insgesamt eine sehr empfehlenswerte Lektüre." (Vollständige Rezension)


★★★★☆ 

© cbt
Das nächste Buch erhält 4 Sterne von mir und war mir bereits durch Goodreads vom Titel her bekannt, deshalb war ich sehr neugierig auf die deutsche Übersetzung. Der Titel verrät bereits, worum es geht: Cooper Bartholomew stirbt eines Tages überraschend und hinterlässt ein geschocktes Umfeld zurück. Keiner weiss am Anfang, ob es sich um einen Unfall oder doch um einen Suizid handelt. Erst nach und nach wird aufgedeckt, was zu jener schicksalhaften Nacht geführt hat und was wirklich passiert ist. Mein Fazit: "Eine Story, die Fragen aufwirft und mich als Leser packen konnte. Nachdem man Cooper und sein Umfeld mit jedem Kapitel besser kennenlernen kann, will man unbedingt wissen, was denn nun zu seinem Tod geführt hat. Alles in allem ein kurzweiliger und doch fesselnder Young Adult Roman, den ich empfehlen kann." (Vollständige Rezension)


© Hörbuch Hamburg
Ebenfalls 4 Sterne hat das Reread (bzw. "Reheard") von "Die Känguru-Offenbarung" von mir gekriegt. Die Trilogie ist insgesamt sehr empfehlenswert, auch wenn dieser letzte Teil stellenweise etwas zuviel des Guten ist und sich vor allem in der zweiten Hälfte durch einen absurden Handlungsstrang von seinen Vorgängern unterscheidet. Mein Fazit dazu (noch aus dem Jahr 2016): "Das klingt jetzt sehr negativ, ist aber natürlich immer in Relation zu den Vorgängern zu sehen. Eigentlich hätte ich dem letzten Teil auch nur 3 Sterne vergeben, habe mich dann aber für 4 entschieden, weil selbst der Humor dieses letzten Teils noch immer geistreicher ist, als der von anderen deutschen Comedians. Keine absolute Enttäuschung, aber das kann Herr Kling definitiv besser. Und nächstes Mal bitte wieder mit der gewohnten Stimme des Kängurus!" (Vollständige Rezension)


© Goldmann Verlag
Das nächste Buch mit 4 Sternen ist das neuste Kochbuch von Alexander Grimme mit dem Titel "In 20 Minuten zubereitet - Essen ohne Kohlenhydrate". Und wie das bei Kochbüchern so ist, habe ich das Buch nicht per se gelesen, sondern viel mehr durchgeblättert und zum Nachkochen verwendet. Wie mir die Rezepte geschmeckt haben (und wie das Endresultat ausgesehen hat) erfahrt ihr in der vollständigen Rezension. Mein Fazit: "Alles in allem ein sehr ansprechendes, schön gestaltetes und übersichtliches Low-Carb Buch mit schnellen und einfachen Rezepten, die sehr lecker schmecken. Für Low-Carb Einsteiger ist das Buch aber eher nicht geeignet, da der Ernährungsstil an sich leider überhaupt keine Erwähnung findet. Wer aber bereits ein Low-Carb-Basic-Wissen mitbringt oder einfach so ab und zu kohlehydratfrei kochen will, dem kann ich das Buch nur wärmstens empfehlen. Für die kleinen, in der Rezension erwähnten Kritikpunkte muss ich aber dennoch einen Stern abziehen." (Vollständige Rezension)


© Blanvalet
"Anna Forster erinnert sich an die Liebe" ist eine Geschichte über eine 38-jährige Frau, die an Alzheimer erkrankt ist und deshalb in ein Pflegeheim zieht, wo sie sich ein letztes Mal verliebt. Das Buch ist nicht so dramatisch und tränenreich geschrieben, wie ich erwartet hatte, sondern schafft es trotz Demenz ein gutes Gefühl beim Leser zu hinterlassen. Mein Fazit: "Ein kurzweiliger Frauenroman, der einem trotz ernster Thematik und teilweise erschütternden Ereignissen am Schluss ein Lächeln aufs Gesicht zaubern kann. Die Liebesgeschichte rund um Anna und Luke konnte zumindest für einen Moment mein Herz erwärmen. Das Buch kann ich besonders als leichte Sommerlektüre weiterempfehlen." (Vollständige Rezension)


★★★☆☆ 

© Planet Girl
"Cat & Cole - Die letzte Generation" war das Buch, das mir im Juli auf Blogs am meisten begegnet ist. Fast alle Meinungen, die ich dazu gelesen habe, fielen positiv aus. Mir ging es da leider anders. Mein Fazit: "Eine Reihenauftakt, in dem sich viel Potential verbirgt. Die Story wäre anfangs sehr packend gewesen, sie wird jedoch durch zu lange und ausführliche technische Erläuterungen getrübt. Für Band 2 bleibt noch Luft nach oben, aber die Grundsteine für eine spannende Fortsetzung wurden definitiv gelegt." Ich hatte Mühe, bei den vielen technischen Begriffen noch den Überblick zu behalten. Zum jetzigen Zeitpunkt weiss ich auch noch nicht, ob ich die Reihe weiterverfolgen werde. (Vollständige Rezension)



© Silberfisch
"Nur drei Worte" ist gleich das nächste Buch, das in den Lesecommunitys in den Himmel gelobt wurde, von mir aber nur eine durchschnittliche Bewertung kriegt. Zurzeit läuft die Verfilmung "Love, Simon" in den Kinos, deshalb war es höchste Zeit, mich diesem gehypten Buch ebenfalls zu widmen. Leider fand ich die Story (bis auf die LGBT-Thematik) eher unspektakulär und konnte nicht ganz nachvollziehen, weshalb das Buch von vielen Lesern so gefeiert wird. Mein knappes Fazit: "Eine unterhaltsame Liebesgeschichte für Zwischendurch ist es allemal, aber mehr sollte man hier nicht erwarten." (Vollständige Kurzmeinung) **Werbung** Ich habe das Hörbuch auf Audioteka.com gehört. Aktuell gibt es dort ein Start-Angebot für Neukunden, bei dem ihr das erste Hörbuch günstiger erwerben könnt.


© cbt
Die nächste Schnappatmung wird bei vielen Lesern auch meine kritische Meinung zu dem viel diskutierten und hochgelobten Buch "The Hate U Give" auslösen. Auch hier konnte ich den Hype nicht ganz nachvollziehen, denn obwohl das Thema Rassismus wichtig ist und diskutiert werden soll, fand ich die Perspektive im Buch viel zu einseitig. Mein Fazit: "Das Buch beinhaltet ein wichtiges Thema, das aber meiner Meinung nach nicht so gut umgesetzt wurde, wie ich es erwartet hätte. Ich habe zwar einen Einblick in die afroamerikanische Gemeinschaft gekriegt und auch, welchen Einfluss die Polizeigewalt in den USA auf sie ausübt, aber für meinen Geschmack wurde die Thematik zu einseitig beleuchtet. Die Hintergründe des Mörders von Khalil bleiben bis zuletzt unbekannt, ebenso wie mögliche Zusammenhänge mit der Gangkriminalität oder anderen Einflussfaktoren, die einen weiteren Blickwinkel auf die Ereignisse ermöglich hätten. Den Hype verdankt das Buch wahrscheinlich der Thematik. Meiner Meinung nach wird die Umsetzung aber der Begeisterung nicht ganz gerecht." (Vollständige Rezension)

© Penguin Verlag
Nach "Battle Royale" war "Geständnisse" erst mein zweiter Roman aus Japan und es wurde sehr schnell deutlich, dass sich Kanae Minatos Thriller sehr von gängigen 0815-Thrillern aus den USA unterscheidet. Trotz subtiler Bösartigkeit und Abscheulichkeit, konnte mich das Buch aber nicht vollständig überzeugen. Mein Fazit: "Die Geschichte glänzt vor allem mit ihrer verstörenden, subtilen Bösartigkeit, die man nicht so recht glauben will, folgt dabei aber leider keinem ersichtlichen roten Faden. Das Buch ist dadurch zwar einerseits kurzweilig und liest sich schnell weg, wird mir andererseits aber vermutlich nicht sehr lange im Gedächtnis bleiben. Deshalb vergebe ich dem Buch 3.5 Sterne." (Vollständige Rezension)


★★☆☆☆ 


© Der Hörverlag
Das letzte (Hör-)Buch war die grösste Enttäuschung im Juli für mich. Es handelt sich dabei um den dritten und letzten Band der "5. Welle Trilogie" und ist unter dem Titel "Der letzte Stern" erschienen. Ich habe 2016 schon einmal einen Versuch gestartet und das Buch mit den Worten "So verwirrend, dass es keinen Spass mehr gemacht hat und ich das Buch nach der Hälfte abbrechen musste. Schade :/" abgebrochen. Diesmal wollte ich der Story als Hörbuch noch einmal eine Chance geben, mein Fazit ist aber ähnlich ausgefallen: "Leider ein sehr enttäuschendes Ende für eine Trilogie, die so vielversprechend begonnen hat. Die Grundidee mit der 5. Welle bzw. der Zerstörung der gesamten Menschheit durch Aliens wäre sehr vielversprechend gewesen. Aber leider verliert sich Yancey nach dem ersten Band irgendwo selbst in seinen Visionen und Ideen, was es für den Leser sehr anstrengend macht, der Handlung zu folgen. Das hätte deutlich spannender umgesetzt werden können. Und auch wenn ich das (Hör-)Buch dieses Mal immerhin (mehr oder weniger) zu Ende gehört habe, bleibe ich bei meiner Bewertung von 2 Sternen." (Vollständige Rezension)



  Statistik:

Insgesamt gelesene Bücher: 10
Davon Hörbücher: 3
Abgebrochen: 0
SuB: 312 (ich habe ausgemistet)


Wie sah euer Lesemonat aus? Ihr dürft mir gerne einen Link hinterlassen und ich statte euch einen Besuch ab :)
44 Kommentare
(© blanvalet)

Anna Forster erinnert sich an die Liebe*
von Sally Hepworth

Bewertung: ★★★★☆

Contemporary Fiction, 384 Seiten
Erscheinungsdatum: 25. Juni 2018
Verlag: blanvalet


*Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den blanvalet Verlag.

Inhaltsangabe:
Anna Forster ist erst achtunddreißig, als sie die erschütternde Diagnose Alzheimer erhält. Sie weiß, dass ihr Zwillingsbruder Jack nur ihr Bestes will, und dennoch tut es weh, als er ihr vorschlägt, in ein betreutes Wohnheim zu ziehen. Sie weiß außerdem, dass in der Einrichtung nur eine weitere Person in ihrem Alter lebt – Luke, mit dem sie so viel mehr verbindet als mit allen anderen Menschen, die sie kennt. Anna und Luke verlieben sich ineinander, doch nach einem tragischen Vorfall setzen ihre Familien alles daran, die beiden zu trennen. Nur eine Person kann dem Liebespaar helfen: die Köchin Eve, die selbst einen schweren Schicksalsschlag verkraften musste. Doch ist sie bereit, alles für Anna und Luke aufs Spiel zu setzen? (© blanvalet)

Meine Meinung:

Als ich das Buch begonnen hatte, musste ich erst einmal schwer schlucken. Ohne grosse Vorwarnung wird verkündet, dass Anna – die Protagonistin des Buches – mit gerade mal 38 Jahren an Alzheimer erkrankt ist. Wer sich ein bisschen mit der Diagnose auskennt, weiss, dass die Prognose für einen so frühen Ausbruch der Krankheit sehr schlecht ist und die Demenzerkrankung sehr rasch voranschreitet, bis sie letztendlich zum Tod führt. Ein sehr tragisches Schicksal für viele Familien. In diesem Fall angesichts des jungen Alters von Anna, noch sehr viel tragischer, denn eigentlich hätte sie den grossen Teil ihres Lebens noch vor sich gehabt.
Nachdem es in Anwesenheit ihres Neffen beinahe zu einem Unfall gekommen wäre, entschliesst sich Anna in ein Pflegeheim für betreutes Wohnen zu gehen. Die Wahl ist dabei auf das „Rosalind House“ gefallen, nicht zuletzt dadurch, dass es in der Einrichtung neben vielen älteren Bewohnern auch noch einen jungen Mann in Annas Alter gibt.
An dieser Stelle hatte ich erwartet eine Geschichte zu lesen zu kriegen, in der sich Anna und Luke – der besagte „junge Mann“ – allmählich näher kennenlernen und sich ineinander verlieben, um dann zuletzt durch ein dramatisches Ende den Abschied zu finden, der Annas Alzheimererkrankung geschuldet ist. Doch ich habe mich getäuscht!

Die Story erzählt nämlich nicht nur ausschliesslich Annas Geschichte aus ihrer Perspektive, sondern auch die der Köchin Eve, die nach einem eigenen schweren Schicksalsschlag, eine neue Stelle im Rosalind House anfängt und deren Weg sich somit mit dem von Anna kreuzt. Während sich Eves Erzählungen (und die ihrer 7-jährigen Tochter) auf die Gegenwart beziehen, erfährt man in Annas Kapiteln rückblickend, wie es ihr in den letzten Monaten ergangen ist. Dabei kommen so einige erschütternde Details ans Licht, die ich niemals erwartet hätte und mich sehr berührt haben.
Es hat sich beim Lesen herausgestellt, dass nicht das Kennen- und Liebenlernen von Anna und Luke im Vordergrund der Geschichte steht (denn das passiert relativ schnell), sondern vielmehr die tragischen Folgen, die die Liaison mit sich bringt und die Angehörigen auf den Plan ruft.

Das Ende ist schliesslich sehr schön abgerundet und nicht mal halb so dramatisch, wie ich es bei der Thematik anfänglich erwartet hatte. Stattdessen schafft es die Autorin den Leser trotz dem ernsten Thema „Alzheimer“ mit einem guten Gefühl den Buchdeckel zuklappen zu lassen.

Fazit:

Ein kurzweiliger Frauenroman, der einem trotz ernster Thematik und teilweise erschütternden Ereignissen am Schluss ein Lächeln aufs Gesicht zaubern kann. Die Liebesgeschichte rund um Anna und Luke konnte zumindest für einen Moment mein Herz erwärmen. Das Buch kann ich besonders als leichte Sommerlektüre weiterempfehlen.

Keine Kommentare
(© cbt)

The Hate U Give*
von Angie Thomas

Bewertung: ★★★☆☆

YA Contemporary Fiction, 512 Seiten
Erscheinungsdatum: 24. Juli 2017
Verlag: cbt


*Rezensionsexemplar

Inhaltsangabe:
Die 16-jährige Starr lebt in zwei Welten: in dem verarmten Viertel, in dem sie wohnt, und in der Privatschule, an der sie fast die einzige Schwarze ist. Als Starrs bester Freund Khalil vor ihren Augen von einem Polizisten erschossen wird, rückt sie ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Khalil war unbewaffnet. Bald wird landesweit über seinen Tod berichtet; viele stempeln Khalil als Gangmitglied ab, andere gehen in seinem Namen auf die Straße. Die Polizei und ein Drogenboss setzen Starr und ihre Familie unter Druck. Was geschah an jenem Abend wirklich? Die Einzige, die das beantworten kann, ist Starr. Doch ihre Antwort würde ihr Leben in Gefahr bringen... (© cbt)

Meine Meinung:

-- Achtung enthält Spoiler --

„The Hate U Give“ ist DAS Buch, über das 2017 überall gesprochen wurde und dessen Hype wohl an keinem Leser, der in irgendeiner Lesecommunity unterwegs ist, entgangen ist. Das Buch hat zahlreiche Literaturpreise abgeräumt und wurde schliesslich Ende Jahr zum Debütroman des Jahres auf Goodreads gewählt. Spätestens seit dieser Masseneuphorie ist das Buch auch auf meiner Wunschliste gelandet und ich wollte unbedingt wissen, worum es denn in dem Buch mit dem schlichten Cover geht, über das alle reden. Dank dem cbt Verlag bin ich nun endlich dazu gekommen, diesen Wunsch zu erfüllen.

Die Story wird aus dem Blickwinkel von Starr erzählt, deren bester Freund zu Beginn der Geschichte auf tragische Weise von einem weissen Polizisten erschossen wird. Damit greift die Autorin eine wichtige Thematik auf, die in den vergangenen Jahren immer wieder aufgrund dramatischer Vorfälle in die Medien gelangt ist: Polizeigewalt gegenüber Afroamerikanern in den USA. Nicht selten kommt es vor, dass afroamerikanische, unbewaffnete Jugendliche scheinbar grundlos von (weissen) US-Polizisten erschossen oder auf andere Weise getötet werden. Es gibt zu dem Thema auch viele Dokumentationen, die ich in der vergangenen Zeit auf Netflix gesehen habe. Die Dokus haben mich nicht nur sehr berührt, sondern auch nachdenklich gestimmt. Obwohl auch Rassismus ein gegenwärtiges Thema in Europa ist, ist die Geschichte um Starr und ihren verstorbenen Freund eher etwas, das eine spezifische Problematik in den USA anspricht – und das ist neben der unnötigen Polizeigewalt sicher das zu lasche Waffengesetz, das sich sehr von den Gesetzen in Europa unterscheidet. In den USA, insbesondere in den meisten Südstaaten, rennt jeder Otto-Normalverbraucher mit einer Waffe herum, selbst wenn er nur kurz in den Walmart zum Einkaufen fährt. Dieser Umstand wird von Seiten der Waffenlobby mit einem verstärkten Gefühl von Sicherheit gerechtfertigt, führt aber letztendlich nur dazu, dass man jederzeit damit rechnen muss, von irgendwem grundlos abgeknallt zu werden, wenn man nur eine falsche Bewegung macht. Aufgrund von Vorurteilen und ja, auch rassistischen Gründen, sind die Opfer dieses Szenarios leider oftmals Afroamerikaner. Und genau das war auch hier der Fall, denn Khalil – Starrs bester Freund – hat sich zu keinem Zeitpunkt unkooperativ oder gefährlich gezeigt, weshalb es nicht nur für Starr, sondern auch für mich als Leserin unverständlich war, wieso der Polizist ihn erschossen hat.

Im weiteren Verlauf macht Khalils Tod natürlich in der (hauptsächlich von afroamerikanisch-dominierten) Nachbarschaft die Runde und löst viel Ärger und Unverständnis aus. Zurecht, wie ich finde, denn einmal mehr wurde ein unschuldiger Jugendlicher umgebracht, ohne dass jemand dafür zu Rechenschaft gezogen wird. Starr hadert am Anfang, ob sie genau aus diesem Grund vor Gericht aussagen und als Zeugin im Fall Khalil auftreten soll. Einerseits will sie Gerechtigkeit für ihren besten Freund, auf der anderen Seite läuft sie damit auch Gefahr, in den Fokus der Öffentlichkeit zu geraten. Doch durch einen Rat von einer aussenstehenden Person, entschliesst sie sich schliesslich dafür: Wenn sie etwas verändern will, dann muss sie ihre Stimme dafür nutzen.

Neben diesem Hauptplot lernen wir Starr und ihre Familie etwas besser kennen. Die Autorin gibt dem Leser dadurch einen Einblick in das Leben einer afroamerikanischen Familie, das nicht nur durch Rassismus und Vorurteile, sondern auch durch Gangkriminalität geprägt ist. Starrs Vater ist selbst Aussteiger einer solchen Gang und hat einige Jahre im Knast abgesessen, bis er zu seiner Familie zurückgekehrt ist. Obwohl die Gangrivalitäten und die daraus resultierenden Gefahren immer wieder nebenbei erwähnt wurden (u.a. dadurch, dass auch Khalil aufgrund Druck einer Gang Drogen verkaufen musste), kam mir die kritische Auseinandersetzung mit Gangs etwas zu kurz. Es wird zwar gezeigt, wie gefährlich die Nachbarschaft ist, aber in Zusammenhang mit der (Über-)Reaktion des Polizisten, der Khalil erschossen hat, wird das Ganze nicht gebracht. Während sich jeder über den Tod von Khalil aufregt, wird es scheinbar von den meisten einfach so hingenommen, dass hin und wieder ein Afroamerikaner durch irgendwelche Gangs auf offener Strasse erschossen wird. (Und das kommt laut dem Buch nicht sehr selten vor). Es ist aber davon auszugehen, dass es sich gerade dadurch um eine sehr gefährliche Gegend handelt und dieser Umstand vermutlich massgeblich an der Reaktion des Polizisten beteiligt war. Damit will ich aber nicht sagen, dass seine Tat gerechtfertigt war oder er keine Strafe verdient hätte – im Gegenteil! Aber die Beweggründe des Polizisten werden im Buch gänzlich weggelassen, so dass eine sehr einseitige Perspektive gezeigt wird, die meiner Meinung nach nur bedingt dazu führt, dass das Problem mit den Waffen und der Polizeigewalt in naher Zukunft gelöst werden kann.

Neben dieser Einseitigkeit, wird auch das Thema Rassismus in Alltagssituationen immer wieder aufgegriffen. Im Zentrum steht dabei vor allem Starrs beste Freundin, die sich auf Tumblr von ihr abgewendet hat, was Starr gleich als rassistischen Zug wertet. (Das fand ich ehrlich gesagt ein bisschen übertrieben…) Die Freundin macht ein paar unbedachte (und ja, u.a. rassistische) Kommentare, die im Schlussteil dazu führen, dass Starr mit ihr in eine Schlägerei anfängt. Was normalerweise zu einer Strafe von ihren Eltern geführt hätte, wird aber in diesem Fall fast schon gefeiert. Dieses Ereignis ist mir sauer aufgestossen, denn ich fand es schade, dass es hier Gewalt als legitimes Mittel gegen Rassismus präsentiert wird, wo doch genau das eigentlich kritisiert werden soll. Noch einmal: Damit will ich nicht sagen, dass rassistische Aussagen oder Handlungen aller Art berechtigt sind – im Gegenteil! Ich finde es aber auch nicht sinnvoll, auf Rassismus mit Gewalt und Vandalismus zu reagieren, um etwas zu erreichen.
Genau das passiert leider am Schluss des Buches. Der Polizist wird – wie erwartet – nicht angeklagt und die afroamerikanische Gemeinschaft geht auf die Strasse um ihrem Ärger über das Urteil Ausdruck zu verleihen. Die Emotionen und das Unverständnis konnte ich sehr gut nachvollziehen, aber die Art und Weise wie dies geäussert wurde, fand ich nicht sehr förderlich, um die Situation zu entschärfen: Die Leute gehen auf die Strasse, randalieren und zünden Häuser und Geschäfte an und bringen sich selbst damit in Gefahr. Ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen ist wichtig, aber diese Aktion fand ich echt ungünstig dafür. Das hätte man sicher auch auf eine zweckdienlichere Art machen können.

Ansonsten bleibt noch zu sagen, dass das Buch sehr umgangssprachlich und in einer Art „Slang“ geschrieben ist, der vermutlich gebräuchlich unter afroamerikanischen Jugendlichen ist und für mehr Authentizität sorgen soll. Ich fand das Lesen aber gerade dadurch oftmals sehr anstrengend, habe aber auch erst am Schluss (des Ebooks) gesehen, dass es ein Glossar gegeben hätte, das einige Wörter, die immer wieder genutzt werden, erklärt. Trotzdem hat mich z.B. dieses „Das ist mein boyfriend“, nach einer Weile derartig genervt, dass ich die Beziehung zu Chris, den Starr als ihren „Boyfriend“ betitelt, gar nicht mehr richtig ernst nehmen konnte.
Ein weiterer Kritikpunkt waren die vielen Zeitsprünge, die meiner Meinung nach immer dann eingesetzt wurden, wenn es richtig spannend geworden wäre. Es wird beispielsweise die komplette Verhandlung mit dem Polizisten weggelassen, bei der wir vielleicht mehr über die Hinter- und Beweggründe des Täters erfahren hätten. Nicht, dass damit seine Tat gerechtfertigt worden wäre, aber es hätte zumindest einen anderen Blickwinkel auf die Geschehnisse verschafft, so dass der Leser sich selbst seine eigene Meinung hätte bilden können, die nicht durch eine einseitige Perspektive aufgedrängt wird.

Fazit:

Das Buch beinhaltet ein wichtiges Thema, das aber meiner Meinung nach nicht so gut umgesetzt wurde, wie ich es erwartet hätte. Ich habe zwar einen Einblick in die afroamerikanische Gemeinschaft gekriegt und auch, welchen Einfluss die Polizeigewalt in den USA auf sie ausübt, aber für meinen Geschmack wurde die Thematik zu einseitig beleuchtet. Die Hintergründe des Mörders von Khalil bleiben bis zuletzt unbekannt, ebenso wie mögliche Zusammenhänge mit der Gangkriminalität oder anderen Einflussfaktoren, die einen weiteren Blickwinkel auf die Ereignisse ermöglich hätten. Den Hype verdankt das Buch wahrscheinlich der Thematik. Meiner Meinung nach wird die Umsetzung aber der Begeisterung nicht ganz gerecht.
Keine Kommentare
(© Penguin Verlag)

Geständnisse*
von Kanae Minato

Bewertung: ★★★☆☆

Mystery Thriller, 272 Seiten
Erscheinungsdatum: 14. Mai 2018
Verlag: Penguin Verlag


*Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Penguin Verlag.

Inhaltsangabe:
Die Polizei hält es für einen tragischen Unfall, dass Yuko Moriguchis 4-jährige Tochter im Schulschwimmbecken ertrank. Doch Yuko, Lehrerin an der Schule, weiß, dass zwei ihrer Schüler für Manamis Tod verantwortlich sind, und sie will die Mörder nicht ungeschoren davonkommen lassen. Am Tag vor den Ferien eröffnet sie ihrer Klasse, dass sie ihnen noch eine letzte Lektion erteilen will … Doch der perfide ausgeheckte Racheplan entgleitet ihrer Kontrolle – und sie setzt ein tödliches Drama in Gang, aus dem niemand unbeschadet entkommen wird. (© Penguin Verlag)

Meine Meinung:

Ich glaube, das war nach „Battle Royale“ erst mein zweiter Roman überhaupt aus dem asiatischen Raum und ich war sehr gespannt darauf, inwiefern sich die Kultur einerseits in der Geschichte selbst zeigen wird, sich aber andererseits auch auf den Erzählstil auswirkt. Eines wurde dabei sehr deutlich: Die Japaner gehen mit ihren Charakteren nicht zimperlich um, denn wie bereits in „Battle Royale“, war auch „Geständnisse“ auf subtile Art sehr viel düsterer, als ich es von europäischen oder amerikanischen Thrillern gewohnt bin. Ich kann dabei gar nicht mal richtig mit dem Finger darauf deuten, was ich damit meine, aber mich hat während des gesamten Buches ein sehr beklemmendes Gefühl begleitet, dass durch die teilweise schon sehr verstörenden Geschichten der einzelnen Charaktere verursacht wurde, ohne dass diese so reisserisch ausfielen, wie man es aus amerikanischen Thrillern gewohnt ist.

Das erste Kapitel fängt direkt schon sehr zermürbend an. An dieser Stelle muss ich allerdings erwähnen, dass es mir fast unmöglich erscheint, überhaupt irgendetwas zum Inhalt des Buches zu sagen, ohne nicht zumindest einen kleinen Spoiler zu erwähnen. Ich beschränke mich hierbei aber ausschliesslich auf das erste Kapitel (das auch schon in der offiziellen Inhaltsangabe angerissen wird), so dass ihr die ganzen restlichen Kapitel spoilerfrei geniessen könnt.
Wir lernen zuerst die Klassenlehrerin Yuko kennen, aus deren Perspektive das erste Kapitel geschildert wird. Sie spricht dabei direkt zu ihrer Klasse und erzählt, wie ihr erst 4-jährige Tochter von ausgerechnet zwei ihrer Schüler umgebracht wurde. Statt die beiden anzuzeigen, hat sie sich als „Bestrafung“ etwas ganz Anderes ausgedacht und die beiden durch einen perfiden Plan zu einer Art „psychischer Folter“ gebracht, die massgeblich an den Entwicklungen der darauffolgenden Handlung beteiligt ist.
An dieser Stelle musste ich schon einmal schwer schlucken, denn was sich die Lehrerin (oder besser gesagt die Autorin) da ausgedacht hat, wäre mir nie im Leben in den Sinn gekommen und ist schlicht und ergreifend als krank zu bezeichnen. Trotzdem fand ich ihren Plan etwas weit hergeholt und hatte schon von Anfang an meine Zweifel, ob das, was sie sich als Bestrafung ausgedacht hat, in der Realität überhaupt funktionieren kann. Und meine Zweifel waren berechtigt, wie es sich am Ende herausstellt.
Nach diesem äusserst verstörenden, aber gleichzeitig neugierig machenden Anfang, wird in den darauffolgenden Kapiteln jeweils aus der Sicht von allen direkt oder indirekt beteiligten Charakteren erzählt, wie es ihnen vor dieser Szene im Klassenzimmer ergangen ist und wie es nach Yukos Verkündung, dass sich zwei Mörder in der Klasse befinden, weitergegangen ist. Dabei kommen auch die beiden Hauptverdächtigen zu Wort und man erfährt nach und nach, was in ihren Köpfen vorgegangen ist – und das grenzt wahrlich schon an Psychopathie.

Während man die einzelnen Charaktere besser kennenlernen konnte, habe ich mich aber je länger je mehr gefragt, wo die Geschichte eigentlich hinführen soll und wie sie überhaupt enden soll. Das passiert dann leider irgendwie unbefriedigend und abrupt. Minato zeigt zwar, dass sie das Talent für subtile Bösartigkeit in Worte fassen kann, aber mir hat insgesamt ein roter Faden gefehlt. Das alles wirkte auf mich letztendlich so unfertig und nicht richtig abgerundet. Es war zwar erschreckend zu sehen, welches Ausmass dieses „Experiment“ der Klassenlehrerin für Folgen hatte, aber so richtig glaubhaft kamen mir die Handlungen nicht rüber. Vielleicht liegt das aber auch an den Kulturunterschieden, dass mir einiges so haarsträubend und unrealistisch vorgekommen ist und in Japan sind diese Begebenheiten gebräuchlich.

Fazit:

Die Geschichte glänzt vor allem mit ihrer verstörenden, subtilen Bösartigkeit, die man nicht so recht glauben will, folgt dabei aber leider keinem ersichtlichen roten Faden. Das Buch ist dadurch zwar einerseits kurzweilig und liest sich schnell weg, wird mir andererseits aber vermutlich nicht sehr lange im Gedächtnis bleiben. Deshalb vergebe ich dem Buch 3.5 Sterne.
2 Kommentare
(© Goldmann)

In 20 Minuten zubereitet: Essen ohne Kohlenhydrate*
60 schnelle Low-Carb-Rezepte; Auch vegan und vegetarisch
von Alexander Grimme

Bewertung: ★★★★☆

Cookbook, 144 Seiten
Erscheinungsdatum: 23. Juli 2018
Verlag: Goldmann


*Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Goldmann-Verlag.

Inhaltsangabe:
Nachdem Bestsellerautor Alexander Grimme in seinen letzten Büchern bewiesen hat, wie einfach die Low-Carb-Küche ist, zeigt er nun, wie schnell sie sein kann. Alle Rezepte im neuen Band können in unter 20 Minuten zubereitet werden. Perfekt geeignet für Berufstätige, Vollzeit-Mütter und jeden, der keine Lust oder Zeit hat, stundenlang in der Küche zu stehen, und sich trotzdem kohlenhydratarm ernähren möchte. So gelingt das Abnehmen ganz nebenbei und lässt sich perfekt in jeden Alltag integrieren. (© Goldmann)

Meine Meinung:


 Mein erster Gedanke, nachdem ich durch das Buch geblättert habe? Mmmmhm… Klingt das lecker. Von Frühstücksrezepten wie „Chocolate Pancakes“ (die auf jeden Fall noch von mir nachgebacken werden!), über Veggi-Rezepte wie „Zucchini-Spaghetti“, bis hin zu Fleischrezepten wie „Camembert-Putenschnitzel“ oder Fischrezepten wie „Lachszoodles“ ist wirklich alles dabei und lässt einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Auf den zweiten Blick fällt auf: Hey, die Rezepte sind ja wirklich machbar und zwar mit Zutaten, die man in jedem Otto-Normal-Supermarkt findet. Das war schon ein grosser Pluspunkt, denn exotische Rezepte mögen ja experimentierfreudig und aussergewöhnlich klingen, aber ich hasse es, wenn ich für ein Rezept in 3 verschiedene Spezialläden fahren muss, um dann Zutaten zu kaufen, die für ein Rezept angebrochen und dann nie wieder benutzt werden. Das ist bei Grimmes neustem Werk definitiv nicht der Fall. Er gibt einem ganz am Anfang des Buches sogar noch Tipps, welche Grundzutaten in jedem Haushalt dabei sein sollten.

Als nächstes wollte ich einen genaueren Blick in das Buch werfen und schauen, was Grimme zu seinem Werk und der Low-Carb Ernährung schreibt. Bis auf drei kleine Tipps (z.B. für mehr Effizienz beim Kochen) und einer Beschreibung der Symbole im Kochbuch, sucht man hier vergeblich einen Text, der einem den Begriff „Low Carb“ näherbringt. Das war zwar einerseits erfrischend, mich nicht durch eine ellenlange Einleitung durchlesen zu müssen, andererseits aber auch ein erster Kritikpunkt, denn das Buch ist damit eher in die Kategorie „Low Carb für Fortgeschrittene“ einzuordnen. Das bedeutet, das Wissen, was die Low-Carb Ernährung ist oder warum sie so gesund sein soll, wird bereits vorausgesetzt. Ich hätte es zumindest schön gefunden, wenn diese Ernährungsweise, um die sich das ganze Buch handelt, wenigstens eine kurze Erwähnung gefunden hätte.
Im nächsten Schritt ging es dann endlich darum, mir ein paar Rezepte für die kommende Woche herauszusuchen, die ich nachkochen wollte. Und die Entscheidung war gar nicht so einfach. Die Rezepte sind sehr übersichtlich und vor allem auch sehr ansprechend mit Fotos ausgestattet. Die Kategorien sind in „Frühstück“, „Vegetarisch“, „Geflügel“, „Fleisch“ (Randnotiz: Ist Geflügel nicht auch Fleisch?) und „Fisch“ eingeteilt. Simpel aber effizient – man findet sich wirklich sehr gut zurecht. Ich habe mich schliesslich für die folgenden vier Rezepte entschieden: „Lachszoodles“, „Schneller Wurstsalat“, „Blumenkohl-Süsskartoffel-Curry“ und „Lachs auf Feldsalat“.  Das erste Fazit nach den Mahlzeiten: Die Rezepte klingen nicht nur lecker, sie sind es auch. Ich muss aber zugeben, dass die Kochzeiten teilweise schon sehr sportlich gemessen wurden und eher auf erfahrene (Hobby-)Köche zutreffen. Ich habe die Zeiten zwar nicht gestoppt, hatte aber vom Gefühl her den Eindruck, dass zumindest die drei Rezepte, die nicht nur roh zubereitet wurden, alles in allem eine halbe Stunde gedauert haben. Das ist nicht unbedingt schlimm, aber trotzdem wirbt das Buch mit „20 Minuten“, die ich als noch eher unerfahrene Hobbyköchin (noch) nicht annähernd erreicht habe. In einem Rezept schreibt Grimme z.B. dass man den Blumenkohl für 5 Minuten in heisses Wasser beiseite stellen soll und in der Zwischenzeit sollte man die Süsskartoffel rüsten, kleinschneiden und in Knoblauch anbraten, um dann einige Minuten später den Blumenkohl im hinzuzugeben. Als die 5 Minuten um waren, war ich erst gerade dabei die Süsskartoffel in die Bratpfanne zu geben. :D Wenn man die Zeiten wirklich einhalten möchte, dann muss man sich also schon sehr beeilen. Und das wäre mir einfach zu stressig. Nichtsdestotrotz handelt es sich aber um schnelle Rezepte, die – wie Grimme selbst damit wirbt – für Berufstätige Leute wie mich perfekt geeignet sind.

Die Rezepte nach zu kochen hat Spass gemacht und war verständlich beschrieben. Mir ist aber beim „Schnellen Wurstsalat“ ein Tippfehler aufgefallen. Sowohl im Rezept, als auch im Register wird die Käsesorte „Leerdammer“ nur mit einem „M“ geschrieben. Da hat der Lektor wohl was übersehen J Aber macht ja nichts, ich wusste trotzdem, was gemeint war.
Ein weiterer kleiner Kritikpunkt war der folgende: Ich hätte mir gewünscht, dass der Autor jeweils angibt, auf welcher Stufe (also niedrige, mittlere oder hohe Stufe) man die jeweiligen Gemüsesorten kochen soll. Beim „Blumenkohl-Süsskartoffel-Curry“ musste ich einfach nach Gefühl vorgehen, denn es war nur eine Zeitangabe angegeben. Erfahrene Köche werden auch hier keine Schwierigkeiten haben, aber wenn auch unerfahrene Hobbyköche (wie ich J) erreicht werden sollen, dann wäre es der Vollständigkeit halber einfach schön, wenn die Schritte auch wirklich detailliert beschrieben werden würden. Und vielleicht könnte man dann auch gleich die Gewürze explizit bei den Zubereitungsschritten erwähnen. Bei den „Lachszoodles“ stand beispielsweise Pfeffer in der Zutatenliste, den ich bei der Zubereitung dann nirgends wiederfinden konnte. Erst nach einer Weile habe ich gemerkt, dass dieser wohl im letzten Satz „die Zoodles abschmecken“, implizit Erwähnung findet.


Fazit:

Alles in allem ein sehr ansprechendes, schön gestaltetes und übersichtliches Low-Carb Buch mit schnellen und einfachen Rezepten, die sehr lecker schmecken. Für Low-Carb Einsteiger ist das Buch aber eher nicht geeignet, da der Ernährungsstil an sich leider überhaupt keine Erwähnung findet. Wer aber bereits ein Low-Carb-Basic-Wissen mitbringt oder einfach so ab und zu kohlehydratfrei kochen will, dem kann ich das Buch nur wärmstens empfehlen. Für die kleinen, oben erwähnten Kritikpunkte muss ich aber dennoch einen Stern abziehen.
Keine Kommentare
(© Audioteka / Silberfisch )

Nur drei Worte* (Creekwood #1)
von Becky Albertalli

Bewertung: ★★★☆☆

YA Contemporary, Audiobook 
Spieldauer: 3 Stunden 56 Minuten
Erscheinungsdatum: 26. Februar 2016
Verlag:
Silberfisch


* Gehört auf Audioteka.com [Werbung]

Inhaltsangabe:
Was Simon über Blue weiß: Er ist witzig, sehr weise, aber auch ein bisschen schüchtern. Und ganz schön verwirrend. Was Simon nicht über Blue weiß: WER er ist. Die beiden gehen auf dieselbe Schule und schon seit Monaten tauschen sie E-Mails aus, in denen sie sich die intimsten Dinge gestehen. Simon spürt, dass er sich langsam, aber sicher in Blue verliebt, doch der ist noch nicht bereit, sich mit Simon zu treffen. Dann fällt eine der E-Mails in falsche Hände - und plötzlich steht Simons Leben Kopf. Eine atmosphärisch dichte, mehrstimmige Lesung mit Julian Greis, Paul Grote und Cedric von Borries, die jeden in seinen Bann zieht! (© Audioteka / Silberfisch )

Meine Kurzmeinung:

Das Buch „Nur drei Worte“ ist spätestens mit der Verfilmung, die unter dem Titel „Love, Simon“ seit März in den Kinos läuft, in aller Munde. Nachdem ich das festgestellt hatte, war ich also umso neugieriger, endlich die Buchvorlage zu hören – denn das Buch hat überdurchschnittliche Bewertungen auf Goodreads und meine Hoffnung war, dass es nicht umsonst gehyped wird.
Meine Erwartungen konnten letztendlich nicht ganz erfüllt werden. Positiv ist natürlich der LGBT-Aspekt, denn ich finde diese Thematik kann gar nicht genug Erwähnung finden. Ebenfalls positiv ist auch der überaus sympathische und liebenswerte Protagonist Simon, durch dessen Augen man die Geschichte verfolgt. Ich kann verstehen, warum die Leute die Geschichte lieben. Doch für mich war letztendlich etwas wenig Fleisch am Knochen. Es ist zwar schön, Simons Weg zu seiner ersten (gleichgeschlechtlichen) Liebe zu verfolgen, aber das war’s dann auch schon. Vielleicht habe ich ein Herz aus Stein, aber die Story ist keine, die mir länger in Erinnerung bleiben wird.

Eine unterhaltsame Liebesgeschichte für Zwischendurch ist es allemal, aber mehr sollte man hier nicht erwarten.

Zum Hörbuch bleibt zu sagen, dass die Erzählstimme von Simon sehr gut gewählt ist und der Erzähler seinen jugendlichen, teilweise naiven Charme sehr gut rübergebracht hat. Es hat Spass gemacht, der Erzählung von Simon zu lauschen. Das Hörbuch gibt es allerdings nur als gekürzte Version und ich weiss nicht, ob mir dadurch einige Szenen entgangen sind, die andernfalls vielleicht zu einer besseren Bewertung geführt hätten. Vielleicht werde ich es deshalb irgendwann noch einmal mit der Buchvorlage versuchen. Bis dahin gibt es von mir 3.5 Sterne.

Über Audioteka [Werbung]:

Das Hörbuch habe ich auf Audioteka.com bezogen und mit der dazugehörigen, praktischen Audioteka-App gehört. Die App ist einfach verständlich aufgebaut und beinhaltet alle Funktionen, die für das Hören von Hörbüchern relevant ist. So kann man das Tempo der Erzählung selbst bestimmen, gerade wenn jemand eher eine gemächliche Erzählweise hat.

Wer eine gute Alternative zu anderen Hörbuch-Angeboten sucht, dem kann ich Audioteka nur wärmstens empfehlen. Aktuell gibt es ein Starter-Angebot für Neukunden: Das erste Hörbuch kann jetzt viel günstiger gekauft werden (ein Hörbuch ab 10 Euro wird um 5 Euro reduziert, ein Hörbuch bis 10 Euro wird um 50% des Preises reduziert). Also nutzt das tolle Angebot und schaut selbst mal in das vielfältige Angebot von Audioteka rein!

 

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Schweizerin. Liebt Bücher. Bevorzugte Genres: Young Adult, (Urban) Fantasy, Dystopia, Thriller, (Historical) Fiction.

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