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between the lines.

(© Argon Hörbuch)

Nick and Charlie: Eine Liebesgeschichte - definitiv*
von Alice Oseman
Gelesen von Tom Radczko & Nicolas Rathod

Bewertung: ★★☆☆☆

YA Contemporary Romance, Audiobook 
Spieldauer: 1 Stunde und 53 Minuten
Erscheinungsdatum: 14. September 2022

Verlag: Argon Hörbuch

* Rezensionsexemplar von Netgalley. Danke an den Verlag.

Inhaltsangabe:
Jeder weiß, dass Nick und Charlie das perfekte Paar sind – dass sie unzertrennlich sind. Aber jetzt wird Nick an einer weit entfernten Uni studieren und Charlie wird zurück bleiben. Alle fragen, ob sie weiterhin ein Paar sein möchten. Was für eine dumme Frage! – Sie sind schließlich Nick und Charlie! Doch als der Zeitpunkt des Abschieds unweigerlich näher rückt, fragen sich sowohl Nick als auch Charlie, ob ihre Liebe stark genug ist, um die Trennung zu überstehen. Oder verzögern sie nur das Unvermeidliche? Denn jeder weiß, dass die erste Liebe selten ewig hält ...

Meine Meinung:

Alice Oseman hat sich inzwischen in der queeren Young Adult Literatur einen Namen gemacht und ich habe bereits einige ihrer Romane gelesen. Ihre berühmte Heartstopper Graphic Novel Reihe habe ich erst in diesem Jahr entdeckt und obwohl ich normalerweise keine Graphic Novels lese, fand ich Nick und Charlie (zumindest die meiste Zeit über) zuckersüss.
Über das Hörbuch zum Roman der gleichnamigen Reihe bin ich eher durch Zufall gestossen und ich war neugierig, wie sich die Beziehung der beiden Teenager weiterentwickelt hat.

Das Hörbuch wird sehr angenehm von zwei männlichen Sprechern vorgelesen, die die inzwischen älter gewordenen Hauptcharaktere verkörpern. Der Fokus der Geschichte liegt darauf, dass Nick bald auf die Uni gehen möchte und sich durch die Entfernung zwangsläufig etwas an der Beziehung zwischen ihm und Charlie ändern wird. Charlie, von dem wir wissen, dass er schon vorher psychisch belastet gewesen ist, scheint mit dieser Veränderung nur schwer umgehen zu können, was die noch junge Beziehung auf eine harte Probe stellt.

Ich hatte ja bereits in den Graphic Novels manchmal etwas Mühe mit Charlies Verhalten (und den immer mehr werdenden Diagnosen, die ihm Oseman mit gefühlt jedem weiteren Band aufgedrückt hat), aber dieser Roman lässt ihn leider in keinem guten Licht erscheinen. Obwohl die Charaktere nun älter sind, benimmt sich Charlie nach wie vor ziemlich kindisch und dieser ganze Roman liest sich wie ein künstlich erzeugtes Drama, das auf einem Konflikt basiert, der einzig und allein daher rührt, dass Charlie seinen Mund nicht auf bekommt und nicht das Gespräch mit Nick sucht.
Ich muss gestehen, dass ich sehr mit Nick mitgefühlt habe und ihn für seine unglaubliche Geduld bewundere, diese ganzen Hochs - aber vor allem Tiefs - mit Charlie durchzumachen. In diesem Buch hätte ich es Nick ehrlich gesagt nicht verdenken können, wenn er sich entschieden hätte, sich von Charlie zu trennen, denn er hat die Situation - wieder einmal - unnötig kompliziert gemacht.

Ein weiterer Kritikpunkt besteht auch in der Kürze des Buches. Ich hatte zu Beginn gar nicht gesehen, dass das Hörbuch nur knapp zwei Stunden dauert und verstehe nicht ganz, warum sich Oseman entschieden hat, dieses Buch zu schreiben? Die Heartstopper-Reihe funktioniert in meinen Augen als Graphic Novel gut, aber für einen alleinstehenden Roman hatte mir der Plot definitiv zu wenig Fleisch am Knochen. Abgesehen von diesem einen, unnötigen Konflikt passiert gefühlt gar nichts in diesem Buch. Das hätte man doch genauso gut, oder sogar besser, in einen Graphic Novel packen können, der den doch sehr dünnen Plot durch seine Bilder wenigstens hätte aufwerten können?

Fazit:

"Nick und Charlie" ist ein Roman zur Heartstopper Graphic Novel Reihe von Alice Oseman, das eine Momentaufnahme aus dem Leben der beiden Protagonisten schildert, die in diesem Buch nun älter geworden sind. Leider ist aber Charlie gleichzeitig nicht reifer geworden und verhält sich in diesem Band total kindisch und erzeugt ein unnötig konstruiertes Drama, das bei mir auf wenig Verständnis gestossen ist. Mir ist der Sinn dieses Romans nicht ganz klar, denn der Plot besteht nur aus einem unnötigen Konflikt und liefert ansonsten wenig neue Erkenntnisse, die man auch in einen Graphic Novel hätte packen können. Für mich hätte es diesen Roman nicht gebraucht. Daher kann ich nur zwei Sterne vergeben.

4 Kommentare
(© Fischer)

Der Schwarze Schlüssel (Das Juwel #3)
von Amy Ewing

Bewertung: ★★★☆☆

YA Dystopia, 400 Seiten
Erscheinungsdatum: 27. April 2017
Verlag: Fischer


Inhaltsangabe:
Violet und der Geheimbund Der Schwarze Schlüssel bereiten einen Angriff auf den Adel vor, und Violet soll eine zentrale Rolle dabei spielen. Sie muss die jungen Frauen anführen, die die Auktion manipulieren und die Mauern der Einzigen Stadt zum Einstürzen bringen sollen. Doch Violet ist hin- und hergerissen. Ihre Schwester Hazel ist im Palast der Herzogin vom See gefangen. Um ihre Schwester zu retten, muss sie ihre Freunde und die gute Sache im Stich lassen und in das Juwel zurückkehren.

Meine Meinung:

"Der Schwarze Schlüssel" ist der dritte und finale Band der Juwel-Trilogie, der erneut nahtlos an den Ereignissen aus dem Vorgänger ansetzt, in dem wir in einem letzten Plot Twist erfahren habe, dass die neue Surrogate der Herzogin, der Antagonistin, ausgerechnet Violets unschuldige Schwester Hazel ist.

Obwohl dieser dritte Band, in meinen Augen das schönste Cover besitzt, konnte es mich inhaltlich dagegen am wenigstens überzeugen. Ich weiss nicht genau, ob es daran lag, dass ich alle drei Bände direkt hintereinander gelesen habe und die anfängliche Euphorie abgeflacht ist, oder ob mich dieser finale Band tatsächlich inhaltlich weniger begeistern konnte, als seine Vorgänger. Vielleicht hatte ich aber auch einfach zu hohe Erwartungen an das Ende, die nicht erfüllt werden konnte. Fakt ist, dass mich dieses Finale enttäuscht zurückgelassen hat.

Was mich am meisten erstaunt hat, war die Richtung, die die Handlung eingenommen hat, denn damit hat die Autorin dem Buch keinen Gefallen getan. Relativ rasch nach Beginn des Buches entscheidet sich Violet nämlich ihre ganzen Freund:innen und Verbündeten zurückzulassen, um in einer total impulsiven Entscheidung ins Schloss der Herzogin zurückzukehren, um für ihre Schwester da zu sein. Als Mittel dazu verwendet sie ausgerechnet die Auspizien, also ihre magischen Fähigkeiten, um ihr Gesicht und ihre Haare völlig zu verändern, damit sie nicht erkannt wird. Was mich an dieser Entscheidung am meisten geärgert hat, war der Umstand, dass Violet erst gerade im letzten Buch eine Erleuchtung hatte, wer sie eigentlich wirklich ist und wofür ihre Kräfte stehen und lauthals gegenüber ihrem Lover Ash verkündet hat, dass sie diese Kräfte nie wieder auf diese Art und Weise anwenden möchte, nachdem sie nun weiss, wer sie wirklich ist. Und gefühlt eine Sekunde später, wenn sie die Kräfte zu ihrem eigenen Vorteil nutzen kann, scheint diese tiefgründige Entscheidung wie weggeflogen, als hätte sie Violet gar nie getroffen.

Ihre Entscheidung, ins Schloss zurückzukehren, nimmt der Handlung leider ihr Tempo und rückblickend muss ich sagen, dass das Pacing im Buch alles andere als gelungen ist. Bis zur 75%-Marke im E-Book passiert nämlich gefühlt gar nichts, denn Violet muss im Schloss angekommen, sehr bald feststellen, dass sie ihrer Schwester gar nicht helfen kann, denn diese wird in einem abgeschotteten Zimmer schwer bewacht. Das führt dazu, dass der Plot nicht so wirklich in die Gänge kommt und Violet ziemlich lange nichts anderes übrig bleibt, als abzuwarten, bis sie und ihre Verbündeten bei der geplanten Auktion zuschlagen können.
Erschwerend kommt hinzu, dass durch Violets Weggang die ganzen Nebencharaktere in den Hintergrund rücken und die Handlung nur noch auf Violet selbst fokussiert ist. Das ist enorm schade und eine verpasste Chance, nachdem man einige Nebencharaktere, wie Raven, Garnet oder Lucien, erst gerade im Vorgänger näher kennengelernt hat. In diesem letzten Band sind sie praktisch gar nicht mehr vorgekommen.

Im letzten Viertel überschlagen sich schliesslich die Ereignisse und es kommt zum lang angekündigten Showdown, der zwar actionreich ist, aber wenige Überraschungen beinhaltet und zu dem Ergebnis führt, das man längst erwartet hatte. Insgesamt ging mir hier dann im Vergleich zu den ersten drei langatmigen Vierteln zu schnell und ich hätte es schöner gefunden, wenn Ewing dem Ende etwas mehr Raum gegeben hätte. Es gibt zum Beispiel einen Tod, der zwar schockierend und herzzerbrechend ist, aber so schnell abgehandelt ist, dass er mich kaltgelassen hat.

Alles in allem hatte ich mir wohl doch mehr erhofft, und obwohl die Idee dieser Dystopie äusserst faszinierend ist, verliert sich die Autorin in diesem letzten Band in unwichtigen Nebensächlichkeiten, was auf Kosten der Spannung geht. Während die letzten beide Bände noch unterhaltsam und kurzweilig waren, hatte ich hier erstmals nicht mehr den Drang, unbedingt weiterlesen zu wollen - und das ist schade.
Die Reihe hat gute Ansätze, aber leider auch viele Kritikpunkte, die sich nicht von der Hand weisen lassen. Ich bereue es trotzdem nicht, die Trilogie gelesen zu haben, aber es gibt sicher Verbesserungspotential, falls die Autorin je wieder eine Dystopie bzw. Trilogie schreiben würde.

Fazit:

"Der Schwarze Schlüssel" ist der finale Band der Juwel-Trilogie, der mich bedauerlicherweise im Vergleich zu den Vorgängern am wenigsten begeistern konnte. Die Entscheidung, die Handlung nur noch auf Violet zu richten und sie zurück an den Hof der Herzogin zu schicken, hat der Geschichte nicht gutgetan, denn es fehlt dem Plot lange Zeit an Spannung, bis sich die Ereignisse im letzten Viertel schliesslich überschlagen und zu schnell abgehandelt werden. Das Pacing hätte man definitiv anders wählen können. Insgesamt eine interessante Reihe, die aber einige Schwachpunkte hat, über die man hinwegsehen muss. Wenn man das kann, dann hat die Trilogie ihre schönen Momente. Von mir gibt es für diesen letzten Band 3 Sterne und die Erkenntnis, dass die Reihe mit jedem Band etwas schlechter wird.
4 Kommentare
(© Hörbuch Hamburg)

Inselheimat*
von Libby Page
Gelesen von Elena Wilms & Vanida Karun

Bewertung: ★★★☆☆

Contemporary Fiction, Audiobook 
Spieldauer: 11 Stunden, 28 Minuten
Erscheinungsdatum: 20. Juni 2022

Verlag: Hörbuch Hamburg

* Rezensionsexemplar von Netgalley. Danke an den Verlag.

Inhaltsangabe:
Lorna hat ihre Familie im Streit verlassen. Als junge Frau ist sie von der winzigen schottischen Insel Kip nach London gezogen, doch ihre Träume haben sich in Luft aufgelöst. Umso wichtiger ist es ihr, alles für ihre Tochter Ella zu tun. Und die hat eine große Bitte: Sie will wissen, wo ihre Mutter herkommt. Auf Kip wartet Lornas Schwägerin Alice auf die beiden. Sie hofft, dass Lornas Heimkehr zu einem Neuanfang für ihre Familie und die kleine Insel-Gemeinschaft wird. Lorna fürchtet die Begegnungen, bis sie ihrer alten Lehrerin begegnet.

Meine Meinung:

Für dieses Hörbuch habe ich mich spontan auf Netgalley beworben, weil ich das Cover und die Hörprobe ansprechend gefunden hatte und Lust auf eine leichte Sommerlektüre hatte. Ich habe mich vorgängig gar nicht wirklich mit dem Inhalt des Buches beschäftigt und mich einfach von der Handlung überraschen lassen.

Ich muss gestehen, dass es ziemlich lange gedauert hat, bis ich in das Buch hineingefunden habe. Zwischenzeitlich hatte ich sogar mit dem Gedanken gespielt, es abzubrechen, weil die Story nicht wirklich in die Gänge gekommen ist und überraschend wenig passiert ist, das mich zum Weiterhören motiviert hatte. Irgendwann hat es dann doch noch Klick gemacht und die Bewohner:innen von der kleinen Insel Kip sind mir etwas mehr ans Herz gewachsen.

Die Handlung wird aus zwei Perspektiven erzählt, wobei ich peinlicherweise gestehen muss, dass mir das erst sehr spät aufgefallen ist. Ich hatte sehr lange den Eindruck, dass wir die Geschichte allein aus Lornas Sicht erleben, die nach dem Tod ihrer Eltern eher widerwillig in ihre Heimat zurückkehrt, mit der sie so viele schlimme Erinnerungen verbindet. Die zweite Perspektive wird aus der Sicht von Lornas Schwägerin Alice erzählt, die mit Lornas Bruder ein gemeinsames Kind hat und auf der Insel lebt.
Doch obwohl es sich eigentlich um zwei verschiedene Charaktere handeln sollte, haben sich die beiden Sichtweisen für mich genau gleich gelesen, was nicht unbedingt für eine gute Charakterisierung spricht.
Auch die Wahl der Hörbuchsprecherinnen hat das Ganze nicht vereinfacht, denn obwohl beide sehr angenehme Erzählweisen haben, waren mir die beiden Stimmen beim Zuhören zu ähnlich, was die Unterscheidung der beiden Protagonistinnen für mich zusätzlich erschwert hat.

Die Handlung an und für sich verläuft relativ unspektakulär und irgendwann auch ziemlich vorhersehbar. Lorna versucht sich ihrer Vergangenheit zu stellen und mit ihrem entfremdenden Bruder wieder eine Beziehung aufzubauen, doch das stellt sich schwieriger heraus, als sie erwartet hatte. Bedauerlicherweise war mir Lorna lange Zeit nicht sonderlich sympathisch, denn ich hatte den Eindruck, dass sie sich zu sehr in der Opferrolle sieht und viele ihre Probleme externalisiert - also die Schuld hauptsächlich ihrem Vater und ihrer Vergangenheit gibt. Das hat vermutlich ein bisschen mein Therapeutinnen-Ich getriggert, denn es ist immer einfacher, die Schuld für den eigenen Leidensdruck auf äussere, unveränderliche Umstände zu schieben, dann muss man ja selbst nichts verändern. Und ich hatte den Eindruck, dass Lorna lange Zeit sehr unreflektiert war, was ihre Eigenverantwortung an ihrer Situation angeht. Sie konnte nichts dafür, dass sie eine schwierige Kindheit erlebt hatte, aber als sie von der Insel weggezogen ist, hat sie jahrelang zurückgezogen gelebt und ist keine Freundschaften eingegangen - und schuld daran war - natürlich - ihr Vater. Das hat mich auf die Dauer ziemlich genervt und ich hatte den Drang, sie mal bei den Schultern zu packen und zu sagen, dass sie mit ihrer Mitleidstour aufhören soll und sie die Fäden für ein besseres Leben selbst in der Hand hat.

Die zweite Hälfte des Buches hat mir dann etwas besser gefallen, denn es gab einige schöne Begegnungen mit den Inselbewohner:innen, die sehr wholesome waren und dazu geführt haben, dass man auch die Nebencharaktere etwas besser kennenlernt. Und die waren in meinen Augen teilweise besser ausgearbeitet, als unsere Protagonistinnen.

Das Ende war dann natürlich ein zufriedenstellendes Happy End, das man bereits vorausahnen konnte, aber stimmig zur Geschichte gepasst hat und zu einem glücklichen Gefühl, nach Beendigung des Buches geführt hat. Schön - und auch überraschend - fand ich, dass Lorna am Ende selbst einsieht, dass sie selbst dafür verantwortlich gewesen war, wie es nach ihrer Flucht von der Insel gelaufen ist. Einsicht ist der erste Weg zu Besserung. ;-)

Fazit:

"Inselheimat" ist ein Frauenroman, der die Rückkehr einer Frau im mittleren Alter in ihre Heimat beleuchtet, mit der sie viele schlimme Erinnerungen verbindet. Das Buch punktet aus meiner Sicht vor allem mit seinen Nebencharakteren, die für einige schöne Begegnungen und Momente sorgen. Die Handlung an und für sich, hat einige wholesome Momente, verläuft aber insgesamt sehr vorhersehbar. Das Buch eignet sich als lockere Sommerlektüre für zwischendurch, hatte aber nichts, das mir länger in Erinnerung bleiben würde. Deshalb gibt es von mir 3 durchschnittliche Sterne.
2 Kommentare
(© Fischer)

Die Weisse Rose (Das Juwel #2)
von Amy Ewing

Bewertung: ★★★★☆

YA Dystopia, 401 Seiten
Erscheinungsdatum: 25. August 2016
Verlag: Fischer


Inhaltsangabe:
Violet ist auf der Flucht. Nachdem die Herzogin vom See sie mit Ash, dem angestellten Gefährten des Hauses, ertappt hat, bleibt Violet keine Wahl, als aus dem Palast zu fliehen oder dem sicheren Tod ins Auge zu sehen. Zusammen mit Ash und ihrer besten Freundin Raven rennt Violet aus ihrem unerträglichen Dasein als Surrogat der Herzogin davon. Doch das Juwel zu verlassen ist alles andere als einfach. Auf ihrem Weg durch die Kreise der Einzigen Stadt verfolgen die Regimenter des Adels sie auf Schritt und Tritt. Die drei Geflohenen schaffen es nur äußerst knapp, sich in die sichere Umgebung eines geheimnisvollen Hauses in der Farm zu retten. Hier befindet sich das Herz der Rebellion gegen den Adel. Zusammen mit einer neuen Verbündeten entdeckt Violet, dass ihre Gabe sehr viel mächtiger ist, als sie sich vorstellen konnte. Aber ist Violet stark genug, sich gegen das Juwel zu erheben?

Meine Meinung:

Nachdem mich der Reihenauftakt der Juwel-Trilogie vor kurzem so positiv überrascht hatte und es am Ende einen fiesen Cliffhanger gegeben hatte, musste ich direkt zum zweiten Band greifen und herausfinden, wie das Abenteuer von Violet weitergeht.

Die Handlung setzt dabei nahtlos an den Ereignissen aus dem Vorgänger an, nachdem Violet und Ash in flagranti von der Herzogin erwischt und gefangengenommen wurden. Die beiden stehen nach wie vor einer - wie es zunächst scheint - ausweglosen Situation. Doch Dank Garnet, dem Sohn der Herzogin, der sich bereits am Ende des letzten Bandes als überraschender Verbündeter entpuppt hat, schaffen es die beiden relativ rasch aus der Gefangenschaft zu entfliehen.
Die erste Hälfte des Buches beschäftigt sich vor allem mit dem langwierigen Fluchtversuch aus der Stadt, bis Violet und ihre Helfer:innen im Mittelteil schliesslich an einen geheimen Ort gelangen, der sich die Weisse Rose nennt. Dort befinden sich die Charaktere nicht nur in Sicherheit, Violet erfährt auch mehr über ihre magischen Kräfte und die Geschichte der Stadt, die ihren Hass gegen den Adel und damit auch ihren Wunsch, die Mauern ein für alle Mal niederzureissen, verstärkt...

Es ist leider nicht ganz von der Hand zu weisen, dass diese Fortsetzung ein bisschen unter dem bekannten "Second Book Syndrom" leidet. Das zeigt sich unter anderem darin, dass es in der ersten Buchhälfte etwas an Spannung fehlt und die Story dadurch gelegentlich Längen aufweist. Der Hauptgrund für die Längen bestand für mich darin, dass sich die Erlebnisse auf der Flucht ständig wiederholen und sich nur der Schauplatz jedes Mal ändert. Violet, Ash und ihre beste Freundin Raven befinden sich auf der Flucht, geraten in Gefahr entdeckt zu werden und werden dann wie durch ein Wunder jedes Mal von Garnet gerettet. Das hat auf die Dauer ein bisschen einfallslos gewirkt und mich beim Lesen ermüdet.

Etwas spannender wurde es dann tatsächlich, als die Charaktere in der Weissen Rose ankommen und wir etwas mehr Hintergrundinfos zum Worldbuilding und den magischen Fähigkeiten erfahren, die vor der Machtübernahme des Adels noch ganz anders funktioniert haben. Diese Erkenntnisse erhalten die Charaktere durch Sil, die älter gewordene Surrogate ist, die aus den Fängen des Adels fliehen konnte und nun gemeinsame Sache mit dem Geheimbund "Der schwarze Schlüssel" macht.

Insgesamt muss man aber sagen, dass in diesem Buch überraschend wenig passiert und das ist auch das, was ich mit "Second Book Syndrome" meine. Die Handlung dient eher als Vorbereitung für den ganz grossen Showdown, der sich bereits seit dem ersten Buch abzeichnet und hoffentlich im dritten und finalen Band präsentiert wird: Der Kampf gegen den Adel.

Trotz dieser Kritik hat mich das Buch aber nach wie vor durch seinen einnehmenden und flüssigen Schreibstil gut unterhalten. Der ganz grosse Pluspunkt waren die Nebencharaktere, die den zweiten Band interessant gestaltet haben. So spielt Raven, Violets beste Freundin, eine grössere Rolle, die durch Experimente an ihrem Gehirn, nun völlig verändert ist. Ravens Schicksal hat mich aber sehr mitfühlen und sie in mein Herz schliessen lassen.
Auch Garnet finde ich einen sehr spannenden und sympathischen Charakter. Er ist einer der wenigen Menschen aus dem Adelsstand, der die Praktiken seiner Mutter infrage stellt und sich dagegen auflehnt. Und es war rührend zu sehen, wie sehr er sich um Raven sorgt.

Von unserer Protagonistin, Violet, bin ich dagegen nach wie vor kein grosser Fan. Die Kritikpunkte aus Band 1 bleiben auch hier bestehen oder werden noch verschlimmert. Ihre magischen Fähigkeiten entwickeln sich weiter und wie sich herausstellt, ist sie natürlich wieder mal diejenige, die auch die neuen Kräfte (abgesehen von Sil) als einzige unter den Surrogaten perfekt beherrscht. Das ist einfach nur langweilig!
Und schade fand ich auch, dass Violet selbst eigentlich gar keine Entscheidungen trifft oder den Kampf gegen den Adel vorantreibt. Sie wird immer von einem der anderen Charaktere entweder gerettet, oder in die richtige Richtung geleitet. Sie selbst lässt aber einfach alles mit sich passieren.
Auch die Instaliebe zu Ash ist nach wie vor unglaubwürdig, auch wenn ich mich inzwischen einfach damit abgefunden habe. Immerhin lernen wir in diesem Buch etwas mehr über Ashs Vergangenheit kennen und was es bedeutet, ein Gefährte zu sein. Und das hat es ganz schön in sich! Aber mir fehlen auch bei ihm Charaktermerkmale, die Wiedererkennungswert hätten.

Das Ende dieses zweiten Bandes hatte es aber dann, genau wie im Vorgänger, wieder in sich und auch hier wartet die Autorin mit einem überraschenden Plot Twist und Cliffhanger auf, der auch diesmal wieder dazu führt, dass direkt den dritten und letzten Band zur Hand nehmen und weiterlesen muss.

Fazit:

"Die Weisse Rose" ist der zweite Band der Juwel-Trilogie und setzt nahtlos an die Ereignisse aus dem Vorgänger an. Diese Fortsetzung punktet erneut durch den flüssigen, angenehmen Schreibstil und einige Nebencharaktere, die mehr Aufmerksamkeit bekommen und bei mir Sympathien wecken konnten. Insgesamt leidet das Buch aber dennoch ein wenig am "Second Book Syndrome", sodass verhältnismässig wenig passiert und die Story in erster Linie auf den grossen Showdown im finalen Band vorbereitet. Da ich die Idee nach wie vor spannend finde und ich das Buch trotz einiger Kritikpunkte nicht aus der Hand legen konnte, vergebe ich erneut 4 Sterne und bin sehr auf das Finale gespannt!

5 Kommentare
(© Fischer)

Die Gabe (Das Juwel #1)
von Amy Ewing

Bewertung: ★★★★☆

YA Dystopia, 448 Seiten
Erscheinungsdatum: 20. August 2015
Verlag: Fischer


Inhaltsangabe:
Violet Lasting ist etwas Besonderes. Sie kann durch bloße Vorstellungskraft Dinge verändern und wachsen lassen. Deshalb wird sie auserwählt, ein Leben im Juwel zu führen. Sie entkommt bitterer Armut und wird auf einer großen Auktion an die Herzogin vom See verkauft, um bei ihr zu wohnen. Eine faszinierende, prunkvolle Welt erwartet sie. Doch das neue Leben fordert ein großes Opfer von ihr: gegen ihren Willen und unter Einsatz all ihrer Kraft soll sie der Herzogin ein Kind schenken.
Wie soll Violet in dieser Welt voller Gefahren und Palastintrigen bestehen?
Als sie sich verliebt, setzt sie nicht nur ihre eigene Freiheit aufs Spiel. 

Meine Meinung:

Dieses Buch lag schon seit Jahren auf meinem SuB und im Zuge einer Challenge bin ich nun endlich dazu gekommen, es zu lesen - und bereue ein bisschen, so lange gewartet zu haben. Denn obwohl Amy Ewing Reihenauftakt der Juwel-Trilogie nicht perfekt ist, hat das Lesen dieser Dystopie unglaublich Spass gemacht und ich konnte das Buch kaum mehr aus der Hand legen.

Wie bei Dystopien üblich, zeichnet die Autorin in diesem Buch ein düsteres Zukunftsszenario einer Stadt, die durch verschiedene Adelsfamilien in unterschiedliche Stadtteile geteilt ist. Jede Adelsfamilie darf jeweils nur einen männlichen und einen weiblichen Nachkommen zeugen. Das Problem dabei ist jedoch, dass die adeligen Frauen unfruchtbar sind und sie dadurch keine eigenen Kinder austragen kommen. Und da kommen die sogenannten Surrogaten - also Leihmütter - ins Spiel, zu denen auch die Protagonistin Violet gehört, aus deren Sicht wir die Geschichte erleben.
Zu Beginn des Buches ist Violet gerade alt genug geworden, um bei der jährlichen Auktion als Surrogate versteigert zu werden. Da sie die drei Auspizien (magische Fähigkeiten, mit denen sie Dinge umfärben, verformen oder wachsen lassen kann) perfekt beherrscht und noch dazu ein Talent im Cello-Spielen aufweist, hat sie auf der Auktion einen hohen Stellenwert und wird letztendlich von der Herzogin des Sees für mehrere Millionen ersteigert. Die erhofft sich Grosses von Violet und weiht sie kurz nach der Ersteigerung in ihren Plan ein, dass sie mithilfe von Violets magischen Fähigkeiten die perfekte Tochter erzeugen möchte.
Im neuen Zuhause angekommen, muss Violet jedoch auf eine ziemlich harte Tour lernen, zu welchen bösartigen und widerwärtigen Mitteln die Adeligen greifen - nicht nur um ihren Nachwuchs zu erhalten, sondern auch um mögliche Konkurrentinnen auszuschalten. Sie ist schockiert, wo sie hineingeraten ist, doch zu ihrem Glück entpuppt sich ein Mensch in ihrem Umfeld als überraschender Verbündeter, der ihr verspricht, sie zu retten...

Die Idee des Buches ist nicht ganz neu und erinnert stark an "Handmaid's Tale", die einer meiner Lieblingsdystopien ist. "Das Juwel" ist aber, dem Young Adult Genre entsprechend, eine etwas abgeschwächte Form davon und setzt nicht auf brutale Vergewaltigungen, sondern auf künstliche Befruchtungen. Das macht das ganze Zukunftsszenario, das Erwing hier präsentiert, aber nicht weniger verstörend, denn besonders das hinterhältige, bösartige und durchtriebene Verhalten der Frauen des Adelsstandes, haben mir mehrmals vor Schock und Ekel den Mund offen stehen lassen.
Obwohl der Plot zunächst eher ruhig verläuft, schafft es die Autorin aber immer wieder zum richtigen Zeitpunkt neue Entwicklungen oder Enthüllungen einzubauen, die mich als Leserin bei der Stange gehalten haben.
Der Schreibstil ist dabei so flüssig, dass die Seiten nur so dahinfliegen. Erwing hat einen unglaublich bildhaften Erzählstil und schafft es dadurch, dass ich mir die Szenen aus dem Buch sehr gut vor meinem inneren Auge vorstellen konnte.

Am Ende des Buches überschlagen sich schliesslich die Ereignisse, wie es sich für einen guten Höhepunkt eines Plots gehört und der Schluss endet in einem Cliffhanger, der dazu führt, dass ich direkt die Fortsetzung lesen wollte..

Trotz all des Lobes, gibt es aber leider auch einige Kritikpunkte am Buch, die ich nicht unerwähnt lassen will.
Zum einen fand ich die Charakterisierung der Protagonistin Violet nicht sonderlich gelungen, denn sie ist eine typische Mary Sue - also ein Charakter, die zu perfekt erscheint und nahezu keinerlei Schwächen aufweist. So sieht sie nicht nur bildhübsch aus, sondern beherrscht auch alle drei Magieformen nahezu fehlerlos und spielt noch dazu perfekt Cello. Das macht sie als Protagonistin nicht nur unglaubwürdig, sondern enttäuschenderweise auch ziemlich langweilig. Hier hätte ich mir definitiv ein paar mehr Ecken und Kanten gewünscht. Hinzu kommt, dass sie - obwohl sie so perfekt ist - trotzdem ständig in "Damsel in Distress" Manier von irgendwelchen Typen gerettet werden muss und damit widerspiegelt sie bedauerlicherweise als Heldin eines Buches ein ziemlich schwächliches Frauenbild.
Der zweite grosse Kritikpunkt ist die Liebesstory im Buch. Ich weiss inzwischen, dass man im Young Adult Genre, diesbezüglich nicht zu hohe Erwartungen haben darf, aber die Instaliebe, die man hier präsentiert bekommt, ist noch einmal eine ganz andere Nummer. Der Love Interest unserer Protagonistin erscheint erst nach etwa der Hälfte des Buches aus dem Nichts und obwohl man kaum etwas über ihn erfährt, verliebt sich Violet auf der Stelle auf ihn und die Gefühle werden auch noch erwidert. Die Schnelligkeit dieser angeblichen Liebesbeziehung wirkt nicht nur total konstruiert und unglaubwürdig, sondern auch etwas faul von der Autorin. Das hätte man sicher auch etwas geschickter lösen können.
Ein weiterer kleiner Kritikpunkt, der in den 2010er Jahren, in dem das Buch erschienen ist, viele Dystopien betroffen hat, sind einige Ähnlichkeiten, die mich an die Hunger Games erinnert haben. Eine Szene ist mir dabei vor allem zu Beginn des Buches in Erinnerung geblieben, und das ist, als Violet von Lucien - einem Stylisten - für die Auktion zurechtgemacht wird. Das Styling, die Beziehung zu Lucien und die anschliessende Präsentation auf der Auktion haben mich schon sehr an Katniss unvergessliche Auftritte vor den Hunger Games erinnert. ;-)

Ein letzter Kritikpunkt, der aber nicht in meine Bewertung eingeflossen ist, ist die fehlende Diversity. Diesen Umstand schulde ich vor allem dem Alter des Buches, denn Anfang der 2010er Jahre (als das Buch erschienen ist), gab es in vielen Büchern noch kaum Diversity in YA Romanen. Ich erwähne den Punkt nur deshalb, weil ich es schön finde, dass es hier einen offensichtlichen Wandel gegeben hat.

Fazit:

"Die Gabe" ist der Reihenauftakt einer Trilogie, der mit einem spannenden Plot in einem dystopischen Setting überzeugen kann, das von der Idee her an "Handmaid's Tale" erinnert. Trotz einiger Schwächen (wie etwas der zu perfekten Protagonistin oder der Instaliebe), die in Young Adult Romanen der 2010er gang und gäbe waren, konnte mich die Autorin mit ihrem flüssigen Schreibstil und überraschenden Wendungen so packen, dass ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen konnte. Von mir gibt es eine Leseempfehlung mit vier Sternen, insbesondere für Fans von Dystopien!
4 Kommentare
(© Ivy Press)

Supernova (Renegades #3)
von Marissa Meyer

Bewertung: ★★★☆☆

YA Sci-Fi, 500 Seiten
Erscheinungsdatum: 06. November 2020
Verlag: Ivy Press


Inhaltsangabe:
In der Liebe und in der Anarchie ist alles erlaubt in Supernova, dem epischen Abschluss der spannenden Renegades-Trilogie der New York Times-Bestsellerautorin Marissa Meyer. Nova und Adrian ringen in diesem Band darum, ihre geheimen Identitäten verborgen zu halten, während der Kampf zwischen ihren Alter Egos, ihren Verbündeten und ihren zum Leben erweckten größten Ängsten weitertobt. Geheimnisse, Lügen und Verrat werden aufgedeckt, während die Anarchie erneut Gatlon City zurückzuerobern droht. (© Ivy Press)

Meine Meinung:

Dieser dritte und letzte Band der Renegades-Trilogie stand schon seit einer gefühlten Ewigkeit auf meiner to-read Liste und ich bin froh, dass ich die Reihe nun endlich beenden konnte. Die ersten beide Bände habe ich bereits vor mehr als drei Jahren gelesen. Die beiden Bücher wurden damals im Heyne Verlag veröffentlicht und zum damaligen Zeitpunkt war auch bereits ein Veröffentlichungsdatum für den dritten und letzten Band bekannt. Leider hat Heyne sich dann (vermutlich aus wirtschaftlichen Gründen) mehr oder weniger stillschweigend dazu entschieden, den letzten Band der Reihe nicht mehr zu veröffentlichen, was ich sehr schade fand. Und genauso schien es auch Marissa Meyer, der Autorin, ergangen zu sein, denn sie hat sich dazu entschieden, ihren Fans zuliebe, den letzten Band im Selbstpublishing zu veröffentlichen. Etwas, das ich bislang so noch von keiner:keinem anderen (englischsprachigen) Autor:innen erlebt habe und ich als eine sehr schöne Fan-Geste empfunden habe, die mir Meyer sehr sympathisch hat erscheinen lassen.

Obwohl ich den zweiten Band bereits vor drei Jahren gelesen hatte, habe ich relativ rasch wieder in die Welt der Renegades hineingefunden. Und ich befürchte, das lag unter anderem daran, dass in den beiden Vorgängern - trotz ihrer Länge - nicht so viel passiert ist, das man hätte vergessen können.
Ich habe mir meine Rezensionen zu den beiden vorherigen Teilen der Trilogie durchgelesen und könnte die dort bereits gesammelten Kritikpunkte auch wieder bei diesem letzten Band wiederholen. Denn wenn ich eines festhalten kann, dann ist es der Umstand, dass sich die drei Bände allesamt sehr ähnlich lesen.

Für den finalen Band hatte ich die Hoffnung, dass die Geschehnisse aus dem Vorgänger für etwas mehr Spannung sorgen. Das tat es am Anfang tatsächlich auch, denn aufgrund des kleinen Showdowns am Ende des zweiten Bandes, ist Novas Identität als Nachtmahr nun nicht mehr geheim und das Versteckspiel, das die Autorin in den beiden Vorgänger auf unglaubwürdige Weise auf die Spitze getrieben hat, stand nun endlich vor seinem Ende.
Das dachte ich zumindest, denn obwohl es zig Hinweise auf Novas wahre Identität gibt, die auch Adrian nicht mehr leugnen konnte, und es sogar ein Mitglied der Renegades gibt, die Zeuge davon geworden ist, wer Nova wirklich ist, entscheidet sich die Autorin nach einem Drittel, die ganze Sache um die geheimen Identitäten ab absurdum zu führen und erfindet irgendwelche haarsträubenden Erklärungen, die dazu führen, dass die Renegades (TROTZ offensichtlicher Beweise) doch nicht daran glauben, dass Nova Nachtmahr sein soll. Und das war der Punkt, an dem mich das Buch ein bisschen verloren hat, denn ich konnte diesen Sinneswandel beim besten Willen nicht nachvollziehen. Mir ist bewusst, dass Meyer die Enthüllung von Novas und Adrians Identitäten als vermeintlichen Plot Twist (für die Charaktere im Buch, nicht für uns Leser:innen) nutzen wollte, aber wieso rudert sie noch einmal zurück, nachdem das grosse Geheimnis endlich bekannt ist? Das hat für mich plottechnisch absolut keinen Sinn ergeben - dann hätte die Autorin mit der Enthüllung besser bis ganz zum Schluss gewartet, anstatt solche absurden Wendungen einzubauen, die alle Charaktere der Renegades wie absolute Idioten hinstellen lässt.

Abgesehen davon, war der Plot aber solide, auch wenn ich es schade finde, wie wenig sich die Autorin letztendlich getraut hat, was die Schicksale ihrer Charaktere angeht. Es kommt zum lang erwarteten Showdown, der in einem grossen Kampf zwischen den Anarchisten und Renegades verläuft, aber insgesamt waren mir zu wenig Überraschungen vorhanden.

Der Schreibstil von Meyer ist hingegen etwas, das ich als sehr angenehm gefunden habe und in Kombination mit etwas mehr Spannung, hätte die Renegades Trilogie richtig gut werden können. Man merkt der Übersetzung jedoch an, dass sie im Selbstpublishing erschienen ist und dafür wahrscheinlich weniger Budget zur Verfügung gestanden hat, als bei den grossen deutschen Verlagen. Einige Übersetzungen sind sehr unglücklich gewählt und wirken eher wie wortwörtliche Übersetzungen (die einem ein Google Translator ausspucken würde) und entsprechen nicht gebräuchlichen deutschen Wendungen. Aber das sei verziehen (und ist auch nicht in meine Bewertung eingeflossen), wenn die Autorin das Buch schon als sympathische Geste selbst übersetzen lassen hat.

Fazit:

Die Renegades-Trilogie ist eine Reihe, die mit den vielen Charakteren und ihren unterschiedlichen Superkräften, sowie den beiden Gruppierungen der Anarchisten und Renegades, die sich nicht klassisch nach Gut und Böse einteilen lassen, viel Potenzial mitgebracht hätte. Leider fehlt es allen drei Bänden letztendlich an spannenden Entwicklungen, Überraschungen und Plot Twists und die Bücher sind insgesamt ein bisschen zu langgezogen. Wer Fans von Superhelden im X-Men Stile ist, der wird an der Reihe seine Freude finden, für mich blieb dieser letzte Band (wie auch seine Vorgänger) bedauerlicherweise etwas hinter seinen Erwartungen zurück, sodass ich durchschnittliche 3 Sterne vergeben kann. Die Reihe kann man mal lesen, man verpasst aber auch nichts, wenn man es sein lässt.
Keine Kommentare
(© Argon Verlag)

Kein Sommer ohne dich*
von Emily Henry
Gelesen von Nora Jokhosha

Bewertung: ★★☆☆☆

Contemporary Romance, Audiobook 
Spieldauer: 12 Stunden, 8 Minuten
Erscheinungsdatum: 01. Juli 2022

Verlag: Argon Verlag

* Rezensionsexemplar von Netgalley. Danke an den Verlag.

Inhaltsangabe:
Eigentlich hat die abenteuerlustige Poppy in New York alles, was sie sich schon immer gewünscht hat. Wirklich glücklich war sie trotzdem seit jenem Sommer-Urlaub vor zwei Jahren nicht mehr, als sie zum letzten Mal mit ihrem besten Freund Alex verreist ist. Seitdem haben sie nicht mal mehr miteinander gesprochen. Also fasst Poppy sich ein Herz und bittet Alex, noch einmal mit ihr in Urlaub zu fahren, um über alles zu reden. Wie durch ein Wunder sagt er zu. Jetzt darf nur diese eine Wahrheit nicht zur Sprache kommen, die seit zehn Jahren still und heimlich im Zentrum ihrer scheinbar perfekten Freundschaft steht.

Meine Meinung:

Auf "Kein Sommer ohne dich" war ich sehr gespannt und letztendlich war das Buch wohl ein Fall von zu hohen Erwartungen. Bereits das englische Leseexemplar stand schon seit Ewigkeiten auf meiner Wunschliste, weil das Buch bereits im letzten Sommer in der englischsprachigen Community einen grossen Hype ausgelöst hat. Und als mir dann das deutsche Hörbuch begegnet ist, musste ich einfach herausfinden, was an diesem Buch so toll ist.

Im Buch wird die Geschichte von Poppy erzählt, die Jahr für Jahr mit ihrem besten Freund Alex in den Urlaub fährt - zumindest bis vor einigen Jahren. Denn irgendetwas ist zwischen den beiden ehemals besten Freunden vorgefallen, das dazu geführt hat, dass diese Tradition nicht mehr weitergeführt wurde. Und genau das will Poppy wieder ändern und sie lädt Alex erneut zu einem Urlaub ein, um die ungeklärten Ereignisse aus der Vergangenheit aus der Welt zu schaffen.

Diese Inhaltsangabe klingt eigentlich ziemlich vielversprechend, auch wenn sie natürlich von vorne bis hinten vorhersehbar ist. Aber das gehört bei Chick-Lit vermutlich dazu und war auch nicht das, was mich an dem am meisten Buch gestört hat. Enttäuschend fand ich eher, dass die Handlung zu keinem Zeitpunkt so richtig in Gang kommen wollte.
Ein Grund dafür lag unter anderem darin, dass die Story auf zwei Zeitebenen erzählt wird, was dem Buch aus meiner Sicht keinen Gefallen getan hat. Dieses Hin- und Herspringen von der Gegenwart (dem aktuellen Urlaub) und früheren Urlaubsreisen fand ich nicht nur ermüdend, sondern teilweise in der Hörbuchfassung auch etwas verwirrend, weil man schnell einmal die Orientierung verliert, an welchem Zeitpunkt sich die Handlung gerade befindet. Zudem hatte ich durch die verschiedenen Zeitebenen den Eindruck, dass das Tempo unerträglich langsam ist und der Plot dadurch stellenweise zäh wie Kaugummi gewirkt hat. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis sich die beiden Handlungsstränge bzw. Zeitebenen einander annähern und endlich das Ereignis beschrieben wird, das zum damaligen Bruch der beiden Freunde geführt hat - und das war nicht etwa spannend, weil man es von Anfang an vorhersehen konnte.

Ein weiterer Kritikpunkt bestand für mich auch in der Protagonistin, die für mich nicht gerade eine Sympathieträgerin war. Ausserdem habe ich lange Zeit die vermeintlichen Gefühle zwischen Poppy und Alex nicht wirklich gespürt und für mich hat sich die ganze Sache bis fast zum Schluss wie eine einseitige Schwärmerei angefühlt.

Was mich auch enttäuscht hat, war der Umstand, dass die Idee des Buches keineswegs neu ist. Für mich hat sich die Geschichte wie ein Abklatsch von "Zwei an einem Tag" (weil die Szenen mit Alex und Poppy fast immer auf einen Urlaub im Jahr begrenzt waren) und "Love, Rosie - Für immer vielleicht" angefühlt (weil auch da der Friends-to-Lovers Plot bis ins Unermessliche herausgezögert wird). Ähnlichkeiten sind im Grunde nichts Schlechtes, aber gerade weil Henrys Buch so einen Hype ausgelöst hat, habe ich tatsächlich etwas Innovativeres erwartet.

Was ich auch etwas bedauert hatte, war zudem, dass ich aufgrund des Klappentextes und des Covers irgendwie eine locker-flockige Geschichte im Stile einer Rom-Com erwartet hatte. Das Buch ist aber überraschend unlustig und nimmt sich selbst etwas zu ernst, dafür dass es bloss Chick-Lit ist. Mit ein bisschen mehr Humor hätte Henry mich sicher schnell abgeholt.

Ein letzter Kritikpunkt, der gleichzeitig auch der Grund dafür war, dass ich meine Bewertung schlussendlich definitiv von 3 auf 2 Sterne reduziert hatte, war das Ende nach dem Ende. Um Spoiler zu vermeiden, kann ich an dieser Stelle keine inhaltlichen Details verraten, aber es ist so, dass unsere Protagonist:innen irgendwann ENDLICH das langersehnte Happy End bekommen und die Autorin dann wohl gedacht hat: HALT, das reicht noch nicht! Und im Sebastian Fitzek Stil noch eine Schippe drauflegen musste, mit einer Entwicklung, die das Liebespärchen vor eine letzte Hürde stellen soll, was aber grundsätzlich nichts anderes war, als ein letztes total konstruiertes und unnötiges Drama. Henry hätte das Buch beim Happy End beenden sollen. Was dieser Schluss nach dem Schluss noch sollte, ist mir schleierhaft und hat nichts Nennenswertes mehr zum Plot beigetragen.

Die Hörbuchsprecherin macht ihre Sache ganz okay, wobei mir ihre Stimme nicht so richtig sympathisch geworden ist, was aber vermutlich einfach an der Protagonstin lag.

Fazit:

"Kein Sommer ohne dich" hat als romantische Sommerlektüre einen regelrechten Hype ausgelöst, der bei mir zu Erwartungen geführt hat, die letztendlich nicht erfüllt werden konnte. Der Plot will nicht richtig in Gang kommen und wirkt durch ständige Zeitsprünge unnötig in die Länge gezogen und auch die Chemie zwischen den beiden Protagonist:innen war für mich bis kurz vor Schluss kaum spürbar. Hinzu kommt, dass die Idee des Buches keineswegs neu ist und sich wie eine Mischung aus "Zwei an einem Tag" und "Love, Rosie" angefühlt hat. Alles in allem leider war es für mich leider ein überwertetes Buch, dessen Hype nicht nachvollziehen kann. 2 Sterne gibt es von mir.
2 Kommentare
(© Argon Verlag)

I Kissed Shara Wheeler*
von Casey McQuiston
Gelesen von Corinna Dorenkamp

Bewertung: ★☆☆☆☆

YA Contemporary Romance, Audiobook 
Spieldauer: 10 Stunden, 16 Minuten
Erscheinungsdatum: 01. Juni 2022

Verlag: Argon Verlag

* Rezensionsexemplar von Netgalley. Danke an den Verlag.

Inhaltsangabe:
Chloe Green ist fast am Ziel: Bald hat die queere Schülerin die Highschool in der engstirnigen Kleinstadt in Alabama endlich hinter sich. Und zwar als Jahrgangsbeste! Wenn ihr nicht Ballkönigin Shara Wheeler, die rundum perfekte Tochter des Schuldirektors, noch einen Strich durch die Rechnung macht …

Doch mit einem einzigen Kuss bringt Shara Chloes Welt ins Wanken – nur, um anschliessend wie vom Erdboden verschluckt zu verschwinden. Statt Antworten findet Chloe lediglich kryptische Nachrichten von Shara, die sie auf eine atemlose Suche schicken. Als Chloe Sharas Geheimnissen auf die Spur kommt, beginnt sie zu ahnen, dass hinter dieser kleinen Stadt mehr stecken könnte, als sie dachte. Und vielleicht auch hinter Shara?

Meine Meinung:

In letzter Zeit habe ich echt kein glückliches Händchen bei meiner Bücherwahl. Dieses Hörbuch habe ich spontan im Netgalley Katalog entdeckt und mich für ein Hörexemplar beworben, nachdem die Hörprobe interessant geklungen hat und ich davon ausgegangen bin, dass man bei einem romantischen, queeren YA Roman ja nicht so viel falsch machen kann.
Diese Annahme hat sich leider als falsch herausgestellt, denn ich habe das Buch kurz vor der Hälfte abgebrochen. Und dafür gibt es gleich mehrere Gründe.

Das Erste, das mir bereits nach kurzer Hörzeit negativ aufgefallen ist und mich mit zunehmender Hördauer immer mehr verärgert hat, war die Tatsache, dass der Plot eine Kopie von John Greens bekanntem (und verfilmten) Werk "Paper Towns" (bzw. "Margos Spuren") darstellt - nur diesmal mit queeren Hauptcharakteren. Und bereits Greens Buch hat mich nicht vom Hocker gehauen, was ein Plagiat mit der gleichen geklauten Idee nur noch schlechter machen kann.
Auch in Greens Werk verschwindet die titelgebende Protagonistin und wird dann von einem weiteren Hauptcharakter gesucht, der sich in sie verliebt hat und nach und nach auf Hinweise stösst, die Aufschluss über ihren Aufenthaltsort gibt. Und exakt das Gleiche passiert auch in diesem Buch, ausser dass die Protagonistin diesmal Shara Wheeler, statt Margo heisst.

Ein weiterer Kritikpunkt stellt die Protagonistin Chloe dar, die leider alles andere als sympathisch wirkt. Ihre Obsession mit Shara Wheeler, deren Leben und ihrem Verschwinden wirkt keineswegs romantisch, sondern eher wie eine pathologische Besessenheit. Dabei betont Chloe immer wieder, dass ihre Obsession für die verschwundene Shara daher rührt, dass sie die einzige war, die ihr das Wasser reichen konnte, was Chloe unglaublich arrogant wirken lässt. Ausser Chloe scheint sich ansonsten aber ohnehin kaum jemand für Sharas Verschwinden zu interessieren, was mich irgendwie irritiert hat.
Chloe kann das Buch als Hauptcharakter in meinen Augen nicht tragen, denn sie wirkt einfach unglaublich selbstüberzeugt und nervig, sodass ich nicht wirklich mitgefiebert habe, ob sie ihr vermeintliches Happy-End mit Shara bekommt oder nicht. Und ihre Besessenheit hat so weit geführt, dass der Name "Shara Wheeler" im Buch so oft wiederholt wird, dass ich es irgendwann nicht mehr hören konnte und wohl laut aufschreie, wenn ich nach Beendigung dieser Rezension jemals wieder diesen Namen hören muss.

Der dritte und letzte Kritikpunkt betrifft leider auch die Sprecherin, deren Stimme ich mit zunehmender Hördauer fast nicht mehr ertragen konnte. Ich weiss nicht, ob es am schlechten Schreibstil oder der nervigen Protagonistin lag, aber die Sprecherin hat es tatsächlich geschafft, Chloe noch anstrengender wirken zu lassen, als sie es ohnehin schon war. Es kann aber auch gut sein, dass sie gar nichts dafür kann, und einfach meine zunehmende Antipathie für Chloe der Grund dafür war, dass ich auch eine Abneigung gegen die Sprecherin entwickelt habe, die mit ihrer Stimme die Protagonistin repräsentiert.

Fazit:

Alles in allem war das Buch eine Enttäuschung auf ganzer Linie, das noch dazu eine dreist geklaute Idee enthält, für die ich nicht mehr als ein Stern vergeben kann. Aus diesem Grund habe ich das Hörbuch nach der Hälfte abgebrochen und kann das Buch auch nicht weiterempfehlen. Lest lieber das Original von John Green. ;-)
8 Kommentare
(© C. Bertelsmann)

Die hundert Jahre von Lenni und Margot*
von Marianne Cronin

Bewertung: ★★☆☆☆

Fiction, 400 Seiten
Erscheinungsdatum: 18. April 2022
Verlag: C. Bertelsmann


*Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den C. Bertelsmann Verlag.

Inhaltsangabe:
Das Leben ist kurz. Niemand weiß das besser als die siebzehnjährige Lenni. Sie leidet an einer unheilbaren Krankheit, die ihr nicht mehr viel Zeit lässt. Was soll sie mit gleichaltrigen Freunden, die ihr ganzes Leben noch vor sich haben? Was soll sie anfangen mit der ihr verbleibenden Zeit, wenn sie noch so viele Fragen hat, die das Leben ihr nie beantworten wird?

In einem Malkurs im Krankenhaus trifft sie auf Margot: dreiundachtzig, voller Lebenserfahrung, Witz und Widerspenstigkeit. Margot weiß, wie es ist, im letzten Kapitel des Lebens angekommen zu sein. Als sie entdecken, dass sie zusammen genau einhundert Jahre gelebt haben, fühlt es sich für Lenni an wie ein Weckruf. Sie wollen gemeinsam Bilder malen – für jedes ihrer hundert Jahre eins. Für all die kostbaren Momente, voller Liebe, Lachen und Weinen, voller Erinnerungen, von denen sie sich gegenseitig erzählen.

Und auch wenn ihre gemeinsame Geschichte sich dem Ende neigt, spüren sie doch umso mehr, dass im Leben jeder Moment zählt, bis zum letzten Augenblick … (© C. Bertelsmann)

Meine Meinung:

Ich muss gestehen, dass mir ein bisschen das Herz wehtut, diese Rezension zu schreiben, weil ich bei diesem Buch davon ausgegangen bin, dass es mir gefallen wird. Ich bin - wie so oft - durch den Hype darauf aufmerksam geworden und die durchweg positiven Bewertungen verknüpft mit der Inhaltsangabe, die eine sehr berührende Geschichte versprechen, haben hohe Erwartungen bei mir ausgelöst, die letztendlich leider nicht erfüllt werden konnten.

Die Inhaltsangabe klingt eigentlich bereits wie ein Erfolgsrezept, denn ich bin nicht nur ein grosser Fan von Büchern mit ernsten und emotionalen Themen, die einem nahe gehen, sondern liebe auch ungewöhnliche Freundschaften, wie sie hier versprochen wird.

Bedauerlicherweise muss ich an dieser Stelle aber sagen, dass die Umsetzung dieser eigentlich fantastischen Inhaltsangabe nicht ganz gelungen ist. Und das betrifft mehrere Punkte:

Zum einen treffen die 83-jährige Margot und die 17-jährige Lenni relativ rasch im Krankenhaus in einem Malkurs aufeinander und sind ganz plötzlich befreundet. Was bei New Adult Instaliebe ist, war hier demnach Instafreundschaft. Und das fand ich sehr enttäuschend. Ich hätte erwartet, dass die Autorin den beiden Hauptcharakteren mehr Zeit gibt, eine zwar zeitlich begrenzte, dafür aber tiefgehende und unvergessliche Freundschaft zu etablieren.
Doch das ist leider nicht der Fall, denn wie sich relativ rasch herausstellt, stellt diese neu gewonnene (und vor allem titelgebende!) Freundschaft gar nicht den Fokus der Geschichte dar. Stattdessen laufen die Handlungsstränge von Margot und Lenni eher getrennt ab, wobei in den meisten Kapiteln Margots Vergangenheit in aller Ausführlichkeit beleuchtet wird. Es ist also eher eine Reise in die Vergangenheit, anstatt eine Erzählung aus der Gegenwart, die ich eigentlich erwartet hätte.
Bedauerlicherweise hat mir Margots Vergangenheit zu viel Raum eingenommen und ich hätte stattdessen gern mehr von Lenni erfahren, die für meinen Geschmack etwas zu kurz gekommen ist. Bei Lennis Kapitel entwickelt sich dann mit der Zeit tatsächlich eine interessante Freundschaft, jedoch nicht zu Margot, sondern zu Father Arthur, der zu einer wichtigen Bezugsperson in Lennis letzter Lebensstation im Krankenhaus wird.
Insgesamt sind mir die beiden Hauptcharaktere aber zu blass geblieben und ich konnte gerade zu Margot überhaupt keinen Zugang finden. Obwohl sie einige schwere Schicksalsschläge hinter sich hatte, hat ihre Vergangenheit bei mir keinerlei Emotionen ausgelöst. Und ich weiss nicht genau, ob daran auch der Schreibstil der Autorin Schuld ist, den ich als sehr distanziert und holprig erlebt habe.

Dies alles hat dazu geführt, dass ich relativ rasch mein Interesse an der Handlung verloren hatte. Zum einen hatte ich eine ganz andere Geschichte erwartet, zum anderen konnte mich die Autorin - trotz der Thematik - emotional nicht abholen, was mich leider enttäuscht zurückgelassen hat.

Fazit:

"Die hundert Jahre von Lenni und Margot" ist ein Buch, dass eine berührende Geschichte zum Thema terminale Erkrankungen und unerwartete Freundschaften verspricht, aber meine Erwartungen dazu letztendlich nicht halten konnte. Der Fokus des Buches lag mir zu sehr auf Margots Vergangenheit und der Schreibstil war mir insgesamt zu distanziert, sodass bei mir bedauerlicherweise keinerlei Emotionen ausgelöst werden konnte - und das trotz dieser ernsten Thematik. Für mich leider eine Enttäuschung, wobei ich in diesem Fall anmerken muss, dass das Buch nicht schlecht ist, aber einfach nicht meinen persönlichen Lesegeschmack getroffen hat.
8 Kommentare
(© Piper)

Eine Frage der Chemie*
von Bonnie Garmus

Bewertung: ★★★★☆

Historical Fiction, 496 Seiten
Erscheinungsdatum: 31. März 2022
Verlag: Piper


*Digitales Rezensionsexemplar von Netgalley. Danke an den Verlag.

Inhaltsangabe:
Elizabeth Zott ist eine Frau mit dem unverkennbaren Auftreten eines Menschen, der nicht durchschnittlich ist und es nie sein wird. Doch es ist 1961, und die Frauen tragen Hemdblusenkleider und treten Gartenvereinen bei. Niemand traut ihnen zu, Chemikerin zu werden. Außer Calvin Evans, dem einsamen, brillanten Nobelpreiskandidaten, der sich ausgerechnet in Elizabeths Verstand verliebt. Aber auch 1961 geht das Leben eigene Wege. Und so findet sich eine alleinerziehende Elizabeth Zott bald in der TV-Show »Essen um sechs« wieder. Doch für sie ist Kochen Chemie. Und Chemie bedeutet Veränderung der Zustände ...

Meine Meinung:

Ich muss zugeben, wenn es allein um das Cover und den Titel gegangen wäre, dann wäre ich wohl nicht direkt an dem Buch hängen geblieben, denn durch das Foto und die eher kühle Farben und dann noch der Erwähnung von Chemie, wirkt das Konzept ein bisschen bieder und trocken. Und das ist das Buch ganz und gar nicht. Deshalb hat mich sich im englischen Original auch für ein knalliges Cover, entschieden, das meiner Meinung nach besser zur Geschichte passt. Aber sei's drum. Ich bin zum Glück durch die vielen positiven Stimmen und dem Hinweis, dass es sich um eine humorvolle Erzählung handeln soll, auf das Buch aufmerksam geworden.

Das Buch dreht sich um Elizabeth Zott, deren Leben wir ein Stück weit begleiten dürfen. Elisabeth arbeitet in den 1960er Jahren im wissenschaftlichen Bereich einer Universität, die zum damaligen Zeitpunkt von Männer dominiert wurden, die nur wenig Verständnis für eine Frau in ihren Reihen entgegengebracht haben. Und genau das bekommt auch unsere Protagonistin zu spüren. Sie wird nicht nur - trotz ihrer Intelligenz und ihrem Fachwissen - immer wieder belächelt und infrage gestellt, sondern wird leider auch Opfer von sexuellen Übergriffen.
Der einzige Mann, der sie nicht wie die anderen behandelt, ist Calvin Evans, der nicht nur von Elizabeths Intelligenz, sondern auch ihrer direkten, ehrlichen und manchmal etwas unüberlegten Art begeistert ist. Die beiden scheinen trotz Elizabeths Art perfekt zueinander zu passen, bis 1961 ein Schicksalsschlag alles verändert und Elizabeth plötzlich neue Wege gehen muss...

Mit Elizabeth Zott hat die Autorin einen starken, feministischen und vor allem faszinierenden Charakter mit Ecken und Kanten geschaffen, die mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht hat. Dadurch gelingt es Garmus das Thema Wissenschaft keineswegs langweilig werden zu lassen, sondern sorgt mit Elizabeths erfrischender, ulkiger Art für einige interessante Szenen, in denen sie ihre Gesprächspartner:innen oftmals perplex zurücklässt. Elizabeth ist damit definitiv eine Protagonistin, die die Geschichte aus dem Buch auf ihre Schultern tragen kann und zu unterhalten weiss. Und gerade ihre Schwächen haben sie in meinen Augen so unglaublich sympathisch gemacht, dass ich sie unglaublich schnell in mein Herz geschlossen habe, mit ihr mitgefiebert habe und sie in schwierigen Situationen trösten wollte.
Im späteren Verlauf stösst dann noch eine Verwandte von Elizabeth Zott dazu (die ich aus Spoiler-Gründen nicht näher beschreiben kann), die mindestens genauso sympathisch ist, wie die Protagonistin selbst.

Neben diesem eindeutig positiven Aspekt müssen jedoch auch kleinere Kritikpunkte erwähnt werden. Obwohl Elizabeth so überzeugend gewesen war, hat es mir im Buch manchmal ein bisschen an einem roten Faden gefehlt. Gerade im Mittelteil war mir die Geschichte gelegentlich etwas zu langgezogen, und ich hatte nicht die ganze Zeit über diesen Drang, unbedingt weiterzulesen.
Ein weiterer Punkt, der mich gestört hat, sind die fehlenden Triggerwarnungen. Das Buch wird als humorvoll und amüsant beschrieben, was stellenweise auch zutrifft, gerade die sexuellen Übergriffe werden jedoch so bildhaft und verstörend umschrieben, dass sie für traumatisierte Personen dringend eine entsprechende Warnung benötigen würden. 
Ein letzter Aspekt, der mich etwas gestört hat, war der Hund von Elizabeth, der im Laufe der Geschichte eine wichtige Rolle einnimmt. Dieser besagte Hund scheint nämlich über eine menschliche Intelligenz zu verfügen und lernt nicht nur die Sprache der Menschen zu verstehen, sondern kann selbst sprechen (zumindest in seinem Kopf), sodass wir seine Gedankengänge wortwörtlich lesen können. Und das fand ich einfach nur absurd und ehrlich gesagt etwas, das eher in ein Fantasybuch, als in einen historischen Roman passt.

Alles in allem habe ich Elizabeth Zott aber sehr in mein Herz geschlossen und ihre ulkige Art, werde ich so schnell nicht mehr vergessen!

Fazit:

"Eine Frage der Chemie" erzählt einen Teil der Lebensgeschichte von Elizabeth Zott, die sich in den 1960er Jahren versucht hat, sich in einer männerdominierten Welt als Frau durchzusetzen - was ihr manchmal mehr und manchmal weniger gelungen ist. Das Buch ist eine Achterbahn der Gefühle und hält neben vielen Schmunzlern, die vor allem Elizabeths ulkiger Art geschuldet sind, auch einige schwierige und potenziell triggernden Szenen parat, die eine ganze Bandbreite an Emotionen bei mir ausgelöst haben. Abgesehen von einigen Längen, hat mich das Buch sehr gut unterhalten und ich kann es vor allem für Fans von Büchern wie "Ich, Eleanor Oliphant" weiterempfehlen.
6 Kommentare
(© Beltz)

Therapie-Tools: Selbstwert*
von Fabian Chmielewski & Sven Hanning

Bewertung: ★★★★★

Nonfiction, Psychology, 266 Seiten
Erscheinungsdatum: 18. Juli 2021
Verlag: Beltz


*Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Beltz Verlag.

Inhaltsangabe:
Besuchen Sie das Spiegelkabinett des Selbstwerts, führen Sie die Goldmünzenübung durch, gehen Sie in das Kino der Grundbedürfnisse und setzen Sie mit vielen weiteren kreativen und eingängigen Techniken therapeutisch direkt am Selbstwert an.
Als zentrale psychologische Variable wirkt sich Selbstwert auf die psychische Gesundheit und alle Bereiche des Lebens aus. Die Verbesserung des Selbstwerts und die Linderung von Selbstwertproblemen stellen deshalb einen grundlegenden Baustein effektiver Psychotherapie dar.

Meine Meinung:

Ich bin ein grosser Fan der Therapie-Tools Reihe aus dem Beltz Verlag, denn in den Büchern werden zu unterschiedlichen Themenbereichen eine grosse Sammlung an Arbeits- und Infoblätter bereitgestellt, die man für die eigene therapeutische Arbeit nutzen kann. Und als ich gesehen habe, dass zum Thema Selbstwert ein Band erscheint, habe ich mich sehr gefreut, denn eine niedrigere Selbstwertproblematik ist etwas, das mir in meiner praktischen Tätigkeit ständig über verschiedene Diagnosebilder hinweg begegnet, sodass ich sehnlichst auf einige hilfreiche Interventionen gewartet habe.

Die Aufmachung des Buches ist genauso übersichtlich und selbsterklärend, wie man es aus anderen Bänden der Reihe gewohnt ist. Doch gerade in diesem Band haben die Autoren besonders Wert auf eine Unterteilung in verschiedene Therapiephasen gelegt, sodass man sich schrittweise durch die einzelnen Kapitel arbeiten kann, die in eine logische Reihenfolge gebracht wurden und aufeinander aufbauen.
In der Vorbereitungsphase geht es neben der Beziehungsgestaltung und Psychoedukation beispielsweise auch um die Einbindung der Grundbedürfnisse nach Bindung, Kompetenz und Selbstbestimmung, der biografischen Auseinandersetzung mit der Entwicklung des eigenen Selbstwerts und der Erarbeitung von (oftmals dysfunktionalen) Selbstwertstrategien, die man sich im Laufe des Lebens möglicherweise angeeignet hat.
Dies alles dient als Grundlage für die weiteren Kapitel, die sich jeweils mit den einzelnen Selbstwertkonzepten des "Soll-Ichs", des "Bin-Ichs" und des "Wunsch-Ichs" befassen, die man bereits aus anderen Fachbüchern zur Selbstwertthematik kennt. Im Unterschied zu den vielen anderen Büchern, bekommt man hier aber explizit praktische Tools in Form von Übungen an die Hand, die man direkt in therapeutischen Einzelgesprächen umsetzen kann. Und ich muss sagen, die Autoren haben sich hier selbst übertroffen und eine bunt gemischte Schatzkiste an abwechslungsreichen Interventionen zusammengestellt, die von kognitiven bis hin zu eher emotionsfokussierten Techniken reichen. Durch die breite Auswahl kann man sich die Übungen rauspicken, die am ehesten auf den oder die einzelne:n Patient:in zugeschnitten sind.

Ergänzt werden die vielen Übungen mit sehr ausführlichen und verständlichen theoretischen Erklärungen, die einerseits erläutern, weshalb die Autoren sich auf diese Reihenfolge festgelegt haben und andererseits auch das notwendige Hintergrundwissen für die einzelnen Interventionen liefern. Damit sticht das Buch noch einmal besonders im Vergleich zu anderen Büchern der Reihe heraus, da hier wirklich alles so detailliert erklärt wird, dass man kein Vorwissen mitbringen muss und sich das Buch somit auch für Berufsanfänger:innen eignet.

Abgerundet wird das Buch am Schluss mit einem Kapitel, das sich speziell an Psychotherapeut:innen richtet und Übungen zur Selbsterfahrung bereitstellt. Und das ist etwas, womit die Autoren bei mir definitiv ins Schwarze getroffen haben.

Fazit:

Das Therapie-Tools Buch zum Thema Selbstwert ist ein eine ausserordentlich gelungene und breite Sammlung an Interventionen und Übungen, die sich praxisnah im Therapiealltag umsetzen lassen. Die einzelnen Übungen werden mit ausführlichen Erklärungen und theoretischem Hintergrundwissen ergänzt, sodass das Buch eine perfekte Kombination aus Theorie und Praxis darstellt. Für mich eines der bisher besten und hilfreichsten Bücher der Therapie-Tools Reihe, das meiner Meinung nach in keinem Regal von (angehenden) Psychotherapeut:innen fehlen darf, da der Selbstwert meiner Erfahrung nach etwas ist, dass einem in nahezu jeder Therapie (unabhängig der Diagnose) begegnet. Eine absolute Empfehlung!
Keine Kommentare
(© Argon Verlag)

Kurioses über euch Menschen*
von Simon Stephenson
Gelesen von Simon Jäger

Bewertung: ★★☆☆☆

Science Fiction, Audiobook 
Spieldauer: 10 Stunden, 59 Minuten
Erscheinungsdatum: 17. Mai 2022

Verlag: Argon Verlag

* Rezensionsexemplar von Netgalley. Danke an den Verlag.

Inhaltsangabe:
2054: Die Menschheit hat sich aus dem Internet ausgeschlossen, Elon Musk versehentlich den Mond verbrannt und viele Arbeiten werden von Robotern verrichtet. Vorwiegend die, für die keine Empathie nötig ist – denn Roboter kennen keine Gefühle. Wie Jared. Er sieht aus wie ein Mensch und arbeitet als Zahnarzt. Aber eines Tages beginnt Jared zu fühlen. Sein Arzt schickt ihn zum Selbstversuch ins Kino, wo Jared 27 ml Tränen vergießt und erkennt, dass Gefühle etwas Wunderbares sind! Er beschließt, den Menschen zu zeigen, dass Roboter auch ein Recht darauf haben. Und wie könnte das besser gelingen, als mit einem Film? Also geht Jared nach L.A. und landet als Tellerwäscher in einem Tacoladen. Dort lernt er Kellnerin Amber kennen und seine Gefühle spielen verrückt. Amber scheint es genauso zu gehen – doch wie soll er ihr erklären, dass er ein Roboter ist? Zu allem Überfluss läuft es mit seinem Film so gar nicht wie geplant…

Meine Meinung:

Für dieses Hörbuch habe ich mich spontan beworben, nachdem mich nicht nur das wunderschöne Cover angesprochen hatte, sondern vor allem auch der amüsante Klappentext mein Interesse wecken konnte. Doch leider hat dieser erste, sehr positive Eindruck getäuscht, wie ich mit zunehmender Hördauer feststellen musste.

In diesem Buch begleiten wir Jared, einen Bot aus der Zukunft, der eines Tages plötzlich Gefühle entwickelt. Völlig überfordert mit diesen neuen menschlichen Empfindungen, sucht er sich Hilfe und findet letztendlich eine Art Trost in alten Hollywood-Streifen, die er sich massenweise im Kino anschaut. Er macht es sich schliesslich zum Ziel, für seine Gefühle einzustehen und reist nach L.A., wo er nicht nur eine Frau kennen- und lieben lernt, sondern auch an einem Drehbuchkurs teilnimmt, um seinen eigenen Hollywoodfilm zu kreieren.

Und das war's dann auch. Der Inhalt lässt sich bedauerlicherweise nicht spannender beschreiben, denn das ganze Buch besteht aus fast nichts anderem, als dass Jared versucht, mit seinen vielen neuen Gefühlen klarzukommen und Filme schaut. Letzteres sieht dann so aus, dass im Hörbuch endlos Inhaltszusammenfassungen über bekannte Hollywoodfilme herunter gerattert werden, was ich nicht nur ermüdend, sondern auch nichtssagend und langweilig fand. Wenn ich Zusammenfassungen über Filme lesen will, dann kann ich das auch einfach über Wikipedia in Erfahrung bringen. Ausserdem hat sich mir der Sinn dieser Filmbeschreibungen nicht ganz erschlossen, da sie in meinen Augen nicht wirklich etwas zur Handlung beigetragen haben.
Aber auch abgesehen von diesem Kritikpunkt kann Jared und seine Geschichte leider nicht überzeugen. Der Schreibstil ist ganz entsprechend einem Bot als Protagonisten sehr nüchtern und emotionslos gehalten. Und das war nicht mal das, was mich am meisten gestört hat, sondern eher der Umstand, dass Jared etliche "Catchphrases" nutzt, die im Buch so oft wiederholt werden, dass ich sie nicht mehr hören konnte. Das geht von einem inflationär genutztem "Ha!", nach gefühlt jedem zweiten Satz, den Jared von sich gibt, bis hin zu Wörter wie "Nullsummenspiel", dessen Bedeutung mir immer noch nicht ganz klar ist. Die ständigen Wiederholungen waren irgendwann einfach nur noch nervig.
Ein weiterer Kritikpunkt besteht darin, dass der Humor aus dem vielversprechenden Klappentext enttäuschenderweise nicht im Buch selbst wiederzufinden ist. Stephenson versucht zwar, sich über die Eigenarten von Menschen lustig zu machen, insbesondere über Konventionen bei sozialen Interaktionen, aber als amüsant oder gar lustig habe ich das überhaupt nicht empfunden. Und dadurch hat sich mir auch die Frage gestellt, was der Autor mit diesem Buch genau erreichen will? Der Klappentext klingt wie Satire, aber der Inhalt ist letztendlich nicht bissig genug, dass ich es tatsächlich als Satire bezeichnen könnte.
Und last but not least muss an dieser Stelle auch betont werden, dass nicht nur das Cover oder Titel, sondern auch der Inhalt schon sehr an Matt Haigs bekanntes Werk "Ich und die Menschen" erinnert, sodass die Idee abgekupfert wirkt. Ironischerweise fand ich aber auch Haigs Buch ähnlich humorlos wie dieses hier.

Abschliessen möchte ich nach den vielen Kritikpunkten dann doch noch mit etwas Positivem und das ist definitiv der Sprecher Simon Jäger, den einige vielleicht als Synchronstimme von Matt Damon kennen. Jäger macht seine Sache wie gewohnt gut und hat einen sehr angenehmen Erzählstil, auch wenn das alleine leider nicht ausreicht, über den wenig überzeugenden Inhalt hinwegzutrösten.

Fazit:

Alles in allem lässt sich abschliessend sagen, dass der Klappentext interessanter und amüsanter klingt, als es das Buch letztendlich ist. Und das hat bei mir zu einer grossen Enttäuschung geführt. Dem Humor - wenn man denn überhaupt von so etwas sprechen kann - fehlt es an Biss und auch der Plot an und für sich kann nicht überzeugen. Für mich ist es bedauerlicherweise ein Hörbuch, das ich nicht weiterempfehlen kann. Aber Humor ist ja bekanntlich Geschmackssache.
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Schweizerin. Liebt Bücher. Bevorzugte Genres: Young Adult, (Urban) Fantasy, Dystopia, Thriller, (Historical) Fiction.

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