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between the lines.

(© Harper Collins)

I Was Born for This
von Alice Oseman

Bewertung: ★★☆☆☆

YA Contemporary, 396 Seiten
Erscheinungsdatum: 03. Mai 2018
Verlag: Harper Collins Children's Books


Inhaltsangabe:
Für Angel Rahimi geht es im Leben nur um eines: The Ark - ein Pop-Rock-Trio von Teenager-Jungs, die gerade die Welt im Sturm erobern. Teil der Fangemeinde von The Ark zu sein, hat ihr alles gegeben - ihre Freundschaften, ihre Träume, ihren Platz in der Welt.

Auch Jimmy Kaga-Ricci hat The Ark alles zu verdanken. Er ist ihr Frontsänger - und in einer Band zu spielen ist alles, wovon er jemals geträumt hat. Es ist nur ein Jammer, dass sich in letzter Zeit alles in seinem Leben in einen ziemlichen Albtraum verwandelt zu haben scheint.

Denn das ist das Problem mit dem Träumen - irgendwann meldet sich unweigerlich das echte Leben mit einem Weckruf. Und als Angel und Jimmy unerwartet zusammenstoßen, finden sie heraus, wie sonderbar und überraschend es sein kann, sich der Realität zu stellen.

Meine Meinung:

Das war mein zweites Buch von Oseman und hat mich dieses Mal leider nicht überzeugt. Positiv hervorzuheben kann ich erneut den sehr einfachen, jugendlichen und angenehmen Schreibstil der Autorin, der sich meiner Meinung nach auch gut für Englisch-Anfänger:innen eignet.

Der Plot dagegen war leider sehr ernüchternd. Wenn man denn überhaupt von einem Plot sprechen kann, denn ehrlich gesagt weiss ich bis jetzt noch nicht, worum es eigentlich gehen sollte. Man lernt auf der einen Seite eine weibliche Protagonistin mit muslimischen Glauben kennen, die ein grosser Fan einer fiktiven Band ist. Auf der anderen Seite lernen wir auch die Bandmitglieder selbst in Kapiteln aus ihren Perspektiven kennen. Irgendwann kreuzen sich die Wege der Fan-Charaktere und der Band-Charaktere im Buch, aber das Ganze wirkte auf mich überhaupt nicht glaubhaft, sondern eher wie die Wunschvorstellung einer Teenagerin. Die ganze Geschichte hat sich wie eine Fanfiction angefühlt, die es im Internet bestimmt Zuhauf zu Bands wie One Direction gibt. Einerseits bin ich inzwischen deutlich zu alt dafür, andererseits war ich selbst als Teenagerin nie eine fanatische Anhängerin irgendeiner (Boy-)Band, sodass mir das Thema wohl auch damals nicht gefallen hätte.

Natürlich gibt es auch Diversity im Buch, und das nicht zu wenig. Der Bandleader ist zum Beispiel Transgender und bisexuell und auch ein anderes Bandmitglied ist schwul (oder bisexuell? Ich habe ehrlich gesagt den Überblick verloren). Auf jeden Fall nehmen die Fans der Band gerade dies zum Anlass, um in jeden Song und jedes Foto eine vermeintliche Beziehung zwischen den beiden Bandmitglieder zu interpretieren, obwohl dies nicht der Realität entspricht.

Ehrlich gesagt verstehe ich nicht genau, worauf Oseman mit diesem Buch hinaus wollte? Gerade die Schilderungen aus der Perspektive der berühmten und reichen Bandmitglieder fand ich schon sehr weltfremd für mich als Otto-Normal-Leserin und dadurch hat mir ehrlich gesagt auch das Verständnis und Mitgefühl für deren First World Problems gefehlt. Ich behaupte nicht, dass "Celebrities" nicht auch ihre Probleme haben können, aber gleichzeitig geniessen sie auch so viele Vorzüge, von denen Normalbürger nur Träumen können, deshalb finde ich das meistens Jammern auf sehr hohem Niveau, mit dem ich mich nicht identifizieren kann.

Die Rolle der Protagonistin war mir auch nicht ganz klar und ehrlich gesagt fand ich es so realitätsfremd, dass sie mit dem Bandleader in Kontakt treten und scheinbar von 0 auf 100 eine Freundschaft mit ihm aufbauen konnte. Das ist wohl eher etwas, wovon 13-jährige Mädchen träumen würden, aber das niemals passiert ;D

Fazit:

Insgesamt also leider ein Buch, das mich absolut kaltgelassen hat. Es passiert auch gefühlt gar nichts, sodass ich die zweite Hälfte des Buches eher quer gelesen habe. 2,5 Sterne kann ich dafür maximal vergeben.
2 Kommentare
(© Südwest)

Vegan quick & easy*
Über 60 Blitzrezepte

von Björn Moschinski

Bewertung: ★★★☆☆

Cookbook, 144 Seiten
Erscheinungsdatum: 14. September 2015
Verlag: Südwest


*Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Südwest Verlag.

Inhaltsangabe:
Schnell und raffiniert ist kein Widerspruch, wenn es um die vegane Küche geht. Björn Moschinski verspricht in seinem neuen Kochbuch leckere und gesunde Gerichte mit nur 30 Minuten Zubereitungszeit und knüpft mit vielen kreativen Ideen an den Erfolg seiner Vorgängerbücher an. Björn Moschinski, der bekannteste vegane Koch der Szene, zeigt in über 60 herzhaften und süßen Rezepten, dass vegan Genießen lecker, vielfältig, aber vor allem schnell zu kochen ist und begeistert damit auch alle, die zeitweilig eine Ernährungsalternative suchen.

Meine Meinung:

Ich bin selbst keine Veganerin, sondern "nur" Vegetarierin, koche hin und wieder trotzdem gerne vegane Mahlzeiten, weshalb ich immer auf der Suche nach veganen Kochinspirationen bin. Und da kam mir dieses Kochbuch hier gerade recht. Ich kannte den Autor des Buches bislang nicht, aber dem Vorwort ist zu entnehmen, dass er bereits weitere Kochbücher auf den Markt gebracht hat, und er "Vegan quick & easy" auf vielfachen Wunsch speziell für einfache und schnelle Rezepte (unter 30 Minuten) kreiert hat. Also zwei Adjektive, die bei mir als berufstätiger Single mit wenig verfügbarer Kochzeit, sofort angeklungen haben.

Beim ersten Blick in das Buch sind mir auf der einen Seite die leckeren, ansprechenden Food-Fotos ins Auge gesprungen, sowie auch der Graffiti-Schriftstil der Rezeptüberschriften, der eher in erdigen, Grün- und Brauntönen gehalten wurde. Letzteres hat nicht unbedingt meinen persönlichen Geschmack getroffen, da die dicke, klobige Schriftart auf mich eher erschlagend gewirkt hat - aber das ist sicher Geschmackssache.

Die Rezepte sind in die Kategorien "Snack", "Salat", "Suppen", "Ofen", "Herd" und "Süss" unterteilt. Wie immer habe ich durch die verschiedenen Kapitel geblättert, um mir einige Rezepte zum Nachkochen rauszupicken, muss aber leider gestehen, dass ich dieses Mal mehrere Durchgänge gebraucht habe und ich erst nach längerem Suchen fündig geworden bin. Der Grund lag darin, dass viele der Rezepte eine überraschend lange Zutatenliste enthalten und in fast jedem Rezept mindestens eine Zutat vorhanden war, die eher ausgefallen ist und sich deshalb nicht in meinem standardmässigen Grundstock an Vorräten befindet. Gleichzeitig benötigt man von den meisten der angegebenen Zutaten nur so wenig, dass sich eine Anschaffung für mich nicht gelohnt hätte, ohne Foodwaste zu produzieren und das wollte ich beim Ausprobieren einzelner Rezepte vermeiden. Erschwerend kam zusätzlich dazu, dass viele der angegebenen Früchte- und Gemüsesorte aktuell nicht Saison haben, was das Nachkochen schwierig gemacht hat, wenn man gleichzeitig dem Thema Nachhaltigkeit Rechnung tragen wollte. 

Irgendwann bin ich dann doch noch fündig geworden und habe schliesslich den "Makkaroni-Auflauf", die "Kartoffelpizza Elsässer Art" und den "Miss-Coco-Smoothie" nachgekocht bzw. ausprobiert. (Die Ergebnisse sind auf den Fotos zu sehen). Die einzelnen Anleitungen der jeweiligen Rezepte waren klar und verständlich formuliert und einfach zu befolgen. Geschmacklich hat mich vor allem der Makkaroni-Auflauf überzeugt, den ich aber ehrlich gesagt mit nicht-veganem Parmesan überbacken habe. Und was schmeckt schon nicht geil, wenn es mit Käse überbacken wurde? :D Die Kartoffelpizza war dagegen eher eine Enttäuschung, weil sie einerseits auseinander gefallen ist, und andererseits geschmacklich eher fade geschmeckt hat. Der Smoothie war okay, auch wenn ich da auf das Traubenkern-Öl verzichtet habe und Ananas aus der Dose genommen habe.

Fazit:

"Vegan quick & easy" ist ein veganes Kochbuch, das schnelle und einfache Rezepte verspricht. Für mich waren die Rezepte aber eher aufwendig und haben eher "ausgefallene" Zutaten beinhaltet, die man oftmals (noch) nicht im Supermarkt findet und/oder von denen man für die angegebenen Mahlzeiten so wenig verwenden müsste, dass sich der Einkauf der Zutaten, fast nicht lohnt. Für mich ist es eher ein Kochbuch, mit dem man Gäste mit besonderen veganen Mahlzeiten überraschen kann. Für mich gibt es aber mittlerweile (auch dank der immer grösser werdenden Beliebtheit der veganen Ernährungsform) inzwischen so viele andere tolle vegane Kochbücher auf dem Markt, die Rezepte enthalten, die deutlich leichter und schneller nachzukochen sind und mit weniger "exotischen" Zutaten auskommen. Von mir gibt es deshalb 3.5 Sterne für dieses Kochbuch.


4 Kommentare
(© Heyne)

Tor der Nacht (Unsterblich #2)
von Julie Kagawa

Bewertung: ★★★☆☆

YA Paranormal, 545 Seiten
Erscheinungsdatum: 12. Mai 2014
Verlag: Heyne


Inhaltsangabe:
In einer Welt, in der die Menschen von den Vampiren wie Sklaven gehalten werden, hat Allison Sekemoto die einzig richtige Entscheidung getroffen: Sie hat die Unsterblichkeit gewählt und genießt nun die Vorzüge eines sorgenfreien Lebens unter den Vampiren. Doch dann macht Allie eines Tages eine furchtbare Entdeckung: Die Rote Schwindsucht, die den Menschen vor Allies Geburt zum Verhängnis wurde, ist zurückgekehrt. Und dieses Mal macht die Seuche auch vor den Vampire nicht halt. Der Einzige, der möglicherweise Abhilfe schaffen kann, ist Kanin, Allies »Schöpfer«. Doch Kanin ist spurlos verschwunden ...

Meine Meinung:

Nachdem mir der Reihenauftakt der Unsterblich-Reihe vor wenigen Wochen überraschend gut gefallen hatte, wollte ich natürlich wissen, wie Allies Abenteuer weitergeht.
Im zweiten Band ist einige Zeit vergangen, an einer Stelle wird angedeutet, dass die Ereignisse aus dem Vorgänger fast ein Jahr zurückliegen. Allie hat sich mittlerweile mit ihrem "Blutsbruder" Jackal verbündet, um mit ihm gemeinsam ihren "Vampirvater" Kanin zu finden. Ein ungewöhnliches Bündnis, wenn bedenkt, dass Jackal im ersten Band noch der Antagonist dargestellt hatte.

Beim ersten Band hatte ich das rasche Erzähltempo und der abwechslungsreiche, actiongeladene Plot (mit vielen überraschenden Wendungen und Szenenwechsel) positiv hervorgehoben, gerade weil ich das von Kagawas anderen Büchern überhaupt nicht gewohnt gewesen war. Aus diesem Grund hatte ich mir bei der Fortsetzung natürlich etwas Ähnliches erhofft, gerade weil das Buch mit 545 Seiten nicht gerade dünn ist. Leider hatte ich aber den Eindruck, dass die Autorin hier leider wieder in ihr übliches Schema eines eher langsamen, trägen Erzähltempos zurückgefallen ist und die Handlung bis zuletzt nicht richtig in die Gänge gekommen ist.
Besonders die erste Hälfte des Buches zieht sich unglaublich in die Länge, denn es dreht sich einzig um allein um Jackals und Allies Suche nach ihrem Schöpfer - mehr passiert nicht. Und das auf mehr als 250 Seiten. Dadurch hat sich das Lesen stellenweise sehr zäh angefühlt. Während ich im ersten Band fast nicht mitgekommen bin, weil ein brutales Ereignis auf das nächste gefolgt war und Charaktere überraschend schnell gestorben sind, habe ich dieses Lesegefühl beim zweiten Band komplett vermisst.
In der zweiten Hälfte des Buches geht die Suche schliesslich weiter, dann aber nach dem bösen Vampir Sarren, der nun der grosse Antagonist in diesem Buch darstellen soll. Da es sich beide Male um die Suche nach einem Vampir handelt, hat sich die Handlung in diesem Buch redundant angefühlt und wirklich mehr Spannung ist auch in der zweiten Hälfte nicht aufgekommen. Der grosse Showdown ist dieses Mal mehr oder weniger ausgeblieben, und das Ende hält einen scheinbar überraschenden Tod bereit (den ich keine Sekunde geglaubt habe), von dem man bereits im Epilog erfährt, dass der besagte Charakter in Wahrheit noch lebt, was diesen kurzen, unglaubhaften Schockmoment ab absurdum führt.

Insgesamt ist dieser zweite Band deutlich zu lang geraten und mit 200 Seiten weniger, hätte der Plot vermutlich deutlich spannender erzählt werden können. Ich fand es extrem schade, dass es kaum überraschende Wendungen oder überhaupt brutale, oder blutige Szenen gab, die mich im ersten Band so schockieren konnten. Stattdessen plätschert die Handlung die meiste Zeit vor sich hin, um dann in einem kaum aufregenden Finale zu enden. Da hätte ich nach dem starken ersten Band deutlich mehr erwartet.

Fazit:

"Tor der Nacht" ist der zweite Band der Unsterblich-Trilogie und leidet leider am berühmten "Mittelband-Syndrom". Den temporeichen Erzählstil und die actiongeladene Handlung mit vielen überraschenden Wendungen aus dem ersten Band sucht man hier vergeblich. Stattdessen plätschert die Geschichte die meiste Zeit vor sich hin, ohne dass wirklich Spannung aufgekommen ist. Bleibt zu hoffen, dass der dritte Band wieder an die Qualität des ersten Bands heranreichen kann, aber für diesen doch eher langatmigen Mittelteil, kann ich nur durchschnittliche 3 Sterne vergeben.
Keine Kommentare
(© Bloomsbury YA)

Cinderella Is Dead
von Kalynn Bayron

Bewertung: ★★★☆☆

YA Fantasy, 400 Seiten
Erscheinungsdatum: 07. Juli 2020
Verlag: Bloomsbury YA


Inhaltsangabe:
Es sind 200 Jahre vergangen, seitdem Cinderella ihren Prinzen gefunden und das Märchen sein Ende gefunden hat. Seither ist viel geschehen. Teenager Mädchen müssen nun jährlich auf einem Ball erscheinen, auf dem sich ein Mann für sie entscheiden muss - andernfalls verschwinden sie für immer von der Bildfläche.

Der 16-jährigen Sophia steht dieses Schicksal auch bevor, obwohl sie lieber Erin, ihre beste Freundin aus Kindertagen, heiraten möchte, mit der sie eine geheime Liebschaft pflegt. Aus diesem Grund beschliesst Sophia auf dem Ball die Flucht zu ergreifen, um so ihrem Schicksal zu entfliehen. Auf ihrer Flucht trifft sie auf Constance, die letzte bekannte Nachfahrin von Cinderella und ihren Stiefschwestern. Gemeinsam schwören die beiden, dass sie den König ein für alle Mal stürzen möchten, der für all das verantwortlich ist - und dabei erfahren sie, dass es rund um Cinderellas Geschichte mehr Geheimnisse gibt, als sie jemals hätte erahnen können...

Meine Meinung:

Auf dieses Buch war ich sehr gespannt. Nicht nur, dass es sich um ein Retelling von Cinderella handelt (und ich liebe Retellings!), es ist auch noch gleich eine diverse Adaption mit einer POC als Protagonistin, die lesbisch ist. Mit Diversity und einer Märchenadaption also beides Zutaten, die bei mir hohe Erwartungen ausgelöst haben.

Der Einstieg in die Geschichte ist mir gut gelungen, denn der Schreibstil der Autorin ist sehr einfach gehalten, was das Lesen sehr angenehm gemacht hat. Man wird direkt in die Welt von Sophia geworfen, in der man sich relativ rasch zurechtfindet. Überraschenderweise hat sich der Plot  schnell in eine ganz andere Richtung entwickelt, die ich erwartet hätte, denn wie man aus der offiziellen Inhaltsangabe entnehmen kann, verweilt Sophia nicht sehr lange im Schloss, sondern kann bereits zu Beginn der Geschichte flüchten und schmiedet dann mit ihrer neu gewonnenen Verbündeten Constance den grossen Plan, den König zu stürzen.

Die Idee hinter dem Ganzen fand ich sehr vielversprechend, nur wird die Handlung in so einem rasanten Tempo vorangetrieben, dass leider viele wichtige Aspekte zu kurz kommen. Zum einen betrifft es das Worldbuilding, das quasi nicht existent ist. Ja, wir erfahren, dass die Geschichte um Cinderella scheinbar einen solchen Eindruck hinterlassen hat, dass sie noch 200 Jahre später einen Einfluss darauf hat, dass Frauen sich auf einem jährlichen Ball möglichst hübsch präsentieren müssen, um von Männern auserwählt zu werden. Doch das war es dann. Alle weiteren Hintergründe oder wie die Welt neben diesem Ball funktioniert, erfährt man nicht.

Auch die Ausarbeitung der Charaktere bleibt komplett auf der Strecke. Man lernt anfänglich Nebencharaktere wie Erin (als Sophias grosse Liebe) oder Luke kennen (der sich mit ihr auf dem Ball verbünden will, indem sie eine "Scheinehe" vorgaukeln), die kurz darauf wieder komplett in der Versenkung verschwinden, als wären sie nie da gewesen. Da musste ich mich unweigerlich fragen, wieso die Autorin diese Charaktere überhaupt eingebaut hat, wenn sie wenig später nicht mehr erwähnt werden - und das, obwohl gerade Erin für Sophia ja angeblich eine wichtige Rolle gespielt hat.
Leider bleibt auch Sophia selbst als Protagonistin komplett blass und man erfährt bis zum Schluss rein gar nichts darüber, wer und wie sie eigentlich ist. Und weil sie als Charakter so wenig fassbar ist, macht es leider auch ihre Handlungen schwer nachvollziehbar. Mal abgesehen davon, dass ihr alles einfach gelingt, was sie sich vornimmt und sie auf mich dadurch wie eine Mary Sue gewirkt hat.

Schade fand ich auch, dass die angekündigte Diversity fast gar keine Rolle im Buch gespielt hat. Anfangs hat es so ausgesehen, dass die Liebe zwischen Erin und Sophia sehr wichtig sein wird (sie war ja unter anderem auch Grund dafür, dass Sophia überhaupt erst von ihrem eigentlichen Schicksal, einen Mann zu heiraten, weggelaufen ist), aber dieser Handlungsfaden verliert sich relativ schnell und zu allem Überdruss wird Sophia schliesslich noch eine total konstruierte Instaliebe aufgedrückt, die dazu führt, dass sie Erin so schnell vergisst, als hätte es sie nie gegeben - was auf mich einfach nicht glaubhaft gewirkt hat.

Alles in allem wirkte der Plot leider überhaupt nicht ausgereift und wies zahlreiche Logiklücken auf. Der Einstieg in das Buch hätte so viel Potenzial gehabt, das die Autorin leider mehr oder weniger in den Sand gesetzt hat. Positiv war einzig der angenehme Schreibstil und das Erzähltempo, dass das Buch sehr kurzweilig hat erscheinen lassen.

Fazit:

"Cinderella is Dead" wird als diverse Märchenadaption mit einer lesbischen POC als Protagonistin angekündigt, das grosse Erwartungen schürt, die das Buch letztendlich nicht halten kann. Positiv waren der flüssige, angenehme Schreibstil und der rasante, plotorientierte Erzählstil, der das Lesen sehr kurzweilig gemacht hat. Leider ist aber die Ausarbeitung der Charaktere sowie das Worldbuilding misslungen, was die Handlungen der Protagonistin teilweise schwer nachvollziehbar machen. Insgesamt ein Buch, das viel Potenzial gehabt hätte, das aber leider nicht genutzt wurde. Von mir gibt es deshalb 3 durchschnittliche Sterne.
6 Kommentare
(© GU)

Meal Prep*
von Lena Merz

Bewertung: ★★★☆☆

Cookbook, 64 Seiten
Erscheinungsdatum: 02. Februar 2021
Verlag: GU


*Digitales Rezensionsexemplar. Danke an Netgalley & den GU Verlag.

Inhaltsangabe:
Die Kantine hat zu oder die Mahlzeiten stellen Ihren Gaumen nicht zufrieden? Sie wollen sich in der Mittagspause den Gang zum Bäcker oder Supermarkt sparen und stattdessen einfach gesund und lecker essen? Dann probieren Sie es doch mal mit Meal Prep! Das Vorkochen ist weder altmodisch noch aufwändig. Maximal 10 Zutaten brauchen Sie, um vier köstliche Mahlzeiten vorzubereiten und ggf. einzufrieren. So entsteht innerhalb kürzester Zeit ein Grundstock an Lieblingsgerichten.

Das Meal Prep 1x1

Sie haben noch gar keine Idee, wie Sie mit Meal Prep anfangen können? Dann hilft der Starterguide von Meal-Prep-Profi Lena Merz. Sie zeigt, wie drei einfache Steps das Vorkochen und Vorbereiten erleichtern. Darüber hinaus gibt das Buch Tipps und Tricks, welche Gefäße, welche Zutaten und welche Kombinationen sich besonders für Food Prep eignen.

Meine Meinung:

Da es an meinem Arbeitsort keine Kantine gibt und ich deshalb immer mein eigenes Essen mitbringen muss, kam mir dieses Kochbuch gerade recht. "Meal Prep" heisst nichts anderes als mehrere Portionen einer Mahlzeit vorzubereiten, die sich gut dafür eignen, um sie für längere Zeit im Kühlschrank oder Tiefkühler aufzubewahren und bei Bedarf aufzuwärmen. Grundsätzlich eine tolle Idee, nur ist mein Tiefkühlfach leider so klein, dass es leider schnell voll ist. Nichtsdestotrotz wollte ich mich durch die Rezepte des Buches inspirieren lassen.

Die Rezepte sind in die selbsterklärenden Kategorien "Frühstück", "kalte Gerichte", "Warme Gerichte" und "Gesunde Snacks" unterteilt. Wie immer habe ich beim Durchklicken des (digitalen) Kochbuchs Ausschau nach Rezepten gehalten, die ich nachkochen möchte. Dieses Mal ist mir das aber gar nicht so leicht gefallen, denn ich versuche mehr oder weniger saisonal und regional zu kochen und viele der Rezepte enthalten Früchte oder Gemüse, die im Moment nicht Saison haben. Gerade die Frühstücksrezepte enthalten vor allem Beeren, die man hauptsächlich im Sommer kaufen sollte, was die Auswahl für mich erheblich eingeschränkt hat. (Natürlich könnte man TK-Beeren nehmen, aber die schmecken ehrlich gesagt nur halb so gut wie frische. Und Zutaten ersetzen wolle ich bei diesem ersten Selbstversuch auch nicht, denn das würde den Geschmackstest verfälschen.)

Letztendlich bin ich dann doch fündig geworden, ich musste dafür aber mein Vorhaben aufgeben, möglichst saisonal einzukaufen. Nachgekocht habe ich die "Pasta mit Linsenbolognese", die "Erdnuss-Kakao-Balls" und die "Zucchini-Schoko-Muffins" (alle Ergebnisse sind wie immer auf den Fotos abgebildet). Was den Geschmack angeht, so konnte mich eigentlich nur die "Erdnuss-Kakao-Balls" richtig überzeugen. Ich habe das Rezept mit der Hälfte der angegebenen Zutaten zubereitet und die Bällchen innerhalb von zwei Tagen verdrückt, weil sie mich richtig süchtig gemacht haben. Die Linsenbolognese war okay (ich kenne aber ein Rezept, das besser schmeckt) und die Zucchini-Muffins haben leider sehr fade geschmeckt (vermutlich, weil das Rezept keinen Zucker enthält).

Insgesamt fand ich die Idee hinter dem Buch gut, die Umsetzung war jedoch nicht ganz überzeugend. Viele der Rezepte enthalten Früchte oder Gemüse, dass es nur in einer bestimmten Jahreszeit zu kaufen gibt, was die Auswahl - gerade jetzt am Winterende und Frühlingsanfang - sehr eingeschränkt hat, wenn man darauf achten will, saisonal zu kochen. Viele der Rezepte findet man zudem in zahlreichen anderen Kochbüchern wie etwa "Chili sin Carne", "Linsencurry", "Linsenbolognese", "Nudelsalat (im Glas) mit Tomaten, Rucola und Mozzarella" oder "Overnight-Bircher mit Chia-Samen und Früchten". Das Kochbuch hielt deshalb nicht so viele überraschend neue Rezepte für mich bereit, wie ich mir erhofft hätte, was mich leider etwas enttäuscht hat.

Fazit:

"Meal Prep" ist eine praktische Hilfe für all diejenigen, die mehrere Portionen einer Mahlzeit zubereiten wollen, um sie später mit auf die Arbeit zu nehmen. Trotz der ansprechenden Idee, konnten mich die Rezepte leider nicht vollends überzeugen. Viele Mahlzeiten daraus waren mir bereits bekannt und auch geschmacklich konnte mich nur eines von drei nachgekochten Mahlzeiten richtig vom Hocker hauen. Ein weiterer Minuspunkt war auch der Umstand, dass die Früchte und das Gemüse aus den meisten Rezepten erst im Sommer erntereif ist, was die Auswahl für mich sehr eingeschränkt hat. Für absolute Kochanfänger die erste Inspirationen für "Meal-Prep"-Mahlzeiten suchen, kann ich dieses Buch empfehlen. Für regelmässige Hobbyköche (wie mich), hält das Kochbuch leider wenig Neues bereit, deshalb gibt es von mir durchschnittliche 3 Sterne.
4 Kommentare
(© Argon Verlag)

Die Mitternachtsbibliothek*
von Matt Haig
Gelesen von Annette Frier

Bewertung: ★★★★★

Contemporary Fiction, Magical Realism, Audiobook 
Spieldauer:  6 Stunden 44 Minuten
Erscheinungsdatum: 01. Februar 2021

Verlag: Argon

* Gehört auf audioteka.com/de [Werbung]. Das erste Hörbuch ist gratis.

Inhaltsangabe:
Stell dir vor, auf dem Weg ins Jenseits gäbe es eine riesige Bibliothek, gesäumt mit all den Leben, die du hättest führen können. Buch für Buch gefüllt mit den Wegen, die deiner hätten sein können. Hier findet sich Nora Seed wieder, nachdem sie aus lauter Verzweiflung beschlossen hat, sich das Leben zu nehmen. An diesem Ort, an dem die Uhrzeiger immer auf Mitternacht stehen, eröffnet sich für Nora plötzlich die Möglichkeit herauszufinden, was passiert wäre, wenn sie sich anders entschieden hätte. Jedes Buch in der Mitternachtsbibliothek bringt sie in ein anderes Leben, in eine andere Welt, in der sie sich zurechtfinden muss. Aber kann man in einem anderen Leben glücklich werden, wenn man weiß, dass es nicht das eigene ist?

Meine Meinung:

Das Buch hat einen sehr ernsten und dramatischen Einstieg, denn just, nachdem wir Protagonistin Nora kennenlernen, versucht sie ihr Leben zu beenden und landet dadurch in der Mitternachtsbibliothek, in der ihr die Chance gewährt wird, einen Einblick in Bücher zu bekommen, die ihr aufzeigen, wie ihr Leben verlaufen wäre, wenn sie in der Vergangenheit andere Entscheidungen getroffen hätte. Und dadurch erhält sie die Möglichkeit, endlich Antworten auf die von vielen Menschen häufig gestellte Frage "Was wäre, wenn..." zu erhalten.

Bereits ab diesem Punkt hatte mich Haig mit seiner wundervollen Ideen voll und ganz gepackt, denn ich denke alle von uns, haben sich schon mal Gedanken darüber gemacht, wie ihr Leben wohl verlaufen wäre, wenn sie bestimmte Dinge anders gemacht hätten. Und genau mit diesem Thema befasst sich dieses Buch. Wir begleiten Nora dabei, wie sie in verschiedene Verläufe ihres Lebens abtaucht und herausfindet, wie es ihr jetzt ergehen würde, wenn sie damals beispielsweise in ihrer Band geblieben wäre, sich nicht von ihrem Freund getrennt hätte oder ihre Sportlerkarriere ehrgeiziger verfolgt hätte. Die Erkenntnis aus diesen Reisen in die Bücher ihres Lebens ist am Ende nahezu jedes Mal ernüchternd, denn Nora muss einsehen, dass eine einzige Entscheidung alleine in den meisten Fällen nicht dazu geführt hätte, dass sie heute glücklicher wäre.

Ich habe gelesen, dass Haig selbst auch an Depressionen leidet und hatte dadurch den Eindruck, dass es ihm sehr gut gelungen ist, den psychischen Leidensdruck von Nora auf authentische Art und Weise darzustellen, der letztendlich auch zu ihrem Suizidversuch geführt hat. Es war beeindruckend, wie sensibel und realitätsgetreu es ihm gelungen ist, das Thema Depression abzubilden. Ich habe Nora wirklich sehr schnell in mein Herz geschlossen und fand es sehr bereichernd, Einblicke in ihre verschiedenen Lebensentwürfe zu bekommen.

Was mich sehr positiv überrascht hat, war der wundervolle Schluss des Buches, der in meinen Augen absolut perfekt gewesen war und das Fazit aus Noras Erfahrungen mit der Mitternachtsbibliothek perfekt abgerundet und zusammengefasst hat. Ich hatte die Befürchtung, dass wir mit einer pseudophilosophischen Weisheit abgefertigt werden, aber stattdessen fand ich die Noras Erkenntnis am Ende des Buches einfach wunderschön. Die Botschaft vermittelt Hoffnung, ohne den Anspruch zu haben, dass Depressionen damit wie weggeblasen sind - denn so einfach ist das leider nicht. Und ich fand es gut, dass Haig das Ende deshalb auch nicht unrealistisch kitschig gestaltet hat. Ein wirklich gelungener, runder Abschluss für eine wundervolle Reise in Noras Leben.

Annette Frier als Sprecherin hat mir auch sehr gut gefallen. Ich kannte sie bisher nur als Comedian und war überrascht, welche angenehme Stimme und Erzählweise sie hat. Für mich war sie die perfekte Wahl, um Noras Geschichte zu erzählen.

Fazit:

Die Mitternachtsbibliothek war für mich eines meiner Jahreshighlights. Das Buch setzt sich mit der grossen Frage: "Was wäre, wenn..." auseinander und lässt uns daran teilhaben, wie Protagonistin Nora genau diese Frage beantwortet bekommt, nachdem sie den Versuch unternommen hat, ihrem Leben ein Ende zu setzen. Eine wundervolle Idee, die gut umgesetzt wurde und einen zum Nachdenken anregt. Das Buch wird mit einer wundervollen und hoffnungsvollen Erkenntnis der Protagonistin abgeschlossen, die die Geschichte für mich perfekt abgerundet hat. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung und 5 Sterne für diese magische Reise in die Mitternachtsbibliothek.
10 Kommentare
(© Heyne)

Das Mädchen und der Winterkönig* (The Winternight Trilogy #2)
von Katherine Arden

Bewertung: ★★☆☆☆

Fantasy, 480 Seiten
Erscheinungsdatum: 09. November 2020
Verlag: Heyne
*Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Heyne Verlag.


Inhaltsangabe:
Wasja hat es geschafft: Sie hat ihr Zuhause vor dem Untergang bewahrt, indem sie einen Pakt mit Väterchen Frost einging. Doch jeder Pakt hat seinen Preis, und nun muss Wasja bitter für die Hilfe des Winterdämons bezahlen. Als Hexe verschrien, wird sie aus dem Dorf gejagt und durchstreift fortan in Männerkleidung das riesige Zarenreich. Immer an ihrer Seite ist ihr geliebter Hengst Solowej, der schneller ist als der Wind. Als Wasja eines Tages eine berühmt-berüchtigte Räuberbande in die Flucht schlägt, ruft sie der Prinz an den Hof nach Moskau, wo sie als Held gefeiert wird. Schnell wird Wasja – dank der Ratschläge des Winterdämons – zur engsten Vertrauten des Prinzen. Doch niemand am Hof darf je erfahren, dass der tapfere Kämpfer aus dem klirrend kalten Norden eigentlich eine junge Frau ist ...

Meine Meinung:

"Das Mädchen und der Winterkönig" ist der zweite Teil der Winternight Trilogie und nachdem mich der erste Band mit magischen Wesen im alten Russland sehr verzaubern konnte, war ich gespannt, wie Wasjas Geschichte weitergeht.

Die Handlung des zweiten Bandes setzt nahtlos an den Ereignissen aus dem Vorgänger an und Wasja ist nun eine junge Erwachsene, die sich nach dem grossen Showdown aus dem Vorgänger, auf die Reise zu ihren Geschwistern in Moskau begibt, die noch nichts von all dem ahnen, was sich in ihrer Heimat abgespielt hat. Doch natürlich verläuft wieder mal nicht alles so, wie Wasja es sich vorgestellt hat und sie stolpert von einem Abenteuer ins nächste.

Obwohl mir der erste Band sehr gut gefallen hat, konnte diese Fortsetzung bei mir leider nicht ganz zünden. Ich kann nicht genau mit dem Finger darauf deuten, aber dieses Mal hat mir das gewisse Etwas gefehlt. Ich konnte leider weder zu Wasja, noch zu ihren Geschwistern - die in diesem Buch eine grössere Rolle als im Vorgänger zugeteilt bekommen - einen Zugang finden und hatte den Eindruck, dass der Plot die meiste Zeit über vor sich hin plätschert. Es wollte zu keinem Zeitpunkt wirklich Spannung aufkommen. Was mir ganz besonders gefehlt hat, war die Magie, die den ersten Band zu etwas Besonderem gemacht hat. Ich hatte den Eindruck, dass die magischen Wesen hier nur noch eine untergeordnete Rolle gespielt haben, was die Geschichte sehr gewöhnlich gemacht hat.
Obwohl viele der Charaktere bereits im ersten Band erwähnt wurden, hat sich dieses Buch insgesamt nicht wie eine Fortsetzung angefühlt, sondern eher wie eine ganz andere, neue Geschichte, die sich auch unabhängig vom ersten Band lesen lässt.

Leider hat die fehlende Spannung zu einem immer grösser werdenden Desinteresse bei mir geführt und nachdem ich mich immer wieder dazu zwingen musste, weiterzulesen, habe ich die zweite Hälfte nur noch quer gelesen. Den dritten Band werde ich nicht mehr lesen, dafür werde ich den ersten Band als "Standalone" positiv in Erinnerung behalten.

Fazit:

Obwohl "Das Mädchen und der Winterkönig" nahtlos an die Ereignisse aus seinem Vorgänger ansetzt, hat für mich der ganze Zauber aus dem ersten Band gefehlt. Zwar spielt Wasja nach wie vor als Protagonistin eine grosse Rolle in der Fortsetzung, aber trotzdem hat sich das Lesefeeling ganz anders, als im ersten Band angefühlt. Bei mir wollt einfach keine Spannung aufkommen und ich hatte den Eindruck, dass die Handlung träge vor sich hin plätschert. Irgendwann habe ich aufgegeben und das Buch nur noch quergelesen. Schade, aber leider eine Fortsetzung, die es in meinen Augen nicht gebraucht hätte und deshalb nur 2 Sterne von mir bekommt. Für mich hätte der Vorgänger als Einzelband funktioniert und auch ausgereicht.
4 Kommentare
(© Bloomsbury YA)

A Vow So Bold and Deadly (Cursebreakers #3)
von Brigid Kemmerer

Bewertung: ★★★☆☆

YA Fantasy, 415 Seiten
Erscheinungsdatum: 26. Januar 2021
Verlag: Bloomsbury YA


Inhaltsangabe:
Emberfall zerfällt zusehends, gespalten zwischen denen, die glauben, dass Rhen der rechtmässige Prinz ist, und denen, die unbedingt eine neue Ära unter Grey, dem wahren Erben, einläuten wollen. Grey hat zugestimmt, zwei Monate zu warten, bevor er Emberfall angreift, und in dieser Zeit hat sich Rhen von allen abgewendet - sogar von Harper, die verzweifelt versucht, ihm zu helfen, einen Weg zum Frieden zu finden.

Währenddessen kämpft Lia Mara darum, Syhl Shallow auf eine freundlichere Art zu regieren, als ihre Mutter vor ihr getan hat. Aber nachdem sie Jahrzehnte des Friedens genossen hat, nachdem die Magie aus ihrem Land vertrieben wurde, sind einige ihrer Untertanen verärgert, dass Lia Mara einen Prinzen mit magischen Fähigkeiten und einen verzauberten Scraver an ihrer Seite hat. Als Greys Frist näher rückt, fragt sich Lia Mara, ob sie die Königin sein kann, die ihr Land braucht.

Und während Rhen und Greys Gefolgsleute auf einen Kampf zusteuern, kehrt ausgerechnet ein alter Feind zurück, der eine grosse Gefahr für alle darstellt... 

Meine Meinung:

"A Vow So Bold and Deadly" ist der dritte Band der Cursebreaker-Reihe, die in Kürze auch auf Deutsch beim cbj-Verlag erscheinen wird. Nachdem mich der erste Band vollends begeistert hatte, folgte mit dem zweiten Band eine ernüchternde Enttäuschung, sodass ich gespannt war, wie es mir mit dem dritten Band ergehen würde.

Der dritte Band setzt nahtlos an die Ereignisse aus seinem Vorgänger an und Grey und Rhen befinden sich in einer Art zweimonatiger Waffenruhe, die Grey seinem Bruder gewährt hat, in der Hoffnung, dass sie eine friedliche Übereinkunft über die Zukunft von Emberfall treffen können. Rhen, der seit dem letzten Band wie verändert wirkt, hält natürlich nichts davon und bereitet sich klammheimlich auf einen Angriff auf Syhl Shallow vor, um sein Königreich bis zum bitteren Ende zu verteidigen. Doch der drohende Kampf mit seinem einstigen Begleiter ist nicht die einzige Gefahr, die in Emberfall lauert, denn noch immer treibt Lilith ihr Unwesen in Rhens Schloss und sorgt für Angst und Schrecken.

Im Vergleich zum Vorgänger, bekommen wir endlich wieder Harper und Rhens Perspektiven zu lesen, die im zweiten Band fast gänzlich gefehlt haben und insbesondere Rhens plötzlicher Sinneswandel dadurch schwer nachvollziehbar gemacht haben. Besonders bei Harpers Kapiteln habe ich gemerkt, wie sehr sie mir als Protagonistin gefehlt hat und wie sehr sie die ganze Geschichte als kämpferische junge Frau tragen kann. Rhen dagegen war mir nach seinen schrecklichen Taten im letzten Band leider immer noch unsympathisch, auch wenn die Autorin hier versucht, einige Geschehnisse durch nachträgliche Erklärungen aufzuweichen. Das führt zwar dazu, dass man Rhens Handlungen aus seiner Sicht etwas besser verstehen kann, aber seinen plötzlichen Sinneswandel macht es in meinen Augen trotzdem nicht nachvollziehbar - und schon gar nicht verzeihbar! Auch wenn er sich bemüht, die Wogen zu Harper zu glätten. Leider hat er damit ziemlich schnell Erfolg und zu meiner Überraschung und auch Enttäuschung, knickt Harper ziemlich schnell ein und verzeiht ihrem Liebsten seine Taten.

Meine Abneigung gegenüber Lia Mara und insbesondere ihrer sehr langatmigen und für mich uninteressanten Kapitel habe ich ja bereits im zweiten Band zum Ausdruck gebracht und das hat sich hier leider nicht geändert. Ich konnte auch hier die Instaliebe zwischen ihr und Grey nicht nachempfinden und habe bis zuletzt keine Gefühle zwischen den beiden gespürt, was die ganze Beziehung für mich total konstruiert hat erscheinen lassen. Ich war also auch in diesem Buch kein Fan von Lia Mara oder ihrer Beziehung zu Grey.

Das Pacing in diesem Buch war sehr abwechslungsreich. Eher langatmige Passagen wechseln sich mit plötzlichen Plot Twists ab und gerade in der Mitte des Buches, gibt es ein überraschendes Blutvergiessen, das mich richtig schockiert hat und mich durch die ganze Action begeistern konnte. Ich hatte die Hoffnung, dass das Buch auf diesem Niveau weitergeht, aber leider ist meine Begeisterung im Schlussteil wieder abgeflaut, nachdem der grosse Showdown gar nicht so gross wie erwartet war und lose Handlungsstränge sehr abrupt und schnell abgehandelt wurden. Für mich hat dieser verwirrende Spannungsbogen, der nicht aufbauend, sondern eher von Hochs und Tiefs geprägt war, leider nicht ganz funktioniert.

Insgesamt war der Schluss okay, aber für mich dennoch nicht ganz zufriedenstellend. Ich hatte mir nach dem sehr enttäuschenden Mittelband erhofft, dass wir in diesem Buch viel mehr Antworten auf Fragen bekommen, die sich im Vorgänger aufgrund grosser Veränderungen einiger Charaktere ergeben haben und dadurch ein "Aha!" Effekt entsteht. Das ist aber leider ausgeblieben und nach dem sehr starken Reihenauftakt muss ich feststellen, dass der weitere Handlungsverlauf nicht so durchdacht gewirkt hat, wie ich es mir erhofft hätte. Die Reihe hätte vielmehr Potenzial gehabt, das meiner Meinung nicht ausgenutzt wurde.

Fazit:

"A Vow So Bold and Deadly" ist der finale Band der Cursebreaker-Reihe, der zwar etwas besser als sein sehr enttäuschender Vorgänger ist, aber mich dennoch nicht von den Socken hauen konnte. Es sind meiner Meinung nach viele Charaktere zu kurz gekommen und zu viele Fragen ungeklärt geblieben. Dieser Abschlussband hat seinen spannenden Höhepunkt bereits in der Mitte des Buches, lässt dann aber wieder stark nach und endet in einem eher schwachen Schluss. Von mir gibt es deshalb 3 durchschnittliche Sterne.
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(© cbj audio)

Sophies Welt*
von Jostein Gaarder
Gelesen von Katharina Thalbach

Bewertung: ★★☆☆☆

YA Fiction, Audiobook 
Spieldauer:  9 Stunden 18 Minuten
Erscheinungsdatum: 28. September 2010

Verlag: cbj audio

* Gehört auf audioteka.com/de [Werbung]. Das erste Hörbuch ist gratis.

Inhaltsangabe:
Zwei anonyme Briefe findet die 14-Jährige Sofie in ihrem Briefkasten. In beiden steht nur ein Satz: "Wer bist du?" und "Woher kommt die Welt?" So beginnt Sofies abenteuerliche Zeitreise durch die Jahrtausende der Philosophie. Doch: Wer gibt ihr eigentlich diesen Fernkurs in Philosophie und bringt damit ihren Alltag durcheinander? Und wer ist dieser UN-Major, der seiner Tochter Hilde Geburtstagskarten an Sofies Adresse schreibt? Können Sokrates und Platon dies erklären ...? Sofie entdeckt staunend Galileis Gesetz der Schwerkraft und versucht, mit Hilfe des Computerprogramms Laila den UN-Major ausfindig zu machen, der immer dreister in Sofies Wirklichkeit eingreift. Wer ist Hilde, wer ist sie selbst? Ist Sofie Hilde? - Kurz vor ihrem und Hildes Geburtstag spitzen sich die Ereignisse zu. Zwischen Kant, Hegel und Marx sinnt Sofie darüber nach, wie sie den Major austricksen kann. Da kommt Hilde zu Hilfe ...

Meine Meinung:

Ich wusste bereits von vornherein, dass dieses Buch keine leichte Kost wird und mich eine Einführung in die Geschichte der Philosophie erwarten würde, weil ich von dem Buch zum ersten Mal im Philosophie-Grundkurs während meiner Schulzeit gehört habe. Nun stand es auf meinem "Scratch Off" Buchposter mit 100 Büchern, die ich lesen soll, um das entsprechende Feld frei zu rubbeln und  dadurch musste mich wohl oder über diesem Philosophie-Wälzer stellen. Ich habe mich ganz bewusst für die gekürzte Hörbuchversion entschieden, da die bereits lang genug war.

Ich hatte die offizielle Inhaltsangabe vor Beginn des Hörbuchs nicht gelesen, muss nun aber sagen, dass ich sie etwas irreführend finde. Sie macht den Eindruck, als würde der Fokus des Buches auf einer fiktiven Geschichte rund um die 14-jährige Protagonistin Sofie liegen, die ihr Philosophie-Wissen nutzt, um ein Rätsel zu lösen. In Wahrheit liest sich das Buch aber ganz anders, denn Sofie und die ominösen Briefe sind eher eine Randgeschichte, die dem Plot ein wenig Struktur geben, der Fokus liegt aber vielmehr auf einer sachlichen Aneinanderreihung über das Leben oder die Taten berühmter Philosophen - und im späteren Verlauf auch über geschichtsträchtiger Persönlichkeiten anderer Berufsfelder. Und dieses Wissen wird über die Briefe vermittelt, die Sofie jeweils erhält.

Da man über jeden dieser berühmten Philosophen allein vermutlich bereits problemlos ein einzelnes Buch füllen könnte, muss sich der Autor in seinem Buch natürlich auf die wichtigsten Eckpunkte beschränken. Doch gerade das führt dazu, dass man vor allem Dinge erfährt, die mir bereits bekannt waren, da vieles davon zum Allgemeinwissen gehört (zum Beispiel Sokrates Vorliebe, seine Mitmenschen auf dem Marktplatz mit gezielten Fragen zum Nachdenken anzuregen oder sein Tod durch den Schierlingsbecher - um mit einem Philosophen exemplarisch aufzuzeigen, was ich meine). Für Kinder und Jugendliche könnte das Buch noch die einen oder anderen interessanten Fakten bereithalten, die man vielleicht mal für ein Quiz oder ein Kreuzworträtsel nutzen kann, aber für mich als Erwachsene war leider wenig Neues dabei. Hinzu kommt, dass so viele unterschiedliche Philosophen, Wissenschaftler und andere berühmte Persönlichkeiten vorgestellt werden, dass ich mich durch dieses Runterratern von Fakten erschlagen gefühlt habe und ich stark anzweifle, dass letztendlich viel Wissen hängenbleibt (abgesehen natürlich von den Dingen, die man eh schon wusste.)

Insgesamt muss ich sagen, dass das Buch nicht gut gealtert ist und es spätestens durch das Internet und der ständige Zugang zu Online-Lexika wie Wikipedia, überflüssig geworden ist. Es mag Anfang der 1990er Jahre interessant gewesen sein, eine Übersicht über die wichtigsten Philosophen aus der Geschichte zu erhalten, nur funktioniert das Buch für mich als fiktionale Geschichte nicht, aber ein Nachschlagewerk ist es wiederum auch nicht. Es ist dadurch nichts Halbes und nichts Ganzes.

Irgendwann habe ich gedanklich während dem Zuhören abgehängt und nur noch mit halbem Ohr zugehört, denn so viele Infos auf einmal konnte ich nicht aufnehmen. Ich habe das Buch deshalb auch immer häppchenweise zum Einschlafen gehört. Richtig fesseln konnte mich Sofies Handlungsstrang um ihren Vater nicht, und je länger die Geschichte gedauert hat, desto grösser ist mein Desinteresse geworden. Zumal ich einige "Fakten" auch überholt gefunden habe und ich zum Beispiel die Darstellung von Sigmund Freud selbst zum Zeitpunkt der 90er Jahre überhaupt nicht mehr adäquat oder zeitgemäss finde, um das Feld der Psychologie vorzustellen. Da gab es einige andere Psychologen, wie zum Beispiel B.F. Skinner, der weitaus wissenschaftlicher vorgegangen ist und dessen Befunde selbst heute noch Bestand haben. 

Wer mehr über Philosophen aus der Antike erfahren will, dem empfehle ich sich einfach Wikipedia-Artikel durchzulesen. Das kostet weitaus weniger Zeit, man kann gezielt nach den Informationen und Personen suchen, die einen interessieren und man kann die Menge an Wissen selbst dosieren. ;)

Fazit:

Das Buch ist weniger Fiktion, als vielmehr eine trockene Aneinanderreihung einiger ausgewählter, bekannter Menschen aus der Geschichte der Philosophie, die einem "Crash-Kurs für Philosophie-Einsteiger:innen" gleichkommt. Das mag Anfang der 1990er interessant gewesen sein (als das Buch ursprünglich erschienen ist), aber zu Zeiten des Internets (und Wikipedia) ist das (Hör-)Buch obsolet geworden. Die Randgeschichte rund um Sofie geht leider durch die Masse an Wissensvermittlung unter, sodass ich weder vom Wissensteil, noch von der fiktionalen Erzählung abgeholt werden konnte.
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Die Aktion "Cover Theme Day" wird von Mel Bücherwurm durchgeführt. Es geht darum, wöchentlich ein Cover vorzustellen, das zu einem bestimmten, vorgegebenen Thema passt.

Diese Woche lautet die Aufgabe:

Zeige ein Cover, dessen Hauptfarbe(n) aus mindestens zwei Pastelltönen besteht

Dazu habe ich Lieber jetzt als irgendwann von Lauren Graham ausgewählt.

(© Fischer TB)

Inhaltsangabe:

Franny Banks ist zwar ein bisschen chaotisch, aber vor allem witzig, charmant und klug – eigentlich müsste sie alle ihre Ziele erreichen können:

- Schauspielerin werden
- den Durchbruch schaffen
- Mann fürs Leben finden

Für den Notfall hat sie trotzdem einen Plan B:

- langjährigen Freund Clark heiraten
- Englisch-Lehrerin werden
- in einen Vorort ziehen

Doch ihr „Ultimatum zur Traumverwirklichung“ von drei Jahren läuft bald ab. Als sich herausstellt, dass sogar Plan B geplatzt ist, lautet Frannys Motto deshalb: Lieber jetzt als irgendwann.


Wie gefällt euch das Cover? Ihr dürft mir gerne einen Kommentar hinterlassen.


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(© Heyne)

Tor der Dämmerung (Unsterblich #1)
von Julie Kagawa

Bewertung: ★★★★☆

YA Paranormal, 609 Seiten
Erscheinungsdatum: 10. Juni 2013
Verlag: Heyne


Inhaltsangabe:
Grenzen, Mauern und Verbote gehören zum Alltag der 17-jährigen Allison, seit sie denken kann. Denn sie wächst in einer Stadt auf, in der die Menschen von den Vampiren regiert werden, grausamen Fürsten der Nacht. Sie haben sich eine Luxuscity errichtet und lassen ihre Gefangenen, die ihnen regelmäßig Blutzoll schulden, für sich schuften. Jeder kleinste Verstoß gegen die Regeln wird geahndet, und Allison erfährt schon früh, dass ihr Leben nicht viel wert ist. Als sie vor die Wahl gestellt wird, zu sterben oder ihren Unterdrückern gleich zu werden, entscheidet sie sich für den Weg der Unsterblichkeit – und hofft, nun endlich unangreifbar zu sein. Doch vor den Toren der festungsartig abgeriegelten Stadt lauert etwas, vor dem sich sogar die Vampire fürchten …

Meine Meinung:

An dieses Buch hatte ich ehrlich gesagt gar keine Erwartungen (mehr), nachdem ich bereits zwei Bücher der Autorin gelesen habe und beide eine Enttäuschung für mich waren. Dieses Buch habe ich auch bloss gelesen, weil es noch eine SuB-Leiche aus 2014 war, und ich es für die gleichnamige Lesechallenge lesen sollte. Ehrlicherweise bin ich davon ausgegangen, dass es mein letztes Buch von Kagawa wird. Doch dann wurde ich eines Besseren belehrt!

Die Handlung des Buches würde ich als eine Mischung aus True Blood und The Walking Dead beschreiben, und ein klein wenig hat sie mich auch an die Kinderserie The Tribe erinnert. Alles drei Serien, die ich wahnsinnig toll finde (oder gefunden habe). Das Buch ist in vier Teile unterteilt, wobei sich jeder Teil wie ein Akt eines Theaterstücks liest und einen anderen Handlungsschwerpunkt hat. Das hat mir sehr gut gefallen, denn es hat nicht nur für Abwechslung, sondern auch für einige überraschende Wendungen gesorgt

Die Protagonistin im Buch ist Allie, eine 17-jährige Teenagerin mit asiatischer Herkunft. Ein Pluspunkt gibt es also schon mal für Diversity, denn ich lese leider viel zu selten Young Adult Bücher, mit POC als Hauptcharaktere.
Zu Beginn des Buches ist Allie noch Teil einer Gruppe von Jugendlichen, die in einer Vampirstadt ums Überleben kämpfen. In der Stadt lauert nicht nur eine Gefahr durch Vampire, sondern auch durch Verseuchte, die man ehesten mit Zombies vergleichen könnte. Eines Nachts macht sie sich mit ihren Gefährten auf die Suche nach einem Lager voller Essen, doch ihr Beutezug geht schief und die Gruppe wird von Verseuchten überfallen. Diesen Angriff haben - zu meiner grossen Überraschung - nur die Wenigsten überlebt, und als Leser:in muss man sich sehr schnell von einigen Charakteren verabschieden, die man gerade erst kennengelernt hatte. 
Spätestens ab diesem Zeitpunkt hatte die Autorin mein Interesse geweckt, denn von Young Adult Reihen bin ich es eigentlich nicht gewohnt, dass die Charaktere wie die Fliegen sterben, eher im Gegenteil: Manchmal habe ich den Eindruck, dass man nie wirklich um das Leben der Charaktere in diesem Genre fürchten muss, weil immer alles gut ausgeht. Das war hier definitiv anders und hat mich sehr beeindruckend, denn dadurch habe ich gemerkt, dass es sich nicht um eine 0815 YA Geschichte handelt und Kagawa einen viel brutaleren und düsteren Ton anschlägt.

Wie man bereits aus der offiziellen Inhaltsangabe entnehmen kann, steht auch Allies Leben nach diesem blutigen Überfall auf der Kippe und sie hat nur eine Chance, um nicht zu sterben: Sie muss selbst zu einem Vampir werden. Und diese Entscheidung bringt die weitere Handlung erst ins Rollen. Nachdem sie in die Welt der Vampire eingeführt wurde, muss sie sehr bald aus der Stadt flüchten und die Story nimmt wiederum eine ganz neue Richtung ein. Bei ihrer Flucht stösst Allie auf eine Art religiösen Kult, angeführt von Jeb und seinem Ziehsohn Zeke. Die Gruppe ist auf der Suche nach Eden - einem Ort, das dem biblischen Paradies ähneln und Schutz und Sicherheit für die Gruppe bieten soll. Getarnt als Mensch mischt sich Allie unter der Gruppe, auch wenn sie weiss, dass ihre wahre Identität als Vampir jederzeit auffliegen könnte...

Und an dieser Stelle möchte ich nicht mehr verraten, denn der Grossteil des Buches fokussiert sich auf ebendiesen religiösen Kult und die vielen Gefahren, die in der Welt der Vampire und Verseuchten lauern. Durch diese Gruppe lernt man etliche Nebencharaktere kennen, die ich gar nicht alle namentlich erwähnen möchte. Es ist von jung bis alt jedoch alles dabei und auch ein Mädchen, dem Allie ein Dorn im Auge ist, und die für jede Menge Zickereien sorgt. Eine besondere Rolle nimmt vor allem Zeke ein, mit dem Allie die meiste Zeit verbringt. Doch wer hier eine kitschige Liebesgeschichte erwartet, den muss ich enttäuschen. Kagawa bedient sich tatsächlich auch hier nicht dem gängigen YA Klischees und verzichtet auf eine Instaliebe, die ich ehrlich gesagt schon einmal früher in der Geschichte erwartet hätte. Neben diesen Charakteren gibt es auch einen Gegenspieler, der eine Bedrohung für die Gruppe darstellt und für Angst und Schrecken bei den einzelnen Gruppenmitgliedern sorgt. Insgesamt gibt es also eine Vielzahl an unterschiedlichen Charakteren, die alle (mehr oder weniger) eine wichtige Rolle in der Handlung spielen und durch ihre individuellen Stärken und Schwächen gut ausgearbeitet wurden.

Kagawas Schreibstil ist vor allem am Anfang sehr temporeich, actiongeladen und fesselnd. Im späteren Verlauf wird das Tempo leider etwas gedrosselt, was auch zu meinem einzigen Kritikpunkt führt: Allies Reise mit diesem religiösen Kult war für meinen Geschmack etwas zu langgezogen und hat dadurch zu einem Spannungsabfall geführt. Das Buch wirkt insgesamt ein kleines bisschen zu lang und hätte aus meiner Sicht gut 100 Seiten gekürzt und dafür auch in der zweiten Hälfte packender erzählt werden können.
Der Schluss endet dann aber in einem sehr actiongeladenen und rasanten Showdown und ein fieser Cliffhanger führt dazu, dass man nicht anders kann, als die Fortsetzung zu lesen. Damit hat Kagawa dieses eine Mal fast alles richtig gemacht.

Fazit:

"Tor der Dämmerung" ist der Reihenauftakt einer Young Adult Paranormal Reihe, in denen nicht nur Vampire, sondern auch Verseuchte eine Rolle spielen und die Menschen in ständiger Angst vor diesen Gefahren leben. Die Idee hat mich an eine Mischung aus "The Walking Dead" und "True Blood" erinnert, was mir ausgesprochen gut gefallen hat. Vor allem der temporeiche, actiongeladene und blutige Anfang des Buches haben mich für ein YA Buch positiv überrascht. Leider wird das Erzähltempo im weiteren Verlauf entschleunigt, sodass sich vor allem die zweite Buchhälfte stellenweise etwas langgezogen liest. Alles in allem hat mich Kagawa mit diesem doch insgesamt fesselnden Reihenauftakt mit überraschenden Wendungen überzeugt und das Buch bekommt von mir 4 Sterne.
8 Kommentare

Neuerscheinungen im März 2021

Obwohl ich mich in diesem Jahr bei den Neuerscheinungen zurückhalten möchte und ich mich mehr meinem SuB-Abbau widmen möchte, werde ich natürlich trotzdem weiterhin in den Neuerscheinungen stöbern und die Bücher für euch herauspicken, die für mich interessant klingen. Nur weil ich mich zurückhalte, müsst ihr das schliesslich nicht auch tun. :D Hier also eine kleine Auswahl, die interessant klingt:


(© ivi)

A Whisper of Stars - Tami Fischer

Liv wünscht sich nichts sehnlicher, als ihrem Leben auf Hawaiki zu entfliehen. Weder sie noch ihr bester Freund Finn glauben noch an die Legenden über mythische Götter und Ahnengeister, die man sich an den rauen schwarzen Küsten seit Anbeginn erzählt. Doch als am Tag des Sternenfestes nicht nur ein Fremder auf der Insel auftaucht, sondern plötzlich uralte Kräfte zum Leben erwachen, beginnt für Liv und Finn ein Wettlauf gegen die Zeit. Eine Reise ins Ungewisse, ohne Zurück. Ein erbarmungsloser Jäger. Und eine gefährliche Liebe, die Livs Herz höher schlagen lässt als je zuvor ...
 



(© Eden Books)

Sie müssen da nicht allein durch! -  Prof. Martin Rauh-Köpsel

Wir alle fühlen uns manchmal hilflos, traurig und antriebslos. Wir können nicht schlafen, haben Ängste oder sogar Panik. Suchen wir dann Hilfe in einer Therapie, wissen wir selten, was auf uns zukommt. Martin Rauh-Köpsel ist Psychotherapeut – aber kein gewöhnlicher. Er gewährt uns Einblick in seine Praxis, wo er seit vielen Jahren mit ganz unterschiedlichen Methoden an den Problemen seiner Patient*innen arbeitet und sich dabei nicht scheut, über die Grenzen der etablierten Therapieformen hinauszugehen. So klettert er mit einer verzweifelten Frau über sämtliche Möbel seiner Praxis, um ihr verlorenes Lachen wiederzufinden – mit Erfolg. Er lädt die besten Freunde eines Patienten ein, um mit ihnen gemeinsam eine dramatische Erinnerung zu reinszenieren, die ihn über Jahrzehnte emotional blockiert hatte. Martin Rauh-Köpsel ist ein Experte für Psychodrama und andere kreative Lösungen, die er gemeinsam mit seinen Klient*innen findet. Zusammen mit der Autorin Manuela Runge hat er tiefberührende, tragische, verblüffende sowie äußerst skurrile Geschichten aus 25 Jahren Praxis aufgeschrieben.


(© cbt)

Jene Nacht ist unser Schatten - Amy Glines

Jess und Lucas haben eine traurige Gemeinsamkeit – in der gleichen Nacht, im gleichen Kino sind ihre Brüder bei einer Massenschießerei einen sinnlosen Tod gestorben. Während Lucas ein Jahr später versucht, seinen Schuldgefühlen ebenso gerecht zu werden wie seinen überbehütenden Eltern, fühlt Jess sich von ihrer depressiven Mutter komplett allein gelassen.

Als Jess und Lucas sich begegnen, ist der bodenlose Schmerz wieder spürbar, aber auch, dass aus ihrer Freundschaft mehr werden könnte. Doch haben sie als Überlebende überhaupt ein Recht auf Liebe und Glück?



(© Goldmann)

Abschied von Hermine - Jasmin Schreiber

Wir müssen alle sterben. Du, ich, die Tiere im Wald, die Pflanze auf dem Fensterbrett im Büro: Früher oder später sind wir alle dran. Zieht der Tod in unser Leben ein, bringt er Schmerz mit und hinterlässt Lücken in unseren Reihen und Herzen. Er ruft Emotionen wie Wut und Ohnmacht hervor, wir fühlen uns ungerecht behandelt, sind schockiert – und es tut einfach so weh. Oft denken wir dann: »Scheiß Tod, wieso gibt es diesen Mist überhaupt, wieso können wir nicht ewig leben, es ist so unfair, was soll das, und: wieso, wieso, wieso?« Bei dieser Frage setzen wir an, denn als Biologin gehe ich den Dingen gerne auf den Grund. Gemeinsam nehmen wir in diesem Buch dem großen, schweren Thema den Schrecken und ergründen, was Leben ist und wieso es den Tod überhaupt gibt (und geben muss). Wir schauen uns an, wo in unserem Körper im Kleinen täglich vor sich hingestorben wird, und richten dann den Blick nach außen: In der Tiefsee begegnen wir einer unsterblichen Qualle, im Gebirge sammeln wir Kiefernzapfen von uralten Bäumen. Was bedeutet es eigentlich, zu altern? Was bedeutet es, zu sterben? Am Beispiel meines verstorbenen Hamsters Hermine erfahren wir außerdem, was passiert, wenn ein Körper verwest. Und wieso dieser Prozess auch Chancen birgt – für andere.Das Leben der angehenden Journalistin Pamina Candela gerät völlig aus den Fugen, nachdem sie in der U-Bahn mit einem jungen Mann zusammenstößt. Wer ist dieser Typ? Und warum verfolgt er sie? Doch das ist nur der Beginn eines Abenteuers, von dem sie nicht einmal zu träumen gewagt hätte. Fabelwesen sind real und sie muss sich schnell damit arrangieren, denn alles Leben wird von dem Erzdämonen Abaddon bedroht und nur eine Allianz aus Fabelwesen des Lichtes und der Dunkelheit kann den Untergang der Welt verhindern.


(© ivi)

Coral & Pearl: Die Krone des Meeres - Mara Rutherford

Seit Generationen heiraten die Prinzen von Ilara das schönste Mädchen der abgelegenen Insel Varenia. Alle Mädchen träumen davon, als Prinzessin Ilaras auserwählt zu werden, auch die siebzehnjährige Nor. Nor vermutet, dass ihre hübschere Zwillingsschwester Zadie den Kronprinzen heiraten wird, während sie selbst auf der Insel zurückbleiben muss. Als sich Zadie allerdings bei einem Tauchgang im Meer verletzt, wird Nor an ihrer Stelle nach Ilara geschickt. Dort trifft sie nicht nur auf ihren zukünftigen Ehemann, den feindseligen Prinzen Ceren, sondern auch auf dessen charmanten jüngeren Bruder Talin – und entdeckt eine Verschwörung, die ihre Heimatinsel zerstören könnte.



(© Carlsen)

The Run. Die Prüfung der Götter - Dana Müller-Braun

Vier Götter wurden einst auf die Erde gesandt, um das Zeitalter der Menschen einzuläuten. Aus schwarzem Sand schufen sie das Reich des Kampfes. Aus goldenem Staub erwuchs die Weisheit. Aus roter Asche wurde der Tod geboren. Und aus blauem Eis das Leben. So die Legende, die noch heute Saris Schicksal bestimmt. Wie alle Achtzehnjährigen muss sie den gefährlichen Lauf durch die vier Reiche der Götter bestehen, bevor sie ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft werden kann. Dabei ist sie auf die Hilfe eines mächtigen Schattenbringers angewiesen, der ihr Herz ungewöhnlich tief berührt. Aber seine Treue gilt nicht ihr ...



(© Carlsen)

The Second Princess. Vulkanherz - Christina Hiemer

Auf der Vulkaninsel St. Lucien herrscht die mächtige Dynastie der Bell-Frauen. Seit Jahrhunderten wird die Krone an die älteste Prinzessin weitergegeben. Doch hinter der glamourösen Fassade der Königsfamilie lauern düstere Geheimnisse, die nur die zweitälteste Prinzessin zu hüten weiß. Saphina war immer die jüngste und damit unbedeutendste von drei Schwestern. Nun rückt sie durch unerwartete Ereignisse in der königlichen Thronfolge auf und tritt vollkommen unvorbereitet ein dunkles Erbe an. Und ausgerechnet Dante, der undurchschaubare Adelssohn, soll ihr dabei helfen …



(© EMF Verlag)

Kinder verändern die Welt - Jenny Strömstedt

Beeindruckende Geschichten von Kindern, die die Welt zum Besseren verändern. Porträts, die Mut machen, und inspirieren, selbst aktiv zu werden. Weil niemand zu klein ist, um Großes zu bewirken! Da ist Louis Braille, der bereits im Alter von gerade einmal 16 Jahren die bekannte Blindenschrift erfand. Oder Muzoon Almellehan aus Syrien, die mit ihrer Familie vor dem Krieg nach Jordanien floh und sich dort in Flüchtlingslagern dafür einsetzte, dass mehr Mädchen zur Schule gehen können ― aktuell ist sie die jüngste Unicef-Botschafterin. Und natürlich Greta Thunberg, die nicht ahnen konnte, welche politische Welle sie lostreten würde, als sie ihren Schulstreik für das Klima begann. Der Wandel beginnt also vor der eigenen Haustür, das wissen alle in diesem Buch vertretenen Mädchen und Jungs, die ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen. Mit Willensstärke, Einfallsreichtum und einem großem Sinn für Gerechtigkeit bewirken sie wegweisende Veränderungen und hinterlassen bleibende Spuren in unserer schnelllebigen Welt.

 

 Wie klingen diese Neuerscheinungen für euch? Ist etwas dabei, das ebenfalls auf eurer Wunschliste steht?

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Schweizerin. Liebt Bücher. Bevorzugte Genres: Young Adult, (Urban) Fantasy, Dystopia, Thriller, (Historical) Fiction.

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