[Rezension] Revenge - Sternensturm

by - Januar 05, 2019

(© Netgalley / Carlsen Verlag)
Revenge - Sternensturm* (Origin #1)
von Jennifer L. Armentrout

Bewertung: ★★★★☆

YA Paranormal Romance, 384 Seiten
Erscheinungsdatum:
Verlag: Carlsen


*Rezensionsexemplar von Netgalley.

Inhaltsangabe:
Vier Jahre nach der verheerenden Invasion der Lux sind die Außerirdischen nun Teil der Bevölkerung. Die siebzehnjährige Evie Dasher verlor damals ihren Vater, dennoch ist sie fasziniert von den Lux, die aussehen wie Menschen, mithilfe von Licht jedoch ungeheure Kräfte entfesseln können. Als sie den geheimnisvollen – und unverschämt attraktiven – Luc kennenlernt, findet sie sich in einer Welt wieder, von der sie bisher nur gehört hat. Einer Welt, die sie an ihrem eigenen Verstand zweifeln lässt, denn Schein und Wirklichkeit sind kaum noch auseinanderzuhalten. Bald wird Evie klar: Der Schlüssel zur Wahrheit liegt bei Luc … (© Netgalley / Carlsen Verlag)

Meine Meinung:

Vorneweg: Ich bin ein grosser Fan der Lux-Mutterserie, auf der dieses Spin-Off basiert. Ich habe die Bücher vor einigen Jahren regelrecht verschlungen und bin erst dadurch ein grosser Fan der Autorin geworden. Als ich gehört habe, dass JLA eine neue Reihe im Lux-Universum schreiben wird, war ich einerseits natürlich gespannt und hoch erfreut, andererseits hatte ich nach der grandiosen Lux-Reihe entsprechend hohe Erwartungen an das Buch, die leider nicht ganz erfüllt werden konnten.

Die Geschichte in Revenge handelt einerseits von Luc, einem Origin, der bereits in der Lux-Reihe seiner Erwähnung findet. Er spielt dort meines Wissens nach keine riesige Rolle, hat sich aber damals durch seine Art schnell in die Herzen der Fans geschlichen. Mir ging es nicht ganz so, für mich war er einfach eine Randfigur, die mit den Hauptcharakteren interagiert hatte. Ich mochte ihn zwar, aber wäre nicht schon früh ein Spin-Off mit ihm angekündigt worden, wäre er bei mir vermutlich schnell wieder in Vergessenheit geraten.
Dem Origin gegenüber steht andererseits natürlich auch eine weibliche Protagonistin: Evie. Sie ist ein scheinbar normales Mädchen, das zur High School geht und sich eines Nachts mit ihrer besten Freundin Heidi ins "Vorbote" schleicht - einem Club, in dem sich Gerüchten nach auch Lux aufhalten. Es dauert nicht lange, bis sie auf Luc trifft, der von Anfang an eine gewisse Faszination für Evie zu hegen scheint. In der ganzen ersten Hälfte hatte ich befürchtet, dass es sich um eine platte Insta-Lovestory handelt, doch der Schein trügt und nach und nach erfährt man, dass zum Glück noch mehr dahinter steckt, als man als Leser anfangs vermutet.
Evie kommt durch den Abend im Club mit der Welt der Lux in Berührung, nicht zuletzt dadurch, dass Luc einen sehr engen Kontakt zu der Alienrasse hegt und scheinbar auch krumme Geschäfte mit ihnen tätigt. Gleichzeitig treibt aber auch ausserhalb des Clubs irgendein Bösewicht sein Unwesen. Immer wieder verschwinden Menschen, hauptsächlich junge Frauen, auf unerklärliche Weise und werden einige Zeit später tot aufgefunden. Den Leichen fehlen jeweils die Augen und sie sehen aus, als wären sie durch einen heftigen Stromschlag gestorben. Die Vermutung liegt deshalb nahe, dass ein oder mehrere Lux die Täter sind. Da nicht mal Luc, der in der Welt der Aliens ansonsten bestens vernetzt und informiert ist, weiss, wer hinter der Mordserie steckt, gilt es nun herauszufinden, wer der Schuldige ist.

Die Handlung war für meinen Geschmack, insbesondere in der ersten Hälfte des Buches, sehr dünn. Es passiert gar nicht so viel, abgesehen davon, dass die beiden Hauptcharaktere sich anschmachten. Luc und Evie wirken dabei wie Abziehbildchen von Daemon und Katy aus der Mutterserie - und das fand ich extrem schade und war bis zuletzt mein Hauptkritikpunkt. JLA hat sich bei der Charakterisierung in meinen Augen nicht sehr viel Mühe gegeben und den beiden Protagonisten fehlt es nicht nur an Eigenheiten (die sie insbesondere von ihren "Vorgängern" abheben), sondern auch eine gewisse Tiefe und Vielschichtigkeit. Luc ist zwar etwas zahmer als Daemon, aber gerade bei Evie konnte ich (bis auf ihre persönliche Vorliebe für Cola) kaum Charakterzüge entdecken, die sie einzigartig gemacht hätten. JLA setzt dem Ganzen die Krone auf, indem Luc sich den Spitznamen "Peaches" für Evie ausdenkt und sie während des gesamten restlichen Buches so nennt, wohlwissend, dass Evie davon genervt ist und ihn mehrfach darum bittet, dies sein zu lassen. Na, klingelt es da bei wem? Exakt das gleiche hat Deamon auch mit Katy in der Lux-Reihe gemacht, indem er sie "Kitten" genannt hat. Da hätte die Autorin für meinen Geschmack etwas mehr Kreativität beweisen können, gerade wenn sie eines ihrer Universen "recycelt" und es sich dadurch ersparen kann, eine neue Welt erschaffen zu müssen. Das bedeutet für mich nämlich nicht, dass man die Charaktere auch recyceln muss.

In der zweiten Hälfte bessert sich die Situation dann etwas. Es geschieht ein unerwartete Plot Twist der etwas über Evies Vergangenheit und ihrer Verbindung zu Luc und den Lux verrät, den ich so nicht habe kommen sehen. Ab diesem Zeitpunkt konnte mich das Buch etwas mehr begeistern, denn endlich wurde es durch eine grosse Enthüllung ein bisschen interessanter. Der Schlussteil endete dann, wie man es von JLA gewohnt ist, mit einem eher kurzen Showdown, der schnell abgehandelt ist. Dadurch, dass nicht alle Geheimnisse aufgeklärt wurden, ist mein Interesse für die Fortsetzungen aber geweckt.

Fazit:

Für Fans der Lux-Mutterserie ist "Revenge - Sternensturm" sicher ein Muss, nicht zuletzt dadurch, dass es ein kurzes Wiedersehen mit einem alten Bekannten gibt, das mein Fan-Herz höher schlagen liess. Man sollte jedoch nicht mit zu hohen Erwartungen an das Buch herangehen, denn an die Lux-Reihe ist dieses Buch für mich nicht herangekommen. Grund dafür war die teilweise etwas dünne Story und die Protagonisten, die wie Abziehbildchen der Hauptcharaktere aus Obsidian gewirkt haben. Es handelt sich um einen soliden Reihenauftakt, der mich aber nicht vollends überzeugen konnte. Für die Fortsetzungen bleibt noch Luft nach oben und ich hoffe, dass JLA da wieder etwas mehr Kreativität beweist. Aufgrund des überraschenden Plot Twists, der mich dann doch noch begeistern konnte, vergebe ich dem Buch trotz einiger Schwächen 3,5 Sterne.

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2 Kommentare

  1. Hey =)

    Deiner Rezension merkt man an, dass du eine gute Lux-Kennerin bist =). Das freut mich total, denn ich habe die Reihe damals echt verschlungen und war begeistert, dass es neben dem ganzen Drama auch eine Story mit Substanz ist.
    Ich lese gereade Revenge und habe mich von Beginn an über den Schreibstil der Autorin gefreut. Das lässt sich einfach so schön angenehm weglesen. JLA hat mich schon öfter mal aus einer Leseflaute geholt, dass muss ich ihr einfach zu Gute halten.

    Ich freue mich wieder im Lux-Universe zu sein, aber ich kann deine Kritik nachvollziehen. Die Charaktere sind bisher zu blass und eindimensional. Es gab auch einige Momente, in denen ich echt die Augen verdrehen musste.
    Naja warten wir mal ab =)

    LG
    Anja

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    1. Hallo Anja

      Ja, ich bin ein grosser Lux-Fan :) Schön, dass du von der Reihe genauso begeistert warst, wie ich! Ich finde JLAs Schreibstil auch immer sehr flüssig und angenehm zum Lesen.

      Und gut zu wissen, dass ich mit meiner Kritik nicht alleine stehe. Ich bin schon gespannt auf dein Schlussfazit!

      Liebe Grüsse

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