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between the lines.

(© Kösel)

Weibliche AD(H)S*
von Dr. med. Astrid Neuy-Lobkowicz

Bewertung: ★★☆☆☆

Self Help, 256 Seiten
Erscheinungsdatum: 27. März 2024
Verlag: Kösel


*Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Kösel Verlag.

Inhaltsangabe:
Die erfahrene Ärztin Dr. med. Astrid Neuy-Lobkowicz erklärt, was eine weibliche AD(H)S auszeichnet und wie betroffene Frauen trotz ihrer oft späten Diagnose und häufiger Fehlbehandlungen ein gelingendes und erfülltes Beziehungs-, Familien- und Arbeitsleben führen, zur Ruhe finden und Erschöpfung vorbeugen können. Dieses Buch gibt Antworten auf die Fragen wie man mit weiblicher AD(H)S im Alltag gut leben kann, was es bedeutet, eine AD(H)S-Frau zu sein und wie man als solche zu mehr Stärke und Organisation findet. (© Kösel)

Meine Meinung:

"Disclaimer" zu Beginn: Ich habe dieses Buch nicht als Betroffene mit einem AD(H)S gelesen, sondern als Fachperson, die erwachsene Menschen mit einem AD(H)S behandelt und begleitet. Ich habe in diesem Jahr mehrere Weiterbildungen zum Thema AD(H)S besucht und mir dementsprechend ein Fachwissen in diesem Bereich angeeignet, das vermutlich massgeblich einen Einfluss auf die nachfolgende eher kritisch formulierte Rezension hatte. Zudem vertrete ich eine sehr humanistische Grundhaltung in meiner Arbeitsweise, was vermutlich ebenfalls dazu geführt hat, dass ich nachfolgend viele Details kritisiere, die mich im Buch gestört haben.

Ich war gespannt auf dieses Buch, da ich immer wieder gerne Fachliteratur zur psychischen Gesundheit lese – insbesondere in der Hoffnung, Titel zu finden, die ich meinen Patient:innen empfehlen kann. Frauen werden in der Psychologie wie auch in der Medizin häufig vernachlässigt, da viele Diagnosekriterien und Behandlungsmethoden auf männlichen Stichproben basieren. Das gilt auch für AD(H)S. Daher war ich erfreut, dass sich eine Expertin diesem wichtigen Thema widmet und ein Buch speziell für Frauen geschrieben hat.

Die Autorin liefert einen umfassenden Überblick über AD(H)S, seine geschichtliche Entwicklung sowie die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten. Mit zahlreichen Unterkapiteln deckt sie viele relevante Bereiche ab, was das Buch zu einem informativen Werk macht.

Leider hat mich schon früh der pauschalisierende Stil der Autorin gestört. Psychische Erkrankungen lassen sich schwer verallgemeinern, da Symptome individuell sehr unterschiedlich auftreten können. Dennoch hat die Autorin oft kategorisierende Formulierungen verwenden, wie etwa: „Frauen mit AD(H)S sind so und so und machen dies und jenes.“ Die Aussagen wirken dadurch, als wären sie allgemeingültig und auf jede Frau mit AD(H)S zutreffend. Dies verleiht dem Ton des Buches etwas Belehrendes und vermittelt das Gefühl, man werde in ein Schema gepresst, das nicht auf alle zutrifft. Eine differenziertere Sprache wie zum Beispiel „Frauen mit AD(H)S neigen häufig dazu, sich so zu verhalten“ hätte dem Buch gutgetan und professioneller gewirkt.
Hinzu kommt, dass die zahlreichen Beispiele, die die Autorin beschreibt, was Frauen mit AD(H)S ihrer Erfahrung nach alles tun, fühlen oder denken, sich am Ende fast wie ein Horoskop lesen: Wer lange genug sucht, findet sich zwangsläufig irgendwo wieder.
 
Weiter ist das Buch aus meiner Sicht inhaltlich nicht auf dem neuesten Stand der Forschung. Die Autorin erwähnt beispielsweise Ernährung als möglichen Einflussfaktor, obwohl neuere Studien keine wissenschaftlichen Belege dafür liefern. Gleichzeitig bleiben wichtige Themen wie Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen als Risikofaktoren unerwähnt. Auch die mittlerweile veraltete Unterscheidung zwischen ADS und AD(H)S wird nicht kritisch reflektiert.

Ein weiterer Kritikpunkt ist der, dass die Autorin die Wirkung von Medikamenten bei AD(H)S als die einzig hochwirksame Behandlung hervorhebt. Auch wenn ich zustimme, dass Medikamente die einzige Massnahme sind, die nachweislich hirnorganische Ursachen des AD(H)S beeinflussen können, so sind auch psychotherapeutische Strategien sehr wirksam, um Betroffenen den Umgang mit Herausforderungen im Alltag zu erleichtern. Dies wird jedoch im Buch zu wenig betont. Stattdessen macht die Autorin zwischen den Zeilen den Vorwurf, Psychotherapeut:innen würden versuchen, AD(H)S "wegzutherapieren" und die Wirkung von Medikamenten verschweigen - was sie mit  fehlenden Erfahrungen von Therapeut:innen in der Behandlung von AD(H)S begründet. Meine Erfahrung zeigt hingegen, dass viele Betroffene Medikamente ablehnen, sodass es durch Psychotherapie oder Coaching hilfreich sein kann, Strategien für den funktionalen Umgang mit Symptomen zu erlernen.
Den ärztlichen Hintergrund macht sich auch in anderen Kapiteln bemerkbar, als die Autorin zum Beispiel Angststörungen beschreibt. Hier erwähnt sie zwar, dass Verhaltenstherapie das Mittel erster Wahl ist und sehr wirksam ist, sie erwähnt jedoch in einem Nebensatz, dass Panikattacken nur mit Notfallmedikamenten behandelt werden können, was faktisch einfach falsch und häufig sogar kontraproduktiv für den Behandlungserfolg der Ängste ist.

Aus ethisch-moralischer Sicht haben mich auch weitere Aussagen gestört. So schreibt die Autorin, dass sie oft Hochbegabungen bei AD(H)S-Betroffenen diagnostiziert, den Betroffenen dies jedoch nicht mitteilt, wenn sie Schulabbrüche oder gescheiterte Ausbildungen hinter sich haben, da sie sich dadurch schlechter fühlen könnten. Das finde ich hochgradig unprofessionell. Wenn man eine Diagnose stellt, ist es aus ethischer Sicht problematisch, das Ergebnis nicht mitzuteilen. Alles andere kommt einem Belügen der Patient:innen gleich und entspricht nicht einer humanistischen Grundhaltung, die Ehrlichkeit und Transparenz hervorhebt.

Auch beim Unterkapitel zu PTSD hatte ich grosse Mühe. Die Autorin verwechselt Korrelation mit Kausalität und behauptet, der Zusammenhang zwischen PTSD und AD(H)S liesse sich damit erklären, dass Frauen mit AD(H)S naiver und risikobereiter seien. Diese Formulierung ist nicht nur falsch, sondern stigmatisierend und grenzt an Victim-Blaming – als ob es die Schuld der Betroffenen sei, häufiger Opfer sexueller Gewalt zu werden.

Neben diesen Kritikpunkten, die sich vor allem auf problematische Formulierungen fokussieren, war ich am Ende aber auch inhaltlich enttäuscht. Das Buch richtet sich speziell an weibliche Personen, am Ende kommen die speziell weiblichen Aspekte für mich im Buch aber viel zu kurz. Irgendwann geht Neuy zwar auf biologisch weibliche Aspekte wie den Zyklus, die Wechseljahre oder die Sexualität ein, diese Beschreibungen lasen sich für mich aber allgemeingültig für das weibliche Geschlecht und haben für mich nicht speziell etwas mit einem AD(H)S zu tun. Ja, es gibt Frauen, die hormonelle Schwankungen erleben, was sich wiederum auf die Stimmung auswirken kann. Ja, es gibt Frauen, deren Sexualität sich nach einer Geburt und mit Kleinkindern aufgrund der fehlenden Zeit verändert, was zwangsläufig Auswirkungen auf die Partnerschaft hat. Aber all dies hat für mich nicht speziell mit einem AD(H)S zu tun, sondern eher mit dem Frausein an sich.
Am Ende werden auch Strategien im Umgang mit gewissen Schwierigkeiten beschrieben, die jedoch altbewährt und bereits aus anderen Fachbüchern bekannt sind, und somit nicht speziell für Frauen formuliert wurden.

Was mir jedoch gut gefallen hat, ist, dass die Autorin sehr oft die positiven Seiten eines AD(H)S aufzeigt, und welche Stärken es mit sich bringt, statt sich nur auf die Defizite zu fokussieren.

Fazit:

Das Buch bietet wenig neue Erkenntnisse, ist inhaltlich teils veraltet und enthält fragwürdige Haltungen sowie Formulierungen. Ich kann es meinen Patient:innen nicht guten Gewissens weiterempfehlen und ziehe andere Fachliteratur zu AD(H)S bei Erwachsenen vor – selbst wenn diese nicht speziell Frauen anspricht. Deshalb vergebe ich enttäuschte 2 Sterne.
2 Kommentare
(© Arkana)

Das Kind in dir muss Heimat finden*
von Stefanie Stahl
Gelesen von Nina West

Bewertung: ★★★★☆

Self Help, Audiobook
Spieldauer: 6 Stunden und 49 Minuten
Erscheinungsdatum: 18. April 2016
Verlag: Arkana

* Gehört auf audioteka.com/de [Werbung]. (2 Wochen kostenloses Probeabo möglich)

Inhaltsangabe:
Jeder Mensch sehnt sich danach, angenommen und geliebt zu werden. Im Idealfall entwickeln wir während unserer Kindheit das nötige Selbst- und Urvertrauen, das uns als Erwachsene durchs Leben trägt. Doch auch die erfahrenen Kränkungen prägen sich ein und bestimmen unbewusst unser gesamtes Beziehungsleben. Erfolgsautorin Stefanie Stahl hat einen neuen, wirksamen Ansatz zur Arbeit mit dem »inneren Kind« entwickelt: Wenn wir Freundschaft mit ihm schliessen, bieten sich erstaunliche Möglichkeiten, Konflikte zu lösen, Beziehungen glücklicher zu gestalten und auf (fast) jedes Problem eine Antwort zu finden.

Meine Meinung:

Dieses (Hör-)Buch stand seit Jahren auf meiner Leseliste, aber nicht etwa, weil mich der Titel so angesprochen hat und ich es für mich selbst lesen wollte, sondern weil gefühlt jede:r dieses Buch gelesen hat - darunter auch zahlreiche Patient:innen, die ich psychotherapeutisch begleite. Bei all dem Hype bin natürlich ebenfalls neugierig geworden, wobei ich sagen muss, dass ich sehr skeptisch an das Buch herangegangen bin, da ich zu dem Buch und auch Stefanie Stahl selbst, auch kritische Rückmeldungen gelesen und gehört habe. 

Grundsätzlich kann ich sagen, dass mich das Buch positiv überrascht hat. Stahl führt auf sehr einfache und verständliche Weise in die Arbeit mit inneren Anteilen und eigenen Glaubenssätze ein, die  zum Reflektieren eigener Prägungen und dysfunktionaler Verhaltensweisen anregt. Die Abwechslung zwischen theoretischen Erläuterungen und praktischen Übungen ist genau richtig gewählt und es hat mir sehr gefallen, dass die Autorin direkt auf den Punkt kommt. In vielen anderen Selbsthilfebüchern ist das ganz anders: Da wird viel geredet, aber am Ende wenig Handfestes geliefert. Das ist hier definitiv anders. Stahl ist es wirklich ausserordentlich gut gelungen, die Themen im Buch kurz und knackig zu halten, was das Lesen (bzw. Zuhören) sehr angenehm gestaltet.
Ein weiterer Grund, weshalb mich das Buch positiv überrascht hat, war, dass ich die Themen im Buch selbst täglich in meiner therapeutischen Tätigkeit verwende und von ihnen überzeugt bin. Meine Haltung ist auch, dass viele problematische (Verhaltens-)Muster aus Prägungen in der Vergangenheit stammen und es sehr hilfreich und erleichternd sein kann, sich damit zu befassen, warum wir genau diese Muster anwenden und was die Kosten davon sind. Ich habe keine schematherapeutische Ausbildung, aber die Arbeit mit inneren Anteilen wird in den meisten der neuen Therapierichtungen ebenfalls verwendet (u.a. in der emotionsfokussierten Therapie oder Ego States) und sie hat sich meiner Erfahrung nach bewährt, um eine gewisse Distanz zu den eigenen Problemen zu schaffen.

Trotz den vielen positiven Aspekten, muss ich aber auch ganz klar sagen, dass dieses Buch letztendlich nichts anderes ist, als alter Wein in neuen Schläuchen - denn nichts was Stefanie Stahl hier in diesem Buch von sich gibt, ist in der psychotherapeutischen Forschung neu, noch stammt irgendein Konzept davon von ihr selbst. Anders ist vielleicht nur, dass Stahl einige neue Begriffe verwendet und statt vom "verletzten inneren Kind", vom sogenannten "Schattenkind" spricht. Doch selbst diesen Begriff hat sie nicht selbst erfunden, sondern von einer Berufskollegin übernommen (was sie aber fairerweise im Buch auch offen zugibt). Und ich muss zugeben, dass ich persönlich(!) genau mit diesen Begriffen "Schattenkind" und "Sonnenkind" überhaupt nichts anfangen konnte und sie für mich fast schon esoterisch klingen. Ich würde in der Therapie nie solche Begriffe verwenden, sondern spreche lieber allgemein vom "Inneren Kind Anteil" oder dem "Erwachsenen Anteil", das aus meiner Sicht auch selbsterklärender ist, als "Schatten- und Sonnenkind". Aber das ist sicher Geschmackssache.
Ein weiterer Kritikpunkt ist auch, dass dieses Buch zwar einleuchtend und "einfach" klingt, aber meiner Erfahrung nach eine sehr grosse Reflexionsfähigkeit eigener Muster, der eigenen Lebensgeschichte und der eigenen Gefühle voraussetzt, was in der Realität sehr schwierig sein kann. Ausserdem ist meine Erfahrung auch, dass viele Menschen sehr bald das Konzept der inneren Glaubenssätze und Prägungen rational verstehen, aber dennoch grosse Mühe haben, etwas daran zu verändern, weil die Überzeugungen, dass diese Glaubenssätze wahr sind, emotional manchmal sehr tief sitzen. Für psychische gesunde Menschen ist das Buch sicher eine hilfreiche Stütze, aber bei ernsthaften psychischen Symptomen würde ich dann doch fachliche Unterstützung empfehlen. Ich könnte mir aber sehr gut vorstellen, dass Buch zukünftig als Begleitbuch für einige meiner Therapien zu empfehlen. Dennoch muss man bei der Erwartungshaltung sicher realistisch bleiben und die Versprechung des Untertitels, dass dieses Buch der Schlüssel (fast) aller Probleme ist, ist sicher mit grosser Vorsicht zu geniessen. Es kann aber ein guter Anfang sein, sich mit den eigenen Problemen auseinander zu setzen.

Zur Sprecherin kann ich abschliessend nur positive Worte vergeben: Sie hat eine wirklich angenehme Erzählstimme und -weise und das Zuhören sehr kurzweilig erscheinen lassen. Und ich muss zugeben, dass ich froh bin, dass Stahl das Hörbuch nicht selbst eingelesen hat, denn in ihrem Podcast habe ich ihr nicht sonderlich gern zugehört.

Fazit:

"Das Kind in dir muss Heimat finden" ist aus meiner Sicht zurecht ein Bestseller und aus psychotherapeutischer Sicht kann ich bestätigen, dass die Theorien, die im Buch vermittelt werden, sich auch in Studien als wirksam erwiesen haben. Dennoch muss festgehalten werden, dass Stahl hier sprichwörtlich nur alten Wein in neuen Schläuchen verkauft. All das, was sie hier benennt, wurde von anderen Begründer:innen psychologischer Theorien erfunden - aber zum Glück gibt die Autorin das auch offen zu und macht entsprechende Querverweise. Stahl hat eigentlich nur ein Talent darin erwiesen, die Theorien auf eine kurze und verständliche Weise zusammenzufassen und sie einem breiten Publikum zugänglich zu machen - was eigentlich sehr clever ist, um sich ein goldenes Näschen zu verdienen. ;) Es sei ihr jedoch gegönnt, denn wenigstens hat das, was sie hier erzählt, Hand und Fuss und ich kann eigentlich hinter allem stehen, was im Buch erläutert wird. Wer sich mit eigenen problematischen Glaubens- und Verhaltensmustern auseinandersetzen will, macht mit diesem Buch einen guten Anfang. 4 Sterne gibt es von mir.
6 Kommentare
(© Heyne)

Tu dir gut - denn der wichtigste Mensch in deinem Leben bist du*
von Jayne Hardy

Bewertung: ★★☆☆☆

Self Help, 224 Seiten
Erscheinungsdatum: 14. Januar 2019
Verlag: Heyne


*Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Heyne Verlag.

Inhaltsangabe:
Selbstfürsorge ist nicht nur unverzichtbar für unser körperliches und seelisches Wohlergehen, sie ist auch alles andere als egoistisch! Denn wer sich mit sich selbst wirklich wohlfühlt, kann auch positive Energien in die Welt bringen. Jayne Hardy schenkt wertvolle Impulse, die ganz einfach in das tägliche Leben integriert werden können: Um seine ureigensten Bedürfnisse besser kennenzulernen, das Selbstwertgefühl zu stärken und eine wundervolle Freundschaft mit sich selbst zu schließen.

Meine Meinung:

Ich glaube ein Blick auf das Cover und den Titel verrät bereits sehr eindeutig, worum es in diesem Buch geht: Selbstfürsorge. Ein Konzept, das in meiner täglichen Arbeit als Psychotherapeutin eine grosse Wichtigkeit hat, weshalb ich immer auf der Suche nach empfehlenswerter Literatur in diesem Bereich bin.

"Tu dir gut" wurde von keiner Fachperson geschrieben, sondern von einer Bloggerin, die selbst unter Depressionen gelitten hat und dadurch in Berührung mit dem Thema Selbstfürsorge gekommen ist. Und in diesem Buch will sie ihre Erfahrungen an andere Menschen weitergeben, was grundsätzlich sehr lobenswert ist.

Was mir beim Lesen direkt aufgefallen ist, ist der Umstand, dass es ziemlich lange dauert, bis man an die praxisbezogenen Tipps zur Umsetzung von Selbstfürsorge im Alltag kommt. Ich hatte den Eindruck, dass die ersten 80 Seiten viel Vorgeplänkel waren, in denen die Autorin viel schreibt, ohne wirklich etwas Relevantes zu sagen, denn eigentlich will sie zunächst nur deutlich machen, was Selbstfürsorge eigentlich ist und weshalb sie so wichtig ist. Das macht sie aber für meinen Geschmack etwas zu ausufernd, sodass ich mich immer wieder beim Querlesen ertappt habe.

Die langersehnten Praxistipps zur Umsetzung erscheinen dann irgendwann auch tatsächlich und sie sind durchaus alltagsnah, wirken aber entgegen dem Versprechen auf dem Cover eines "Selbstfürsorge-Projekts" etwas planlos und willkürlich zusammengewürfelt. Viele der Tipps waren mir zu allgemeingültig und lasen sich - passend zum Jahreswechsel - wie die typischen Neujahresvorsätze: Du solltest mehr Wasser trinken. Du solltest mehr auf deine Gesundheit achten. Du solltest weniger Zeit am Handy verbringen. Du solltest auch mal Nein sagen. Und so weiter, und so fort...
Mir ist durchaus bewusst, dass man das Rad beim Thema Selbstfürsorge nicht neu erfinden kann (und auch nicht muss), aber ein bisschen differenzierter hätte es für meinen Geschmack sein dürfen, denn ich denke, diese generischen Ratschläge sind allseits bekannt und helfen im konkreten Fall nicht unbedingt weiter - gerade wenn man unter einer Depression leidet.

Das Buch ist auch immer wieder mit Kritzeleien und Illustrationen geschmückt, die wohl als Arbeitsblätter für eine Selbstreflexion dienen sollen. Meistens handelt es sich um Felder zum Ausfüllen zu Fragen wie "was gibt mir Kraft?" oder "was hindert mich daran, sich um mich selbst zu kümmern" oder ähnlich. Im Grunde wären diese Arbeitsblätter eine gute Idee und bringen Abwechslung in das textlastige Buch rein, nur leider werden sie ohne jegliche Instruktion willkürlich in die Kapitel hineingeworfen, ohne dass sie direkt Bezug auf das nehmen, was zuvor behandelt wurde. Das hat einmal mehr etwas konzeptlos und unstrukturiert auf mich gewirkt.Grundsätzlich begrüsse ich Bücher zum Thema Selbstfürsorge, aber hier wurde für meinen Geschmack viel geschrieben, ohne wirklich etwas Neues zu sagen und über generische 0815 Ratschläge hinauszugehen. Man merkt, dass die Autorin keine Fachperson ist - das ist zwar nicht immer ein Qualitätsmerkmal, aber da ich erst vor kurzem ein Buch einer Psychotherapeutin zu dem Thema gelesen habe, kann ich im direkten Vergleich sagen, dass mir das andere Buch deutlich besser gefallen hat, weil es nicht nur mit Quellenangaben zu wissenschaftlichen Grundlagen untermalt war, sondern auch einer klaren Struktur gefolgt ist. Hier hatte ich eher den Eindruck, als würde ich einem typisch amerikanischen Selbsthilfe-Guru zuhören, der viel sagt, ohne dass man Ende wirklich mehr weiss.

Fazit:

Selbsthilfebücher sind Geschmackssache und ich bin sicher, dass es auch Menschen gibt, die sich von Hardy und ihrem Buch angesprochen und gut begleitet fühlen. Nur ich gehöre nicht dazu und werde das Buch auch nicht in die Liste meine Literaturempfehlungen aufnehmen, weil mir zu wenig Handfestes dabei war. Von mir gibt es 2.5 Sterne.
2 Kommentare
(© Kösel)

Das Prinzip Selbstfürsorge* Wie wir Verantwortung für uns übernehmen und gelassen und frei leben.
von Tatjana Reichhart

Bewertung: ★★★★★

Self Help, 288 Seiten
Erscheinungsdatum: 25. März 2019
Verlag: Kösel


*Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Kösel Verlag.

Inhaltsangabe:
Nur wer für sich selbst sorgt, kann den Anforderungen des Alltags standhalten, ohne gestresst und ferngesteuert vor sich hinzuleben. Und nur wer für sich selbst sorgt, kann auch für andere sorgen. Dr. med. Tatjana Reichhart weiß aus ihrer langjährigen Praxis, wie man herausfindet, was einem wirklich guttut und wie man sich Freiräume schafft, um das auch umzusetzen. Dazu schlägt sie eine Auswahl an effektiven Strategien vor, aus denen man sich diejenigen auswählen kann, die gut zu einem passen. So kann jeder auf seiner Roadmap den eigenen Weg zu einem selbstfürsorglichen und guten Leben finden.

Meine Meinung:

Ja, ich lebe noch, ich habe in den vergangenen Wochen nur keine ausführlichen Rezensionen zu meinen gelesenen Büchern geschrieben, wodurch es hier so still geworden ist. Diesmal melde ich mich mit einem Selbsthilfebuch zurück, das ich weniger für mich selbst gelesen habe, als deshalb, um zu schauen, ob es sich für meine Klient:innen als Begleitung zur Therapie eignen würde.

Selbstfürsorge ist ein Begriff und ein Konzept, dem in der Psychotherapie eine grosse Bedeutung zukommt. Egal welche Beschwerden oder Probleme ein Mensch haben kann, Selbstfürsorge ist IMMER eine wichtige Ressource, die Beachtung verdient. Und meine Praxiserfahrung zeigt auch, dass psychische Beschwerden besonders oft Menschen betrifft, die eher sehr hart und wenig sorgsam mit sich selbst und den eigenen Bedürfnissen umgehen. Selbstfürsorge ist also etwas, das die eigene Resilienz stärkt, hilft, mit Stress umzugehen und insgesamt zu einem besseren psychischen Wohlbefinden führen kann.

Das Buch wurde von einer ausgebildeten Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie geschrieben, was man dem Inhalt anmerkt. Beim Stichwort "Selbsthilfebuch" ist es ja manchmal fraglich, was darin erzählt wird und meine Erfahrung ist häufig, dass von irgendwelchen frei erfundenen Konzepten und Theorien geschwafelt wird, die am Ende viel Gerede um Nichts ist, und einem nicht wirklich Werkzeuge mit an die Hand gibt, die man auch umsetzen kann.
Hier ist das definitiv anders, und das nicht nur weil Reichhart eine Fachperson ist (denn das allein ist noch kein Qualitätsmerkmal), sondern weil das Buch mit einer sehr langen Liste an Quellenangaben endet, die auf weiterführende Literatur und Studien verweisen, die dem ganzen Inhalt eine wissenschaftlich fundierte Grundlage geben.

Das Buch ist sehr kurzweilig und verständlich geschrieben und bietet eine gute Mischung aus theoretischem Hintergrundwissen und Übungen zum Ausprobieren. Es sind Abbildungen, kurze Fragebögen und Listen zum Selbstausfüllen und Anleitungen enthalten, die das Lesen sehr abwechslungsreich und interessant gestalten.
Inhaltlich weisen die Kapitel einen nachvollziehbaren Aufbau auf, sodass zunächst eine Einführung in das Konzept der Selbstfürsorge folgt und warum sie so wichtig ist und in der zweiten Hälfte folgen dann die konkreten Bereiche, die zur Selbstfürsorge gehören. Darunter fallen Kapitel zu den Themen: Umgang mit Energieräubern, Ressourcenaufbau, Stärkung des Optimismus, Achtsamkeit, Stärkung von Selbstwirksamkeit, eigene Grenzen setzen, die Bedeutung sozialer Beziehungen und das Loslassen (von Dingen, die einem nicht guttun). Das Buch muss dabei nicht strikt von vorne bis hinten durchgelesen werden, man kann sich auch bewusst die Kapitel und Themenbereiche heraussuchen, mit denen man besonders grosse Mühe hat und sich nur die Sachen herauspicken, die dabei hilfreich erscheinen.

Da ich selbst eine psychotherapeutische Ausbildung gemacht habe, kann ich sagen, dass mir nichts aus dem Buch neu war – was ich an dieser Stelle als absolutes Kompliment gemeint ist! Denn das bedeutet, dass Reichhart genau die Themen trifft, die mir auch mit meiner Arbeit mit Betroffenen mit psychischen Problemen begegnen und sie dabei Techniken erläutert, die ich selbst auch immer wieder vermittle und zur regelmässigen Übung Zuhause motiviere.

Bei Problemen, bei der Selbsthilfe ausreicht, kann dieses Buch also durchaus sehr hilfreich sein, viele wichtige Werkzeuge und Strategien im Umgang mit dem eigenen Selbstwert, den eigenen Gefühlen oder ganz allgemein den Umgang mit sich selbst zu erlernen und anzuwenden.

Fazit:

"Das Prinzip Selbstfürsorge" ist ein sehr fundiertes, hilfreiches Buch zur Selbsthilfe, das nicht nur auf dem Fachwissen und der Expertise einer ausgebildeten Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie beruht, sondern auch Quellenangaben liefert, die die Wirksamkeit und wissenschaftliche Grundlage der im Buch erwähnten Theorien und Übungen nachweist. Das Buch eignet sich einerseits als Hilfestellung, um fürsorglicher mit sich selbst umzugehen (sei es im Umgang mit Stress, mit den eigenen Gefühlen oder auch den eigenen Erwartungen) oder auch als tolles Begleitbuch zu einer Therapie. Ich kann es aus psychotherapeutischer Sicht sehr empfehlen.
4 Kommentare
(© Klett-Cotta)

Gefühle surfen* Eine Reise zu dir selbst
von Veronika Stegmüller

Bewertung: ★★★★☆

Nonfiction, Self Help, 200 Seiten
Erscheinungsdatum: 20. August 2022
Verlag: Klett-Cotta


*Digitales Rezensionsexemplar von Netgalley. Danke an den Verlag.

Inhaltsangabe:
- Originell und funktional: Gefühle surfen als Metapher, die sich in der Therapie bewährt hat
- Übungen: Achtsamkeit, Selbstfürsorge und Selbstmitgefühl, Gespräch mit dem inneren Kritiker und erfolgreiches Verhandeln mit dem inneren Perfektionisten, Meditationen online

Wie wäre es, wenn wir unseren Gefühlen achtsam und gelassen begegnen könnten, statt uns von ihnen kontrollieren zu lassen oder sie unterdrücken zu wollen? Die Verhaltenstherapeutin Veronika Stegmüller hat einen Surfkurs für Gefühlswellen entwickelt, in dem sie zeigt, wie wir mit belastenden Gefühlen umgehen und alte Verhaltensmuster durchbrechen können.   

Das Buch beschreibt wirksame und beliebte Inhalte aus der Psychotherapie – v.a. aus der Verhaltens- und Schematherapie – zur Förderung von Lebenszufriedenheit und einem flexibleren und bewussteren Umgang mit sich selbst und anderen. Allein oder therapiebegleitend – dieses Buch kann Ihnen im Umgang mit Ihren Emotionen helfen, Ihren Selbstwert stärken und Ihnen die Lebendigkeit zurück ins Leben bringen.

Meine Meinung:

Bei diesem Buch handelt es sich um ein Selbsthifebuch, das sich mit der Emotionsregulation und -bewältigung beschäftigt und von einer ausgebildeten Psychotherapeutin als Autorin geschrieben wurde. Und letzteres merkt man dem Buch auch an, denn die Sprache und Erläuterungen wirken nicht nur sehr professionell, sie basieren auch tatsächlich auf gängigen Interventionen, die in der Psychotherapie ihre Anwendung finden. Und das hat direkt einen sehr positiven Eindruck bei mir hinterlassen, weil man merkt, dass Stegmüller auf ihre beruflichen Erfahrungen zurückgreifen kann und ihre Übungen praxiserprobt sind.

Das Buch selbst ist mit seinen 200 Seiten eher dünn, umfasst dabei aber eine ganze Bandbreite an Themen, die in Zusammenhang mit der Emotionsregulation stehen.
Zu Beginn wird einem psychoedukativ vermittelt, wofür Gefühle eigentlich gut sind und sie mit unterschiedlichen Techniken (allen vor an dem titelgebenden "Wellen Surfen") bewältigt werden können. In späteren Kapiteln folgen dann Erläuterungen und Übungen zum Thema Achtsamkeit, Selbstfürsorge und dem inneren Kritiker.
Aus meiner Praxiserfahrung kann ich bestätigen, dass das alles Themen sind, die mir in nahezu jeder Therapie früher oder später begegnen und viele der Interventionen wende ich dabei ebenfalls an, sodass Stegmüller mit ihrem Buch vermutlich bei vielen ins Schwarze treffen wird.

Das einzige, das ich dem Buch ankreiden würde, ist der Umstand, dass viele der Übungen sehr simpel erscheinen und auch ihr Sinn und Zweck beim Lesen einleuchtend klingen, aber in der Umsetzung ist vieles davon gar nicht so einfach, wie es den Anschein macht.
An einer Stelle im Buch schreibt sie zum Beispiel (frei erinnert), dass wir reflektieren sollen, welche Bedürfnisse in unserer Lebensgeschichte von unseren Bezugspersonen nicht erfüllt wurden, sodass sie nun in der Gegenwart dazu führen, dass wir manchmal Gefühle empfinden, die nicht situationsadäquat sind. Damit hat sie absolut recht, diesen biografischen "Rucksack" tragen wir sicherlich alle mit uns, aber das klingt in wenigen Sätzen so einfach, setzt meiner Meinung nach aber eine riesige Reflexionsfähigkeit, sowie auch eine gute Expertise im Wahrnehmen und Einordnen von Gefühlen voraus, die erfahrungsgemäss sehr viele Menschen nicht (ohne eine längere Therapie) besitzen. Das, was hier als einfache "Denkübung" beschrieben wird, setzt in der Realität oftmals Therapiesitzungen über mehrere Monate (und bei schwierigen biografischen Erlebnissen sogar mehrere Jahre) voraus.
Auch beim inneren Kritiker ist es so, dass viele meine Patient:innen das Konzept relativ rasch verstehen und auch bestätigen können, dass sie mit sich selbst sehr streng/abwertend/kritisch umgehen, aber ganz oft braucht es viel Zeit und Geduld, dieses Muster zu verändern, was im Buch meiner Meinung nach etwas zu vereinfacht dargestellt wird.
Man muss Stegmüller aber zugutehalten, dass sie an mehreren Stellen darauf hinweist, wie wichtig auch professionelle Unterstützung ist - sodass sie sich meiner Kritik sicher auch bewusst ist.

Abschliessend lässt sich sagen, dass für mich als Fachperson nichts Neues dabei war, allerdings bin ich auch nicht Zielgruppe des Buches, sodass ich es vor allem an Leser:innen empfehlen kann, die ihre Emotionsregulation und den Umgang mit sich selbst (bestehend aus Achtsamkeit, Selbstfürsorge und Selbstmitgefühl) verbessern möchten.

Fazit:

Es handelt sich hierbei um ein empfehlenswertes "Selbsthilfebuch" zum Umgang mit Emotionen, das viele hilfreiche Informationen und Übungen enthält, die ich in meiner therapeutischen Praxis ebenfalls anwende. Manchmal klingen die Übungen nur etwas zu vereinfacht, und sie setzen meiner Meinung nach eine grosse Reflexionsfähigkeit und eine sehr gute Emotionswahrnehmung voraus, die viele erst durch professionelle Hilfe erreichen. Deshalb würde ich das Buch wahrscheinlich eher als Begleitung zu einer Therapie oder Beratung empfehlen.
8 Kommentare
(© Kösel)

So bin ich stark* Gut aufgestellt mit dem inneren Team
von Jutta Heller

Bewertung: ★★★★☆

Self Help, 48 Seiten
Erscheinungsdatum: 23. Oktober 2017
Verlag: Kösel


*Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Kösel Verlag.

Inhaltsangabe:
Klug wie eine Eule, stur wie ein Esel, flexibel und standfest wie ein Känguru: Wir alle tragen Anteile in uns, die bei Gelegenheit gerne miteinander streiten. Die erfahrene Trainerin Jutta Heller stellt verschiedene innere Mitspieler vor und zeigt, wie wir mit ihnen ein starkes inneres Team entwickeln. So sind wir gewappnet für alle Herausforderungen und Situationen, denen wir begegnen. Unser Selbstwertgefühl wird gestärkt, wir können authentisch auftreten und so stark durchs Leben gehen.

Meine Meinung:

Die Arbeit mit dem inneren Team wird in der Psychotherapie mittlerweile sehr häufig angewendet, dort ist die Technik vor allem als Arbeit mit "Ego States" bekannt. Heller hat hier ein kompaktes Selbsthilfebuch kreiert, das die Arbeit mit den inneren Anteilen anhand von Tiermotiven vorstellt. Als Basis dafür dienen Assoziationen, die wir in unserem Sprachgebrauch häufig mit Tierwörtern verbinden. Wir können zum Beispiel "Stark wie ein Löwe" oder auch ein "Angsthase" sein. Und genau das macht sich die Autorin zunutze. Optisch ist das Buch sehr ansprechend, kompakt und übersichtlich gestaltet, sodass es Spass macht, durch die einzelnen Kapitel zu blättern. Auch die Illustrationen von Kai Pannen sind sehr gelungen.

Nach einer kurzen Einführung in die Arbeit mit inneren Anteilen, folgt eine Liste mit 70 Tieren, die als Hilfestellung für die nachfolgenden 14 Übungen herangezogen werden können. Jedes Kapitel befasst sich mit einem spezifischen Thema, das meistens mit eigenen Tierbeispielen der Autorin untermauert wird und zum Schluss eine konkrete Anleitung mit Fragen enthält, die einem helfen sollen, für sich selbst passende Tiermotive auszusuchen, um sich vertiefter mit dem entsprechenden Thema zu befassen. Die Themenauswahl ist aus meiner Sicht äussert gut gelungen, denn die Autorin deckt viele Problembereiche ab, die mir auch in der Psychotherapie häufig begegnen. So kann man anhand des Buches durch Tierbeispiele eigene persönliche Stärken und Schwächen aufdecken und diese dann anhand der Vorstellung von bestimmten Tieren verankern. Weitere Themen sind ausserdem innere Antreiber in Zusammenhang mit der eigenen Stressbewältigung, wie man sich besser abgrenzen kann, wie man eine bessere Balance und ein besseres Tempo erreichen kann oder wie man die Kommunikation zwischen den verschiedenen inneren Anteilen verbessern kann.

Doch trotz all des Lobes für die schöne Idee und die Umsetzung, gibt es auch ein Aber, das ich nicht unerwähnt lassen möchte. Im Buch klingen die Beispiele und die Anleitungen sehr simpel, ich würde jedoch behaupten, dass die Umsetzung nicht so einfach ist, wie es im Buch dargestellt wird. Ich würde behaupten, dass man als Voraussetzung eine gute Imaginationsfähigkeit und auch eine gute Selbstreflexion mitbringen muss - und das fällt nicht jedem Menschen so leicht, wie es im Buch den Anschein macht. Gerade weil nur eine Liste mit Tiernamen enthalten ist, fiel es mir manchmal schwer, mir die Tiere mit all ihren Eigenschaften bildlich vor Augen zu führen. Ich könnte mir aber vorstellen, dass die Übungen mit entsprechenden Illustrationen von Tieren oder sogar Tierfiguren leichter umsetzbar wären, weil sie die Tiere "greifbarer" machen.
Darüber hinaus setzt das Buch meiner Meinung nach auch eine gute Sprachfertigkeit auf, gerade was das Wissen über typische Eigenschaften angeht, das man mit den entsprechenden Tieren im deutschen Sprachgebrauch verbindet. Ich hatte den Eindruck, dass sich die Klient:innen aus dem Buch sehr differenziert mit den entsprechenden Tieren vergleichen konnte. So beschrieb zum Beispiel eine Klientin, dass sie sich aufgrund ihrer Arbeit ausgepowert wie ein Igel nach dem Winter fühle, der eher ein Einzelgänger sei und sich ständig auf Nahrungssuche zum Überwintern befinde, um dann von seinen Fettreserven zu leben. Ein gewisses Vorwissen über die einzelnen Tiere ist also sicher hilfreich, wenn man die Übungen möglichst konkret und detailliert umsetzen möchte. Ich hatte zum Vergleich bei einer Übung auch den Igel gewählt, aber bloss deshalb, weil er bekanntlich Stacheln hat und sich damit zum Schutz "einigeln" kann.

Fazit:

Jutta Heller hat ein optisch äusserst ansprechendes, kompaktes und hilfreiches Selbsthilfebuch zur Arbeit mit inneren Anteilen anhand von Tiermotiven geschaffen. Als Voraussetzung zur erfolgreichen Umsetzung der im Buch enthaltenen Übungen empfiehlt sich jedoch ein gutes Vorstellungsvermögen, sowie auch eine gute Selbstreflexion - wer dies nicht hat, dem empfiehlt sich das Buch wohl eher als hilfreiche Ergänzung zu einem Coaching oder auch zur Psychotherapie. Ich kann mir sehr gut vorstellen, einige der Übungen in meiner Arbeit umzusetzen und finde es toll, dass die Autorin am Ende des Buches entsprechend auch weiterführende (fachliche) Literatur eingefügt hat. Von mir gibt es 4 Sterne und eine Leseempfehlung insbesondere für Personen, die  bereits Erfahrungen in der Arbeit mit inneren Anteilen mitbringen.
2 Kommentare
(© btb)

In die Sonne schauen: Wie man die Angst vor dem Tod überwindet
von Irvin D. Yalom

Bewertung: ★★☆☆☆

Nonfiction, 273 Seiten
Erscheinungsdatum: 11. März 2009
Verlag: btb


Inhaltsangabe:
Die größte Herausforderung für den Menschen ist es, seiner eigenen Sterblichkeit ins Auge zu blicken. Die Angst vor dem Tod unterscheidet den Menschen vom Tier: Jede Religion, jede Kulturleistung ist ein Versuch, sich das Undenkbare begreiflich zu machen. Der amerikanische Psychoanalytiker und Bestsellerautor Irvin D. Yalom nähert sich in diesem Buch einer der größten Fragen der Menschheit sowohl auf der professionellen wie auch auf einer zutiefst persönlichen Ebene. „Auch ich fürchte den Tod wie jeder Mensch“, schreibt Yalom, „er ist unser düsterer Schatten, der sich nicht abschütteln lässt.“ In seiner praktischen Arbeit hat er andererseits erfahren, wie sehr das Wissen um den nahen Tod bei vielen seiner Patienten zu einer vollkommenen Neuorientierung, ja Bereicherung führte. Wie sie auf einmal in der Lage waren, Entscheidungen zu treffen, die ihnen wirklich am Herzen lagen. „In die Sonne schauen“ ist deshalb nicht nur eine Auseinandersetzung mit der Endlichkeit des Lebens, sondern auch ein Plädoyer für ein bewusstes Leben.

Meine Meinung:

Yaloms Bücher wurden mir während meiner Psychotherapieausbildung von mehreren Kommiliton:innen empfohlen und endlich habe ich es mal geschafft, eines davon zu lesen. Auslöser dafür war, dass ich vor kurzem ein psychologisches Fachbuch zum Thema Sterben und Tod für meine Arbeit gelesen habe und Yaloms existentieller Ansatz im Buch nicht nur erwähnt, sondern auch als weiterführende Literatur empfohlen wurde.

Von dem Buch habe ich mir vorgängig einerseits hilfreiche (fachliche und praxisrelevante) Inputs für meine Arbeit mit Patient:innen mit terminalen Erkrankungen erhofft, die auf Yaloms Erfahrungen seiner langjährigen psychotherapeutischen Tätigkeit beruhen. Andererseits hatte ich auch erwartet, dass sich das Buch vielleicht als Empfehlung zur Selbsthilfe für meine Patient:innen eignen würde.

Zunächst muss gesagt werden, dass Yalom zweifellos ein sehr kluger Mensch ist, der einen grossen Erfahrungsschatz in der Psychotherapie mitbringt. Sein Wissen reduziert sich aber nicht allein auf die Psychologie, sondern auch auf weltbekannte Literatur und Philosophie. Und diese Themenbereiche verknüpft er auch in seiner Arbeit als Psychotherapeut, was auch sehr stark in dem vorliegenden Buch zum Ausdruck kommt. Yalom präsentiert im Buch einige philosophische Ansätze in Bezug auf das Sterben und den Tod und stellt dadurch alternative, hilfreiche Sichtweisen zur Verfügung, die nicht so angstbesetzt sind, wie die Ungewissheit, die mit diesen Themen einhergeht. Am ansprechendsten fand ich davon die Vorstellung, dass jeder Mensch einen Welleneffekt auf seine Mitmenschen und Generationen nach ihm hinterlässt, die einem vielleicht nicht direkt bewusst sind und sich oftmals auch noch viele Jahre nach dem eigenen Tod zeigen. Diese Perspektive verschafft dem eigenen Dasein eine Bedeutung und wirkt beruhigender, als die angstbesetzte Vorstellung, vergessen zu werden.
Ich kann mir vorstellen, dass das Buch vor allem Leser:innen anspricht, die empfänglich für philosophische Ansätze sind, es aber vermutlich auch Menschen gibt, die mit Yaloms Erklärungsansätzen nichts anfangen können.

Neben diesen positiven Aspekten, die leider nicht eine so grossen Teil des Buches ausmachen, wie es erwartet hätte, gab es aber auch viele Punkte, die mich nicht begeistern konnten. Zum einen fand ich den Erzählstil des Buches etwas unstrukturiert und teilweise auch ohne ersichtlichen roten Faden, selbst wenn der Autor versucht hat, seine Erzählungen in spezifische Kapitel zu gliedern. Yalom mischt oben genannte Erklärungsansätze und Zitate bekannter Schriftsteller:innen mit vielen Erfahrungsberichten von Patient:innen, mit denen er zusammengearbeitet hat, sowie auch seiner eigenen Auseinandersetzung mit dem Tod. Gerade die Berichte von Patient:innen haben für meinen Geschmack einen etwas zu grossen Teil eingenommen. Es war zwar interessant zu lesen, welche Entwicklungen seine Patienten:innen (in Zusammenhang mit ihren Ängsten vor dem Tod) machen konnten, aber letztendlich konnte ich daraus nur wenig für meine eigene Arbeit mitnehmen. Viele Erfahrungsberichte beruhen auf Träumen, die Yaloms Patient:innen hatten und in der Therapie symbolisch aufgearbeitet wurden. Nur decken sich diese Erfahrungsberichte für mich ehrlich gesagt wenig mit meinem Arbeitsalltag, in denen es bisher kein einziges Mal vorgekommen ist, dass praktischerweise ein Traum vorgekommen wäre, den ich dazu nutzen konnte den Patient:innen zu helfen, ihre Todesängste zu überwinden. Ich befürchte, dass sich das Buch deshalb auch nicht unbedingt als Literaturempfehlung für meine Patient:innen eignen würde, da ich nicht den Eindruck hatte, dass sie sich darin wiedererkennen würden.
Und das führt mich zum nächsten Kritikpunkt: Yalom möchte mit seinem Buch bewusst ein breites Publikum ansprechen. Es soll für Fachpersonen, sowie auch für Betroffene oder einfach interessierte Leser:innen eignen. Das hört sich in der Theorie schön und gut an, hat aber beim Lesen zu Verwirrung geführt, da nicht jedes Kapitel jede Zielgruppe anspricht, sodass das Buch für mich letztendlich nichts Halbes und nichts Ganzes war. Egal ob das Buch für Fachpersonen oder Betroffene geschrieben worden wäre, ich hatte den Eindruck, dass es für beide zu wenig Fleisch am Knochen hatte. Yaloms Gedankengänge sind zwar interessant zu lesen, aber wirklich konkret mitnehmen konnte ich weder für mich, noch für meine Patient:innen etwas Handfestes. Selbst am Ende des Buches, als Yalom verspricht, dass nun einige hilfreiche Inputs zur Arbeit als Psychotherapeut folgen würden, folgte wieder nur eine eher allgemeine Feststellung, wie wichtig die Therapiebeziehung für den Therapieprozess ist - etwas, das die Wissenschaft unlängst in zahlreichen Studien nachweisen konnte und somit nicht neu sein sollte, wenn man Psychologie studiert hat.

Alles in allem muss ich abschliessend sagen, dass meine oben erwähnten vorgängigen Erwartungen leider nicht annähernd erfüllt werden konnten. Für mich hält das Buch leider nicht das, was es im Untertitel verspricht, denn Strategien, wie man die Angst vor dem Tod überwindet, findet man hier definitiv zu wenig. Und deshalb hat mich das Buch letztendlich enttäuscht zurückgelassen.

Fazit:

Yalom ist zweifellos ein kluger und erfahrener Psychotherapeut, der sein Wissen und seine Erfahrungen aus langjähriger Arbeitstätigkeit im vorliegenden Buch zum Ausdruck bringt. Leider bleibt es vor allem bei Erfahrungsberichten seiner eigenen Patient:innen und man erhält nicht - wie im Untertitel des Buches versprochen - praxisrelevante oder umsetzbare Strategien, die einem helfen, die Angst vor dem Tod zu überwinden. Einige Denkansätze sind zwar hilfreich als Diskussionsgrundlage mit Patienten über den Tod, aber insgesamt war mir das Buch dann doch zu unstrukturiert und letztendlich auch zu nichtssagend. Wer sich gerne mit philosophischen Denkansätzen auseinandersetzt, ist hier richtig. Für Fachpersonen oder Betroffene, die hilfreiche Inputs für den Umgang mit Todesangst erwarten, ist es eher nicht zu empfehlen.
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(© Kösel)

Stress bewältigen mit Achtsamkeit: Zu innerer Ruhe kommen durch MBSR
von Linda Lehrhaupt & Petra Meibert

Bewertung: ★★★☆☆

Self Help, 160 Seiten
Erscheinungsdatum: 24. Mai 2010
Verlag: Kösel


*Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Kösel Verlag.

Inhaltsangabe:
Stressbewältigung durch Achtsamkeit, auch bekannt als MBSR Mindfulness-Based Stress Reduction, ist ein ganzheitlicher Ansatz, der praktische, achtsamkeitsbasierte Übungen zur Stressreduktion vermittelt. Die eindrucksvollen Effekte in Bezug auf körperliches, seelisches und geistiges Wohlbefinden sind wissenschaftlich belegt. In diesem Buch wird die von Jon Kabat-Zinn entwickelte 8-Wochen-Methode praxisnah vermittelt. Zwei der bekanntesten Lehrerinnen im deutschsprachigen Raum beantworten die wichtigsten Fragen und zeigen, wie man MBSR lernen und üben kann. Geeignet für Einsteiger ebenso wie für erfahrene Übende.

Meine Meinung:

Dieses Buch hat bereits mehr als zehn Jahre auf dem Buckel, hat aber mit seinem achtsamkeitsbasierten Stressbewältigungsansatz nicht an Aktualität eingebüsst. MBSR (= Mindfulness-Based Stress Reduction) ist ein Begriff bzw. ein Programm, das vor vielen Jahrzehnten von Jon-Krabat Zinn eingeführt wurde und nach wie vor als Methode in bei der (psycho-)therapeutischen Arbeit angewendet wird. Es gibt zahlreiche Bücher für Fachpersonen und Anwender:innen zu diesem Thema und da ich immer auf der Suche nach empfehlenswerten (Selbsthilfe-)Büchern bin, die das MBSR-Programm verständlich erläutern und zusammenfassen, habe ich dieses Buch beim Verlag angefragt.

Die beiden Autorinnen Lehrhaupt und Meibert haben ein moderndes, ansprechendes und übersichtliches Design für ihr Buch gewählt, was das Lesen sehr angenehm gestaltet hat. Bevor sie das eigentliche 8-wöchige MBSR-Programm erläutern, liefern sie als Einstieg in drei Kapiteln einige Basics zum Programm, wie etwa "Was MSBR ist und für wen es sich eignet", "Was Achtsamkeit ist" und einige sonstige wissenswerten Aspekte wie eine Stressreaktion abläuft, welche Ebenen Stress umfasst und inwiefern Achtsamkeit mit Stressbewältigung zusammenhängt.
 
Der Schreibstil ist eher einfach und sehr verständlich gehalten, sodass sich das Buch gut für Einsteiger:innen in das Thema MBSR eignet. Neben theoretischen Inputs, findet man im Buch auch einige Anleitungen für Achtsamkeitsübungen, die man selbst ausprobieren kann und auch Teil des MBSR-Programms sind. Ergänzt wird das ganze aus Erfahrungsberichten von ehemaligen Teilnehmer:innen, die einen MBSR-Kurs bereits hinter sich haben. 
 
Einerseits lässt sich damit positiv hervorheben, dass das Buch abwechslungsreich gestaltet ist und die es den Autorinnen gelingt, das Thema Achtsamkeit nicht auf allzu trockene Art und Weise zu vermitteln. Auf der anderen Seite war mir gerade durch diese Abwechslung bis zuletzt nicht ganz klar, an wen sich das Buch eigentlich richtet. Auf den ersten Blick macht das Buch den Anschein, als würde es sich für Anfänger:innen eigenen, die einen MBSR-Kurs in Eigenregie durchführen möchten. Doch spätestens als das Acht-Wochen-Programm vorgestellt wird (das den Hauptfokus des Buches darstellt), war ich mir dessen nicht mehr so sicher, denn das liest sich eher wie ein Manual, das sich eher an Kursleiter:innen richtet. Es wird grob erläutert, wie der Kurs normalerweise in der Praxis durchgeführt wird, jedoch teilweise sehr oberflächlich, ohne dass jede Übung eine konkrete Anleitung erhält. Die Wirksamkeit des Ablaufs wird durch Erfahrungsberichte von Kursteilnehmer:innen ergänzt, die einerseits Rückmeldung zu den einzelnen Übungen liefern, andererseits wohl auch die Wirksamkeit anhand von konkreten Erfahrungsbeispielen aufzeigen soll.
Das ist alles schön und gut, hat für mich aber letztendlich wie nichts Halbes und nichts Ganzes gewirkt. Sowohl für Selbstanwender:innen, als auch für Fachpersonen ist das Buch nicht detailliert genug, da viele Übungen nur grob erläutert werden. Das ist irgendwo auch nachvollziehbar, denn ein 160 Seiten dünnes Büchlein kann natürlich nicht einen intensiven 8-wöchigen MBSR-Kurs ersetzen, aber dann stellt sich mir doch abschliessend erneut die Frage: Wofür soll dieses Buch denn gut sein? Letztendlich ist es wohl nichts anderes als ein Werbemittel, um Leute zu animieren, irgendwann tatsächlich einen MBSR-Kurs zu besuchen (dessen Wirksamkeit wissenschaftlich unbestreitbar ist!), aber dafür muss meiner Meinung nach zuvor nicht unbedingt dieses Buch gelesen werden.

Fazit:

Obwohl die Idee hinter diesem Buch sehr lobenswert ist und viele Menschen von MBSR und insgesamt regelmässigen Achtsamkeitsübungen profitieren können, bleibt die Zielgruppe dieses Buches etwas unklar. Es gibt zwar einen guten Überblick über einen MBSR-Kurs, aber zur Selbstanwendung (oder auch als Manual für Fachpersonen) werden die einzelnen Übungen und Abläufe dann doch zu rudimentär geschildert, als das ich dieses Buch empfehlen könnte, selbst wenn die Aufmachung sehr ansprechend gestaltet ist. Ich empfehle dann doch eher direkt einen MBSR-Kurs zu besuchen.
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(© Kösel)

Füttere den weißen Wolf*
Weisheitsgeschichten, die glücklich machen

von Ronald Schweppe & Aljoscha Long

Bewertung: ★★☆☆☆

Nonfiction, 208 Seiten
Erscheinungsdatum: 31. Oktober 2016
Verlag: Kösel


*Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Kösel Verlag.

Inhaltsangabe:
Welchen der beiden Wölfe in dir willst du füttern? Den schwarzen, der Misstrauen, Angst, Hass und Einsamkeit wachsen lässt? Oder den weißen, der es dir ermöglicht, mit Gelassenheit, Offenheit, Freude und Mitgefühl zu leben?

Dieses Buch zeigt, wie sehr wir in jedem Augenblick unseres Lebens unser Handeln, unsere Einstellungen und unsere Worte selbst bestimmen können. Es verbindet Lebenshilfe und Spiritualität mit Weisheitsgeschichten aus verschiedenen Traditionen. Sie regen zum Nachdenken an und dienen als Anker, um unser Leben gelassen, glücklich und in innerem Frieden zu leben.

Meine Meinung:

Dieses Buch lag nun schon viel zu lange ungelesen bei mir herum, und das, obwohl mich der Klappentext sehr angesprochen hat. Ich hatte mir erhofft, durch das Buch ein paar erinnerungswürdige Geschichten zu entdecken, die ich vielleicht bei meiner Arbeit auch als eine Art Metapher dem:der einen oder anderen Patient:in mit auf den Weg geben kann, denn erfahrungsgemäss bleiben so besprochene Themen öfter hängen, wenn die Menschen ein Bild vor Augen haben, die es repräsentiert.

Sowohl die Inhaltsangabe, als auch der Titel des Buches beziehen sich auf die erste Geschichte im Buch, die symbolisch anhand eines weissen und eines schwarzen Wolfes aufzeigt, dass wir durchaus steuern können, welchen der beiden Wölfe wir unsere Aufmerksamkeit schenken wollen. Die Idee ist nicht ganz neu und haben mich an die Arbeit mit dem inneren Kritiker vs. einem wohlwollenden Begleiter erinnert, die in eine ganz ähnliche Richtung geht. Die Symbolik mit den beiden Wölfen wird auch in späteren Kapiteln immer wieder von den Autoren erwähnt, und zieht sich damit wie ein roter Faden durch das Buch.

Obwohl mir diese erste "Weisheitsgeschichte" und ihre Interpretation ganz gut gefallen haben, können die weiteren Kapitel und Geschichten leider dieses Niveau leider nicht ganz halten und ich hatte den Eindruck, dass die Autoren ihr Pulver bereits nach diesem ersten Kapitel verschossen hatten. Die meisten darauffolgenden Geschichten waren für mich eher anstrengend zum Lesen und ich hatte mir erhofft, dass die Kernaussagen der jeweiligen Geschichten eingängiger wären. Viele der nachfolgenden Weisheitsgeschichten haben sich für mich etwas altbacken und schwerfällig gelesen und waren leider gar nicht so "unterhaltsam", wie es die Autoren auf der Buchrückseite versprechen.
Die jeweiligen Geschichten werden mit persönlichen Worten der Autoren ergänzt, wobei ich die Zusammenhänge mit der von den Autoren erläuterten Theorie etwas holprig und teilweise sehr weit hergeholt gefunden habe. Für mich haben die Botschaft der Geschichte und die darauffolgenden Meditations-/Achtsamkeitsübungen, sowie auch die Erläuterungen der Autoren nicht immer ganz zusammengepasst. Die Meditationsanleitungen an sich waren zwar gut, aber man findet sie auch in zahlreichen anderen achtsamkeitsbasierten Selbsthilfebücher.

Fazit:

Insgesamt hatte ich mir von dem Buch deutlich mehr versprochen. Bis auf die erste Geschichte war leider kaum eine Erzählung dabei, die mich so begeistert hätte, dass sie mir länger im Gedächtnis bleiben würde. Die Ergänzungen der Autoren waren zwar interessant, aber leider auch nichts Neues, wenn man sich im Bereich der Achtsamkeit oder Meditation bereits ein bisschen auskennt. Für mich leider eine kleine Enttäuschung, da ich mir von den jeweiligen Geschichten deutlich mehr erhofft hätte. Von mir gibt es deshalb nur 2.5 Sterne.
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(© Droemer HC)

99 Fragen an den Tod* Leitfaden für ein gutes Lebensende
von Claudia Bausewein & Rainer Simader

Bewertung: ★★★★☆

Nonfiction, 288 Seiten
Erscheinungsdatum: 01. Oktober 2020
Verlag: Droemer HC


*Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag.

Inhaltsangabe:
Wie können wir uns auf das Sterben und den Tod vorbereiten? Prof. Dr. Claudia Bausewein, eine der führenden Palliativmediziner*innen im deutschsprachigen Raum, und der Hospiz-Experte Rainer Simader beantworten 99 Fragen zum Thema Sterben, Tod und Trauer - dieses Sachbuch klärt auf und ist ein verlässlicher Ratgeber für die Sterbebegleitung, denn es hilft, über das Unvermeidliche zu sprechen. Jeder Mensch hat Fragen zum Thema Tod und Sterben, mehr noch unheilbar kranke Menschen, aber auch Angehörige, die Sterbende begleiten. Doch die meisten von uns tun sich unsagbar schwer, über die Themen Sterben und Tod zu sprechen - aus Angst, Überforderung, Ohnmacht, Schuldgefühlen oder Einsamkeit.

Meine Meinung:

Dieses Buch hatte ich durch Zufall entdeckt und als ich den Klappentext gelesen habe, wusste ich, dass ich es lesen muss. Ausschlaggebend war der Umstand, dass ich selbst seit September mit Krebskranken zusammenarbeite und auch auf einer Palliativstation tätig bin, auf der das Thema Tod allgegenwärtig ist. Besonders angesprochen hat mich, dass das Buch von zwei Fachpersonen geschrieben wurde, die selbst auf einer Palliativstation resp. in einem Hospiz tätig sind und sie aufgrund ihrer Erfahrungen wissen, wovon sie sprechen. 

Das Buch ist in acht Teile untergliedert, die sich mit den folgenden Themen auseinandersetzen: (1) Aus dem Blickwinkel der Sterbenden: Der Umgang mit der endgültigen Nachricht, (2) Aus dem Blickwinkel der Angehörigen: Der Umgang mit dem Wissen um den nahen Tod, (3) Grundsätzliches zur guten Begleitung am Lebensende, (4) Die Krankheit schreitet voran, und das Sterben wird sichtbarer - was hilfreich ist, (5) Die Sterbephase: Was geschieht und was hilfreich ist (6) Der Tod: Die Abläufe und was mit Verstorbenen passiert, (7) Trauer, (8) Hilfreiche Adressen.
Wie man bereits auf den ersten Blick erkennen kann, hat das Autorenduo damit alle wichtigen Phasen im Zusammenhang mit einer nicht heilbaren Erkrankung und dem Sterbeprozess in ihr Buch integriert. Die jeweiligen Unterkapitel in den entsprechenden Abschnitten sind jeweils als Fragen formuliert (wie es der Buchtitel bereits vermuten lässt) und dieses Stilmittel ist aus meiner Sicht eine sehr gute Wahl, da meine bisherigen Erfahrungen im Bereich der Psychoonkologie zeigen, dass die Diagnose Krebs (und damit vermutlich auch andere Diagnosen von unheilbaren Erkrankungen) viele Unsicherheiten und Fragen auslösen können. Das Beantworten von Fragen ist ein Weg, den Betroffenen ihre Unsicherheiten ein Stück weit nehmen zu können, das das Aneignen von Wissen und Informationen einem das Gefühl von Kontrolle (und damit auch Sicherheit) geben kann, das im Umgang mit dem Ungewissen helfen kann.

Viele der im Buch beantworteten Fragen waren mir bereits bekannt, weil ich in letzter Zeit einige Bücher zum Thema Krebs bzw. Psychoonkologie gelesen habe und darin natürlich auch die Themen Tod und Sterben behandelt wurden. Das ist für mich aber als Pluspunkt zu werten, denn es hat mir gezeigt, dass das Autorenduo - wie erwartet - einen grossen Erfahrungsschatz mit sich bringt und auf sehr verständliche Art und Weise ihr Fachwissen an Betroffene und ihre Angehörigen weitergeben können, um ihnen so ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln. Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass keine Frage offen geblieben ist und die Autoren das Thema Tod sehr breit abgedeckt haben.

Weniger gut gefallen hat mir, dass ich mit zunehmender Seitenzahl den Eindruck gewonnen habe, dass nicht ganz klar wird, an wen sich das Buch als Adressat richtet. Während die ersten beiden Kapitel  noch jeweils klar nach Betroffenen und Angehörigen gegliedert waren - was aus meiner Sicht absolut Sinn ergibt, da sich die Fragen sehr unterscheiden können - verliert sich dieses Schema im weiteren Verlauf leider etwas. Das fand ich etwas ungünstig, da ich das Gefühl hatte, es wurden plötzlich Fragen vermischt, die eher für Angehörige und andere, die eher für Betroffene gedacht waren. Ich hätte es rückblickend hilfreicher gefunden, wenn alle Fragen nach ihrer jeweiligen Zielgruppe geordnet worden wären.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft ein kleines Detail beim Beantworten der Fragen. Es kam leider sehr häufig vor, dass in einer Antwort ein wichtiges Thema angesprochen wurde, das für eine vollständige Erklärung notwendig gewesen wäre, es dann aber mit einem "darauf gehen wir genauer auf Frage XY ein" abgetan wurde. Das fand ich sehr ungünstig, denn wenn ich mitten im Absatz einer ausführlichen Antwort bin, blättere ich nicht einfach weiter, weil ich sonst komplett im Lesefluss gestört werde. Wenn so eine strikte Unterteilung nach Fragen gemacht wird, dann hätten die Autoren mindestens direkt in der nachfolgenden Frage darauf eingehen müssen. Das war aber leider nicht der Fall, so dass man vielleicht bei Frage 30 angekündigt bekommen hat, dass man in Frage 38 genauer auf ein Thema eingehen wird, dass auch für Frage 30 relevant gewesen wäre. Bis dahin hatte ich aber meistens schon wieder vergessen, was der Kern der Frage 30 gewesen ist. Die Reihenfolge der Fragen fand ich deshalb manchmal etwas ungünstig gewählt. Mich hätte es nicht gestört, wenn sich die Autoren hin und wieder wiederholt hätten und ihre Antworten teilweise redundant ausgefallen wären, denn es ist schliesslich nachvollziehbar, dass der Tod ein so komplexes Thema sein kann, dass es sich nicht mit einer simplen Antwort erklären lässt und viele Antworten ähnlich ausfallen können.

Fazit:

"99 Fragen an den Tod" beschäftigt sich genau mit dem, was der Titel ankündigt: Fragen, die sich rund um die Themen Tod und Sterben drehen. Das Buch dient als "Leitfaden für ein gutes Lebensende" und richtet sich sowohl an Betroffene, die die Diagnose einer unheilbaren Erkrankung erhalten haben, sowie auch deren Angehörige, die ihre:n Liebste:n vor und während dem Sterbeprozess begleiten. Das Buch wurde von zwei Fachpersonen geschrieben, die selbst in der Palliativmedizin und in einem Hospiz tätig sind und ihr Fachwissen und ihren Erfahrungsschatz auf sehr verständliche Weise weitergeben. Das Buch ist wirklich sehr gut recherchiert und deckt in meinen Augen die wichtigsten Bereiche rund um das Thema Tod ab. Schade fand ich nur, dass die Einteilung der Fragen etwas geschickter gewählt hätte werden können, denn leider wird nicht immer ganz klar, an wen sich die jeweiligen Fragen und Antworten nun richten sollen. Von mir gibt es deshalb 4 Sterne und eine Leseempfehlung für Betroffene und Angehörige, die sich mit dem Tod auseinandersetzen wollen oder müssen.
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(© Kösel)

Schöner streiten* Der kleine Paarberater
von Berit Brockhausen

Bewertung: ★★★★☆

Nonfiction, Self-Help, 48 Seiten
Erscheinungsdatum: 03. Oktober 2016
Verlag: Kösel


*Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Kösel Verlag.

Inhaltsangabe:
Selbst glückliche Paare haben mal Krach. Sie beherrschen aber die Kunst der Auseinandersetzung besser, oder können, kurz gesagt, schöner streiten. Wie das gehen kann, zeigt die erfahrene Paarberaterin Berit Brockhausen in diesem Buch praktisch und mit viel Humor. Dabei erfährt man, wie man den Ursachen für Streit auf die Spur und miteinander ins Gespräch kommt, wie es gelingt, den anderen zu verstehen und sich selbst verständlich zu machen, wie jeder erfolgreich Konflikte lösen kann und die Beziehung trotzdem rund läuft. (© Kösel)

Meine Meinung:

Ich glaube, ich kann davon ausgehen, dass jede:r schon einmal einen Streit in irgendeiner Art von Beziehung erlebt hat und weiss, wie herausfordernd sowas manchmal sein kann. Obwohl man die Streitpunkte möglichst konstruktiv besprechen und im besten Fall lösen will, machen uns unsere Gefühle oftmals einen Strich durch die Rechnung und führen dazu, dass ein Konflikt möglicherweise hitziger oder vorwurfsvoller abläuft, als man es sich am Anfang vorgenommen hat.
Und genau diesem Thema widmet sich dieser kleine Paarberater und bringt uns Leser:innen auf knapp 50 Seiten näher, welche Strategien man anwenden kann, damit ein Streit nicht - oder zumindest nicht so schnell oder so häufig - eskaliert. 

Was mir besonders gut gefallen hat, war die Hervorhebung der verletzten Gefühle, die hinter einem Konflikt stecken können, in dem oftmals in der Hitze des Gefechts nur die Wut zum Ausdruck kommt. Anhand von alltagsnahen und verständlichen Beispielen schafft es die Autorin aufzuzeigen, dass hinter der Wut meistens ganz andere Gefühle stecken, wie etwa Verletzung oder Angst, dem:der andere:n nicht mehr wichtig zu sein. Leider ist es schwierig, diese sekundären Gefühle auf Anhieb zu erkennen und sich in einem Streitgespräch nicht von seiner Wut leiten zu lassen - erst recht, wenn das Gegenüber sich auch angegriffen fühlt und mit Vorwürfen reagiert. So können sich Streitgespräche hochschaukeln, dass letztendlich beide frustriert aus dem Gespräch gehen. Und sehr oft ist auch nur eine Kleinigkeit der Auslöser (wie etwa die Schuhe, die man mal wieder im Flur hat stehen lassen), die das Fass zum Überlaufen gebracht hat.

Die Botschaft der Autorin ist sehr klar: Sie normalisiert Konflikte in Partnerschaften und zeigt auf, dass Streitereien in jeder (guten) Beziehung vorkommen, da immer zwei Personen aufeinander treffen, die unterschiedliche Vorstellungen und Bedürfnisse haben können. Wichtig ist es, darüber sprechen zu können und im besten Fall Kompromisse zu finden. 
Im Buch sind dazu konkrete Übungen enthalten, die einem dabei helfen sollen, Streitgespräche auf konstruktivere Weise zu lösen - also kurz gesagt: um schöner zu streiten. Die Übungen sind sehr klar und verständlich beschrieben, setzen aber meiner Meinung nach eine grosse Selbstreflexionsfähigkeit voraus, die sich im Buch leichter anhört, als sie es in der Realität vielleicht ist. 
Das Buch liefert aber insgesamt ein paar gute Inputs, wie man regelmässig üben kann, damit Streitgespräche nicht eskalieren. Wobei darauf hingewiesen werden muss, dass zu einem Streit immer zwei gehören und man als Einzelperson gewisse Voraussetzungen schaffen kann, damit ein Streit nicht (so schnell) eskaliert. Das bedeutet aber nicht, dass der andere sich dann auch zwingend daran halten muss. Gerade wenn das Gegenüber schnell Vorwürfe macht, stelle ich es mir sehr herausfordernd und schwierig vor, nach den Anleitungen aus dem Buch vorzugehen. Damit ein Streit "schöner" verlaufen kann, braucht es also immer die Mitarbeit von beiden Parteien und auch die Bereitschaft, etwas ändern zu wollen. 
Ausserdem setzen die Übungen ein bisschen voraus, dass man nicht nur Teilnehmer:in eines Streitgesprächs ist, sondern gleichzeitig auch permanent auf der Meta-Ebene die eigenen Gefühle und das eigene Verhalten, genauso wie die des Gegenübers reflektieren soll. Das mag in der Theorie einleuchtend klingen, ist aber erfahrungsgemäss in der Realität extrem schwierig. Bei sehr festgefahrenen Konflikten empfiehlt sich deshalb oftmals auch eine Paarberatung, in der eine Fachperson als Mediator dient und genau diese Rolle einnehmen kann. Dieser Hinweis hat mir in diesem Buch etwas gefehlt.

Fazit:

"Schöner streiten" enthält genau das, was der Titel verspricht. Auf knapp 50 Seiten erläutert die Autorin, was hinter Paarkonflikten stecken kann und welche Strategien und Möglichkeiten es gibt, um bei ein Streitgespräch konstruktiver zu gestalten. Was in der Theorie sehr einleuchtend und verständlich klingt, ist in der Realität aber oftmals herausfordernder - gerade weil viele der im Buch enthaltenen Übungen eine grosse Selbstreflexionsfähigkeit voraussetzen, die man nicht einfach als gegeben annehmen kann. Nichtsdestotrotz ein nettes, kleines Büchlein, das ich sicher auch mal Patient:innen mitgeben könnte, die ihr Konfliktverhalten in Beziehungen verändern möchten.
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(© The Dial Press)

Untamed
von Glennon Doyle

Bewertung: ★☆☆☆☆

Memoir, 302 Seiten
Erscheinungsdatum: 10. März 202
Verlag: The Dial Press


Inhaltsangabe:
In jeder Frau gibt es eine Stimme der Sehnsucht. Wir streben so unermüdlich danach, gut zu sein: gute Mütter, Töchter, Partner, Angestellte, Bürger und Freunde. Wir glauben, dass all dieses Streben uns lebendig fühlen lässt. Stattdessen hinterlässt es bei uns ein Gefühl von Müdigkeit, Stagnation, Über- und Unterforderung. Wir schauen auf unser Leben, unsere Beziehungen und unsere Welt und wundern uns: Sollte das nicht alles viel schöner sein als das hier?

Meine Meinung:

Anmerkung: Ich habe das Ebook bei 48% abgebrochen.

Gleich vorweg muss ich erwähnen, dass ich bisher weder jemals etwas von Glennon Doyle gehört, noch von ihr gelesen habe. Bis zu diesem Buch war sie mir also gänzlich unbekannt, weshalb ich auch behaupten kann, dass ich mich unvoreingenommen auf das Buch einlassen konnte. Und das war wohl ein Fehler, denn dadurch blieb mir schleierhaft, warum dieses Buch so gehyped wird.

Das Buch ist eine Mischung aus Memoiren und Selbsthilfe. Ersteres hätte mich durchaus noch packen können, denn Doyle hat in ihrem Leben schon einiges erlebt, über das ich gerne mehr erfahren hätte. Sie hat nicht nur unter einer Bulimie und späteren Suchtproblemen gelitten, sondern hat nach drei gemeinsamen Kindern mit ihrem Mann festgestellt, dass sie vermutlich lesbisch - oder mindestens bisexuell - ist. Das allein würde genügend Stoff für eine Autobiografie liefern. Hier ging es der Autorin aber wohl eher darum, auf Grundlage ihrer Lebenserfahrungen irgendwelche Glückskeks-artigen Weisheiten von sich zu geben, und sich selbst zu beweihräuchern. Sie ist scheinbar nicht nur eine 1A Mutter, sondern auch eine fantastische Ehefrau und Bestseller-Autorin - und sie wird nicht müde, das in nahezu jedem der Kapitel zu erwähnen. Es freut mich ja, dass Doyle nach einem sehr steinigen Lebensweg zu einem neuen Selbstbewusstsein gefunden hat und endlich so sein kann, wie sie möchte, aber in diesem Buch kommt sie schlicht und ergreifend arrogant und selbstverliebt rüber. Scheinbar soll es um "Female Empowerment" gehen, aber das wurde für mich zu wenig deutlich. Die Kapitel sind zusammengewürfelte Anekdoten aus Doyles Leben, die auf mich nicht wirklich einen Sinn ergeben haben. Nach nahezu jedem Kapitel habe ich mich gefragt, was sie uns damit nun eigentlich sagen will.

Warum dieses Buch so gehyped wird, kann ich beim besten Willen nicht verstehen. Eine kurze Google Suche ergab, dass vor allem Schauspielerin Reese Witherspoon für das Buch geworben hat - wofür vermutlich ordentlich Geld geflossen ist. ;) Nachdem ich ein paar Interview-Ausschnitte mit der Autorin gesehen habe, ist sie mir nicht wirklich sympathischer geworden - eher im Gegenteil.
Ein Blick in die am meisten gelikted Goodreads Reviews hat mir dann gezeigt, dass ich mit meiner Meinung nicht allein da stehe. Es ist mir schleierhaft, wieso das Buch eine solche hohe Durchschnittsbewertung erhalten hat. Nach rund der Hälfte des Buches musste ich es schliesslich abbrechen.


Fazit:

Doyle hätte aus ihrer Lebensgeschichte viel machen können. Doch diese Selbstbeweihräucherung, die sie hier betreibt, war mir einfach zuwider. Ein Buch, das ich definitiv nicht weiterempfehlen kann.
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(© Kösel)

Rote Karte für den inneren Kritiker* Wie aus dem ewigen Miesmacher ein Verbündeter wird
von Jochen Peichl

Bewertung: ★★★☆☆

Self Help, 144 Seiten
Erscheinungsdatum: 28. Juli 2014
Verlag: Kösel


*Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Kösel Verlag.

Inhaltsangabe:
Innere Kritiker, Fehlerzähler und andere Quälgeister sind oft anstrengend und machen uns das Leben schwer. Jochen Peichl zeigt mit vielen Beispielen, wie wir sie in die Schranken weisen und gleichzeitig ihre Stärken kennen- und nutzen lernen. Der Test »Ihre inneren Kritiker« hilft zudem, lästige Miesmacher in konstruktive und hilfreiche Selbstanteile zu verwandeln.

Meine Meinung:

Dieses Buch hat mich nicht nur aus beruflichen, sondern auch als persönlichen Gründen angesprochen. Ich denke jede*r kennt diese Momente, in denen die innere selbstkritische Stimme in Erscheinung tritt und uns verunsichert. In der Psychotherapie wird diese Stimme oft als "Der innere Kritiker" bezeichnet, um sie fassbarer zu machen. Der innere Kritiker ist ein Anteil, der jeder Mensch von uns in mehr oder weniger ausgeprägter Form in sich trägt. Er hat nicht nur schlechte Seiten, sondern übernimmt auch eine Art Schutzfunktion oder kann unseren Ehrgeiz fördern. Problematisch wird es aber, wenn diese Stimme permanent da ist und uns abwertet, so dass wir im schlimmsten Fall unter ständigen Selbstzweifeln leiden, die natürlich wiederum mit einer schlechten Stimmung oder anderen psychischen Problemen einhergehen kann - den wer will schon ständig niedergemacht werden?

Jochen Peichl ist selbst ein ausgebildeter Facharzt für Psychotherapie und hat dieses Buch in erster Linie für Laien geschrieben, die sich mit ihrem inneren Kritiker auseinandersetzen wollen. Dabei stellt er nicht nur den einen inneren Kritiker vor, sondern gleich ein ganzes Team, das aus dem Kontrolleur, dem Perfektionisten, dem Antreiber, dem es Allen-Rechtmacher und dem Be- und Verurteiler besteht. Um herauszufinden, welche "Teammitglieder" bei einem selbst am aktivsten sind, kann man gleich zu Beginn einen Fragebogen ausfüllen, der sich am Ende des Buches befindet. Am Ende erhält man unterschiedliche hohe Punktzahlen, wobei es der Autor leider versäumt hat zu erläutern, was diese Punktzahlen nun genau zu bedeuten haben. Ich hatte überall eine Punktzahl von 41 bis 67 erreicht und wusste am Ende leider nicht genau, was ich damit nun anfangen soll.

Was nach der Einführung der verschiedenen Kritiker-Anteile folgt, sind Kapitel, die der Autor "Privatvorlesungen" nennt. Wer nun fürchtet, dass Peichl mit Fachjargon um sich wirft, den kann ich beruhigen. Es ist ihm tatsächlich gelungen, eine für Laien verständliche Einführung in das Thema der inneren Anteile zu geben, die in der Psychotherapie auch als "Ego States" bekannt sind und eine eigene Therapierichtung darstellen. Der Autor untermalt seine theoretischen Inputs jeweils mit Beispielen und einzelnen Illustrationen, was dafür sorgt, dass der Text abwechslungsreich und nicht allzu trocken wirkt. Neben dem Kritiker-Team führt er auch der Anteil des inneren verletzten Kindes ein, das oftmals eng mit dem inneren Kritiker zusammenhängt. Damit hat er einige wichtige Aspekte implementiert, die auch in der Psychotherapie verwendet werden.

Obwohl sich das Buch sehr verständlich und nachvollziehbar liest, hatte ich den Eindruck, dass viele der im Buch vorgestellten Übungen aus meiner Sicht eine grosse Reflexionsfähigkeit voraussetzen. Aus meiner praktischen Erfahrung weiss ich, dass es nicht so einfach ist, die verschiedenen Anteile einfach mal so zu identifizieren, sowie sie in einen biografischen Kontext zu setzen, um dann ihre ursprüngliche Funktion zu verstehen. Das setzt meiner Meinung nach oftmals eine längere Therapie voraus, die durch eine*n erfahrene*n Therapeut*in begleitet wird, der*die einem bei dieser schwierigen Aufgabe hilft. Die Übungen klingen auf den ersten Blick sehr simpel, aber allein schon die zweite Übung fand ich selbst für mich, als Psychotherapeutin in Ausbildung, die mehrere Selbsterfahrungsstunden hinter sich hat, zu anspruchsvoll, um sie mal eben einfach so durchzuführen. Der Autor bittet uns Leser*innen nämlich darum, eine Landkarte mit all unseren inneren Anteilen - insbesondere natürlich den inneren Kritikern - zu zeichnen und ihnen Namen zu geben. Ich denke, um das zu schaffen, muss man bereits Erfahrungen in der Ego-State Therapie mitbringen und seine inneren Anteile bereits kennen. Als kompletter Neuling in der Thematik, kann man sich schnell einmal verloren fühlen. Gerade weil man ja nicht mal weiss, welche möglichen inneren Anteile es überhaupt gibt.

Und das ist auch mein Hauptkritikpunkt am Buch. So flüssig und verständlich es sich auch lesen lässt, ich würde dieses Buch bloss Leuten empfehlen, die bereits Vorwissen in der Arbeit mit ihren inneren Anteilen mit sich bringen. Das Buch ist eine nette Ergänzung zur Therapie, aber als alleinstehendes Werk finde ich die Durchführung der Übungen zu komplex, selbst wenn sie sich auf den ersten Blick sehr leicht anhören.

Ein letzter Kritikpunkt gilt auch dem Aspekt des Untertitels "Wie aus dem ewigen Miesmacher ein Verbündeter wird". Er suggeriert, dass das Buch einem Lösungsansätze bietet, wie man seinen inneren Kritiker zu einem Freund machen kann. Tatsächlich besteht 90% des Buches aber eher auf theoretischen Grundlagen zu den Hintergründen des inneren Kritikers und lediglich das letzte Kapitel fasst kurz und knapp eine Intervention zusammen, wie man dem inneren Kritiker imaginativ begegnen könnte, um ihn zu einem Verbündeten zu machen. Damit kam mir dieser lösungsorientierte Teil definitiv zu kurz, zumal der Autor dazu sehr vereinfacht eine Technik aus der Traumatherapie erläutert, die sich IRRT nennt und in meinen Augen für unerfahrene Laien zu komplex ist, um sie allein mit der eigenen Vorstellungskraft durchzuführen, ohne dass dies zuvor von einem*einer Therapeut*in angeleitet wurde.

Fazit:

In "Rote Karte für den inneren Kritiker" befasst sich der ausgebildete Psychiater Jochen Peichl mit dem inneren Kritiker, den jeder Mensch in mehr oder weniger ausgeprägter Form in sich trägt. Er führt uns auf verständliche Weise in die theoretischen Grundlagen der Arbeit mit inneren Anteile ein (die in der Fachsprache auch als Ego-States Therapie bekannt ist) und ergänzt seine Texte mit nachvollziehbaren Beispielen. Obwohl sich das Buch für Laien sehr verständlich liest, würde ich das es allerdings nur Leuten empfehlen, die bereits Vorwissen in der Ego-States Therapie mit sich bringen. Die im Buch vorgestellten Übungen setzen schon eine sehr hohe Reflexionsfähigkeit voraus, für die aus meiner Sicht oftmals eine Therapie notwendig ist, um diese Teile überhaupt identifizieren zu können. Das Buch ist als Ergänzung zur Psychotherapie empfehlenswert, für absolute Neulinge aus meiner Sicht aber eher ungeeignet, weshalb ich es auch nicht unbedingt als "Selbsthilfebuch" betiteln würde. Aufgrund dieser Kritikpunkte kann ich abschliessend nur 3 Sterne vergeben.
8 Kommentare
(© Goldmann Verlag)

Gefühle besser verstehen*
von Cornelia Dehner-Rau & Luise Reddemann

Bewertung: ★★★★☆

Nonfiction, 320 Seiten
Erscheinungsdatum: 18. Juni 2019
Verlag: Goldmann


*Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Goldmann Verlag.

Inhaltsangabe:
Starke Gefühle bauen uns auf und drücken uns nieder. Sie machen uns Angst und sind doch unser größter Antrieb – der Motor unseres Lebens. Die beiden Autorinnen kennen dies aus jahrzehntelanger therapeutischer Praxis und erklären, wie sich Gedanken und Gefühle gegenseitig beeinflussen und welche Rolle Erinnerungen und Lebenserfahrungen spielen. Denn auch als negativ oder belastend empfundene Gefühle sind sinnvoll, wenn wir sie als Signale für notwendige Veränderungen begreifen. Bewusst und achtsam mit den eigenen Gefühlen umzugehen – das ist der Weg zu einem gesunden Selbst. (© Goldmann Verlag)

Meine Meinung:

Gefühle sind ein Thema, über die man wohl endlose Bücher schreiben könnte, weil sie so komplex sind, dass man sie nicht einfach in wenigen Worten erklären und verstehen kann. Da die Arbeit mit Emotionen ein grosser Teil meiner Arbeit ausmacht, war ich sehr neugierig auf dieses Buch, das von zwei ausgebildeten Psychiaterinnen geschrieben wurde. Wer dadurch befürchtet, dass das Buch nur aus Fachsprache besteht, den kann ich beruhigen: Das Buch richtet sich mit seinem sehr verständlichen Schreibstil hauptsächlich an Laien - also Leute, die noch kein Vorwissen im Bereich Psychologie der Emotionen mitbringen.

Mit diesem verständlichen Schreibstil, hat es wirklich Spass gemacht, das Buch zu lesen. Es werden Fragen erklärt, wie "Was sind Gefühle und wofür sind sie gut?" bis hin zu "Wie und wo entstehen Gefühle?". Dabei beziehen sich die Autorinnen auf wissenschaftliche Befunde und das Thema Emotionen wird nicht nur aus biologischer, sondern auch aus psychologischer Sicht näher beleuchtet und viele essenzielle Begriffe aus der Emotionsforschung finden ihre Erwähnung. Ich war beeindruckt davon, wie die Autorinnen es geschafft haben, mein komplettes Psychologiestudium so kompakt und verständlich auf wenigen Seiten zusammenzufassen. Das hat mir auch gezeigt, dass die beiden nicht nur wissen, wovon sie reden, sondern sich auch auf evidenzbasierte Theorien zum Thema Gefühle stützen, die auch an Universitäten gelehrt werden. Vieles davon war mir bereits bekannt, aber ich fand es sehr erfrischend, überblicksartig mein Wissen wieder aufzufrischen und gehe davon aus, dass es für Leser*innen, die kaum Vorwissen mitbringen, noch viel interessanter ist, so viele verschiedene Aspekte über Gefühle kennenzulernen.

Im weiteren Verlauf wird das Buch auch immer psychologischer (oder psychotherapeutischer) und es wird ausführlich darauf eingegangen, welche (psychischen) Folgen belastende Gefühle mit sich bringen können, die nicht selten ein zentrales Thema bei der Depressions- und/oder Angstbehandlung darstellen. Im Buch liefert das Autorenduo auch gleich einige praktische Übungen und Tipps, wie man anders mit (belastenden) Gefühlen umgehen kann. Die meisten Techniken werden auch tatsächlich so in Therapien vermittelt, was wiederum dafür spricht, dass hier wissenschaftlich fundierte Übungen beschrieben werden. Nichtsdestotrotz fand ich einige der beschriebenen Übungen etwas anspruchsvoll, um sie ohne Therapieerfahrungen alleine im Alltag umzusetzen. An einer Stelle wird zum Beispiel ein Stuhldialog beschrieben, den ich so nicht als selbstständig durchzuführende Übung empfehlen würde, wenn man das noch nie unter Anleitung einer Fachperson durchgeführt hat.

Insgesamt liefert das Buch aber einen sehr breit gefächerten, kompakten Überblick über das Thema Emotionen, das dem Titel "Gefühle besser verstehen" gerecht wird. Um aus diesem Wissen aber nun etwas zu machen und einen anderen Umgang mit seinen eigenen Gefühlen zu erlernen, muss aber vermutlich noch zusätzliche Literatur gelesen werden, denn dieser Aspekt kommt hier ein bisschen zu kurz. Doch die Autorinnen haben bereits vorgesorgt und eine umfangreiche Literaturliste mit Empfehlungen beigefügt, durch die man das eigene Wissen über Emotionen vertiefen und erweitern kann.

Fazit:

"Gefühle besser verstehen" wurde von zwei erfahrenen Psychiaterinnen geschrieben, die umfangreiche und wissenschaftlich gestützte Theorien und Befunde zur Emotionsforschung überblicksartig und auf sehr verständliche Art und Weise vermitteln. Ich kann das Buch allen empfehlen, die ihre eigenen Gefühle besser verstehen wollen. Nur die praktischen Übungen kamen für meinen Geschmack etwas zu kurz und sind aus meiner Sicht teilweise zu anspruchsvoll, um sie ohne therapeutische Anleitung durchzuführen. Insgesamt aber ein empfehlenswertes Buch zum Thema Gefühle.
Keine Kommentare
(© arsEdition)

#stayathome. 99 Ideen gegen Langeweile zu Hause*

Bewertung: ★★★★☆

Nonfiction, 96 Seiten
Erscheinungsdatum: 28. April 2020
Verlag: arsEdition


*Danke für das digitale Rezensionsexemplar von Netgalley.

Inhaltsangabe:
Gerade ist unser Alltag durch die Krise völlig durcheinandergewirbelt. Wir sitzen zu Hause und sind auf uns selbst und unsere nächste Familie zurückgeworfen. Homeoffice, Kurzarbeit und Einschränkungen vieler Aspekte unseres gewohnten Lebens sind von einem Tag auf den anderen über uns hereingebrochen. Damit dir in dieser schwierigen Situation nicht gleich die Decke auf den Kopf fällt, gibt es jetzt dieses Buch. Hier findest du 99 Anregungen, wie du deine innere Ruhe wiederfinden und eine positive Einstellung zum Hier und Jetzt gewinnen kannst. Ausserdem gibt es dir – oder als Geschenk jemandem, der dir am Herzen liegt – wertvolle Inspirationen, um die schnell aufkommende Langeweile fernzuhalten und kleine Perspektiven und Lichtblicke zu gewinnen. (© arsEdition)

Meine Meinung:

Ich glaube mit der Situation, die im Titel dieses Buches beschrieben wird, ist oder war in den letzten Wochen fast jeder konfrontiert. Ich konnte zu meinem Glück weiterhin an meinem Arbeitsplatz arbeiten und hatte dadurch zumindest unter der Woche eine Tagesstruktur. Die Wochenenden sind allerdings ohne Sozialkontakte und Ausflüge sehr lange und einsam geworden, deshalb hat mich die Idee dieses Buches sofort angesprochen.

Die Aufmachung ist wirklich sehr schön geworden und die 99 versprochenen Ideen wurden mit ansprechenden Illustrationen, Fotos und wundervollen Farbkombinationen zusammengestellt. Das macht das Durchblättern durch die verschiedenen Anregungen sehr angenehm. Ich kann mir vorstellen, dass das Buch als Print noch einmal viel schöner wirkt, als die PDF-Datei, die ich bekommen habe.

Die Ideensammlung an sich konnte mich ebenfalls positiv überraschen. Zunächst war ich etwas skeptisch, weil die ersten beiden Ideen ("Telefonieren" und "Einen Beauty-Tag einlegen") den Eindruck erweckt haben, dass nur Sachen aufgezählt werden, die so naheliegend sind, dass ich dafür kein Buch als Inspiration gebraucht hätte. Aber danach folgten doch einzelne sehr innovative Vorschläge, die ich für diese Corona-Zeit in Selbstisolation sehr hilfreich gefunden habe. Von praktischen Ideen, bis hin zu Achtsamkeitsübungen ist eine bunte Mischung dabei, sodass jeder für sich ein paar Dinge herauspicken kann, die er vielleicht schon lange mal (wieder) machen wollte, aber bisher nie die Zeit dafür gefunden hat.

Das Buch eignet sich als eine schöne Geschenkidee für Menschen, die im Moment vielleicht besonders Mühe haben, in der aktuellen Situation Beschäftigungen für Zuhause zu finden. Wer selbst kreativ ist und sich gut alleine beschäftigen kann, wird vielleicht viele Dinge als Wiederholung finden, die er oder sie sowieso schon kennt. Insgesamt aber trotzdem eine schöne Idee, die hinter diesem Buch steckt.

Fazit:

"#stayathome" gilt aktuell wohl für die meisten von uns und deshalb kommen diese 99 Ideen gegen Langeweile zu Hause gerade richtig. Das Buch bietet eine bunte Mischung an Vorschlägen, wie man sich alleine Zuhause beschäftigen kann. Einige Anregungen sind sehr naheliegend, andere fand ich wiederum sehr innovativ und hilfreich. Das Buch ist eine nette Geschenkidee mit einer sehr schönen Aufmachung, die sich vor allem für Menschen eignet, die Mühe haben, Ideen für Aktivitäten den eigenen vier Wänden zu finden. Eine nette Ideensammlung, die von mir 4 Sterne erhält.
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Schweizerin. Liebt Bücher. Bevorzugte Genres: Young Adult, (Urban) Fantasy, Dystopia, Thriller, (Historical) Fiction.

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