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between the lines.

(© Lübbe Audio)

In all seinen Farben
von George Lester
Gelesen von Dirk Petrick

Bewertung: ★★★☆☆

YA Contemporary 
Spieldauer: 10 Stunden 8 Minuten
Erscheinungsdatum: 25. Juni 2021

Verlag: Lübbe Audio

Inhaltsangabe:
In Robin Coopers Leben läuft gerade nichts, wie es sollte: Während sich alle anderen schon aufs College vorbereiten, häufen sich bei ihm die Absagen. Für Robin bricht eine Welt zusammen, als sein grosser Traum von der Schauspielschule zerplatzt und er plötzlich ohne Plan für die Zukunft dasteht. Und dann ist da auch noch die Sache mit seinem Freund Connor, der sich nicht offen zu ihm bekennt. Alles ganz schön kompliziert! Doch als ihn seine Clique an seinem 18. Geburtstag in eine Drag-Queen-Show schleppt, realisiert Robin, dass das Leben manchmal ganz eigene Pläne macht ...

Meine Meinung:

Dieses Buch ist mir auf einigen Buchblogs begegnet und als ich das Hörbuch zufällig auf Spotify entdeckt hatte, habe ich mich aufgrund der positiven Rezensionen entschieden, es mir für meine Queere Lesechallenge anzuhören.

Ich finde es toll, dass in Bücher aus dem Young Adult Genre immer mehr Diversität vertreten ist. In diesem Buch hier geht es um Drag Queens - ein Thema, das mir bisher zum ersten Mal überhaupt in einem Jugendbuch begegnet ist und deshalb positiv hervorgehoben werden muss.
Doch leider war es das dann auch schon fast mit den positiven Aspekten, denn abgesehen vom Thema hat mich weder die Handlung, noch die Charaktere so wirklich vom Hocker gehauen.

Ich finde queere Charaktere wichtig und toll, nur trägt das allein für mich noch kein ganzes Buch. Ich hatte den Eindruck, dass die Story mehrheitlich vor sich hinplätschert und es - bis auf ein, zwei kleinere Teeniedramas - an Spannung fehlt.
Auch die Drag Queen Shows haben leider gar nicht einen so grossen Teil eingenommen, wie ich es mir erhofft hätte und das meiste bestand gefühlt daraus, dass der Autor beschreibt, welches Make-Up Robin aufträgt. Das ist vielleicht etwas, was als Youtube-Schmink-Tutorial interessant anzusehen ist, aber für mich in (Hör-)Buchform einfach nicht funktioniert hat, weil es einfach uninteressant für mich war zu lesen, wie viel Contouring Robin aufträgt. Ich gehe mal davon aus, dass das Auftreten als Drag Queen aus mehr besteht, als bloss ein bisschen Schminke. Und genau dieser ganze emotionale Teil hat mir gefehlt. Es wird zwar angedeutet, dass Robin durch sein neues Hobby an mehr Selbstbewusstsein gewinnt, aber die Beschreibungen haben nur an der Oberfläche gekratzt und der Autor hat das Potenzial des Themas in meinen Augen nicht annähernd genutzt. Und das war sehr überraschend, denn laut der Autorenbio auf Goodreads, handelt es sich um ein Own Voice Roman, bei dem ich etwas tiefere Einblicke in die Thematik erwartet hätte.
Die Oberflächlichkeit ist leider etwas, das sich durch das ganze Buch durchzieht. Die Charaktere sind allesamt ziemlich eindimensional und stereotyp und auch die kleinen Teeniedramen haben auf mich sehr konstruiert gewirkt.

Leider konnte mich dieses Mal auch der Hörbuchsprecher nicht überzeugen. Und das lag hauptsächlich an seiner individuellen Interpretation der einzelnen Charaktere. Immer wenn jemand anderes als Robin spricht, verstellt er seine Stimme und gerade bei den weiblichen Charakteren war das eine Zumutung für meine Ohren. Petrick versucht absichtlich höher zu sprechen, was dazu führt, dass man das Gesprochene kaum ernst nehmen kann, weil es sich so anhört, als würde jemand die Sätze vorlesen, um sich über das Gesagte lustig zu machen. Jedes Mal, wenn Robins Mutter ihre ernst gemeinte Sorge gegenüber ihrem Sohn ausdrücken möchte, macht der Sprecher mit seiner verstellten Stimme den Anschein, als ob er sie damit ins Lächerliche ziehen möchte, obwohl ihre Aussagen ernst gemeint sind. Ich weiss nicht, was der Sprecher sich dabei gedacht hat, aber von einem männlichen Erzähler erwarte ich nicht, dass seine Stimme bei weiblichen Charakteren wie eine Frau klingen muss. Und der Versuch, dies zu erreichen, war alles andere als angenehm zum Zuhören.

Insgesamt hat mich das Buch also leider nicht so begeistert, wie ich es mir bei einem Own Voice Roman erhofft habe.

Fazit:

"In all seinen Farben" widmet sich dem Thema Drag Queens, was anfangs sehr vielversprechend geklungen hat. Obwohl es sich um einen Own Voice Roman handelt, musste ich dann aber leider sehr bald feststellen, dass die Handlung nicht so richtig in die Gänge kommen will und das Thema nur sehr oberflächlich behandelt wird. Auch die Charaktere wirken leider ziemlich eindimensional und konnten mich nicht richtig überzeugen. Ich finde das Thema des Buches wichtig und es repräsentiert Diversität, aber ich hätte mir eine etwas tiefergehende Auseinandersetzung mit dem Thema Drag Queen (Shows) erhofft. Und leider war auch der Sprecher teilweise eine Zumutung, sodass ich das Hörbuch leider nicht wirklich weiterempfehlen kann. Von mir gibt es deshalb 2.5 Sterne.
8 Kommentare
(© Argon)

Mein Herz und andere schwarze Löcher
von Jasmine Warga
Gelesen von  Inka Löwendorf

Bewertung: ★★★★☆

YA Contemporary, Audiobook 
Spieldauer:  7 Stunden und 17 Minuten
Erscheinungsdatum: 23. April 2015

Verlag: Argon Audio

Inhaltsangabe:
Wenn dein Herz sich anfühlt wie ein gähnendes schwarzes Loch, das alles verschlingt, welchen Sinn hat es dann noch, jeden Morgen aufzustehen? Aysel will nicht mehr leben – sie wartet nur noch auf den richtigen Zeitpunkt, ihrem Leben ein Ende zu setzen. Als sie im Internet Roman kennenlernt, scheint er der perfekte Komplize für ihr Vorhaben zu sein. Doch während die beiden ihren gemeinsamen Tod planen, spürt Aysel plötzlich, wie sehr sich auf die Treffen mit Roman freut, wie hell und leicht ihr Herz sein kann. Und plötzlich ist der Gedanke, das alles könnte plötzlich ein Ende haben, vollkommen unerträglich. Aysel beginnt zu kämpfen. Um ihr Leben. Um sein Leben. Und um ihre gemeinsame Liebe.

Meine Meinung:

Dieses Buch ist mir seit dem Erscheinungstermin vor einigen Jahren immer wieder aufgefallen und als ich es vor kurzem auf Spotify als Hörbuch entdeckt habe, habe ich mich spontan dazu entschieden, mir die Geschichte anzuhören. Ich habe mich vorgängig gar nicht so richtig mit dem Inhalt des Buches auseinander gesetzt und war dann überrascht zu erfahren, worum es geht. An dieser Stelle ist eine Triggerwarnung angebracht, denn im Buch (und in der nachfolgenden Rezension) wird das Thema Suizid(alität) behandelt. 

Und damit wären wir auch direkt beim Einstieg in die Geschichte, die aus Sicht von Protagonistin Aysel erzählt wird. Man erfährt, dass Aysels Vater etwas Schlimmes angerichtet hat, wofür er im Gefängnis gelandet ist. Dieses Ereignis war für Aysel so prägend, dass sie seither (stellvertretend für ihren Vater) an Schuldgefühlen leidet und sie aufgrund ihres Leidensdrucks einen Suizidwunsch entwickelt hat. Auf ihrer Arbeit entdeckt sie bei einer Googlerecherche eines Tages eine Seite für "Suizidpartner:innen". Grob erklärt, kann man auf dieser Seite eine Kontaktanzeige schalten, um gemeinsam mit einem anderen Menschen aus dem Leben zu scheiden. Aysel wird sehr rasch fündig und lernt so den gleichaltrigen Teenager Roman kennen, der auch Suizid begehen will - ebenfalls aus Schuldgefühlen nach dem Tod eines Familienmitglieds. Gemeinsam vereinbaren die beiden einen Termin in nicht allzu langer Zukunft, an dem sie sich gemeinsam suizidieren wollen.

Ich muss gestehen, dass ich am Anfang etwas überrascht war, wie ungeschönt die Autorin mit dem Thema Suizid umgeht. Man wird relativ unvorbereitet mit der Thematik konfrontiert und erfährt sehr detailliert von Aysels Suizidplänen. Es ist auf der einen Seite zwar sehr lobenswert, wie ehrlich und direkt das Thema Suizid hier behandelt wird, auf der anderen Seite kann das Thema aber leider gerade dadurch sehr triggernd sein, vor allem wenn die Zielgruppe Jugendliche sind (von denen einige womöglich selbst an einer Depression leiden). Problematisch fand ich aus psychologischer Sicht, dass es zu Beginn ein bisschen so wirkt, als würden Aysels Ansichten zum Thema Suizid glorifiziert werden und es kann dadurch fälschlicherweise die Botschaft übermittelt werden, dass Suizid tatsächlich eine Lösung ist, um das eigene Leiden und die eigenen Schuldgefühle loszuwerden. Leider ging mir persönlich ein bisschen der Aspekt unter, dass Suizid endgültig ist, und es dadurch eben KEINE Lösung für Probeme darstellt. Vielmehr sollte man sich (professionelle) Hilfe holen, um einen Umgang mit den schwierigen Gefühlen, den Suizidgedanken, den Problemen oder ganz generell mit der depressiven Erkrankung zu finden. Doch das geht hier im Buch leider völlig unter.
Mir war klar (oder ich hatte es zumindest gehofft), dass es nicht die Intention der Autorin ist, Suizid zu glorifizieren und das Buch im weiteren Verlauf (hoffentlich) eine Richtung einnehmen wird, die Hoffnung vermittelt, aber bis zu diesem Punkt im Buch muss man es erst mal schaffen.

Der weitere Verlauf des Buches fokussiert sich auf die neue Freundschaft zwischen Aysel und Roman. Die beiden verbringen bis zu ihrem geplanten Todestag viel Zeit gemeinsam und dadurch erfährt man als Leser:in auch mehr über ihre jeweiligen Hintergrundgeschichten und was dazu geführt hat, dass sie gegenwärtig an einer Depression mit Suizidgedanken leiden. Die gemeinsamen Treffen sorgen dafür, dass etwas mehr Lockerheit und jugendliche Unbeschwertheit Einzug in die Geschichte hält und man kann beobachten, wie sich Aysel und Roman allmählich näher kommen.
Ich möchte nicht spoilern, aber ihr könnt euch denken, wie sich die Geschichte zwischen den beiden weiterentwickelt. Ich fand es zwar schön zu sehen, wie sich sie sich gegenseitig Halt geben und einander besser kennenlernen, aber gleichzeitig hatte das bei mir auch einen faden Beigeschmack, denn vor allem Aysel scheint es gut zu tun, Zeit mit Roman zu verbringen und nach und nach verschwinden ihre depressiven Gedanken und sie gewinnt an mehr Lebensfreude. Es kann zwar durchaus sein, dass eine neue Beziehung oder sich neu zu verlieben einen positiven Einfluss auf die eigene Stimmung haben kann, aber hier scheint es fast so, als müsste man sich einfach verlieben, und dann sind alle Probleme wie weggeblasen. Leider funktioniert das bei einer Depression in den meisten Fällen nicht einfach so, was bei mir die Vermutung aufkommen lässt, dass Aysel gar nicht an einer Depression gelitten hat, sondern sie eher in Selbstmitleid versunken ist und ihre Suizidpläne einen eher appellativen Charakter hatten und sie ernsthaft vor hatte, sich das Leben zu nehmen. Im Gegenzug dazu, sieht die Situation bei Roman dagegen ganz anders aus. Ich fand, dass es hier der Autorin sehr gut gelungen ist, eine depressive Symptomatik abzubilden und Romans Leidensdruck realitätsgetreu zum Ausdruck zu bringen. Das zeigt sich dann auch darin, dass er zwar auch Gefühle für Aysel entwickelt, dies aber nicht dazu führt, dass sich seine Stimmung radikal verbessert und er plötzlich von seinem Suizidplan abkommt. Und genau das zeigt auf, wie wichtig es ist, sich professionelle Hilfe zu holen, wenn man an Suizidgedanken und/oder einer depressiven Stimmung leidet. 

Alles in allem hat mich die Geschichte aber dennoch emotional berührt und mich gut unterhalten. Ich fand es wunderschön und auch tragisch, die beiden Jugendlichen mit ihrem Schmerz zu begleiten und fand es schön, dass sich der Autorin einem so wichtigen Thema in ihrem Buch widmet und es sich eben nicht um einen platten Young Adult Plot handelt, sondern die Story tatsächlich Tiefgang hat. Meine Kritikpunkte sind eher auf hohem Niveau und aus fachlicher Sicht einer Psychologin zu verstehen. Ich fand es nur schade, dass die Autorin den Aspekt von professioneller Hilfe bei Depressionen und Suizidgedanken nahezu völlig ausser Acht gelassen hat und beide Teenager mit ihrem Schmerz alleine gelassen wurden. Es wurde nur die Option Suizid oder kein Suizid thematisiert. Es gibt aber durchaus noch weitere Optionen, die hätten erwähnt werden sollen - und eine davon, die wissenschaftlich nachweisslich erfolgsversprechend ist, ist es sich psychiatrische oder psychotherapeutische Unterstützung zu holen.

Fazit:

"Mein Herz und andere schwarze Löcher" erzählt die Geschichte zweier Jugendlicher, die aufgrund eines jeweils tragischen Erlebnisses in ihrer Vergangenheit mit Suizidgedanken zu kämpfen haben. Die Autorin widmet sich damit einem sehr wichtigen, und auch emotional berührenden Thema. Aus fachlicher Sicht, hatte ich beim Hören manchmal die Befürchtung, dass die Botschaft falsch interpretiert werden könnte, sodass es an der einen oder anderen Stelle sicher etwas Verbesserungspotenzial gegeben hätte, um diese Missverständnisse zu vermeiden. Aber alles in allem hat mir das Buch gerade aufgrund der Thematik gut gefallen. Nur eines ist abschliessend wichtig zu erwähnen: Holt euch unbedingt professionelle Hilfe, wenn ihr unter Depressionen leidet! Denn das geht hier im Buch leider ein bisschen unter.
8 Kommentare
(© dtv)

Als ich Amanda wurde
von Meredith Russo

Bewertung: ★★★★☆

YA Contemporary, 304 Seiten
Erscheinungsdatum: 08. September 2017
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft


Inhaltsangabe:
Amanda Hardy hieß nicht immer Amanda. Früher war sie Andrew. Jetzt hat sie endlich die Operationen und die lange Hormontherapie hinter sich und ist auch biologisch ein Mädchen. Bei ihrem Vater in Tennessee, wo niemand sie kennt, möchte sie ein neues Leben beginnen. Zunächst scheint das auch zu klappen: Plötzlich gibt es Freundinnen statt Mobbing und bewundernde Blicke von Klassenkameraden. Doch dann verliebt sich Amanda. So richtig. Mit Grant erlebt sie eine wunderschöne Zeit. Er vertraut ihr und eigentlich will Amanda auch ihm vertrauen und ihm von ihrem früheren Leben erzählen. Nur wie? Amanda setzt auf Zeit – ein gefährliches Spiel ...

Meine Meinung:

Dieses Buch habe ich für meine "4*+ Rating Challenge" gelesen und habe ehrlicherweise noch nie zuvor etwas davon gehört. Ich habe mich dementsprechend ohne Erwartungen auf das Buch eingelassen und wurde positiv überrascht.

Erzählt wird die Geschichte von Amanda Hardy, einer jungen Frau, die nach einem schrecklichen Erlebnis in ihrer alten Schule zu ihrem Vater in eine andere Stadt umzieht. Als Leser*in begleitet man die Protagonistin dabei, wie sie sich in ihrer neuen Schule einlebt und wie sie neue Freundschaften schliesst. Hintergrund für den Umzug und das Mobbing, dass Amanda erlebt hatte, war der Umstand, dass sie Transgender ist. Und damit hat nicht nur sie selbst, sondern auch ihr Vater zu kämpfen.
Die Geschichte wird abwechselnd mit Kapiteln aus der Gegenwart und der Vergangenheit erzählt, wobei die vergangenen Erlebnisse nach und nach aufdecken, wie es zum Umzug kam und wie nicht nur Amanda, sondern auch ihre Eltern mit dem Thema Transgender umgegangen sind.
Im Gegensatz zu den vielen schwierigen Erfahrungen, die die Protagonistin in der Vergangenheit machen musste, vermitteln die Kapitel aus der Gegenwart einen eher positiven Vibe. Amanda findet nicht nur sehr schnell neue Freundinnen, sie verliebt sich auch in einen Jungen, der ihre Gefühle erwidert - ohne, dass er weiss, dass Amanda Transgender ist. Und sie hadert damit, wie sie es ihrem neuen Schwarm erzählen soll...

Das Besondere an diesem Buch ist, dass es sich um einen Own Voice Roman handelt. Das bedeutet, dass die Autorin selbst Transgender ist und teilweise eigene Erfahrungen in die Geschichte mit einfliessen lässt. Dadurch fiel es mir relativ leicht einen Zugang zu Amanda zu finden und mit ihr mitzufühlen. Die schwierigen Erlebnisse aus Amandas Vergangenheit, die nicht nur Gewalt, sondern auch sexuelle Übergriffe beinhalten, werden nur angedeutet, nie aber explizit ausgeschrieben. Doch allein diese vage Vorstellung hat ausgereicht, dass bei mir Mitgefühl ausgelöst wurde. Und auch das Gefühl von Ungerechtigkeit.

Der einzige Kritikpunkt, der mich gestört hat, war der, dass einige Aspekte aus Amandas Leben "schöngefärbt" wurden und viele Schwierigkeiten, mit denen sich Trans Menschen auseinandersetzen müssen, ausser Acht gelassen wurden. Die Autorin schreibt dazu aber in einem Nachwort an ihre Leser*innen, dass sie dies ganz bewusst gemacht hat, weil sie möglichst wenig Angriffsfläche bieten wollte, dass Amanda nicht als Frau angesehen werden würde. So hatte Amanda zum Beispiel die Möglichkeit, bereits vor Einsetzen ihrer Pubertät entsprechende Hormone zu nehmen und auch die Finanzierung für geschlechtsangleichende Operationen stellten kein Problem dar, obschon gerade dies scheinbar für viele Trans Menschen in den USA eine grosse Hürde darstellt. Ich kann Russos Entscheidung zwar nachvollziehen und akzeptieren, fände es aber gerade wichtig, das Thema Transgender so realistisch wie möglich zu schildern und nicht Schwierigkeiten unter den Teppich zu kehren, die damit einhergehen, nur damit wir Cis Menschen Amanda als Frau wahrnehmen - denn genau das ist sie doch auch ohne diese Schönfärberei.

Fazit:

In diesem Own Voice Roman lässt Meredith Russo ihre eigenen Erfahrungen mit einfliessen und erzählt die Geschichte einer jungen Trans Frau, die nach schlimmen Erfahrungen in ihrer Vergangenheit, an einen neuen Wohnort zieht und neue Freundschaften an ihrer neuen Schule schliesst. Während die Gegenwart viele schöne Überraschungen für die Protagonistin bereithält, wird abwechselnd in Kapiteln zu ihrer Vergangenheit beleuchtet, mit welchen schwierigen Erlebnissen Amanda aufgrund ihres Andersseins zu kämpfen hatte. Ein sehr bewegender Roman, der stellenweise (bewusst von der Autorin) etwas "schöngefärbt" wurde, was in meinen Augen nicht notwendig gewesen werde. Ein empfehlenswerter Roman zum Thema Transgender, der von mir 4 Sterne erhält.
5 Kommentare
(© Viking Books for Young Readers)

If I'm Being Honest
von Emily Wibberley & Austin Siegemund-Broka

Bewertung: ★★★★★

YA Contemporary, 370 Seiten
Erscheinungsdatum: 23. April 2019
Verlag: Viking Books for Young Readers 



Inhalt:
Obwohl Cameron Bright zu den beliebtesten Schülerinnen an einer privaten Highschool in Los Angeles gehört, lässt sich ihr Ruf mit einem Wort zusammenfassen: Bitch. Grund dafür ist ihre brutale Ehrlichkeit. Doch trotz ihrer Popularität gelingt es ihr nicht, ihren Schwarm Andrew für sich zu gewinnen - noch viel schlimmer: Durch ein Missgeschick bringt sie ihn sogar gegen sich auf. Um ihren Fehler rückgängig zu machen, beschliesst Cameron sich zu "zähmen", analog zur widerspenstigen Katherine aus Shakespeares Stück "Der Widerspenstigen Zähmung", das sie gerade für die Schule lesen muss. Camerons Ziel ist es, bei allen, denen sie jemals Unrecht getan hat, Wiedergutmachung zu leisten, um so Andrew wieder für sich gewinnen zu können. Ihre Entschuldigungstour beginnt bei Brendan, dem Jungen, dessen gesellschaftliches Leben sie im Alleingang zerstört hat. Anfangs verzeiht Brendan ihr nicht so schnell, doch ein Computerspiel sorgt schliesslich dafür, dass sie sich immer besser verstehen. Zu Camerons Erstaunen geniesst sie es sogar, mit Brendan zusammen zu sein; er schätzt ihre Ehrlichkeit auf eine Art und Weise, wie es Andrew nie getan hat, und sie fragt sich: Vielleicht sollte man für die Art von Liebe, die man verdient, nicht kompromittieren müssen, wer man ist.

Meine Meinung:

Dieses Buch war das erste, das ich für meine "4*+ Rating Challenge" gelesen habe und es hat sich direkt als Volltreffer entpuppt. Die Story wird als eine Mischung zwischen "Mean Girls" und "Der Widerspenstigen Zähmung" von Shakespeare bezeichnet, wobei die meisten Rezensent*innen eher eine Ähnlichkeit zu "10 Dinge, die ich an dir hasse" sehen. So oder so, konnte das Autorenduo mich mit der Handlung absolut für sich gewinnen.

Im Fokus der Geschichte steht die Highschool Schülerin Cameron Bright, die aus meiner Sicht in der Inhaltsangabe unsympathischer dargestellt wird, als sie es eigentlich ist. Cameron ist zwar brutal ehrlich, hat aber auch eine sehr liebenswerte Seite, die vor allem ihre besten Freundinnen zu Gesicht bekommen. Ihre Ehrlichkeit ist per se eigentlich nichts Schlechtes, führt aber dazu, dass sie Paige, ein Mädchen aus ihrer Schule, beleidigt, die ausgerechnet mit ihrem Schwarm Andrew befreundet ist. Andrew geht daraufhin verständlicherweise auf Distanz, weshalb Cameron sich entschliesst, Wiedergutmachung zu leisten. Anfangen will sie damit bei Paige, doch die gibt ihr unmissverständlich zu verstehen, dass sie nicht gewillt ist, ihr zu verzeihen. Cameron will es deshalb auf Umwegen versuchen, indem sie Paiges Bruder Brendan zu mehr Beliebtheit an der Schule verhilft. Brendan ist ein nerdiger Einzelgänger, der ausgerechnet aufgrund von Cameron seit einigen Jahren zu den Aussenseitern gehört. Sie war es nämlich, die ihm einen fiesen Spitznamen verpasst hatte, der ihn zur Lachnummer der ganzen Schule gemacht hat. Und genau das will sie nun wieder gut machen. Obwohl sich Brendan anfangs noch abweisend zeigt, gelingt es Cameron, einen Draht zu ihm zu finden, als sie sich für ein Computerspiel interessiert, das Brendan programmiert. Während die beiden immer mehr Zeit miteinander verbringen, muss Cameron feststellen, dass Brendan ganz anders ist, als sie es sich vorgestellt hätte. Und aus einer ursprünglichen Wiedergutmachung entwickelt sich schliesslich mehr...

Natürlich darf man bei einem Young Adult Contemporary Roman nicht mit einem literarischen Meisterwerk rechnen, das vor Tiefgründigkeit nur so strotzt, aber hier wird eine wirklich unterhaltsame Jugendbuchgeschichte erzählt, die ich kaum mehr aus der Hand legen konnte. Der Schreibstil ist sehr flüssig und angenehm und lässt die Seiten beim Lesen nur so dahin fliegen.
Was mich sehr positiv überrascht hat, waren die vielen Nebencharaktere, die alles andere als eindimensional waren. Jeder Charakter bekommt seine Eigenheiten, Stärken und Schwächen und hat damit einen individuellen Wiedererkennungswert. Schön fand ich auch, dass sich die Autoren bei ihren Charakteren nicht an 0815 Klischees bedienen, was man zum Beispiel an Cameron und ihren besten Freundinnen sieht (wovon die eine eine Youtube Make-Up Artistin mit Millionen von Followern ist und die andere eine aufstrebende Hollywoodschauspielerin), die zu den beliebtesten Schülerinnen gehören. Alle drei sind nicht die typischen arroganten Oberzicken, die man in vielen anderen Young Adult Romanen antrifft, sondern sind trotz ihrer Beliebtheit und ihres Erfolgs bodenständig geblieben. Obwohl alle Charaktere ihre Fehler und Schwächen haben, gab es keinen einzigen, den ich nicht in mein Herz geschlossen habe.

Besonders an diesem Buch ist auch der Bezug zu Shakespeares Werk "Der Widerspenstigen Zähmung". Ich kannte dieses Theaterstück bislang nicht, doch im Buch wird immer wieder Bezug darauf genommen und die notwendigen Hintergrundinformationen geliefert, indem Cameron das Theaterstück in der Schule mit ihren Mitschüler*innen im Unterricht diskutiert. Dieses Werk ist es auch, das Cameron dazu inspiriert, sich verändern zu wollen und Wiedergutmachung zu leisten. Damit ist das Buch eine Art moderne Nacherzählung des Shakespeare-Klassikers.

Fazit:

"If I'm Being Honest" ist eine unterhaltsame, liebenswerte Young Adult Contemporary Geschichte aus der Feder eines verheirateten Autorenduos. Es handelt sich dabei um eine moderne und lose Nacherzählung eines Shakespeare-Stückes, das sich die Protagonistin zum Vorbild nimmt, um Wiedergutmachung zu leisten. Das Buch handelt von Familie, Freundschaft, Liebe und Veränderung und hat mir einige tolle Lesestunden beschert. Die Geschichte kann ich besonders Fans von "Cinder & Ella" und "10 Dinge, dich ich an dir hasse" empfehlen. Von mir gibt es für dieses zauberhafte Buch volle 5 Sterne.
Keine Kommentare
(© dtv Verlag)

Verity*
von Colleen Hoover

Bewertung: ★★★☆☆

Thriller, 368 Seiten
Erscheinungsdatum: 13. März 2020
Verlag: dtv


*Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den dtv Verlag.

Inhaltsangabe:
Die Jungautorin Lowen Ashleigh bekommt ein Angebot, das sie unmöglich ablehnen kann: Sie soll die gefeierten Psychothriller von Starautorin Verity Crawford zu Ende schreiben. Diese liegt seit einem Unfall, der unmittelbar auf den gewaltsamen Tod ihrer beiden Töchter folgte, im Koma.
Lowen akzeptiert – auch, weil sie sich zu Veritys Ehemann Jeremy hingezogen fühlt. Während ihrer Recherchen im Haus der Crawfords findet sie Veritys Tagebuch und darin offenbart sich Lowen Schreckliches ...
(© dtv Verlag)

Meine Meinung:

Im Gegensatz zu vielen ihrer bekannten Contemporary Romane, ist "Verity", das neuste Werk der Bestsellerautorin Colleen Hoover - unter Fans CoHo genannt - im Self-Publishing erschienen. Und ich finde, dass man merkt man dem Buch an. Zum einen muss man CoHo lassen, dass sie erneut einen Abstecher ins Thriller-Gerne gemacht hat und sich damit aus ihrer Comfort Zone heraus gewagt hat, was ich ihr hoch anrechne. Auf der anderen Seite wirkte die Geschichte als Ganzes aber dann nicht so ausgereift, wie ich es mir erhofft hatte - eher wie ein erster Entwurf, der mehr oder weniger unbearbeitet veröffentlicht wurde. (Und damit meine ich jetzt nicht die Grammatik- und Rechtschreibkorrektur, sondern eine inhaltliche Überarbeitung). Das deutsche Cover gefällt mir optisch sehr gut, ich muss aber gestehen, dass diese verträumten rosa und babyblauen Farben und das Wolken Sujet für mich so gar nicht zur düsteren Geschichte passt. Im Regal sieht es dafür gut aus ;-)

Doch beginnen wir ganz von vorne: Die offizielle Inhaltsangabe verrät eigentlich schon, worum es geht. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Protagonistin Lowen, die das unschlagbare Angebot erhält, eine Bestseller-Bücherreihe einer bekannten Autorin fortzusetzen, die leider aufgrund eines tragischen Unfalls in einer Art Wachkoma liegt. Damit Lowen sich intensiv mit Veritys Entwürfen und Ideen zu ihrer Bücherreihe auseinandersetzen kann, lädt Veritys Ehemann sie dazu ein, eine Weile bei ihnen zu wohnen, um in Veritys Notizen stöbern zu können. Dieses Angebot nimmt Lowen dankend an, denn aufgrund eines Räumungsbescheids wäre sie vorübergehend ohnehin obdachlos gewesen. Bei ihren Recherchen stösst Lowen allerdings nicht etwa nur auf Unterlagen zu Veritys Bücherreihe, sondern auf eine Autobiografie der Bestsellerautorin, die ihr die Haare sprichwörtlich zu Berge stehen lassen. Mit jedem weiteren Kapitel, das Lowen aus reiner Neugierde liest, erhält sie tieferen Einblick in die Abgründe von Veritys verstörender Psyche - genauso, wie wir Leser*innen auch.

Fangen wir mit dem Positiven an: CoHos angenehmer, flüssiger Schreibstil hat die Seiten nur so dahinfliegen lassen und das Lesen für mich sehr kurzweilig erscheinen lassen. Die Autorin erzählt die Handlung auf zwei Zeitebenen. In der Gegenwart begleiten wir Lowen bei ihren Buchrecherchen, und auch wie sie Veritys Ehemann allmählich näher kommt. Die Kapitel werden gelegentlich durch Tagebuch-artige Einträge aus Veritys unveröffentlichter Autobiografie unterbrochen, durch die ihre Vergangenheit näher beleuchtet wird und man nach und nach erfährt, welche tragischen Schicksale die Familie durch die Tode zweier Töchter erleben musste. Und zu allem Übel wird bekannt, welche Rolle Verity in Wahrheit bei dem ganzen Drama gespielt hat. Dadurch, dass sowohl Lowen, als auch wir Leser*innen nur häppchenweise Informationen über die Geschehnisse aus der Vergangenheit erhalten, gelingt es CoHo die Spannung über die gesamte Geschichte hinweg aufrechtzuerhalten und die Leser bei der Stange zu halten.

Doch obwohl die Ansätze eines Thrillers da waren, gab es für mich einfach zu viele Aspekte in der Geschichte, die auf mich konstruiert gewirkt haben. Allein die ganzen "zufälligen" Begebenheiten, die dazu führen, dass Lowen bei Veritys Ehemann einzieht, damit die eigentliche Story ins Rollen kommen kann, haben auf mich in der Summe sehr unglaubwürdig gewirkt. Unglaubwürdig im Sinne davon, dass ich nicht den Eindruck hatte, dass so etwas tatsächlich im echten Leben passieren würde. Allein schon der Umstand, dass Lowen überhaupt bei einer fremden Familie einzieht, fand ich schon etwas seltsam und weit hergeholt. Man hätte ihr die Notizen ja auch einfach übergeben können.
Aber ich denke, man darf diese Begebenheiten einfach nicht zu sehr hinterfragen, sondern sollte sich einfach von der Story berieseln lassen, dann wird man auch Freude an ihr finden. Mir ging es zumindest so, nachdem ich mich entschieden hatte, über die vielen kleinen Ungereimtheiten hinwegzusehen. Ich habe mich dann vor allem auf das Rätsel um Veritys Vergangenheit und die Abgründe ihrer Psyche fokussiert. Mit jedem weiteren Kapitel wird man überrascht, wie bösartig und niederträchtig ein Mensch eigentlich sein kann. Leider waren in Veritys Autobiografie auch massenhaft Sexszenen dabei, die sie selbst in aller Ausführlichkeit beschreibt. Für mich hat sich auch hier der Sinn nicht ganz erschlossen, denn Veritys ausgeprägten Sextrieb hätte man auch einfach auf andere Art andeuten können. Das erschien mir so, als hätte CoHo gedacht: Ich tue meinen hartgesottenen Fans was Gutes und streue noch ein bisschen New Adult rein. Und das hat sich für mich in diesem Thriller ein bisschen fremd angefühlt. Ich muss aber auch zugeben, dass ich absolut kein Fan (mehr) vom New Adult Genre bin und bin schnell einmal von übermässigen Sexszenen genervt, weil sie für mich einer Story nicht wirklich mehr Substanz geben.
Wie dem auch sei. Neben Veritys Geheimnissen, kommt im Buch die Romantik natürlich auch nicht zu kurz. Hier fand ich das aber eher verstörend, denn Lowen und Veritys Ehemann Jeremy nähern sich einander durch die Umstände ihrer Zweisamkeit an, was auf mich wiederum erneut konstruiert und irgendwie deplatziert gewirkt hat. Die Story hätte in meinen Augen auch gut ohne diesen Aspekt funktioniert. Aber vielleicht wollte CoHo ja damit uns Leser*innen auch verstören. Dann ist ihr das in meinem Fall gelungen.

Ich muss gestehen, dass ich während des Lesens bereits früh einen Verdacht hatte, wie das Buch enden könnte. Und tatsächlich haben sich meine Vorhersagen zum Schluss teilweise bewahrheitet, was den Handlungsverlauf für mich ein bisschen vorhersehbar gemacht hat. Überraschen konnte mich die Autorin dann aber doch noch mit dem letzten Kapitel, in dem CoHo mit einem unerwarteten Plot Twist aufwartet, der ein ganz anderes Licht auf die ganze Handlung wirft und mir wirklich gut gefallen hat. Trotzdem war das Ende des Buches für mich leider etwas zu glatt und zu abrupt, auch wenn mir die Idee hinter der Auflösung insgesamt gefallen hätte.

Das waren jetzt viele Kritikpunkte, und dennoch möchte ich zum Schluss anfügen, dass mich das Buch gut unterhalten konnte. Für einen Thriller wirkt der ganze Plot auf mich aber zu unausgereift - eben wie ein erster Entwurf, der noch viel besser hätte werden können. Aber CoHos toller Schreibstil hat dazu geführt, dass ich das Buch trotzdem gern gelesen habe, auch wenn ich über viele kleine Kritikpunkte hinwegsehen musste.

Fazit:

"Verity" ist ein selbst publizierter Thriller aus der Feder von Bestsellerautorin CoHo, die sonst eher für ihre Contemporary Romane bekannt ist. Hier wagt sie sich einmal aus ihrer Comfort Zone heraus, was ich als grossen Pluspunkt werte. Die Idee an sich wäre ganz interessant gewesen, die Umsetzung wirkte aber auf mich eher wie ein erster Entwurf, der noch nicht ganz ausgereift ist und viele Aspekte enthält, die die Handlung konstruiert erscheinen lassen. Doch wenn man über die Ungereimtheiten hinwegsehen kann, dann kann der Thriller durch CoHos angenehmen und flüssigen Schreibstil unterhalten. Ein kurzweiliges Lesevergnügen, das von mir 3,5 Sterne erhält.
8 Kommentare
(© Random House Audio)

Der Joker
von Markus Zusak
Gelesen von Rainer Strecker

Bewertung: ★★★☆☆

YA Fiction, Audiobook 
Spieldauer: 7 Stunden 7 Minuten
Erscheinungsdatum: 10. März 2008
Verlag: Random House Audio


Inhaltsangabe:
In Eds Briefkasten liegt – eine Spielkarte. Darauf stehen drei Adressen. Die Neugier treibt Ed zu diesen Orten, doch was er dort sieht, bestürzt ihn zutiefst: drei unerträglich schwere Schicksale, Menschen, die sich nicht selbst aus ihrem Elend befreien können. Dreimal fasst er sich ein Herz, dreimal verändert er Leben. Da flattert ihm die nächste Karte ins Haus. Wer schickt ihn auf diese eigenartige Mission? (© Random House Audio)

Meine Meinung:

"Der Joker" war eines meiner ältesten Bücher auf meinem SuB und stammt ursprünglich von einer Liste von "100 Jugendbücher, die man gelesen haben muss". Ich hatte vorgängig keinerlei Vorwissen oder Infos über den Inhalt des Buches, sodass ich mich relativ unvoreingenommen auf die Geschichte einlassen konnte. Aus Zeitgründen habe ich dieses Mal auf das Hörbuch zurückgegriffen und ich habe erst am Schluss gemerkt, dass es sich um eine gekürzte Version handelt, was ich rückblickend sehr schade finde. Aber nun ist es zu spät.

Das Buch erzählt die Geschichte von Ed, einem jugendlichen Taxifahrer, der unabsichtlich in einen Banküberfall gerät. Dieses Ereignis sollte für immer sein Leben verändern, denn nachdem er glimpflich aus der Situation entkommen konnte, erreichen ihn einige Tage später immer wieder Spielkarten mit ganz besonderen Aufträgen. Ed entschliesst sich, diesen Aufgaben zu stellen und tritt mit jeder weiteren Spielkarte in das Leben fremder Menschen, auf das er auf eine bestimmte Art und Weise Einfluss nehmen wird.

Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten und mehr gibt es eigentlich auch nicht zu erzählen. Das gesamte Buch läuft nach diesem Schema ab. Und während ich die Idee am Anfang eigentlich noch sehr interessant gefunden habe, hat mein Interesse für die verschiedenen Menschen und den kurzen Einblick in ihr Leben im Laufe der Geschichte allmählich abgenommen. Ich fand viele der Storys ehrlich gesagt eher nebensächlich und Eds Handlungen waren dementsprechend bloss kleine Gesten, die in meinen Augen kaum einen nachhaltigen Einfluss auf das Leben seiner Mitmenschen hatte. Hier hätte ich mir vermutlich einige Erlebnisse gewünscht, die mir etwas länger in Erinnerung bleiben würden. Vielleicht wäre das besser gelungen, wenn der Autor sich auf weniger Aufgaben bzw. Spielkarten fokussiert hätte, ihnen dafür mehr Tiefe verliehen hätte.
Am Schluss gelingt es Zusak allerdings gut, den Handlungsbogen zu schliessen und es wird die eigentliche Botschaft enthüllt, die die Spielkarten für Ed haben sollten. Und was soll ich sagen? Die Message war ziemlich ernüchternd und unspektakulär und hat absolut kein "Aha"-Erlebnis bei mir ausgelöst. Mich hat das Ende deshalb eher etwas enttäuscht, weil ich mehr davon erhofft hätte.

Was den Schreibstil angeht, so war ich überrascht, wie schlecht er teilweise war. Nachdem ich ab der Hälfte des Buches ein bisschen das Interesse für die eigentliche Handlung verloren hatte, habe ich mich stellenweise etwas mehr auf die Wortwahl konzentriert. Und da sind mir einige sehr seltsame Beschreibungen aufgefallen, die es meiner Meinung im Deutschen als solches nicht gibt. Der Autor schreibt beispielsweise, dass der Briefkasten schuldbewusst aussieht oder sich Eds Hosen hölzern anfühlen. Einmal fällt auch der Satz (frei zitiert): "Ich kann den Sex auf ihrer Haut riechen und hoffe, sie kann die Liebe auf meiner riechen" (oder so ähnlich), wo ich mich nur gefragt habe: Wie soll man bitte Liebe riechen können? Eine bildhafte Sprache ist schön und gut, aber viele selbst konstruierte Redewendungen haben für mich keinen Sinn ergeben. Wie kann ein Briefkasten bitte schuldbewusst aussehen? Dafür müssten Gegenstände Emotionen empfinden können ;-)

Zu guter Letzt möchte ich noch ein paar Worte zum Sprecher verlieren: Ich höre normalerweise lieber weiblichen Sprechern zu, aber Rainer Strecker hat wirklich eine angenehme Stimme, die sehr gut zum Charakter und der Geschichte gepasst hat.

Fazit:

"Der Joker" ist ein Jugendbuch von Markus Zusak, den die meisten wohl aufgrund seines Bestsellers "Die Bücherdiebin" kennen. In diesem Buch hat sich der Autor eine interessante Idee überlegt, deren Umsetzung mich aber nicht vollends überzeugen konnte. Für mich hat die Story in den meisten Fällen nur an der Oberfläche gekratzt und man hätte mit dem Konzept mehr in die Tiefe gehen können. Die Botschaft am Ende des Buches ist dementsprechend eher enttäuschend ausgefallen. Trotz alledem ist die Geschichte sehr kurzweilig und erhält von mir 3 Sterne.
4 Kommentare
(© Amazon / Arctis Verlag)

Was ist mit uns*
von Becky Albertalli & Adam Silvera

Bewertung: ★★★☆☆

YA Contemporary, 416 Seiten
Erscheinungsdatum: 20. September 2019
Verlag: Arctis


*Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Arctis Verlag.

Inhaltsangabe:
Sommer in New York. Für Praktikant Arthur, den verträumten Broadway Liebhaber, ein absoluter Traum. Für den frisch getrennten Ben, der mit seinem Ex zur Sommerschule muss, ein wahrer Albtraum. Aber für beide nimmt der Sommer eine unerwartete Wendung, als sie einander kurz begegnen und danach nicht weder vergessen können. Quer durch die Stadt begeben sie sich auf die Suche nach dem anderen, nach ihren Gefühlen und nach der Antwort auf die Frage: Was ist das mit uns? (© Arctis Verlag)

Meine Meinung:

Auf "Was ist mit uns" war ich besonders gespannt, weil es ein Co-Autoren Werk zweier Autoren ist, von denen ich bereits einige Bücher gelesen habe. Im Buch wird die Geschichte zweier junger Männer erzählt, die sich in einem Sommer in New York zufälligerweise begegnen. Das Zusammentreffen geschieht ausgerechnet in einer Situation in der Ben, einer der beiden Protagonisten, eine Kiste mit Erinnerungsstücken an seinen Exfreund mit sich herumschleppt, die er ihm nach der erst kürzlich erfolgten Trennung per Post zurückschicken will. Arthur, der andere Protagonist im Buch, ist relativ neu in New York und wird der Stadt nach seinem Praktikum wieder den Rücken kehren, um zu studieren.

Nach diesem kurzen Zusammentreffen verlieren sich Ben und Arthur schnell wieder aus den Augen - doch sie bringen den jeweils anderen nicht so schnell wieder aus ihrem Kopf. Im Gegensatz zu den Charakteren erfährt man als Leser*in, wie es mit den beiden und ihren jeweiligen Erzählungssträngen weitergeht, da die Kapitel immer abwechselnd aus Sicht von Arthur und Ben erzählt werden. Beide versuchen einige Zeit später, den anderen wiederzufinden, was ihnen mithilfe von Social Media relativ schnell gelingt. Als Leser*in kann man somit Zeug*in werden, wie sich die aufkeimende Liebe zwischen diesen beiden jungen Männern nach und nach entwickelt - eine richtige Sommerromanze sozusagen.

Und genau das ist das Buch auch: Eine leichte Sommerlektüre. Ich muss gestehen, dass ich anfangs Mühe hatte, in das Buch reinzufinden. Ein Grund dafür war der umgangssprachliche Schreibstil, der zwar zum Alter der Protagonisten passt, aber für mich unglaublich anstrengend zu lesen war. Hinzu kommt, dass es die beiden Autoren mit den popkulturellen Anspielungen in diesem Buch übertrieben haben. Und das sage ich, obwohl ich selbst ein Fan von Harry Potter oder Sims und vielen anderen Themen bin, die im Buch ihre Erwähnung finden. Auf mich hatte es den Eindruck, dass die Autoren gefühlt alle popkulturellen Themen, die es gibt, in ihrem Buch erwähnt haben, damit sich auch ja jede*r Leser*in irgendwo wiederkennen kann. Ich fand es aber unrealistisch, dass Arthur und Ben nahezu alles aus der Popkultur feiern und riesige Fans von nahezu allem sind, was irgendwann mal angesagt war. Ausserdem haben die ständigen popkulturellen Themen das Buch für mich nicht unbedingt spannender gemacht. Ich spiele zwar selbst gern Sims, aber zu lesen, wie einer der Protagonisten Sims spielt und es dem anderen vorstellt und alles aus dem Spiel haarklein beschreibt, war dann nur mässig interessant für mich. Und solche Szenen haben sich wie ein Lückenfüller für mich angefühlt. Mir hat dadurch insgesamt die Tiefe gefehlt.

In der zweiten Hälfte konnte mich die Liebesgeschichte etwas mehr erreichen, gleichzeitig waren sowohl Arthur als auch Ben in meinen Augen beides Drama Queens, die fast alle Probleme in ihrer neu entstehenden Beziehung selbst kreiert haben. Das Ende wiederum hat mir sehr gut gefallen und war nicht so kitschig, wie ich es befürchtet hatte, sondern sehr realitätsgetreu gewählt.

Fazit:

"Was ist mit uns" ist eine Geschichte, die eine Sommerromanze zweier junger Männer erzählt, die sich zufälligerweise in New York über den Weg laufen. Durch den umgangssprachlichen, leichten Schreibstil und die vielen Gespräche über popkulturelle Themen, die die Handlung nicht wirklich vorangetrieben haben, war mir das Buch oftmals zu oberflächlich. Das zeigt sich auch darin, dass ich das Buch vor einer Woche beendet habe und mich inzwischen kaum mehr an den Inhalt des Buchs erinnern kann. Für Zwischendurch kann man das Buch lesen, es ist aber wenig tiefgründig und bleibt mir daher auch nicht lange in Erinnerung. Von mir gibt es deshalb 3 Sterne.
Keine Kommentare
(© Amazon / FISCHER Verlag)

Postscript - Was ich dir noch sagen möchte* (P.S. I Love You #2)
von Cecelia Ahern

Bewertung: ★★☆☆☆

Chick-Lit, 432 Seiten
Erscheinungsdatum: 23. Oktober 2019
Verlag: FISCHER Krüger


*Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den FISCHER Verlag.

Inhaltsangabe:
Vor sieben Jahren ist Holly Kennedys geliebter Mann Gerry viel zu jung an Krebs gestorben. Er hat ihr ein wunderbares Geschenk hinterlassen: eine Reihe von Briefen, die sie durch die Trauer begleitet haben. Holly ist stolz darauf, dass sie sich inzwischen ein neues Leben aufgebaut hat. Da wird sie von einer kleinen Gruppe von Menschen angesprochen, die alle unheilbar krank sind. Inspiriert von Gerrys Geschichte, möchten sie ihren Lieben ebenfalls Botschaften hinterlassen.

Holly will nicht in die Vergangenheit zurückgezogen werden. Doch als sie beginnt, den Mitgliedern des »P.S. Ich liebe Dich«-Clubs zu helfen, wird klar: Jeder von uns kann seinen ganz eigenen Lebenssinn finden. Und die Liebe weitertragen. Wenn wir uns nur auf die Frage einlassen: Was will ich heute noch sagen und tun, falls ich morgen nicht mehr da bin?
(© Amazon / FISCHER Verlag)

Meine Meinung:

16 Jahre ist es her, seitdem "P.S. Ich liebe dich" auf Englisch erschienen ist und Millionen von Leser*innen begeistert hat - mich eingeschlossen. Ich habe das Buch damals erst nach dem Erscheinen der Verfilmung im Jahr 2007 gelesen und wurde voll und ganz von dem Hype um Hollys tragische Liebesgeschichte angesteckt.
Die Geschichte hat nicht nur die Leser*innen von Cecelia Aherns Buch berührt, sondern auch die Menschen in Hollys Welt. Obwohl die Fortsetzung nun mehr als 15 Jahre später erschienen ist, spielt dieser zweite Band sieben Jahre nach den Ereignissen aus "P.S. Ich liebe dich". Holly befindet sich seit einigen Jahren in einer neuen Beziehung zu einem Mann namens Gabriel. Zu Beginn des Buches wird sie zu einem Podcast eingeladen, bei dem sie über Gerry und seine Briefe nach seinem Tod erzählt. Dadurch inspiriert sie eine Gruppe von Menschen dazu, es Gerry gleich zu tun. Sie gründen einen "P. S. Ich liebe dich Club". Das Besondere an diesem Club ist der Umstand, dass alle Mitglieder selbst einer tödlichen Krankheit leiden und sie es sich deshalb zum Ziel gesetzt haben, ihren jeweiligen nahestehenden Personen in ihrem Leben eine Freude zu bereiten. Doch als sie sich für ihr Vorhaben zusammensetzen, merken sie, dass es gar nicht so einfach ist, es Gerry gleich zu tun. Vielen fehlt es an den richtigen Ideen zur Umsetzung ihres Plans. Und da kommt Holly ins Spiel: Sie wird von einer Frau aus dem Club angesprochen und gebeten, dass sie als Empfängerin der Briefe, dem Club mit ihren Erfahrungen zur Seite stehen soll. Doch Holly steht dem Ganzen skeptisch gegenüber. Einerseits weiss sie nicht, ob sie der Aufgabe gewachsen ist und auf der anderen Seite, bringt der Club auch wieder viele Erinnerungen an ihren verstorbenen Mann Gerry hervor - etwas, das nicht gerade förderlich für ihre gegenwärtige Beziehung mit Gabriel ist.
Nach reiflicher Überlegung und einem langen Hin und Her, kann sie sich dann doch dazu durchringen, die Mitglieder des Clubs zu unterstützen. Doch zum Schutz ihrer Beziehung, entscheidet sie sich dafür, Gabriel nichts davon zu erzählen. Und damit ist das Drama quasi vorprogrammiert...

Ich muss zu allererst sagen, dass ich Fortsetzungen zu eigentlich abgeschlossenen Geschichten eher skeptisch gegenüber stehe. Und gerade hier habe ich mich gefragt, was wohl das Motiv dahinter war, dass Ahern nach so vielen Jahren die Geschichte von Holly weitererzählt - einer Geschichte, die in sich eigentlich abgeschlossen war. Bei mir schwingt da immer ein bisschen ein "Cashcow"-Verdacht mit. Dennoch hat mich die Neugierde getrieben, herauszufinden, wie Hollys Reise weitergangen ist.

Was ich gut fand, war die Idee, mit dem "P.S. Ich liebe dich"-Club einen ganz anderen Aspekt in den Fokus der Geschichte zu stellen, als es im ersten Band der Fall war. Doch die Umsetzung konnte mich dann leider doch nicht so richtig überzeugen. Es werden viele verschiedene Charaktere (deren Namen ich mir nicht einmal merken konnte) vorgestellt und ihre schweren Schicksale, die einen allein aufgrund ihrer tödlichen Erkrankungen traurig stimmen. Damit drückt die Autorin richtig auf die Tränendrüse, was für mich aber insgesamt einfach zu viel des Guten war. Gerade dadurch, dass es so viele unterschiedliche Nebencharaktere gibt, konnten mich die Einzelschicksale emotional nicht richtig erreichen oder berühren. Weniger wäre hier vermutlich mehr gewesen.
Doch auch Hollys eigene Geschichte, die neben dem Club weiterläuft, hat mich mehr genervt, als unterhalten. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wie sie im ersten Buch war, aber hier hat sie sich stellenweise wie ein trotziges, kleines Kind aufgeführt. Die Beziehung zu Gabriel war von einem einzigen Auf und Ab geprägt, das allerdings durch so viele Missverständnisse entstanden ist, dass ich das Drama als unglaubwürdig und konstruiert empfunden habe. Für mich haben beide so gehandelt, als würde es sich um Teenager handeln und nicht um gestandene Erwachsene, um die Vierzig. Hinzu kommen dann immer wieder Einschübe mit Erinnerungen an ganz spezifische Szenen, die Holly mit Gerry erlebt hat, was für mich ein bisschen den Zauber des ersten Buches gestohlen hat. Ich bin kein Fan davon, dass nachträglich noch einmal zig Situationen zu einem Charakter geschildert werden, die ihn dann von einer ganz anderen Seite zeigen, als man ihn zuvor kennengelernt hat. Und genau das war hier der Fall. Ich gehe aber davon aus, dass die vielen Gerry-Szenen auch einfach ein "Fanservice" für Fans des ersten Bandes waren.

Der Story an sich verläuft für mich ohne richtigen ersichtlichen roten Faden. Die Geschichte plätschert vor sich hin, und am Ende ist bei mir das Gefühl komplett ausgeblieben, dass es sich gelohnt hätte, diese Fortsetzung zu lesen. Ich weiss nun nicht viel mehr über Holly, als ich es vorher getan habe - abgesehen davon, dass sie sich oft wie ein Kind aufführt, was sie in meinen Augen eher unsympathisch gemacht hat. Für mich erschliesst sich der Sinn hinter dieser Fortsetzung leider auch nach dem Lesen nicht, was meinen anfänglichen Verdacht, es wahrscheinlich nur ums Geld geht, bestätigt.

Fazit:

"Postscript" ist eine Fortsetzung zum berühmten Bestseller "P.S. Ich liebe dich" von Cecelia Ahern, die es in meinen Augen nicht gebraucht hätte. Auch nach dem Lesen erschliesst sich mir leider nicht der Sinn hinter dieser Fortsetzung. Bei mir hat dieses Buch einen Teil des Zaubers des berühmten Vorgängers genommen. Ich kann dieses Mal leider keine Leseempfehlung aussprechen.
4 Kommentare
(© Amazon / Kindler Verlag)

Ein Leben und eine Nacht*
von Anne Griffin

Bewertung: ★★☆☆☆

Fiction, 320 Seiten
Erscheinungsdatum: 20. August 2019
Verlag: Kindler


*Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Kindler Verlag.

Inhaltsangabe:
Ich bin hier, um mich zu erinnern...
...an alles, was ich gewesen bin, und alles, was ich nie wieder sein werde."

In einer irischen Kleinstadt sitzt Maurice Hannigan, 84 Jahre alt, an einer Hotelbar und blickt auf sein Leben zurück. Dies ist keine gewöhnliche Nacht. Fünf Mal wird er im Lauf des Abends sein Glas erheben, um auf die Menschen anzustoßen, die ihm am meisten bedeutet haben.

Der Mann, der seinen Gefühlen kaum Ausdruck verleihen konnte, erzählt in dieser Nacht von Momenten der Freude und des Zweifels, von verpassten Chancen und der Tragödie seines Lebens, die er vor allen verborgen hielt...
(© Amazon / Kindler Verlag)

Meine Meinung:

Ich muss zugeben: Ich habe absolut keine Ahnung mehr, wie das Buch auf meiner Wunschliste gelandet ist. Nichtsdestotrotz habe ich mich natürlich gefreut, als ich gesehen habe, dass der Kindler Verlag das Buch übersetzt hat. Und was soll ich sagen? Das Cover ist wirklich sehr gelungen und wunderschön im Regal anzusehen.

Das Buch erzählt die Geschichte des 84-jährigen Maurice Hannigan, der eines Abends in einer irischen Bar sitzt und sein Leben auf eine sehr melancholische Art und Weise Revue passieren lässt. Dabei verzichtet die Autorin darauf, dass Maurice in einem leicht angetrunkenen Zustand die Barkeeperin über sein Leben zutextet und hat sich was ganz Besonderes für den Lebensrückblick ausgedacht: Maurice spricht an einem Abend fünf Mal einen Toast auf fünf Menschen aus, die sein Leben auf ganz besondere Weise geprägt haben. Eine ganz wichtige Rolle nimmt dabei Maurices Ehefrau Sadie ein, die vor einiger Zeit verstorben ist. Man merkt von Beginn an, dass der Protagonist immer noch mit dem Tod seiner geliebten Frau zu kämpfen hat und sie unglaublich vermisst. Es überrascht deshalb kaum, dass der letzte Toast ihr gewidmet ist.

Die Idee des Buches fand ich sehr vielversprechend, auch wenn ich den Eindruck hatte, dass die Autorin schon sehr auf die Tränendrüse drückt, wenn sie den*die Leser*in auf die Reise in Maurices Vergangenheit schickt. Das Buch wird von einem sehr bedrückenden, fast schon deprimierenden Unterton begleitet und der Fokus liegt vor allem auf den tragischen Ereignissen im Leben des Protagonisten. Und obwohl die Autorin das Gefühl von Traurigkeit bei ihrer Leserschaft fast schon erzwingen will, konnte mich Maurices Vergangenheit emotional leider überhaupt nicht erreichen - und ich kann nicht genau sagen, woran das lag. Obwohl Maurice bzw. seine Familie einige tragische Schicksale erleben mussten, konnten mich seine Anekdoten nicht berühren, sie haben mich sogar stellenweise gelangweilt. Auch die Nebenhandlung, die eine ganz besondere Münze im Fokus hat und sich durch die fünf verschiedenen Erinnerungen zieht, hat mich irgendwann nur noch genervt. Vielleicht lag es daran, dass ich den Eindruck hatte, dass die Autorin es mit der Gefühlsduselei übertreibt, dass sich bei mir aus Widerstand kein Gefühl von Traurigkeit einstellen wollte. Hinzu kam, dass ich schon im ersten Kapitel den Verdacht hatte, worauf die Geschichte hinauslaufen wird und das hat sich dann leider genauso bewahrheitet, was den Plot für mich sehr vorhersehbar gemacht und mich enttäuscht zurückgelassen hat.
Der Schreibstil der Autorin ist angenehm zu lesen, aber so richtig packen konnte er mich nicht.

Fazit:

Die Idee, das Leben des Protagonisten mit Erinnerungen an fünf ganz besondere Personen aus seinem Leben Revue passieren zu lassen, fand ich sehr originell. Leider hat die Autorin aber für meinen Geschmack etwas zu sehr auf die Tränendrüse gedrückt, was bei mir vermutlich aus Widerstand dazu geführt hat, dass die verschiedenen Anekdoten mich emotional nicht erreichen konnten. Auch das Ende des Buches war mir bereits früh klar und hat sich dann auch tatsächlich bewahrheitet, was das Buch für mich sehr vorhersehbar gemacht hat. Ich kann verstehen, warum viele das Buch mögen, aber mich konnte es leider trotz der traurigen Thematik nicht berühren. Von mir gibt es 2.5 Sterne.
4 Kommentare
(© Amazon / Simon & Schuster)

Save the Date
von Morgan Matson

Bewertung: ★★☆☆☆

YA Contemporary, 432 Seiten
Erscheinungsdatum: 05. Juni 2018
Verlag: Simon & Schuster Books for Young Readers


Inhalt:
Charlie Grants ältere Schwester Linnea heiratet dieses Wochenende in ihrem Elternhaus und Charlie kann es kaum erwarten - zum ersten Mal seit Jahren werden sie und ihre Geschwister wieder gemeinsam unter einem Dach sein. Da Charlies Eltern das Haus verkauft haben und nach der Hochzeit umziehen werden, will sie das perfekte Wochenende erleben, bevor sich alles ändern wird. Denn für Charlie heisst es nicht nur, dass sie endgültig Abschied von ihrer Kindheit nehmen muss, es steht ihr auch eine wichtige Lebensentscheidung bevor: Sie muss sich entscheiden, an welches College sie gehen will. Hinzu kommt auch noch, dass ihr langjähriger Schwarm Jesse für das Wochenende in der Stadt ist und ihre Gefühlswelt durcheinander bringt. Und als wäre das nicht schon genug, muss Charlie sehr bald feststellen, dass an diesem Hochzeitswochenende nichts so verläuft, wie es geplant ist und sich alles zu einer riesen Katastrophe entwickelt...

Meine Meinung:

"Save the Date" war mein zweites Buch der Autorin. Nachdem mich das erste Buch, das ich von ihr gelesen hatte, nicht so richtig überzeugen konnte, war ich gespannt, ob es dieses Mal anders sein würde. Das Buch ist mir im vergangenen Jahr immer wieder auf Goodreads begegnet und hat sich in der Young Adult Sparte grosser Beliebtheit erfreut. Ein Blick auf den Klappentext hat mich dann sehr neugierig gemacht, denn ein Hochzeitswochenende, an dem alles schief läuft, klang als Setting sehr amüsant und vielversprechend.

Am Anfang des Buches hat Matson eine Übersicht über die Charaktere erstellt, die in der Geschichte eine Rolle spielen. Das fand ich sehr hilfreich, denn so wusste man auf Anhieb, wer denn nun eigentlich alles zur Grant Familie gehört. Neben Protagonistin Charlie (17) und ihren Eltern Eleanor und Jeffrey, hat sie nämlich noch vier weitere Geschwister: Danny (29), Linnea (28), J. J. (25) und Mike (19). Abgesehen von Charlie haben alle Grant Kinder bereits das Nest verlassen und sind nun Studiums- oder Jobbedingt in der ganzen USA verstreut. Verständlich also, dass Charlie sich darüber freut, dass alle Geschwister mal wieder vereint sein werden - zumindest bis auf Mike. Er lebt und studiert seit seinem Schulabschluss vor 1,5 Jahren in Chicago und hat aufgrund eines ominösen Vorfalls, bei dem auch Mama Grant involviert gewesen sein soll, den Kontakt zu seiner Familie weitgehend abgebrochen. Als Linnea am Vortag ihrer Hochzeit verkündet, dass Mike zugesagt hat, an der Hochzeit teilzunehmen, sind die restlichen Familienmitglieder der Grant Familie natürlich sehr überrascht.

Der ganze Plot des Buches erstreckt sich fast ausschliesslich nur auf die drei Tage des Hochzeitswochenendes. Die Handlung beginnt am Freitag, dem Vortag der Hochzeit, an dem allmählich die ersten Gäste eintreffen und es noch einige Dinge zur Vorbereitung zu erledigen gibt. Gleich zu Beginn erfolgt dann die Hiobsbotschaft: Clementine Lucas, die Hochzeitsplanerin, hat sich wegen Veruntreuung aus dem Staub gemacht. Und als wäre es nicht schon schlimm genug, die Hochzeitsplanerin am Tag vor der Hochzeit zu verlieren, stellt sich bald heraus, dass sie ihre Arbeit mehr schlecht als recht gemacht hat. Damit nimmt die Katastrophe ihren Lauf: Angefangen bei der Hochzeitsdekoration, die fälschlicherweise mit der Geburtstagsdekoration eines Kindes verwechselt wird, bis hin zur Hochzeitsband, die irrtümlicherweise in den falschen Staat angereist ist, läuft alles komplett schief.
Charlie setzt alles daran mit Bill, der seinem Onkel Will mit seinem 'Eventplanungsunternehmen' unter die Arme greift, diese Katastrophen abzuwenden und die Hochzeit doch noch zu retten. Doch die Grant Familie hat nicht nur mit einer missglückten Hochzeitsplanung zu kämpfen, sie werden auch noch permanent von ihrem wütenden Nachbarn gestört, erhalten Zuwachs von einem streunenden Hund und müssen mit einem kurzzeitigen Stromausfall zurechtkommen. Und dann ist da natürlich auch noch die ungeklärte Geschichte zwischen Mike und Mama Grant, die ausgerechnet bei der Hochzeit ihren Höhepunkt findet. So hatte sich Charlie das alles nicht vorgestellt...

Obwohl ich zugeben muss, dass sich die Zusammenfassung der Ereignisse unterhaltsam anhört, konnte mich das Buch letztendlich leider nicht von sich überzeugen. Das lag einerseits schon mal daran, dass die Handlung dadurch, dass sie sich nur auf drei Tage fokussiert, stellenweise extrem langsam vorangeht und das Buch dadurch zäh zum Lesen war. Die 'Hochzeitskatastrophen' hätten zwar etwas Pepp in die Geschichte hineingebracht, aber nach dem 3. oder 4. Mal, war es für mich allmählich eintönig zu lesen, dass - egal was gerade passiert - es komplett schief geht. Nicht eine einzige Sache hat an diesem Wochenende funktioniert und das wirkte als Summe auf mich dann doch sehr konstruiert und unglaubwürdig. Für mich hat es sich so angefühlt, als wollte die Autorin die Situationskomik in jeder einzelnen Situation erzwingen, doch wirklich lustig waren die Ereignisse letztendlich nicht. Jemand hat auf Goodreads in ihrer Rezension geschrieben, dass der Plot sich hervorragend für einen Film eignen würde und dem stimme ich absolut zu. Als Buchform hat die Idee für mich aber nicht funktioniert.

Ein weiterer Kritikpunkt, der dazu geführt hat, dass ich mit dem Buch meine Schwierigkeiten hatte, war die Protagonistin Charlie, aus deren Sicht die Ereignisse erzählt werden. Sie ist zwar erst 17 Jahre alt, benimmt sich die meiste Zeit über aber wie eine 12-jährige. Sie hat Mühe, den Schritt ins Erwachsenenleben zu machen und sich von ihrem Zuhause zu lösen und klammert sich dann fast zwanghaft an ihre Geschwister und ihre Kindheitserinnerung an ihre Familie, die nun nach all den Jahren einfach nicht mehr der Realität entsprechen. Obwohl jedes Familienmitglied sein eigenes Päckchen mitbringt, das im Laufe der Geschichte etwas näher beleuchtet wird, schafft sie es immer wieder, sich selbst in den Mittelpunkt zu drängen. Noch dazu fand ich den erzwungenen Liebesplot mit ihrem langjährigen Schwarm Jesse, der sich natürlich zufälligerweise auch gerade an diesem Wochenende in der Stadt aufhält, total unpassend für die Haupthandlung des Buches. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, was dieser Nebenplot eigentlich für einen Sinn hat, denn den hätte man genauso gut weglassen können.
Das einzige Positive am Buch war eine überraschende Enthüllung im Schlussteil, die ich so nicht habe kommen sehen. Doch die wurde leider schnell zunichte gemacht, als Charlie mal wieder total unsensibel reagiert hat und sich mal wieder alles um sie drehen sollte.

Fazit:

"Save the Date" hatte mit der Idee einer Hochzeit, an der alles schief geht, viel Potential. Leider entpuppen sich die angekündigten Katastrophen durch ihre hohe Anzahl als unglaubwürdig und konstruiert und die Situationskomik funktioniert als Buchform nicht so richtig. Die Handlung erstreckt sich bloss über drei Tage und wird dadurch sehr in die Länge gezogen, was das Lesen stellenweise sehr zäh gemacht hat. Eine gute Idee, deren Umsetzung leider nicht gelungen ist. Von mir gibt es deshalb nur zwei Sterne.
Keine Kommentare
(© cbj Verlag)

Es muss ja nicht perfekt sein*
von Krystal Sutherland

Bewertung: ★★☆☆☆

YA Contemporary, 350 Seiten
Erscheinungsdatum: 22. April 2019
Verlag: cbj


*Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den cbj Verlag.

Inhaltsangabe:
Esthers Familie ist ungewöhnlich. Das ist das Mindeste, was man sagen kann. Ihr Vater wagt sich nicht mehr aus dem Keller, der Bruder kann nur bei Licht schlafen und die Mutter hat panische Angst vor allem, was Unglück bringen könnte. Was Esthers größte Angst ist, weiß sie nicht. Aber vorsichtshalber notiert sie alles, was infrage kommen könnte, in einer Liste. Und die gerät ausgerechnet in die Hände von Jonah Smallwood – ihrem Schwarm aus der Grundschule. Doch statt sie auszulachen, hilft Jonah ihr, sich ihren Ängsten zu stellen. Gemeinsam arbeiten sie die Liste ab und kommen sich immer näher. Bis Esther erfährt, was Jonah getan hat. (© cbj Verlag)

Meine Meinung:

Das neue Buch von Krystal Sutherland ist eher spontan auf meiner Wunschliste gelandet, nachdem ich eines ihrer anderen Bücher gelesen und für gut befunden habe. Ohne grosses Vorwissen über das Buch und mit dementsprechend einer neutralen Erwartungshaltung, habe ich "Es muss ja nicht perfekt sein" schliesslich begonnen, das durch ein besonders ansprechendes und sommerliches Cover besticht.
Im Fokus der Geschichte steht Esther, deren gesamte Familie an schweren psychischen Störungen leidet. Die meisten davon sind Angststörungen. Was für viele andere Betroffene sehr belastend und eine Einschränkung in ihrem Leben darstellt, wird in Sutherlands Buch allerdings auf die Spitze getrieben. Esthers Vater leidet zum Beispiel an einer so starken Agoraphobie, dass er sich seit Jahren im Keller verschanzt und nur sporadisch Kontakt zu seiner Familie hat. Die Diagnose der Mutter konnte ich auf Anhieb nicht so ganz erfassen - sie wirkte aber tatsächlich so, als hätte sie nicht mehr alle Tassen im Schrank. (Anm.: Und das ist als Kritik an die Autorin, nicht am Charakter zu verstehen). Sie trägt beispielsweise ständig ein lebendiges Huhn mit sich herum und nimmt jeden Aberglauben, der existiert, beim Wort. Esther selbst ist in ihrer Familie wohl diejenige, die ihr Leben noch halbwegs im Griff hat - aber das nur, weil sie selbst davon ausgeht, ihre ganz spezifische Angst (die jeder in ihrer Familie hat) noch nicht entdeckt zu haben. Und da kommt ihr Kindheitsfreund Jonah Smallwood ins Spiel: Er bestiehlt Esther und findet dadurch eine Liste von Dingen, von denen sie womöglich eine spezifische Phobie haben könnte (ohne es bislang zu wissen). Statt Esther in ihrem quälenden Unwissen zu lassen, beschliesst er eine Art Expositionstherapie zu machen und arbeitet mit Esther gemeinsam die Liste durch, um so herauszufinden, wovor sie nun tatsächlich Angst haben könnte. Dabei kommt Esther nicht nur ihren Ängsten, sondern auch Jonah näher...

Was soll ich sagen? Die Story klingt nicht nur verrückt, sie ist es auch. Ich bin ein grosser Fan von Büchern, die sich mit psychischen Erkrankungen befassen und diese auf eine möglichst authentische Weise beschreiben, so dass auch Laien sich vorstellen können, wie belastend eine solche Krankheit sein kann. Hier fand ich die Darstellung von Angststörungen aber sehr übertrieben und damit auch eher unglaubhaft. So wie Esthers Familie geschildert wird, hätte (zumindest hier in der Schweiz) schon längst eine Erwachsenen- und Kinderschutzbehörde eingegriffen und die Familienverhältnisse genauer unter die Lupe genommen, um den entsprechenden Familienmitgliedern eine absolut notwendige Therapie zukommen lassen. Was mir hier nämlich gefehlt hat, ist der Umstand, dass sich Angststörungen in der Regel sehr gut therapieren lassen und sie sogar die grössten Erfolgschancen für eine Behandlung aufweisen. Im Buch wird zwar noch versucht, die übertriebene Darstellung der Angststörungen durch eine Art Mythos über einen "Familienfluch" zu erklären, aber das hat für mich das Ganze nicht viel glaubhafter gemacht.
Dadurch, dass die betroffenen Familienmitglieder untherapiert unter ihren Symptomen leiden, fand ich die gesamte Familiensituation sehr tragisch mit anzusehen. An einer Stelle geht Esther beispielsweise endlich mal in den Keller zu ihrem Vater herunter und man erfährt, dass dieser vor ein paar Jahren einen Schlaganfall hatte und nun halbseitig gelähmt ist.
Die ganze Zeit über habe ich mich gefragt, ob es denn niemanden gibt, der von diesen Vorkommnissen Wind bekommen hat und dieser Familie bei ihren Problemen helfen will - denn wie gesagt: Die Erfolgschancen, dass ihr Leidensdruck mit Hilfe von Therapie oder wenigstens Medikamenten gelindert oder ganz aus der Welt geschaffen werden kann, wäre sehr gross. Zumal die Ausprägungsgrade der jeweiligen Angsterkrankungen so überspitzt dargestellt wurden, dass ich nur den Kopf schütteln konnte.

Neben dem seltsamen Plot, ist auch der Schreibstil sehr gewöhnungsbedürftig. Er ist sehr umgangssprachlich und einfach gehalten, was der Geschichte nicht unbedingt zu mehr Ernsthaftigkeit verholfen hat - im Gegenteil.

Als ich bei der Hälfte des Buches angekommen war, habe ich es dann nicht mehr länger ausgehalten und musste das Buch abbrechen. Während Esthers Storyverlauf sehr vorhersehbar war, hätte es mich zwar interessiert, was mit ihren Eltern am Ende des Buches passieren würde, aber das allein hat nicht ausgereicht, um mich weiter durch das Buch zu quälen. Die Idee wäre sicher gut gewesen, aber die Darstellung der Angsterkrankungen war so dermassen übertrieben und unrealistisch beschrieben, dass ich nur noch genervt war. Entstigmatisierung funktioniert anders.

Fazit:

Ein Buch das sich mit dem Thema psychische Erkrankungen befasst, diese aber so überspitzt darstellt, dass es einfach unglaubhaft wirkt. Anders als im Buch dargestellt, lassen sich Angststörungen sehr gut behandeln und Betroffene sind nicht so verrückt, wie die Autorin es einem im Buch weissmachen will. Für mich leider eine grosse Enttäuschung. Der Storyverlauf und der Schreibstil haben mich irgendwann so genervt, dass ich das Buch schliesslich abbrechen musste. Eine Leseempfehlung kann ich dieses Mal leider nicht abgeben.
2 Kommentare
(© Amazon / Fischer Verlag)

Ramona Blue*
von Julie Murphy
Kattrin Stier (Übersetzerin)

Bewertung: ★★★★★

YA Contemporary, LGBT, 384 Seiten
Erscheinungsdatum: 22. Mai 2019
Verlag: Fischer Jugendbuch


*Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Fischer Verlag.

Inhaltsangabe:
Ramona war erst fünf Jahre alt, als der Hurrikan Katrina ihr Leben für immer veränderte. Seitdem scheint es, als habe sich die Welt gegen sie und ihre Familie verschworen. Mit ihrer außergewöhnlichen Größe von 1,80 Metern und ihren unverwechselbaren blauen Haaren, sind für Ramona drei Dinge sicher: Sie mag Mädchen, sie ist der totale Familienmensch, und sie weiß, dass sie für etwas Größeres bestimmt ist als für ein Leben in dem Wohnwagen in Eulogy, Mississippi, den die Familie ihr zu Hause nennt. Ramona jongliert mit mehreren Jobs, ihrer exzentrischen, unzuverlässigen Mutter und ihrem gutmeinenden, aber überforderten Vater, und ist so gezwungen, die Erwachsene in der Familie zu sein. Jetzt, mit ihrer schwangeren Schwester Hattie, wiegt die Verantwortung schwerer als je zuvor.
Die Rückkehr ihres Jugendfreunds Freddie ist somit eine willkommene Ablenkung. Ramonas Freundschaft mit dem ehemaligen Wettkampfschwimmer geht genau da weiter, wo sie damals aufhörte, und bald hat er sie überredet, mit ihm im Becken ihre Bahnen zu ziehen. Als Ramona ihre Leidenschaft fürs Schwimmen entdeckt, beginnen sich auch, ihre Gefühle für Freddie zu verändern, was sie so gar nicht erwartet hätte. Mit ihrer wachsenden Zuneigung für Freddie, die ihre sexuelle Identität in Frage stellt, beginnt Ramona sich zu fragen, ob sie vielleicht Mädchen und Jungs mag oder ob diese neue Anziehung womöglich gar nichts damit zu tun hat. Auf jeden Fall wird Ramona erkennen, dass sich das Leben und die Liebe meist ähnlich anfühlen wie das Wasser, durch das sie ihre Bahnen zieht – fließend und veränderlich. (© Amazon / Fischer Verlag)

Meine Meinung:

"Ramona Blue" war mein erstes Buch der Autorin, deren bekanntestes Werk "Dumplin'" den meisten wohl ein Begriff sein sollte. Ich bin erst durch eine Empfehlung auf Goodreads auf den Titel aufmerksam geworden. Das Buch wurde mir vorgeschlagen, weil ich unter anderem "Am Ende sterben wir sowieso" und "Was mir von dir bleibt" von Adam Silvera und "Nur drei Worte" von Becky Albertalli gelesen hatte. Gemeinsam haben nicht nur alle drei Bücher, dass sie im Young Adult Contemporary Genre angesiedelt sind, sondern auch der Einbezug von Diversity.

Bei "Ramona Blue" handelt es sich um eine Coming-of-Age-Geschichte, die der Leserschaft einen Ausschnitt aus dem Leben der gleichnamigen Protagonistin aufzeigt. Inhaltlich kann ich gar nicht so viel mehr verraten, als es in der offiziellen, sehr ausführlichen Inhaltsangabe beschrieben wird, denn die deckt eigentlich schon den gesamten Plot ab. Es war aber nicht mal so sehr das was passiert, was mir so gut am Buch gefallen hat, sondern wie es passiert. Obwohl das Buch jede Menge Drama beinhaltet, empfand ich es dennoch als eine locker-leichte Sommerlektüre, die bei mir gute Laune verursacht hat. Ramona ist ein Charakter mit Ecken und Kanten, die kurz vor dem Erwachsenwerden steht und einige wichtige Entscheidungen über ihre Zukunft treffen muss, nachdem sie einen wunderschönen Sommer mit einem Mädchen verbracht hat. Nachdem die Schule wieder losgeht, muss Ramona allerdings wieder in die Realität zurückkehren, fernab von der Wolke 7, auf der sie sich zuvor befunden hat. Und als wäre ihr Leben nicht schon aufgrund ihrer schwierigen familiären Situation eine Herausforderung, wird es noch komplizierter, als Freddie - ein ehemaliger Freund - zurück nach Eulogy kehrt und Ramonas Leben auf den Kopf stellt. Was als Freundschaft anfängt, verändert sich zunehmend zu einer engeren, romantischen Bindung, die Ramonas bisherige sexuelle Orientierung in Frage stellt und bei ihr verständlicherweise zu einer Identitätskrise führt. Mit dem nahenden Schulabschluss muss sich Ramona aber nicht nur über ihre Sexualität klar werden, sondern auch darüber, was ihre Zukunftspläne angeht. Das Schwimmen war schon immer eine grosse Leidenschaft von ihr und als es so aussieht, als könnte sie damit ihre berufliche Zukunft einschlagen, muss sie sich entscheiden, ob sie ihre schwangere Schwester nahezu alleine auf sich selbst gestellt zurücklassen kann, oder ob sie dazu verdammt ist, ihre restlichen Leben in Eulogy zu verbringen. Keine einfache Entscheidung, vor der Ramona steht - doch zum Glück hat sie jede Menge Freund*innen, die ihr in dieser Zeit der Unsicherheit zur Seite stehen.

Ich kann gar nicht so genau benennen warum, aber mir hat das Buch unglaublich gut gefallen. Ich fand Ramona sehr sympathisch und war natürlich begeistert davon, dass die Autorin auf verschiedene Art und Weise Diversity in die Geschichte einfliessen lässt und dies auch mit der nötigen Sensibilität thematisiert. Anfangs war ich etwas skeptisch über den Umstand, ob man einen eigentlich lesbischen Charakter nun auch auf hetero "trimmen" muss, aber je länger in der Geschichte verweilt habe, desto klarer wurde mir die Botschaft, die die Autorin mitgeben will. Es ist halt nicht immer alles so Schwarz-und-Weiss wie man vielleicht denkt und genau diese Erkenntnis muss auch Ramona im Laufe der Geschichte machen. Der Schreibstil der Autorin ist locker und flüssig zu lesen und die teilweise umgangssprachlichen Begriffe, passt er sehr gut zu einem Jugendbuch.

Fazit:

Eine lockere, unterhaltsame Coming-of-Age-Geschichte über eine junge Protagonistin, die am Schwellenübergang zum Erwachsenenleben steht und einige schwierige Entscheidungen für ihre Zukunft treffen muss. Die liebenswerte Protagonistin, der Einbezug von Diversity und der flüssige, jugendhafte Schreibstil haben das Buch zu einem sommerlichen Lesevergnügen für mich gemacht. Für Freunde der LGBT-Literatur kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen. Von mir gibt's 4.5 Sterne.
Keine Kommentare
(© Amazon / cbj Verlag)

On the Come Up*
von Angie Thomas

Bewertung: ★★★★☆

YA Contemporary, 512 Seiten
Erscheinungsdatum: 05. Februar 2019
Verlag: cbj


*Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den cbj Verlag.

Inhaltsangabe:
Die 16-jährige Bri wünscht sich nichts sehnlicher, als eine berühmte Rapperin zu werden. Als Tochter einer Rap-Legende ist das nicht leicht: Ihr Vater starb, kurz bevor er den großen Durchbruch schaffte, und Bri tritt in riesengroße Fußstapfen. Dann verliert ihre Mutter ihren Job. Plötzlich gehören Essensausgaben, Zahlungsaufforderungen und Kündigungen ebenso zu Bris Alltag wie Reime und Beats. Als sich die unbezahlten Rechnungen stapeln und ihre Familie kurz davor ist, ihre Bleibe zu verlieren, wird klar: Eine berühmte Rapperin zu werden, ist für Bri nicht länger nur ein Wunsch, sondern ein Muss … (© Amazon / cbj Verlag)

Meine Meinung:

Angie Thomas hat sich durch ihr Debüt "The Hate U Give" einen Namen gemacht, indem sie ungeschönt darstellt, was für Folgen Rassismus tagtäglich für Afroamerikaner haben kann. Mit ihrem neuen Werk "On the Come Up" legt sie einen nach und befasst sich erneut mit der Kluft, die sich lediglich aufgrund unterschiedlicher Hautfarben zwischen verschiedenen Menschen auftun kann.
Dieses Mal handelt die Geschichte von der 16-jährigen Bri, die in der Unterschicht aufgewachsen ist und schon früh lernen musste, dass das Leben kein Zuckerschlecken ist. Ihr Vater wurde erschossen, als sie noch ein Kind gewesen war und ihre Mutter litt jahrelang unter einer Drogensucht, die sie erst vor einigen Jahren in den Griff bekommen hat. Gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrem Bruder lebt die kleine Familie am Existenzminimum und muss sich tagtäglich mit grosser Anstrengung durch den Tag schlagen.

Bri ist früh klar geworden, dass nicht nur sie, sondern auch ihre Familie ein besseres Leben verdient haben. Und um ihnen das zu ermöglichen, verfolgt sie den Traum, eine berühmte Rapperin zu werden. Damit ihr das gelingt, tritt sie an Rap-Battles auf, wo sie bald einmal durch einen ihrer selbstgeschriebenen Texte entdeckt wird. Bri wittert ihre Chance, endlich der Unterschicht und all den Problemen, die daraus resultieren, zu entkommen und geht einen Deal mit dem ehemaligen Manager ihres Vaters ein. Um sich einen Namen zu machen, veröffentlicht Bri einen Rap-Song, der nicht nur durch seine Melodie, sondern vor allem durch seinen provokativen Text eine grosse Welle schlägt, die die Teenagerin vermutlich nicht hätte voraussehen können.

"Du hast deine Stimme schon für uns erhobem Breezy. Und ist nicht deine Schuld, wenn andere Lete das nicht kapieren. Also [...] warum nicht den Song verwenden, um ein bisschen Wirbel zu machen?" S. 313

Angetrieben wird das Ganze durch eine grosse Ungerechtigkeit, die die schwarze Bevölkerung seit Jahren aufgrund ihrer Hautfarbe über sich ergehen lassen müssen. Es geht also um Rassismus. Und Bri trifft mit ihrem Text einen Nerv, der letztendlich an ihrer Schule zu einem Tumult führt. Ausgelöst durch ihr Lied, gerät Bri schnell einmal ins Zentrum der Aufmerksamkeit und wird als Sündenbock für den Tumult verantwortlich gemacht. Doch bald stellt sich heraus, dass das Problem sehr viel schwerwiegender und tiefgreifender ist, als bloss ein Liedtext. Und genau das ist es, was Bri den Leuten von Anfang an klar machen wollte.

"All die Leute benutzen mich als faule Ausrede, anstatt sich zu fragen, was die wirklichen Probleme sind." S. 391

Den Ansatz, den Angie Thomas dieses Mal gewählt hat, um auf das Thema Rassismus und Diskriminierung aufmerksam zu machen, hat mir viel besser gefallen, als in "The Hate U Give". Während ich in ihrem Debüt kritisiert habe, dass ich stellenweise den Eindruck hatte, das umgekehrter Rassismus und Gewalt gegen Weisse gutgeheissen wird, wird in "On the Come Up" auf ganz anderem Wege versucht, die Stimme zu erheben: Durch Musik. Die Botschaft, die vermittelt wird, bleibt dabei die gleiche. Immer wieder lässt die Autorin Alltagsbeispiele einfliessen, wie Rassismus (vor allem in den USA) zum Ausdruck kommen kann und hat damit mehrmals Mitgefühl für Bri und ihre Familie geweckt. Ich fand ihren Mut bewundernswert, denn trotz all der Kritik und negativen Presse, hat sie sich nicht unterkriegen lassen und versucht mit ihrer Musik etwas zu verändern. Und das ist ihr auch gelungen.

Ein Kritikpunkt den ich trotz allem erwähnen muss, ist der Schreibstil, der vermutlich durch die Übersetzung leiden musste. Diese Mischung aus englischem Slang und deutschen Sätzen wirkt stellenweise etwas seltsam und nicht immer authentisch. Schade fand ich ausserdem, dass den Liedtexten keine deutsche Übersetzung beigelegt wurde, denn das wäre für das Verständnis der Bedeutung des Textes für mich hilfreich gewesen.

Fazit:

Alles in allem ein wichtiges Buch, das sich dem Thema Rassismus widmet und aufzeigt, wie man auch gewaltfrei seine Stimme erheben kann. Und das ist verdammt wichtig, um etwas zu verändern. Hass kann nicht mit Hass bekämpft werden und Angie Thomas ist es dieses Mal sehr gut gelungen, dies aufzuzeigen. Von mir gibt es für Buch aufgrund kleinerer Schwächen 4 Sterne.
6 Kommentare
(© cbj Verlag)

One of us is lying
von Karen M. McManus

Bewertung: ★★☆☆☆

YA Contemporary, 448 Seiten
Erscheinungsdatum: 01. Februar 2018
Verlag: cbj


Inhaltsangabe:
An einem Nachmittag sind fünf Schüler in der Bayview High zum Nachsitzen versammelt. Bronwyn, das Superhirn auf dem Weg nach Yale, bricht niemals die Regeln. Klassenschönheit Addy ist die perfekte Homecoming-Queen. Nate hat seinen Ruf als Drogendealer weg. Cooper glänzt als Baseball-Spieler. Und Simon hat die berüchtigte Gossip-App der Schule unter seiner Kontrolle. Als Simon plötzlich zusammenbricht und kurz darauf im Krankenhaus stirbt, ermittelt die Polizei wegen Mordes. Simon wollte am Folgetag einen Skandalpost absetzen. Im Schlaglicht: Bronwyn, Addy, Nate und Cooper. Jeder der vier hat etwas zu verbergen – und damit ein Motiv... (© cbj Verlag)

Meine Meinung:

"One of us is lying" ist ein Buch, durch das ich bereits nach dem Erscheinen der englischen Originalausgabe aufmerksam geworden bin, weil nahezu jede und jeder auf Goodreads davon geschwärmt hat. Doch nicht nur der Hype um das Buch, sondern auch der Klappentext hat mich sehr neugierig auf die Story gemacht. Es wird eine packende Kriminalgeschichte angedeutet, bei der es darum geht, als Leser/in herauszufinden, wer von den vier hauptverdächtigen Jugendlichen lügt und somit wahrscheinlich der Täter ist. Meine Erwartung an das Buch war also, dass ich selbst ein bisschen Detektiv spielen kann und immer wieder Hinweise in die Geschichte eingepflanzt werden, die mich auf die richtige (oder falsche) Spur führen sollen.

Das Buch beginnt sehr vielversprechend. Die Autorin vergeudet keine Zeit und man startet direkt in die Situation beim Nachsitzen, zu dem alle vier Hauptverdächtigte und das Opfer - Simon - verdonnert wurden. Schnell einmal merkt man, dass Simon durch sein Gossip-App nicht gerade beliebt ist, denn er hat dadurch schon so manche sensible Geheimnisse veröffentlicht und die Betroffenen damit in eine schwierige Situation gebracht. Davon ausgehend, hätten also nicht nur Addy, Nate, Bronwyn und Cooper als Verdächtige in Frage kommen können, sondern vermutlich fast die gesamte Schülerschaft. Bevor man sich als Leser/in versieht, bricht Simon zusammen und stirbt kurze Zeit später. Ich war zu Beginn ein wenig überrascht über das Tempo, dass die Autorin an den Tag legte, dachte aber gleichzeitig voller Vorfreude, dass nun mehr Zeit fürs Rätselraten zur Verfügung stehen würde.

Wie man vielleicht erahnen kann, folgt jetzt jedoch das grosser Aber. Denn leider entwickelt sich nach dem Tod von Simon kein Kriminalfall aus der Story, sondern bloss ein fast normaler Contemporary Roman, der sich mit alltäglichen Teenagerproblemchen auseinandersetzt. Der Fokus wird weg von Simons Tod hin zum Leben der vier Hauptverdächtigen geführt, wobei jeder von ihnen durch dessen jeweilige Perspektive genauer beleuchtet wird. Die Perspektivenwechsel findet dabei so schnell statt, dass ich am Anfang grosse Mühe damit hatte den Überblick darüber zu behalten, wer eigentlich wer ist und wer mit wem was zu tun hat. Problematisch wird das Auseinanderhalten der Charaktere vor allem auch dadurch, dass sich jede einzelne Perspektive genau gleich liest. Die Autorin hat es leider versäumt, den Schreibstil an jeden einzelnen Charakter anzupassen und so dessen Eigenheiten hervorzuheben. Bei vier komplett unterschiedlichen Charakteren hätte man sicher mehr mit den verschiedenen Perspektiven spielen können, was das Lesen gleichzeitig erleichtert hätte.

Auf die Einzelheiten von Addys, Bronwyns, Nates und Coopers Leben und Vergangenheit möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen. Mich hat es ehrlich gesagt auch gar nicht so wirklich interessiert, mit was für High School Problemen sich die Vier umherschlagen, denn eigentlich wollte ich mehr über den Fall rund um Simons Tod erfahren. Der bleibt leider fast die gesamte Zeit über aussen vor. Der Umstand, dass alle vier Schüler/innen als Verdächtige gelten, schweisst die Vier zwar enger zusammen, aber das ist dann auch der einzige Aspekt, der nach Simons Tod genauer beleuchtet wird. In den ersten zwei Dritteln des Buches werden nahezu keine Hinweise gestreut, die mit dem Tod von Simon zusammenhängen, so dass ich als Leserin zu keinem Zeitpunkt mit raten konnte oder überhaupt einen Verdacht hatte, wer es denn nun gewesen ist. Vielmehr musste ich das 0815 Teenagerdrama über mich ergehen lassen.

Im letzten Teil überschlagen sich dann die Ereignisse und die Ermittlung um Simons Tod gerät endlich in den Vordergrund. Leider passiert das viel zu spät und viel zu kurz, denn ehe man sich versieht, erfährt man schon, was sich genau abgespielt hat und wer hinter Simons Tod steckt. Ein Teil der Enthüllung konnte ich mir aufgrund der fehlenden Hinweise fast schon denken, der andere Teil konnte ich dagegen nicht vorhersehen, fand ich aber etwas zu weit hergeholt. Insgesamt hat mich die Auflösung enttäuscht zurückgelassen.

Fazit:

Ein Buch, das viel verspricht und leider kaum etwas davon hält. Wer einen packenden Kriminalroman erwartet, bei dem man bis zum Schluss miträtseln kann, wer hinter dem Tod des Verstorbenen steckt, der ist hier leider falsch. Stattdessen bekommt man eine 0815 Jugendbuch über High School Schüler/innen zu lesen, das sich auf (fast) alltägliche Teenagerprobleme fokussiert. Wäre der Klappentext nicht so irreführend gewesen und hätte bei mir nicht Erwartungen geschürt, die letztendlich nicht erfüllt werden, dann hätte mich dieser Young Adult Roman vermutlich trotzdem unterhalten können. Doch so hat er mich leider sehr enttäuscht zurückgelassen. Von Spannung kann keine Rede sein. Deshalb gibt es von mir auch nur 2 Sterne für dieses Buch, dessen Hype ich rückblickend leider so gar nicht nachvollziehen kann.
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Schweizerin. Liebt Bücher. Bevorzugte Genres: Young Adult, (Urban) Fantasy, Dystopia, Thriller, (Historical) Fiction.

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