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between the lines.

(© Audioteka / Pottermore Publishing)

Quidditch im Wandel der Zeiten* (Hogwarts Schulbücher #2)
von J.K. Rowling

Bewertung: ★★★☆☆

Fantasy, Audiobook 
Spieldauer: 3 Stunden 47 Minuten
Erscheinungsdatum: 24. Mai 2018
Verlag: Pottermore Publishing 


* Gehört auf Audioteka.com [Werbung]

Inhaltsangabe:
Entdecken Sie, wie Quidditch seit seiner Entstehung in Queerditch Marsh bis heute in seiner hochentwickelten Form Hexen und Zauberer verschiedenster Herkunft vereint, sie gemeinsam Augenblicke voller Begeisterung und Überschwang, doch auch – dies gilt zumindest für die Anhänger der Chudley Cannons – Momente abgrundtiefer Verzweiflung erleben lässt, wie Albus Dumbledore in seinem Vorwort schreibt.

Wissen Sie, warum einst nur die mutigsten Hexen und Zauberer die Rolle des Schiedsrichters für Quidditch-Spiele übernahmen? Oder wie Sie einen Transsilvanischen Trick von einem Woollongong Shimmy unterscheiden? In diesem aufschlussreichen, äußerst beliebten Buch aus der Hogwarts-Schulbibliothek offenbart uns Kennilworthy Whisp die tollkühnen Höhepunkte und gefährlichen Tiefpunkte der glorreichen Geschichte des Quidditch-Spiels. (© Audioteka / Pottermore Publishing)

Meine Meinung:

Bei "Quidditch im Wandel der Zeiten" ist der Name Programm: Es handelt sich um ein fiktives Geschichtsbuch über die Entstehungsgeschichte der beliebten magischen Sportart Quidditch, die auch Harry Potter selbst mit viel Leidenschaft ausgeführt hat. Das Buch enthält dabei einige interessante zusätzliche Informationen über die Anfänge von Qudditch, bis hin zur Vertuschung der auffälligen Sportart vor den Muggeln. Die Infos werden dabei von Rufus Beck überraschend unterhaltsam vorgelesen. Er schafft es, eine eher trockene Materie, in der u.a. auch blosse Aufzählungen von verschiedenen Quidditch-Mannschaften enthalten sind, mit viel Begeisterung und Euphorie zu lesen. Ich könnte mir vorstellen, dass die Buchversion nur halb so unterhaltsam ist, ohne Rufus Beck als Erzähler.

Das Hörbuch enthält in einem zweiten Teil noch Bonusmaterial über die Quidditchweltmeisterschaft 2004. Die Geschehnisse werden dabei aus der Sicht einer inzwischen erwachsenen Ginny Weasley vorgelesen, die als Sportreporterin aus Patagonien - wo die Weltmeisterschaft stattfindet - mit viel Eifer von den Ereignissen erzählt. Dabei beginnt jedes Kapitel mit demselben Wortlaut und jedes Spiel wird in Kürze zusammengefasst. Die Erzählungen über die Spiele selbst fand ich etwas eintönig. Viel interessanter waren dagegen ein paar kurze Wiedersehensmomente mit alten Bekannten. So besuchen einige Mitglieder von Dumbledores Armee die Spiele und man erfährt wie es mit dem einen oder anderen Charaktere aus der Harry Potter Reihe weitergegangen ist. Das Wiedersehen war zwar ganz nett, aber die Infos kannte ich leider schon fast alle aus dem Theaterstück oder Pottermore.

Fazit:

Ein fiktives Geschichtsbuch über die beliebteste Sportart aus der magischen Welt, die sehr unterhaltsam von Rufus Beck vorgelesen wird. Für eingefleischte Harry Potter Fans ist das Buch sicher ein Muss. Die Informationen über die Entstehung von Quidditch fand ich ganz interessant. Das Bonusmaterial dagegen bietet gerade für Harry Potter Kenner wenig neue Informationen, auch wenn das kurze Wiedersehen mit altbekannten Figuren ein wenig Nostalgiegefühle entstehen liessen. Kann man lesen - tut keinem weh. Aber allzu lange wird mir das Buch sicher nicht in Erinnerung bleiben. 3.5 Sterne gibt es dafür von mir.

Über Audioteka [Werbung]:

Das Hörbuch habe ich auf Audioteka.com bezogen und mit der dazugehörigen, praktischen Audioteka-App gehört. Die App ist einfach verständlich aufgebaut und beinhaltet alle Funktionen, die für das Hören von Hörbüchern relevant ist.
 Wer eine gute Alternative zu anderen Hörbuch-Angeboten sucht, dem kann ich Audioteka nur wärmstens empfehlen. Man kann das Angebot 30 Tage kostenlos austesten.
Keine Kommentare
(© Netgalley / Cross Cult)

BINTI* (Binti #1-3)
von Nnedi Okorafor

Bewertung: ★★☆☆☆

Science Fiction, 400 Seiten
Erscheinungsdatum: 03. September 2018
Verlag: Cross Cult


*Rezensionsexemplar von Netgalley.

Inhaltsangabe:
Ihr Name ist Binti und sie ist die erste Himba, die jemals an der Oomza Universität, einer der besten Lehranstalten der Galaxis, angenommen wurde. Aber diese Möglichkeit wahrzunehmen bedeutet, dass sie ihren Platz innerhalb ihrer Familie aufgeben und mit Fremden zwischen den Sternen reisen muss, die weder ihre Denkweise teilen, noch ihre Bräuche respektieren.

Die Welt, deren Teil sie werden möchte, hat einen langen Krieg gegen die Medusen hinter sich und Bintis Reise zwischen den Sternen lässt sie dieser Spezies näherkommen als ihr lieb ist. Wenn Binti das Vermächtnis eines Krieges überleben will, mit dem sie nichts zu tun hatte, wird sie die Gaben ihres Volkes brauchen und die Weisheit, die sich in der Universität verbirgt - aber zuerst muss sie es bis dorthin schaffen, lebendig. (© Netgalley / Cross Cult)

Meine Meinung:

-- Achtung enthält Spoiler --

Ich kann diese Rezension leider nicht ohne Spoiler verfassen, da es sich um eine Gesamtausgabe mit jeweils drei Novellen handelt und der offizielle Klappentext sich eigentlich nur auf die erste davon bezieht. An dieser Stelle muss ich erwähnen, das mir zu Beginn nicht bewusst war, dass es sich um drei eigenständige Geschichten handelt, die man getrennt voneinander betrachten muss. Ich bin anfangs vielmehr davon ausgegangen, dass es sich um eine abgerundete Geschichte handelt und die drei enthaltenen Bände mehr Verbindungen zueinander aufweisen. Und vielleicht war meine Enttäuschung auch der falschen Erwartung geschuldet, die ich an das Buch hatte.

1. Novelle:

Die erste Novelle ist mit knapp 70 Seiten zwar die kürzeste alle drei Geschichten, rückblickend aber trotzdem die, die mich am meisten packen konnte. Im Mittelpunkt steht Binti, die den Wunsch hegt, sich von ihrer Familie abzuwenden und in eine weit entfernte Universität zu reisen, die sich irgendwo im Weltraum befindet. Auf der Reise dorthin wird das Schiff von Medusen überfallen und sie muss zusehen, wie alle Crewmitglieder sterben - etwas, das einen bleibenden Eindruck bei Binti hinterlässt.
Als Leser wird man direkt ins Geschehen hineingeworfen, ohne irgendwelche genaueren Erläuterungen zum Worldbuilding oder den verschiedenen Wesen, die es in diesem Roman gibt. Mir ging das alles ehrlich gesagt etwas zu schnell und ich hätte es schöner gefunden, wenn sich die Autorin mehr Zeit für das Erzählen von Bintis Reise zur Universität gelassen hätte.

2. Novelle:

Die zweite Novelle spielt einige Zeit nach diesem Vorfall und Binti entschliesst sich, wieder zu ihrer Familie zurückzukehren. Auf ihrer Reise wird sie von Okwu - einer männlichen Medusa - begleitet. Als Binti in ihrer Heimat ankommt erwartet sie aber keine Willkommensfeier, sondern viel mehr Ablehnung von ihrer Familie und ihrem ehemaligen Freund. In Bintis Volk wird es nicht akzeptiert, wenn sich eine alleinstehende Frau einfach so auf eine weite Reise begibt und das lassen sie Binti auch spüren. Und obwohl inzwischen ein Bündnis zwischen den Menschen und den Medusen herrscht, wird es von Bintis Familie nicht toleriert, dass sie mit einer Medusa angereist ist.
Binti will sich schliesslich auf eine Pilgerreise begeben, die allerdings anders ausfällt, als sie es sich vorgestellt hat.

Auch hier verliert die Autorin keine Zeit und ich hatte Mühe mich in der Geschichte zurecht zu finden. Als sich Binti auf diese Pilgerreise begibt, ist mir der rote Faden immer mehr abhandengekommen und ich weiss bis jetzt nicht so richtig, was da eigentlich passiert ist. 

3. Novelle:

Zur dritten Novelle kann ich inhaltlich gar nicht so viel schreiben, weil ich im Schlussteil fast gänzlich das Interesse für Bintis Geschichten verloren haben. Auf mich wirkte dass alles zu gehetzt und der emotionslose, distanzierte und nüchterne Schreibstil hat verhindert, dass ich überhaupt eine Bindung zu Binti oder einem der anderen Charaktere aufbauen konnte. Ich habe das Ende dann nur noch quer gelesen.

Fazit:

Eine starke, weibliche Protagonistin mit afroamerikanischer Abstammung, die viel Potential für eine spannende Geschichte geboten hätte. Leider war es mir durch den emotionslosen Schreibstil nicht möglich, eine Bindung zu dieser aussergewöhnlichen Protagonistin aufzubauen. Ich bin überzeugt davon, dass das Buch als zusammenhängende Geschichte besser funktioniert hätte, denn durch die drei für sich stehenden Novellen wirkte das ein bisschen wild durcheinander gewürfelt. Zudem haben mir ein paar zusätzliche Infos zum Worldbuilding gefehlt. Dadurch, dass die Storys nur so kurz erzählt werden, fand ich es schwierig, mich in dieser Science-Fiction-Welt zurecht zu finden. Ich kann dem Buch deshalb nur 2.5 Sterne vergeben.
Keine Kommentare
(© Heyne)

Im Turm* (The Books of Babel #1)
von Josiah Bancroft

Bewertung: ★★★★☆

Fantasy, 448 Seiten
Erscheinungsdatum: 13. August 2018
Verlag: Heyne 


*Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Heyne Verlag.

Inhaltsangabe:
Der Turm von Babel ist das gewaltigste Bauwerk des Seidenen Zeitalters: er ragt so hoch in die Wolken hinein, dass niemand weiß, wo er endet; in seinem Inneren gibt es ganze Königreiche und unzählige Labyrinthe voller geheimnisvoller Kreaturen und tödlicher Gefahren. Eigentlich wollte der furchtsame Thomas Senlin nur einen kurzen Blick auf dieses Weltwunder werfen und dann weiterreisen. »Falls wir uns in der Menschenmenge verlieren, treffen wir uns auf der Spitze des Turmes wieder«, sagt seine frisch angetraute Frau Marya noch kokett zu ihm, kurz darauf ist sie tatsächlich spurlos verschwunden. Senlin bleibt keine Wahl: Er muss rein in den Turm und rauf auf die Spitze, wenn er seine Frau wiederfinden will. Das Abenteuer beginnt ... (© Heyne)

Meine Meinung:

"Im Turm" ist ein ganz besonderes Buch, indem Josiah Bancroft sich eine sehr skurrile Welt ausgedacht hat. Im Mittelpunkt der Geschichte steht der Schuldirektor Thomas Senlin, der sich mit seiner Frau Marya auf Hochzeitsreise befindet. Senlins Faszination für den Turm von Babel hat sich bereits früh darin gezeigt, dass er seinen Schülern immer wieder davon vorgeschwärmt hatte und sein (angebliches) Wissen über den Turm zum Besten gegeben hat. Sein Wunsch war es, den Turm endlich in Natura zu erleben. Und genau das sollte sich mit seiner Hochzeitreise erfüllen.

Auf dem Marktplatz vor dem Turm angekommen, verliert Senlin plötzlich seine Frau aus den Augen. So sehr er sich auch bemüht, es gelingt ihm nicht sie wieder zu finden - zumindest ausserhalb des Turmes. Er geht davon aus, dass Marya sich bereits selbst in das Innere des Turmes begeben hat und entschliesst sich, es ihr gleich zu tun, in der Hoffnung, seine frisch angetraute Ehefrau so wiederzufinden. Dabei ahnt er nicht, dass er sich auf ein aussergewöhnliches Abenteuer begibt und der Turm nicht annähernd das zu sein scheint, was es bisher geglaubt hat.

Der Turm ist in verschiedene Stockwerke eingeteilt, die man auf dem Weg zur Spitze des Turmes erklimmen muss. Das Buch enthält am Anfang eine grobe Skizze mit den jeweiligen Bezeichnungen für die verschiedenen Etagen, was ich als sehr hilfreich für eine erste Orientierung empfunden habe. Ich möchte an dieser Stelle allerdings nicht zu viel darüber verraten, was in den einzelnen Etagen, die man im ersten Teil kennenlernt, vor sich geht, weil mich genau diese Neugier, was wohl alles auf Senlin zukommt, gefesselt hat.
Es sei nur so viel verraten, dass jedes Stockwerk eine Art Eigenleben mit eigenen Regeln führt - und das meistens auf sehr skurrile und absurde Weise, wie Senlin bald feststellen muss. Jede Etage klingt anfangs sehr einladend, doch mit der Zeit gerät der Protagonist immer wieder in gefährliche Situationen. Seine grösste Angst dabei ist es, vom Turm verbannt zu werden und seine Frau dadurch nie wieder zu finden.

Auf der Suche nach seiner Frau begegnet Senlin allerhand absonderlicher und teilweisen schrulligen Charakteren, mit denen er sich entweder anfreundet oder sich die Personen zum Feind macht. Dabei erfährt man auch einiges über die Hintergrundgeschichten der Nebencharaktere, insbesondere die Gründe dafür, dass sie im Turm von Babel gelandet sind. Diesen Aspekt muss ich unbedingt positiv hervorheben, denn dadurch bleiben die Charaktere nicht nur gesichtslose Nebendarsteller, sondern jede einzelne Person wurde sehr liebevoll und vielschichtig vom Autor gezeichnet.

Je weiter der Protagonist in den Turm vordringt, desto mehr deutlicher wird die Spur auf der Suche nach Marya. Doch was Senlin über ihren derzeitigen Aufenthaltsort erfährt, ist nicht das, was er erwartet hatte. Marya wiederzufinden stellt sich dabei als eine grössere Herausforderung heraus, als er anfangs gedacht hatte. Doch er gibt die Suche nicht auf. Und je länger er sich im Turm befindet, desto mehr schüttelt er sein altes Ich ab und entwickelt sich zu einem ganz neuen, viel furchtloseren und mutigeren Mann, der um seine Frau kämpfen will.

Fazit:

Ein ganz aussergewöhnliches und skurriles World Building, das sich der Autor ausgedacht hat. Der Turm von Babel ist mit all seinen darin lebenden Charakteren sehr vielschichtig und liebevoll gezeichnet und man stösst immer wieder auf Details, die einen überraschen können. Tom Senlins Abenteuer im Turm konnte mich richtig packen und ich werde die Reihe auf jeden Fall weiterverfolgen. Nur im Mittelteil hatte das Buch seine Längen, deshalb muss ich einen Stern abziehen und vergebe insgesamt 4 Sterne für diesen tollen Fantasyroman, den ich nur wärmstens weiterempfehlen kann.
Keine Kommentare

(© Goldmann)
Essen ohne Kohlenhydrate*
55 köstliche Low-Carb-Rezepte; Auch vegan und vegetarisch
von Alexander Grimme

Bewertung: ★★★★★

Cookbook, 128 Seiten
Erscheinungsdatum: 18. Juli 2016
Verlag: Goldmann


*Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Goldmann Verlag.

Inhaltsangabe:
Der Senkrechtstarter im Food-Bereich: Alexander Grimmes einfache, schnelle und köstlichen Rezepte überzeugten in kürzester Zeit zehntausende Leser und Hobbyköche. Denn sie zeigen, dass Low-Carb weder kompliziert noch aufwändig sein muss und gesundes Essen Spaß macht. Spielend leicht gelingt so eine ausgewogene Ernährung an jedem Tag.
Der Bestseller komplett überarbeitet und mit 15 zusätzlichen Rezepten, einer kurzen Einführung in das Thema "Low-Carb" und einem ausführlichen Register zur Rezept- und Zutatensuche. (© Goldmann)

Meine Meinung:

"Essen ohne Kohlehydrate" war das erste Kochbuch, dass Alexander Grimme veröffentlicht hat. Ich selbst habe zuerst sein neustes Kochbuch ausprobiert und bin nun bei seinem ersten Werk angelangt. (Die Rezensionen dazu findet ihr hier und hier). Die Aufmachung ist bereits in diesem ersten Buch sehr ansprechend und übersichtlich gestaltet, wobei man sagen kann, dass die Qualität der Foodfotos in seinem neusten Kochbuch deutlich zugenommen hat - aber das tut der ganzen Sache keinen Abbruch, schliesslich muss jeder mal irgendwo anfangen und man sieht, wie sich Grimme stetig verbessert.

Bei seinen anderen Büchern habe ich jeweils kritisiert, dass bei der Einleitung kaum ein Wort zur Low-Carb Ernährung verloren wird. In diesem Buch ist das anders. Grimme teilt zwar auch hier bereits die Meinung, dass der Ernährungsstil von jedem so umgesetzt werden soll, wie er sich wohl fühlt (was ich nebenbei bemerkt äusserst sympathisch finde), schreibt aber trotzdem etwas zu den wichtigsten Basics einer kohlehydratarmen Ernährungsweise. Man wird auch hier kein Low-Carb Experte, aber wenn man die Ernährungsweise nur lose verfolgt, dann reicht das Hintergrundwissen aus, das der Autor einem bereitstellt.

Die Kategorien sind, wie auch schon im Nachfolger, in "Frühstück", "Mittag", "Abend", "Backen" und "Vegan" unterteilt, wobei es sich bei den Frühstücksrezepten hauptsächlich um Eierspeisen handelt. Ich hatte schon bei Grimmes 2. Buch kritisiert, dass ich eine andere Einteilung besser finden würde, da die Rezepte sehr willkürlich eingeteilt wurden und die ersten drei Kategorien nicht sehr hilfreich sind, wenn man gezielt nach bestimmten Rezepten sucht. An dieser Stelle muss ich allerdings positiv hervorheben, dass der Autor in seinem neusten Buch auch tatsächlich eine andere, hilfreichere Unterteilung gewählt hat.

Wie immer wollte ich das Kochbuch nicht nur durchblättern,  sondern auch einige Rezepte ausprobieren. Meine Wahl ist diesmal auf ein "Omelette-Powerfrühstück", einen "Mozzarella-Putengratin" und auf ein "Chia-Schokoladenmousse" gefallen - wobei mir die Auswahl erneut sehr schwer gefallen ist, weil es einfach so viele leckere Rezepte gab, die ich alle gerne direkt nachgekocht hätte. Die Ergebnisse könnt ihr, wie immer, auf den Fotos anschauen, die ich diesem Beitrag beigefügt habe. Ich kann auch gar nicht so viel zu den Mahlzeiten sagen, ausser, dass sie sehr schnell und einfach zubereitet waren und verdammt lecker geschmeckt haben!

Fazit:

Dieses Mal hat kriegt Alexander Grimme für sein Erstlingswerk ganze 5 Sterne. Das Kochbuch ist nicht nur sehr liebevoll und ansprechend gestaltet, es macht auch einfach Spass die einfachen und schnellen Rezepte nach zu kochen. Und das Beste: Die Rezepte schmecken super lecker - trotz Low Carb! So macht eine gesunde Ernährung und Kochen Spass. Ich kann das Buch nur jedem wärmstens empfehlen, der Wert auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung legt, aber gleichzeitig einen entspannten Umgang mit dem Thema "Low Carb" wünscht.
6 Kommentare
(© Netgalley / Thienemann-Esslinger Verlag)

Das Ende ist erst der Anfang*
von Chandler Baker

Bewertung: ★★★☆☆

YA Science Fiction, 400 Seiten
Erscheinungsdatum: 17. Juli 2018
Verlag: Thienemann-Esslinger Verlag


*Rezensionsexemplar von Netgalley. Vielen Dank an den Thienemann-Esslinger Verlag.

Inhaltsangabe:
In 23 Tagen wird Lake 18. Dann hat sie die Chance, genau einen Menschen von den Toten auferstehen zu lassen. Ihr behinderter Bruder wäre nach der Auferstehung wieder gesund und sollte Lakes erste Wahl sein. Doch gerade sind ihre beste Freundin und ihr Freund bei einem Unfall ums Leben gekommen. Für wen soll sie sich entscheiden? Ist es überhaupt richtig, Gott zu spielen und über Leben und Tod zu bestimmen? Lake steckt in einem Dilemma, aus dem es scheinbar kein Entkommen gibt ... (© Netgalley / Thienemann-Esslinger Verlag)

Meine Meinung:

Chandler Baker hat mit "Das Ende ist erst der Anfang" ein interessantes ethisch-moralisches Dilemma geschaffen, bei dem es kein Richtig oder Falsch gibt. Die Geschichte spielt in einer Welt, in der es die Möglichkeit für "Resurrections" gibt. Das bedeutet, dass jeder Mensch an seinem 18. Geburtstag die Möglichkeit erhält, einen von ihm auserwählten, bereits verstorbenen Menschen wieder aufleben zu lassen. Die Idee des Autors ist nicht ganz neu und hat mich an die "Vollendet"-Reihe von Neal Shusterman erinnert, in der eine ganz ähnliche Thematik, auf noch brutalere Weise umgesetzt wurde.
Im Buch von Baker geht es im Vergleich aber etwas weniger actiongeladen zu. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die anfangs noch 17-jährige Teenagerin Lake, die ein glückliches Leben führt und viel Zeit mit ihrem festen Freund Will und der gemeinsamen besten Freundin Penny verbringt. Ihr 18. Geburtstag steht kurz bevor und die Familie von Lake hat bereits vor ein paar Jahren die Vereinbarung getroffen, dass Lake ihr Resurrection-Recht für ihren Bruder Matt einsetzt, der vor einigen Jahren einen schlimmen Sturz erlitten hatte und seither querschnittsgelähmt ist. In den darauffolgenden Jahren hat Matt immer wieder Suizidversuche begannen, bis er durch diese Abmachung, dass er am 18. Geburtstag seiner Schwester ein neues Leben erhält, neue Hoffnung schöpfen konnte.
Diese Vereinbarung gerät jedoch durch einen überraschenden Autounfall ins Wanken, bei dem Lake, Will und Penny involviert sind. Während Lake mit ihrem Leben davonkommt, sterben ihr Freund und ihre beste Freundin bei dem Unfall und Lake gerät in eine schwierige Situation, in der sie sich entscheiden muss, wen sie an ihrem 18. Geburtstag wiederbeleben möchte.

Als wäre diese ethische Entscheidungssituation nicht schon schwierig genug, versuchen alle Menschen aus Lakes Umfeld, sie zu einer bestimmten Entscheidung zu beeinflussen. Während Matt auf die zuvor getroffene Abmachung beharrt und er damit droht, sich andernfalls umzubringen, versuchen die Familien von Will und Penny Lake mit Geld zu bestechen - ein risikoreiches Angebot, das in der Resurrections-Welt sehr verpönt ist. Falls jemand davon Wind bekommen sollte, dann würde Lake ihr Recht auf Wiederbelebung ganz verlieren, ohne dass sie es für eine Person einsetzen dürfte.

Um bei ihrer Entscheidung Unterstützung zu bekommen, beginnt Lake eine wöchentliche Therapie, bei der sie Ringo kennenlernt. Die beiden freunden sich an und Ringo beginnt nach einer Weile über seine Erfahrung mit dem Resurrection-Recht zu sprechen, die auch Grund dafür war, dass er seit Jahren in Therapie ist. Damit bekommt Lake noch einmal eine ganz neue Sichtweise auf die bevorstehende Entscheidung, was ihr das Ganze jedoch eher schwieriger als einfacher macht.

Um dem Ganzen noch einen draufzusetzen, begibt Lake sich zeitgleich noch auf eine Schnitzeljagd, die ihr Freund Will vor seinem Tod für sie vorbereitet hat. Auf dieser Schnitzeljagd erfährt sie jedoch Dinge über Will und Penny, die sie zuvor nie geahnt hätte und die ihre Entscheidung massgeblich beeinflussen könnten. Um das Chaos noch perfekt zu machen, erfährt sie im Schlussteil auch noch etwas über ihren Bruder Matt, das sie fast endgültig an den Rand der Verzweiflung bringt. Lake muss erkennen, dass das Leben, das sie bis anhin geführt hatte, gar nicht das war, was sie zu leben geglaubt hatte. Trotz dieser ganzen neuen Erkenntnisse über ihre Freunde und ihre Familie muss sie dennoch eine Entscheidung treffen, denn die Zeit drängt. Lake hat nur noch wenige Tage, um sich für einen Menschen zu entscheiden - eine Entscheidung, die letztendlich nur sie alleine treffen kann und muss.

Das sind jetzt erst einmal sehr viele verschiedene Ereignisse und Informationen, die man sich zu Gemüte führen muss. Und so ähnlich erging es mir während dem Lesen auch. Obwohl die Grundthematik und diese moralisch-ethische Entscheidungssituation sehr vielversprechend klangen, hatte ich am Ende das Gefühl, dass es zu viele verschiedene Geschehnisse gab, die für den eigentlichen Storyverlauf nicht unbedingt notwendig gewesen wären und die Story nur unnötig verkompliziert haben. Mir ist klar, dass der Autor nicht nur Lake, sondern auch die Leser bei ihren moralischen Überlegungen herausfordern wollte, aber manchmal hatte ich Mühe, bei den ganzen Erkenntnissen noch den Überblick zu behalten. Ausserdem wurden mir dadurch die Charaktere in Lakes Umfeld zunehmend unsympathischer - aber wer weiss, vielleicht wollte der Autor auch genau das erreichen. Meiner Meinung nach hätte man zumindest den Nebenplot mit Ringo weglassen können und den Fokus mehr auf Will und Penny legen können, denn die spielen laut Klappentext eigentlich auch eine wichtigere Rolle im ganzen Plot. Diese Schnitzeljagd fand ich etwas sperrig, denn dadurch, dass noch so viele andere Sachen passiert sind, wurde ich immer wieder im Lesefluss gestört und mir war bis zuletzt nicht ganz klar, ob das, was Lake über Will und Penny herauszufinden geglaubt hatte, auch tatsächlich wahr war. Falls dem so wäre, hat mir nämlich Lakes Reaktion auf diese Erkenntnisse gefehlt und sie wurden durch die neue Freundschaft zu Ringo überschattet. Das fand ich schade, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass Lake das alles kalt gelassen hätte. Ausserdem fand ich die Art und Weise wie sie zu diesen Erkenntnissen gelangt ist schon mehr als zufällig und das alles wirkte dadurch etwas künstlich erzeugt und wenig glaubhaft.

Das Ende wirkte dann irgendwie gehetzt. Nachdem alle (Halb-)Wahrheiten auf dem Tisch sind, steht auch schon Lakes Geburtstag bevor und ich als Leser wollte natürlich endlich wissen, wofür sich Lake entscheidet, nachdem man die ganze Zeit darauf vorbereitet wurde und regelrecht einer Entscheidung entgegengefiebert hat. Das Ende fällt dann mit einer etwas überraschenden Wendung anders aus, als ich erwartet hätte. Dadurch hat die Geschichte für meinen Geschmack ein etwas unbefriedigendes Ende erhalten, das irgendwie künstlich gewirkt hat. Ich habe mich als Leser etwas auf den Arm genommen gefühlt und mir für einen Moment gedacht: "Und dafür habe ich das jetzt alles gelesen?"
Mir ist klar, dass es kein perfektes Ende hätte geben können - denn das liegt nun mal in der Natur eines solchen Dilemmas. Aber in meinen Augen hat der Autor bei all den Möglichkeiten, die der Plot geboten hätte, ein Ende gewählt, das weit hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben ist. Dadurch, dass das Ende eher dürftig ausgefallen ist, wird mir die Geschichte vermutlich auch nicht lange im Gedächtnis bleiben. Und das ist schade, denn man hätte sicher mehr aus der Thematik machen können.

Fazit:

Der Autor hat mit der Möglichkeit, tote Menschen wiederbeleben zu können, einen interessanten Grundplot geschaffen, bei dem ein ethisch-moralisches Dilemma aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet wird. Es ist spannend, Lake bei ihrer Entscheidungsfindung zu begleiten, doch durch viele verschiedene Ereignisse auf ihrem Weg dahin, muss man aufpassen, den eigentlichen roten Faden nicht aus den Augen zu verlieren. Das Buch bekommt dadurch im Mittelteil seine Längen und das Ende mag leider auch nicht so ganz überzeugen, weshalb ich dem Buch nur 3.5 Sterne vergeben kann. Für Fans der "Vollendet-"Reihe von Neal Shusterman kann ich das Buch dennoch empfehlen, denn hier wird eine ganz ähnliche Thematik auf eine andere Art und Weise behandelt, die nicht weniger spannend wäre. Man sollte nur nicht zu hohe Erwartungen an das Ende mitbringen, sonst könnte man enttäuscht werden. Insgesamt hätte man aus der Thematik mehr machen können, aber als Lektüre für Zwischendurch kann man das Buch trotzdem lesen.
2 Kommentare
(© Amazon / Knaur)

Zerrissene Erde (The Broken Earth #1)
von N.K. Jemisin

Bewertung: ★★☆☆☆

Fantasy, 496 Seiten
Erscheinungsdatum: 01. August 2018
Verlag: Knaur


*Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Knaur Verlag.

Inhaltsangabe:
Inmitten einer sterbenden Welt hat die verzweifelte Essun nur ein Ziel: ihre Tochter aus den Händen eines Mörders zu befreien, den sie nur zu gut kennt.
Seit sich im Herzen des Landes Sansia ein gewaltiger Riss voll brodelnder Lava aufgetan hat, dessen Asche den Himmel verdüstert, scheinen immer mehr Menschen dem Wahnsinn zu verfallen. So lässt der Herrscher seine eigenen Bürger ermorden. Doch nicht Soldaten haben Essuns kleinen Sohn erschlagen und ihre Tochter entführt – sondern ihr eigener Ehemann! Essun folgt den beiden durch ein Land, das zur Todesfalle geworden ist. Und der Krieg ums nackte Überleben steht erst noch bevor. (© Amazon / Knaur)

Meine Meinung:

Auf dieses Buch habe ich mich schon so lange gefreut. Es ist mir schon lange vor der deutschen Übersetzung mehrmals auf Goodreads begegnet und immerzu wurde die Geschichte mit Lobeshymnen überhäuft. Als ich erfahren habe, dass das Buch ins Deutsche übersetzt wird, habe ich voller Vorfreude dem Erscheinungstermin entgegen gefiebert. Dystopia ist eines meiner Lieblingsgenres und wenn ein Buch dann noch so gute Bewertungen hat, muss es mich einfach umhauen, oder?

Na ja… Das dachte ich zumindest. Als ich das Buch begonnen habe, ist auf meine anfängliche Euphorie sehr bald Ernüchterung gefolgt. Es war nicht nur so, dass sich die Autorin ein äusserst komplexes Worldbuilding ausgedacht hat – was an und für sich nichts Schlechtes bedeutet – sie erzählt die Story auch noch aus drei Perspektiven, für die sie teilweise einen sehr aussergewöhnlichen und für mich manchmal schwer verständlichen Schreib- bzw. Erzählstil gewählt hat. Diese Kombination hat dazu geführt, dass ich wirklich Mühe hatte, einen Zugang zu den Charakteren und deren Handlungsverläufe zu finden und überhaupt zu verstehen, um was es eigentlich geht. Erst nachdem ich mir Rezensionen anderer Leser durchgelesen hatte, habe ich halbwegs verstanden, wie der Weltenentwurf aufgebaut ist und wie die Handlungsstränge zu verstehen sind. Und selbst dann fand ich den Plot noch immer schwer verständlich.

Grob gesagt, geht es in diesem Fantasy-Dystopie-Endzeit Mix um Orogene – also Menschen, die durch übernatürliche Fähigkeiten Erdbeben beeinflussen können. Die Orogene werden in der Menschenwelt allerdings kaum geduldet und wenn sie nicht gerade getötet werden, dann versucht man sie auf eine andere Art und Weise zu unterdrücken. Inmitten dieser Welt gibt es drei Frauen – allesamt Orogene – deren Weg wir als Leser begleiten: Essun, Syenit und Damaya. Speziell dabei ist vor allem der Schreibstil aus Essuns Perspektive, denn statt der klassischen 1. Oder 3. Person Singular, verwendet die Autorin hier die „Du“-Form. Das mag innovativ sein, aber ich bin ein Gewohnheitstier und konnte mich bis zum Schluss nicht mit dieser Erzählerform anfreunden. Vielleicht hätte das funktioniert, wenn das Worldbuilding an sich nicht schon so komplex und schwer zu verstehen gewesen wäre.

Bis zur Hälfte des Buches habe ich mich wirklich bemüht, die komplexe Welt und die Handlung der drei Frauen zu verstehen – doch so sehr ich es auch versuchte, ich habe einfach nicht durchgeblickt, um was es eigentlich geht. Es gab zwar immer wieder Passagen, die ich leichter zum Verstehen waren (das betrifft vor allem Syenits Erzählung), aber schon beim darauffolgenden Kapitel schwirrten dann wieder nur grosse Fragezeichen vor meinem Kopf herum. Nach der Hälfte wurde ich dann so demotiviert, dass ich einige Seiten einfach nur noch überflogen habe – ich habe ja ohnehin nicht richtig begriffen, was genau passiert. Wenn ich Seiten überfliege, dann ist das meistens ein sehr schlechtes Zeichen und es deutet daraufhin, dass mir der komplette Zugang zu einer Geschichte fehlt und deshalb nur noch Desinteresse von meiner Seite herrscht. Nach zwei Dritteln habe ich mich deshalb entschieden, das Buch abzubrechen. So etwas mache ich wirklich nicht gern und auch nicht leichtfertig, besonders nicht bei Rezensionsexemplaren, aber es hat für mich einfach keinen Sinn mehr gemacht, mich weiter zu einer Geschichte zu zwingen, durch die ich mich einfach nur durchquäle.

Ich hatte allerdings in verschiedenen Rezensionen gelesen, dass am Ende eine überraschende Wendung auf den Leser wartet, die die drei Handlungsstränge der oben genannten Charaktere miteinander verbindet. Diese Ankündigung konnte zwar auch nicht dazu beitragen, dass ich mich weiter durch das Buch quälen wollte, aber ich war dann so frei nachzulesen, was für eine Erklärung die Autorin sich da ausgedacht hat. Und obwohl ich es Buch nicht zu Ende gelesen habe, kann ich den anderen Lesern nur zustimmen. Die Idee ist wirklich überraschend und sehr gut durchdacht. Rückblickend könnte diese „Auflösung“ auch dazu führen, dass ich die verschiedenen Handlungen besser verstehen würde. Aber leider war der Weg dahin für mich viel zu umständlich und kompliziert, deshalb reichte auch das Ende nicht mehr für eine bessere Bewertung von meiner Seite aus.

Fazit:

Ein ganz besonderes, aber auch komplexes Worldbuilding in einer düsteren, brutalen Zukunft, das sich die Autorin da ausgedacht hat. Das Ganze ist verbunden mit einem anspruchsvollen, teilweise ungewöhnlichen Schreibstil, das es mir zu schwer gemacht hat, der Geschichte zu folgen. Es ist mir leider nicht gelungen, einen Zugang zum Buch und seinen Charakteren zu finden. Trotzdem kann ich verstehen, warum das Buch so hochgelobt wird. Es war für meinen Geschmack aber wahrscheinlich einfach zu komplex aufgebaut. Wer etwas anspruchsvollere Fantasy mag, dem kann ich das Buch aber dennoch weiterempfehlen. Ich werde der Geschichte vielleicht irgendwann noch einmal als Hörbuch eine Chance geben, in der Hoffnung, dass ich dann besser verstehe, worum es eigentlich geht. Für den Moment war das Buch aber einfach nicht das richtige für mich. Es ist zwar schade, aber mehr als 2 Sterne kann ich deshalb nicht vergeben.
4 Kommentare
(© Amazon / Hanser Verlag)

Kompass ohne Norden*
von Neal Shusterman

Bewertung: ★★☆☆☆

YA Contemporary, 320 Seiten
Erscheinungsdatum: 20. August 2018
Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG 


*Rezensionsexemplar.

Inhaltsangabe:
Caden hält sich für einen normalen Jungen. Doch sein Verstand ist ein krankhafter Lügner, der sich auf fantastische Reisen begibt. Manchmal befindet Caden sich auf dem Weg zum tiefsten Punkt der Erde im Marianengraben, auf einem Schiff, auf dem die Zeit seitlich läuft wie eine Krabbe, verwittert von Millionen Fahrten, die bis in die finstere Vergangenheit zurückreichen. Und in der Realität lässt Cadens Verstand harmlose Dinge wie einen Gartenschlauch zur tödlichen Gefahr werden. Als die Grenze zwischen realer und fantastischer Welt verschwimmt, begreift Caden: In den Tagen der Bibel hätte er vermutlich als Prophet gegolten, doch heute lautet die Diagnose: Schizophrenie.(© Amazon / Hanser Verlag)

Meine Meinung:

Auf dieses Buch bin ich aus den folgenden Gründen aufmerksam geworden: Der Autor, das Cover und die Thematik – und zwar in genau dieser Reihenfolge.
Neal Shusterman hat sich mit seiner „Vollendet“-Reihe und später auch mit „Scythe“ einen Platz in der Riege meiner Lieblingsautoren geschaffen. Das Cover hat mich nicht nur neugierig gemacht, weil es aussergewöhnlich schön und ansprechend gestaltet ist, sondern weil es sich auch sehr von den bisherigen Büchern unterscheidet, die ich bisher von dem Autor gelesen hatte. Der Grund dafür hat sich dann spätestens aus der Inhaltsangabe ergeben: Statt einer weiteren Dystopie, hat sich Shusterman dieses Mal in ein neues Genre gewagt und schreibt über Schizophrenie. Mir wurde erst nach dem Vorwort bewusst, dass sein Sohn an einer psychischen Erkrankung leidet und er dadurch persönliche Erfahrungsberichte im Umgang mit einem Schizophrenen miteinfliessen lässt. Diese drei Komponenten konnten eigentlich nur eines bedeuten: Das Buch muss einfach gut werden.

Voller Neugierde und Tatendrang habe ich das Ebook begonnen, musste aber sehr bald feststellen, dass meine anfängliche Euphorie schnell nachliess. Shusterman hat für dieses Buch einen ganz eigenen Erzähl- und Schreibstil gewählt, der dem Thema vermutlich mehr Authentizität verleihen sollte und den ich leider auch nicht genau in Worte fassen kann. Bei mir hat er leider nur zwei Sachen ausgelöst: Verwirrung und allmähliches Desinteresse.
Das Buch lässt sich in zwei Handlungsstränge einteilen. Die eine handelt von Cadens Realität, in der er durch seine Erkrankung immer wieder an seine Grenzen gerät und die andere spielt in einer Art Fantasiewelt, in der Caden ein Kapitän auf einem Schiff ist. Mit letzterem konnte ich leider überhaupt nichts anfangen, denn mir war nicht ganz klar, worauf Shusterman damit hinaus wollte. Ging es darum, die teilweise wirren Gedankengänge eines Schizophren-Erkrankten mit bildhaften Metaphern zu beschreiben oder verfolgte er damit irgendeinen anderen tieferen Sinn? Ich fand Cadens Fantasiereise als Kapitän einfach nur verwirrend, nichtssagend und dadurch leider auch gähnend langweilig. Irgendwann habe ich diese Kapitel eher übersprungen und mein Fokus auf das reale Erleben gelegt – denn das hätte in meinen Augen durchaus Potential für ein spannendes Buch gehabt. Shusterman gelingt es durch wenige Szenen zu beschreiben, wie der paranoide Verfolgungswahn eines Schizophrenie-Erkrankten aussehen kann. Caden hat nämlich das Gefühl, dass ihn ein Mitschüler umbringen will und wird deshalb in eine Therapie geschickt. Was für uns vermutlich absurd klingt ist für Patienten mit paranoider Schizophrenie leider eine (scheinbare) Realität. Leider hat dieser Umstand allein aber nicht ausgereicht, um mich bei Stange zu halten. Durch die ständigen Unterbrechungen der Kapitäns-Story und dem gewöhnungsbedürftigen Schreibstil wurde ich immer wieder in meinem Lesefluss gestört. Ich musste mich sogar regelrecht zwingen, weiterzulesen… und als ich bei der Hälfte des Buches angekommen bin, habe ich mich entschieden, der Qual ein Ende zu setzen und das Buch abzubrechen. Vielleicht habe ich mir dadurch die Chance genommen, dass Shusterman am Ende eine Verbindung zwischen den beiden Handlungssträngen aufzeigt, die dem Ganzen etwas mehr Sinn verliehen hätten. Trotzdem hätte selbst das nicht mehr für eine bessere Bewertung meinerseits ausgereicht, denn dafür hat mir einfach der Zugang zu Caden und seiner Geschichte gefehlt.

Fazit:

Die Thematik ‚Schizophrenie‘ wäre interessant und wer sich für einen Schreib- und Erzählstil der etwas anderen Art begeistern kann, dem könnte dieses Buch durchaus gefallen. Meinen Geschmack hat Shusterman damit diesmal aber leider nicht getroffen, deshalb kann ich – so Leid es mir tut – auch nicht mehr als 2 Sterne vergeben. Die abgedroschene Phrase „Es liegt nicht an dir, sondern an mir“ beschreibt meine Bewertung aber abschliessend vermutlich am besten. Wer sich auf ein Buch der besonderen Art einlassen kann, dem kann ich „Kompass ohne Norden“ trotz meiner eher schlechten Bewertung empfehlen. Macht euch in diesem Fall einfach selbst ein Bild davon.
3 Kommentare

August 2018

Im August war ich sehr fleissig und habe ganze 12 Bücher gelesen oder gehört. Der Grund lag hauptsächlich darin, dass ich Anfang Monat 2 Wochen Urlaub hatte und dadurch endlich mal genügend Lesezeit zur Verfügung hatte. Die gelesenen Bücher waren allesamt Rezensionsexemplare, deshalb werde ich das nicht jedes Mal gesondert erwähnen.
Von den insgesamt 12 Büchern, waren 3 davon Hörbücher und zwei Kochbücher. Da ich zu allen Büchern einen Blogeintrag geschrieben habe, werde ich diesmal nur die Cover abbilden. Mit einem Klick auf die Cover gelangt ihr direkt zu den Rezensionen.

★★★★★

https://mrspaperlove.blogspot.com/2018/08/elian-und-lira-das-wilde-herz-der-see.htmlhttps://mrspaperlove.blogspot.com/2018/08/du-wolltest-es-doch.html
 (© Cover: dtv, Carlsen, Piper Verlag)


★★★★☆ 

https://mrspaperlove.blogspot.com/2018/08/tell-me-three-things.htmlhttps://mrspaperlove.blogspot.com/2018/08/noch-mehr-essen-ohne-kohlenhydrate.html
(© Cover: Bastei Lübbe, Goldmann)


★★★☆☆ 

https://mrspaperlove.blogspot.com/2018/08/zu-nah.htmlhttps://mrspaperlove.blogspot.com/2018/08/kurzmeinung-erwachen-des-lichts.html https://mrspaperlove.blogspot.com/2018/08/schattenmond.html
 (© Cover: HarperCollins, Lübbe Audio, Heyne)


★★☆☆☆ 

https://mrspaperlove.blogspot.com/2018/08/tasty.html https://mrspaperlove.blogspot.com/2018/08/die-traumerin.htmlhttps://mrspaperlove.blogspot.com/2018/08/das-labyrinth-von-london.htmlhttps://mrspaperlove.blogspot.com/2018/08/entfuhrt-in-der-dammerung.html
 (© Cover: südwest, OSTERWORLDAudio, Blanvalet, Der Audio Verlag)

Wie man sieht sind die Bewertungen relativ ausgeglichen ausgefallen. Mein Monatshighlight war "Der Tätowierer von Auschwitz". Als Monatsflop würde ich das Kochbuch "Tasty" ernennen, weil mir die Gerichte allesamt kaum geschmeckt haben.

  Statistik:

Insgesamt gelesene Bücher: 12
Davon Hörbücher: 3
Abgebrochen: 0
SuB: 316


Wie sah euer Lesemonat aus? Ihr dürft mir gerne einen Link hinterlassen und ich statte euch einen Besuch ab :)

44 Kommentare
(© Audioteka / Der Audio Verlag)

Entführt in der Dämmerung* (Shadow Falls Camp #3)
von C.C. Hunter

Bewertung: ★★☆☆☆

YA Paranormal, Audiobook
Spieldauer: 7 Stunden 54 Minuten
Erscheinungsdatum: 01. April 2013
Verlag: Der Audio Verlag


* Gehört auf Audioteka.com [Werbung]

Inhaltsangabe:
Kylie muss schmerzlich erfahren, dass manche Geheimnisse das Leben für immer verändern. Als sie die Wahrheit ihrer übernatürlichen Identität ergründet, erkennt sie, dass diese noch unglaublicher ist, als sie sich jemals vorstellen konnte. (© Audioteka / Der Audio Verlag)

Meine Kurzmeinung:

Das war’s für mich endgültig mit der Reihe. Das (Hör-)Buch ist nicht schlecht, es läuft nur nach dem absolut gleichen Schema, wie die beiden Vorgänger ab:

  • Kylie wird von einem mysteriösen Geist aufgesucht, dessen Geschichte und Identität sich erst am Ende aufklärt.
  • Sie entwickelt neue übernatürliche Fähigkeiten, die sich nicht einem bestimmten übernatürlichen Wesen zuordnen lassen und rätselt deshalb weiter, was sie denn nun eigentlich ist.
  • Sie befindet sich weiterhin in einem nervigen Liebesdreieck zwischen Lukas und Derek.
  • Die restlichen Lücken werden mit irgendwelchen Handlungen aufgefüllt, um die Story unnötig in die Länge zu ziehen, meistens mit irgendwelchem Teeniedrama.
Zwar werden dem Leser ab und zu winzige Informationshäppchen über Kylies Vergangenheit geliefert, um ihn am Ball zu halten, aber für mich war das leider viel zu wenig, um mich noch zu fesseln. Nachdem ich nun drei Hörbücher hören musste und immer noch nicht weiss, was Kylie überhaupt ist, bin ich eher ungeduldig geworden und habe mich darüber geärgert, dass die Autorin so viele falsche Fährten legt, statt einfach mal mit der Sprache herauszurücken. Das hat für mich nichts mit Spannungsaufbau zu tun, sondern zeigt einfach, dass sie die immer gleiche Story dreimal auf ähnliche Weise aufgewärmt hat. Bisher haben die Bücher so wenig zum Handlungsverlauf beigetragen, dass Kylies Geschichte in einem Standalone Buch viel spannender und kompakter hätte erzählt werden können. Ausserdem nervt mich dieses belanglose Teeniedrama einfach nur noch. Vermutlich bin ich einfach zu alt für die Reihe.
Zu guter Letzt kann ich aber zumindest noch etwas Positives erwähnen: Die Sprecherin hat eine jugendhafte Stimme und passt damit sehr gut zur Protagonistin. Aber das allein hat leider nicht ausgereicht für eine bessere Bewertung.

Fazit:

Für mich ist die Reise hier zu Ende. Das Buch kriegt von mir noch 2.5 Sterne. Das Buch ist eher für Leser mit mehr Geduld gedacht. Für mich ist das Erzähltempo viel zu zäh und langatmig. Vielleicht hätte ich das Buch vor 15 Jahren, als ich noch eine Teenagerin war, besser gefallen.

Über Audioteka [Werbung]:

Das Hörbuch habe ich auf Audioteka.com bezogen und mit der dazugehörigen, praktischen Audioteka-App gehört. Die App ist einfach verständlich aufgebaut und beinhaltet alle Funktionen, die für das Hören von Hörbüchern relevant ist. Man kann zum Beispiel die Geschwindigkeit der Erzählung selbst bestimmen, was insbesondere dann praktisch ist, wenn der/die Erzähler/in eher gemächlich spricht.

Wer eine gute Alternative zu anderen Hörbuch-Angeboten sucht, dem kann ich Audioteka nur wärmstens empfehlen. Man kann das Angebot 30 Tage kostenlos austesten.
Keine Kommentare
(© Heyne)

Schattenmond* (Schatten-Trilogie #1)
von Nora Roberts

Bewertung: ★★★☆☆

Paranormal, 544 Seiten
Erscheinungsdatum: 13. August 2018
Verlag: Heyne 


*Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Heyne Verlag.

Inhaltsangabe:
Lana und Max verbindet eine große und außergewöhnliche Liebe. Als eine weltweite Seuche ausbricht und New York innerhalb kürzester Zeit ins Chaos stürzt, fliehen sie aus der Stadt und gründen mit Gleichgesinnten die Gemeinschaft New Hope. Doch auch hier rückt die Gefahr dem Paar bedrohlich nahe. Lana setzt alles daran, dem Inferno zu entkommen, denn sie trägt inzwischen ein Kind unter dem Herzen, die »Auserwählte«, ihre zukünftige Tochter, die als Einzige in der Lage sein wird, dem Leid der Menschheit ein Ende zu setzen. (© Heyne)

Meine Meinung:

Obwohl mir der Name „Nora Roberts“ schon auf vielen Büchern begegnet ist, war „Schattenmond“ mein erstes Buch der Autorin, das ich bis jetzt gelesen habe. Bisher habe ich mit dem Namen vor allem kitschige Chick-Lit Bücher assoziiert, auf deren Cover jeweils idyllische Landschaften abgebildet sind. Als ich vernommen habe, dass sich Roberts an ein neues Genre gewagt hat, das eher meinem gewohnten Lesegeschmack entspricht, hatte mich die Neugierde gepackt und ich musste endlich einen Versuch wagen, etwas von der Autorin zu lesen, von der gefühlt jeder Monat ein neues Buch erscheint.

Die anfängliche Prämisse des Buches war sehr vielversprechend, auch wenn mir selbst jetzt, nach dem Ende, noch nicht so ganz klar ist, in welchem Genre das Buch nun tatsächlich anzusiedeln ist. Es beginnt als eine Art Endzeit/Dystopie, in der es darum geht, dass eine schnell ausbreitende Krankheit dafür sorgt, dass die Betroffenen sprichwörtlich wie die Fliegen sterben. Keiner weiss, um was für eine Krankheit es sich handelt oder wie man sie aufhalten kann, so dass auch kein entsprechender Impfstoff zur Heilung gefunden werden kann. Nur eines ist gewiss: Sobald jemand Symptome aufweist, bedeutet das sein Todesurteil.
Dieser schleichenden Gefahr, die die Auslöschung der Menschheit bedeuten könnte, stehen Menschen gegenüber, die plötzlich latente übernatürliche Fähigkeiten aufweisen. Auch hier weiss keiner genau, wie und warum sich diese Fähigkeiten entwickelt haben, aber genau diese Personen, scheinen vor der sich ausbreitenden Seuche verschont zu bleiben. Zu diesem Zeitpunkt hat sich das Endzeit-Szenario eher zu einem Fantasy/Paranormal Genre gewandelt.

Ein paar Überlebende stehen im Fokus der Geschichte. Ich konnte mir gar nicht alle Namen merken, aber auf der einen Seite haben wir Max und Lana und auf der anderen Seite die Fernsehmoderatorin Arlys Reid. Beide müssen aus der Stadt New York fliehen, wobei sich ihre Wege erst im Verlaufe der Geschichte kreuzen. Auf ihrer Suche nach einem sicheren Ort, schliessen beide Parteien immer mehr Freundschaften, so dass sie zuletzt mit fast 100 Personen an einem Ort ankommen, dessen Name wortwörtlich für Hoffnung steht: „New Hope“. Obwohl auf der Erde mehr oder weniger Anarchie herrscht, versuchen die Protagonisten ihr eigenes Gesellschaftssystem mit bestimmten Regeln aufzubauen. Das scheint auch eine ganze Weile zu funktionieren, bis eines Tages der Bösewicht vor der Tür steht und für Angst und Schrecken sorgt…

Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Ich möchte aber ausdrücklich davor warnen, den Klappentext des Buches zu lesen, denn dort werden – ohne Übertreibung! – zwei Drittel des gesamten Inhalts gespoilert. Für mich war es also nur mässig interessant, das Geschehen zu verfolgen, weil ich von Anfang an wusste, wie Lanas und Max‘ Verlauf aussehen wird und wer der Bösewicht in der Geschichte ist, der eine Gefahr für die beiden darstellt. Abgesehen davon, verliert die Geschichte nach dem packenden Anfang immer mehr an Spannung. Das ging so weit, dass mein Interesse im Schlussteil fast gänzlich verschwunden war. Statt einer Spannungskurve verläuft die Handlung ab der Hälfte auf einem eher trägen Niveau. Das Ende ist schliesslich sehr offen gehalten und liest sich wie eine lange Überleitung zum 2. Band, in dem die eigentliche Geschichte erst richtig losgehen könnte. (Das ist zumindest meine Vermutung).

Ein weiterer Kritikpunkt ist der Schreibstil der Autorin. Von einer Autorin, die Bücher am laufenden Band schreibt und auf zahlreichen Bestseller-Listen steht, habe ich dementsprechend hohe Erwartungen an die Art und Weise der Erzählung. Ich fand den Schreibstil aber wider Erwarten sehr einfach und platt gehalten. Roberts hat es nicht geschafft, den Charakteren eine gewisse Tiefe zu verleihen, sie war viel zu sehr mit der Beschreibung des Weges beschäftigt oder der Art und Weise, wie „New Hope“ aufgebaut ist. Ich hatte immer wieder den Eindruck, dass sie sich in Details verliert, die nicht unbedingt handlungsrelevant waren und das auf Kosten der Charakterisierung ihrer Protagonisten. Dadurch konnte ich auch nicht wirklich eine Bindung zu Lana & Co aufbauen – zumal in New Hope so viele neue Namen und Personen hinzu kommen, dass ich fast komplett den Überblick darüber verloren habe, wer jetzt eigentlich wer ist und wer mit wem was am Laufen hat. (Der romantische Kitsch konnte die Autorin dann doch nicht ganz sein lassen ;)).

Fazit:

Das Buch hat eine vielversprechende Grundidee, deren Potential leider nicht ausgeschöpft wurde. Die Geschichte ist irgendwie nichts Ganzes und nichts Halbes, was sich unter anderem auch darin zeigt, dass sich die Autorin nicht für ein Genre entscheiden konnte und mir als Leser dadurch nicht ganz klar war, wohin sie mit ihrer Story eigentlich wollte. Eine Spannungskurve sucht man hier vergeblich, dafür ist das offene Ende interessant genug gestaltet, dass mein Interesse für Band 2 trotz aller Kritikpunkte geweckt werden konnte. Für den Folgeband ist aber auf jeden Fall noch Luft nach oben – insbesondere was den Schreibstil und die fehlende Charaktertiefe angeht.
Keine Kommentare
(© Netgalley / Piper Verlag)

Der Tätowierer von Auschwitz*: Die wahre Geschichte des Lale Sokolov
von Heather Morris

Bewertung: ★★★★★

Historical Fiction, 304 Seiten
Erscheinungsdatum: 01. August 2018
Verlag: Piper Verlag


*Rezensionsexemplar von Netgalley.

Inhaltsangabe:
1942 wurde Lale Sokolov nach Auschwitz deportiert. Seine Aufgabe war es, Häftlingsnummern auf die Unterarme seiner Mitgefangenen zu tätowieren, jene Nummern, die später zu den eindringlichsten Mahnungen gegen das Vergessen gehören würden. Er nutzte seine besondere Rolle und kämpfte gegen die Unmenschlichkeit des Lagers, vielen rettete er das Leben.
Dann, eines Tages, tätowierte er den Arm eines jungen Mädchens – und verliebte sich auf den ersten Blick in Gita. Eine Liebesgeschichte begann, an deren Ende das Unglaubliche wahr werden sollte: Sie überlebten beide.
Eindringlich erzählt Heather Morris die bewegende, wahre Geschichte von Lale und Gita, die den Glauben an Mut, Liebe und Menschlichkeit nie verloren. (© Netgalley / Piper Verlag)

Meine Meinung:

Eigentlich kann ich gar nicht so viel zu dem Buch sagen, ausser: Lest es selber und werdet einmal mehr durch Lales Geschichte Zeitzeuge davon, wie grausam und brutal mit Juden oder Romas im 2. Weltkrieg umgegangen wurde. Jeder, der einmal die Schulbank im deutschsprachigen Raum gedrückt hat, weiss ungefähr, was damals passiert ist. Und trotzdem erschüttert es mich jedes Mal aufs Neue, wenn ich ein Buch zum Holocaust lese, vor allem wenn das Schicksal von Millionen Juden ein Gesicht kriegt– wie in diesem Fall das von Lale.

Lale ist nur einer von vielen, der 1942 nach Auschwitz deportiert wurde. Durch ein wenig Glück gelingt es ihm kurz nach seinem Eintreffen im KZ einen Posten als Tätowierer zu ergattern und er kriegt dadurch einige Vorteile gegenüber anderen Juden, die stattdessen massenweise in winzigen Baracken leben und hungern müssen. Statt still und heimlich die Vorzüge für sich zu nutzen, die Lales Arbeit als Tätowierer mit sich bringt, beginnt er von Anfang an sein Essen mit anderen zu teilen und baut sich nach und nach ein kleines Schmuggelgeschäft auf, bei dem er vor allem Lebensmittel mit Schmuck tauscht.
Obwohl Lale eine Art Sonderstatus im KZ hat, muss er dennoch ständig auf der Hut sein. Er schafft es sogar so etwas wie eine Art Freundschaft zu einem SS-Offizier aufzubauen, die ihm im weiteren Verlauf aus der Patsche hilft.
Nachdem Lale bereits einige Zeit in Auschwitz ist, kommen immer mehr Frauen in das Lager und eine davon erregt von Anfang an seine Aufmerksamkeit: Gita. Durch seine Bekanntschaft mit dem SS-Offizier, gelingt es ihm, sich immer wieder an Sonntagen heimlich mit ihr zu treffen. Und neben dem ganzen Leid, dass die Menschen im KZ erfahren müssen, schafft er es trotzdem, sich zu verlieben und eine Beziehung mit Gita einzugehen. Sie ist einer der Gründe, die dabei helfen, dass Lale nicht seinen Lebenswillen verliert.
Durch seine Schmuggelgeschäfte und seine Freundschaften, läuft Lale aber ständig Gefahr, irgendwann entdeckt zu werden. Neben der Bedrohung, an einer Krankheit oder Hunger zu sterben oder vergast zu werden, besteht auch noch das Risiko, von Doktor Mengele für eines seiner kranken Experimente benutzt zu werden. Vielen seiner Freunde ergeht es so und Lale kann meistens nichts anderes tun, als stumm zuzusehen, wie seine Mitmenschen erschossen, vergast oder auf andere grausame Weise umgebracht werden. Durch Lales Augen erlebt man einige heftige Szenen mit, die mich mehr als einmal schwer schlucken haben lassen. Aber genau das finde ich wichtig. Der Holocaust war eines der schrecklisten Ereignisse in der Geschichte der Menschheit. Es fällt mir noch heute schwer zu glauben, was damals in den 40ern über mehrere Jahre vor sich ging. Und Bücher, wie Lales Geschichte, helfen dabei, dass diese Grausamkeiten immer wieder in Erinnerung gerufen werden, damit so etwas, hoffentlich nie wieder passieren wird.

Zum Schreibstil bleibt zuletzt noch zu sagen, dass er nicht sonderlich ausgefeilt ist, aber trotzdem angenehm zum Lesen. Vermutlich liegt das daran, dass das Buch lange Zeit als Drehbuch geplant war und erst am Schluss umgeschrieben wurde. Das tut der Geschichte aber keinen Abbruch und vielleicht schafft es Lales Erzählung ja tatsächlich noch auf die grosse Leinwand. Verdient wäre es allemal!

Fazit:

Ein sehr erschütterndes, bewegendes Buch über das Schicksal eines Juden, das symbolhaft für so viele andere Leben steht. Dadurch, dass es sich um eine wahre Geschichte handelt, kann man das Buch eigentlich gar nicht schlecht bewerten, denn das was passiert ist, lässt sich nun mal nicht anders erzählen. Es ist genau so geschehen. Ein wichtiges Buch über den Holocaust, das ich absolut weiterempfehlen kann.
16 Kommentare
(© Audioteka / HarperCollins bei Lübbe Audio)

Erwachen des Lichts* (Götterleuchten #1)
von Jennifer L. Armentrout

Bewertung: ★★★☆☆

Paranormal Romance, Audiobook
Spieldauer: 7 Stunden 45 Minuten
Erscheinungsdatum: 28. Juni 2017
Verlag:
HarperCollins bei Lübbe Audio


* Gehört auf Audioteka.com [Werbung]

Inhaltsangabe:
Eben noch verlief Josies Leben völlig normal. Doch plötzlich taucht Seth, ein mysteriöser Typ mit goldenen Augen, auf und behauptet, sie sei eine Halbgöttin. Somit sei sie dazu auserkoren, die Unsterblichen des Olymps im Kampf gegen die Titanen zu unterstützen. Um ihre Bestimmung zu erfüllen, muss Josie lernen, ihre Kräfte zu nutzen. Dabei steht ihr der impulsive Seth zur Seite. Doch bald merkt Josie, dass er ihr gefährlicher werden könnte als die entfesselten Mächte der Unterwelt. (© Audioteka / HarperCollins bei Lübbe Audio)

Meine Kurzmeinung:

„Erwachen des Lichts“ ist der Auftakt zu einer neuen Reihe von JLA, die aus einem Spin-Off der Dämonentochter-Reihe entstanden ist. Auf Audioteka.com kann man zwischen der gekürzten und undgekürzten Version wählen – und ich habe mich diesmal für die gekürzte entschieden.
Ich muss leider zugeben, dass ich den neuen Hauptcharakter Seth schon in der ursprünglichen Reihe nicht sonderlich sympathisch fand. JLAs Rezept für Book-Boyfriend Material ist ja immer etwas ähnlich und bis anhin hat das bei mir auch sehr gut angedockt, aber Seth finde ich leider durch seine selbstverliebte, aufdringliche Art eher unsympathisch. Am meisten gestört hat mich der Umstand, dass viele seiner Annäherungsversuche (sei es damals gegenüber Alex oder im neuen Buch gegenüber Josie) eigentlich schon als sexuelle Übergriffe zu werten sind. Er drängt sich den Frauen auf, ohne, dass diese ihr Einverständnis dafür geben. Und das ist nicht sexy, sondern einfach nur unangebracht.

Zum Plot selbst kann ich leider gar nicht so viel sagen, denn der diente eher als Nebenschauplatz. Ich hatte von Anfang an den Eindruck, als würde die eigentliche Handlung (nämlich, dass Josie eine Halbgöttin und in Gefahr ist) nur dazu dienen, um eine total konstruierte Liebesgeschichte zwischen Seth und Josie entstehen zu lassen. Die ganze Götterthematik (die viel Potential hätte) ist dabei nur nebensächlich. Erst am Ende nimmt die Geschichte durch eine kleine Actionszene etwas Fahrt auf, aber das war’s dann auch schon. Scheinbar ist es viel interessanter zu beschreiben, wie möchtegern-sexy Seth ist und wie Josie ihn deswegen anhimmelt.
Das klingt jetzt härter, als es sein soll, aber „Erwachen des Lichts“ kann für mich nicht annähernd an die Qualität von anderen Reihen der Autorin heranreichen. Der Plot wirkte lieblos und gäbe es nicht die eine oder andere Liebesszene zwischen Seth und Josie, dann wäre vermutlich gar nichts passiert.

Die Kapitel werden abwechselnd aus Sicht von Josie und Seth erzählt. Bei der Hörbuchversion wurden dafür jeweils ein weiblicher und ein männlicher Erzähler gewählt, was ich sehr hilfreich fand. So wusste man auf Anhieb, aus wessen Perspektive man die Geschichte gerade verfolgt.

Fazit:

Kann man sich anhören, muss man aber nicht. Empfehlenswert wäre es aber die Dämonentochter-Reihe vorher zu lesen, da man im Spin-Off zum gesamten Verlauf und Ende gespoilert wird. Für Band 2 bleibt noch viel Luft nach oben und hoffentlich kriegt man dort mehr zu lesen (oder zu hören), als eine Liebesgeschichte.


Über Audioteka [Werbung]:

Das Hörbuch habe ich auf Audioteka.com bezogen und mit der dazugehörigen, praktischen Audioteka-App gehört. Die App ist einfach verständlich aufgebaut und beinhaltet alle Funktionen, die für das Hören von Hörbüchern relevant ist. Man kann zum Beispiel die Geschwindigkeit der Erzählung selbst bestimmen, was insbesondere dann praktisch ist, wenn der/die Erzähler/in eher gemächlich spricht.

Wer eine gute Alternative zu anderen Hörbuch-Angeboten sucht, dem kann ich Audioteka nur wärmstens empfehlen. Man kann das Angebot 30 Tage kostenlos austesten.
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Schweizerin. Liebt Bücher. Bevorzugte Genres: Young Adult, (Urban) Fantasy, Dystopia, Thriller, (Historical) Fiction.

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