Lesemonat April 2022
Meine Leseflaute hat sich im April zum Glück verabschiedet und ich habe immerhin 4 Bücher gelesen und 3 Hörbücher beendet. Da ich nur zu zwei (Hör-)Büchern eine ausführliche Rezension geschrieben habe, möchte ich erneut meine Kurzmeinungen mit euch teilen, die - wie immer -
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| (© Piper) |
Seelenspiel - Tarryn Fisher
★★☆☆☆
!ACHTUNG SPOILER!
TW: Vergewaltigung, Entführung, Krebs
Das Buch habe ich spontan in meiner Onleihe ausgeliehen, weil ich schon mehrmals um den Titel herumgeschlichen bin. Von Tarryn Fisher habe ich bisher erst ein Buch in Zusammenarbeit mit CoHo gelesen, das mich nicht vollends überzeugen konnte.
Hier war der Einstieg noch sehr vielversprechend, auch wenn die Idee mit entführten Personen, die in einer abgeschiedenen Hütte eingeschlossen werden, nicht ganz neu ist. Ich hatte deshalb eigentlich einen spannenden Thriller erwartet, der sich mit ebendiesen Begebenheiten auseinandersetzt, doch im weiteren Verlauf geht es vielmehr um die Vergangenheit der Protagonisten, die viele Schicksalsschläge mitmachen musste. Und ehrlicherweise ist genau das mein Hauptkritikpunkt: Es waren einfach zu viele verschiedene Themen, denen die Autorin meiner Meinung nach nicht gerecht geworden ist. Statt sich auf psychische Instabilität und PTSD infolge einer Vergewaltigung zu fokussieren, pfeffert Fisher irgendwann noch halbherzig das Thema Brustkrebs mit rein, wobei ich aufgrund der Masse der Themen den Anschein hatte, dass sie einem Dramaeffekt dienen sollten und die Autorin nicht die notwendige Sensibilität in der Ausarbeitung dieser doch sehr wichtigen Themen aufgebracht hat.
Die Geschichte verliert irgendwann ihren roten Faden und Fishers sehr simpler und wenig überzeugender Schreibstil hat nicht gerade dazu geführt, dass die Verwirrung auf meiner Seite kleiner geworden ist.
Bis zuletzt hatte ich gehofft, dass die vielen losen Fäden am Ende wenigstens zu einem grossen Ganzen führen würden, das bei mir ein "Aha-"Effekt auslöst - aber das blieb (wie auch schon bei ihrem Buch mit CoHo) leider aus, sodass mich die Auflösung am Ende ziemlich unbefriedigt und mit einigen Fragezeichen zurückgelassen hat. Die Geschichte hätte auch mit weniger Themen gut, wenn nicht sogar besser funktioniert. Für mich hat die Autorin sich zu wenig mit den einzelnen Themen auseinandergesetzt, denn sie vermischt Symptome verschiedener psychischer Erkrankungen, als hätte sie der Protagonistin einfach alles angedichtet, das sie mal irgendwo gehört oder gelesen hat.
Ich arbeite ja ausserdem im psychoonkologischen Bereich mit Krebserkrankten und mir sind die Haare zu Berge gestanden, als die Autorin eine Szene schildert, in der die Protagonistin auf dem OP-Tisch(!) entscheidet, dass sie keine Brustrekonstruktion will und der zuständige plastische Chirurg dies ohne zu hinterfragen hinnimmt und dann aus dem OP verschwindet. So läuft das nicht mal annähernd in der Realität.
Ich könnte noch etliche dieser Beispiele anführen. Aber ich denke, diese Auswahl reicht aus, um meinen Kritikpunkt klarzumachen, dass Fisher einfach schludrig oder zu wenig recherchiert hat.
Das Buch muss man nicht gelesen haben.
TW: Vergewaltigung, Entführung, Krebs
Das Buch habe ich spontan in meiner Onleihe ausgeliehen, weil ich schon mehrmals um den Titel herumgeschlichen bin. Von Tarryn Fisher habe ich bisher erst ein Buch in Zusammenarbeit mit CoHo gelesen, das mich nicht vollends überzeugen konnte.
Hier war der Einstieg noch sehr vielversprechend, auch wenn die Idee mit entführten Personen, die in einer abgeschiedenen Hütte eingeschlossen werden, nicht ganz neu ist. Ich hatte deshalb eigentlich einen spannenden Thriller erwartet, der sich mit ebendiesen Begebenheiten auseinandersetzt, doch im weiteren Verlauf geht es vielmehr um die Vergangenheit der Protagonisten, die viele Schicksalsschläge mitmachen musste. Und ehrlicherweise ist genau das mein Hauptkritikpunkt: Es waren einfach zu viele verschiedene Themen, denen die Autorin meiner Meinung nach nicht gerecht geworden ist. Statt sich auf psychische Instabilität und PTSD infolge einer Vergewaltigung zu fokussieren, pfeffert Fisher irgendwann noch halbherzig das Thema Brustkrebs mit rein, wobei ich aufgrund der Masse der Themen den Anschein hatte, dass sie einem Dramaeffekt dienen sollten und die Autorin nicht die notwendige Sensibilität in der Ausarbeitung dieser doch sehr wichtigen Themen aufgebracht hat.
Die Geschichte verliert irgendwann ihren roten Faden und Fishers sehr simpler und wenig überzeugender Schreibstil hat nicht gerade dazu geführt, dass die Verwirrung auf meiner Seite kleiner geworden ist.
Bis zuletzt hatte ich gehofft, dass die vielen losen Fäden am Ende wenigstens zu einem grossen Ganzen führen würden, das bei mir ein "Aha-"Effekt auslöst - aber das blieb (wie auch schon bei ihrem Buch mit CoHo) leider aus, sodass mich die Auflösung am Ende ziemlich unbefriedigt und mit einigen Fragezeichen zurückgelassen hat. Die Geschichte hätte auch mit weniger Themen gut, wenn nicht sogar besser funktioniert. Für mich hat die Autorin sich zu wenig mit den einzelnen Themen auseinandergesetzt, denn sie vermischt Symptome verschiedener psychischer Erkrankungen, als hätte sie der Protagonistin einfach alles angedichtet, das sie mal irgendwo gehört oder gelesen hat.
Ich arbeite ja ausserdem im psychoonkologischen Bereich mit Krebserkrankten und mir sind die Haare zu Berge gestanden, als die Autorin eine Szene schildert, in der die Protagonistin auf dem OP-Tisch(!) entscheidet, dass sie keine Brustrekonstruktion will und der zuständige plastische Chirurg dies ohne zu hinterfragen hinnimmt und dann aus dem OP verschwindet. So läuft das nicht mal annähernd in der Realität.
Ich könnte noch etliche dieser Beispiele anführen. Aber ich denke, diese Auswahl reicht aus, um meinen Kritikpunkt klarzumachen, dass Fisher einfach schludrig oder zu wenig recherchiert hat.
Das Buch muss man nicht gelesen haben.
Eigentlich wollte ich hier eine längere Rezension schreiben, aber habe es aus Zeitgründen mal wieder nicht geschafft.
Das Buch wurde ja irrsinnig auf Goodreads gehyped und rückblickend kann ich nicht ganz nachvollziehen, warum. Abgesehen davon, dass die Handlung im universitären Forschungssetting spielt (in dem Frauen unterrepräsentiert sind, wie die Autorin nicht müde wird, im Buch immer wieder zu betonen), bietet die Liebesgeschichte nicht viel Neues. Die Protagonistin bandelt mit einem Professor an (der natürlich Anfang 30 und nicht, wie in der Realität 50+ Jahre alt ist), weil sie ihrer besten Freundin vorgaukeln will, dass sie eine Beziehung hat, damit diese sich endlich mit dem Ex der Protagonistin einlässt. Klingt total haarsträubend und weit hergeholt und ist es auch.
Das Buch ist niedlich, aber that's it. Viele Szenen wirkten wahnsinnig konstruiert und vorhersehbar, und für meinen Geschmack wurde das "will-they-won't-they" ein bisschen zu sehr ausgereizt, sodass ich am Ende froh war, als es endlich zum langersehnten Happy-End kommt, das man schon von Anfang an vorhersehen kann.
Kann man als kurzweilige Lektüre zwischendurch mal lesen, aber jetzt - knapp eine Woche später - ist erstaunlich wenig Erinnerung an den Inhalt bei mir hängen geblieben.
Das Buch wurde ja irrsinnig auf Goodreads gehyped und rückblickend kann ich nicht ganz nachvollziehen, warum. Abgesehen davon, dass die Handlung im universitären Forschungssetting spielt (in dem Frauen unterrepräsentiert sind, wie die Autorin nicht müde wird, im Buch immer wieder zu betonen), bietet die Liebesgeschichte nicht viel Neues. Die Protagonistin bandelt mit einem Professor an (der natürlich Anfang 30 und nicht, wie in der Realität 50+ Jahre alt ist), weil sie ihrer besten Freundin vorgaukeln will, dass sie eine Beziehung hat, damit diese sich endlich mit dem Ex der Protagonistin einlässt. Klingt total haarsträubend und weit hergeholt und ist es auch.
Das Buch ist niedlich, aber that's it. Viele Szenen wirkten wahnsinnig konstruiert und vorhersehbar, und für meinen Geschmack wurde das "will-they-won't-they" ein bisschen zu sehr ausgereizt, sodass ich am Ende froh war, als es endlich zum langersehnten Happy-End kommt, das man schon von Anfang an vorhersehen kann.
Kann man als kurzweilige Lektüre zwischendurch mal lesen, aber jetzt - knapp eine Woche später - ist erstaunlich wenig Erinnerung an den Inhalt bei mir hängen geblieben.
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(© Greenwillow Books) |
Gallant - V.E. Schwab
★★☆☆☆
Ich mag Schwabs Bücher eigentlich sehr gerne, aber das hier war gar nicht mein Fall. Das Buch hat keinerlei roten Faden und erst nach(!) zwei Dritteln des Buches passiert mal was.Der Schreibstil ist sehr bildhaft und beschreibend und ich kann verstehen, dass viele Leser:innen davon schwärmen, aber mein Fall war es nicht. Ich hätte gerne mehr Story, dafür weniger Umschreibungen gehabt.
Die Charaktere blieben für meinen Geschmack zu blass und ich fand es irritierend, dass die Protagonistin nach Jahren einige ihre Verwandten wieder trifft, dann jedoch kaum mit ihnen interagiert - und das, obwohl sie so viele Fragen zu Gallant hat.
Das kann Schwab deutlich besser.
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(© aufbau audio) |
★★★★☆
Das war wirklich eine unglaublich bedrückende Geschichte. Die ganze Zeit über hatte ich gehofft, dass Elsa doch endlich mal ein bisschen Glück verdient hätte - aber leider bleibt ihr das bis zum Schluss verwehrt. Das Hörbuch hat mir trotz der beklemmenden Thematik sehr gut gefallen und Luise Helm ist ohnehin die beste Sprecherin, die man sich für historische Romane wünschen kann. Ein Stern Abzug gibt es dennoch, weil das Buch zwischendurch seine Längen hatte - und ich habe bereits die gekürzte Version gehört.
Schön fand ich aber, dass hier fast ausschliesslich weibliche Figuren im Zentrum gestanden sind.
Schön fand ich aber, dass hier fast ausschliesslich weibliche Figuren im Zentrum gestanden sind.
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(© HörbucHHamburg) |
★★★☆☆ "Das Seelenhaus" ist eine Art historischer Krimi, der auf wahren Begebenheiten beruht. Das Setting in Island hat mir besonders gut gefallen, denn ich habe bislang wahrscheinlich noch keinen Roman gelesen, der auf dieser wunderschönen Insel spielt (die ich auch gerne mal im echten Leben bereisen möchte!). Was mir ebenfalls gut gefallen hat, ist die düstere Atmosphäre, die die Autorin allein durch ihre Worte vermitteln konnte.
Agnes Schicksal hat mich zwar sehr mitgenommen, aber leider verläuft die Erzählung sehr langsam und unaufgeregt, dass bei mir nicht wirklich Spannung aufkommen wollte. Es wird zwar nach und nach aufgeklärt, was sich damals wirklich abgespielt hat, aber so richtig packen konnte mich die Handlung nicht.
Auch die Charaktere sind in meinen Augen sehr unnahbar und blass geblieben und ich konnte gerade zu den vielen Nebencharakteren, die ebenfalls wichtige Rollen einnehmen, keine wirkliche Bindung aufbauen.
Die Sprecher:innen machen ihre Sache gut und die Abwechslung zwischen der männlichen und weiblichen Erzählstimme, hat mir gut gefallen.
Aufgrund meiner Kritikpunkte vergebe ich abschliessend durchschnittliche 3 Sterne - ich kann die vielen guten Bewertungen aber dennoch nachvollziehen. Ich bin nur leider kein Fan von Slow Pace Romanen.
7
Kommentare

































